Autor Thema: Medikamentengabe etc. in der Schule  (Gelesen 15828 mal)

Cornelia-Admin

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Medikamentengabe etc. in der Schule
« am: 22. Februar 2012, 22:51:06 »
Hallo zusammen,

irgendwo schrieb gerade wieder jemand, dass ein Kind in der Schule seine Medikamente nicht bekommt, weil die Lehrer sich weigern, sie zu geben.

Ich finde die Stelle leider im Moment nicht wieder, darum eröffne ich einen neuen Thread dazu.
Beim Suchen nach etwas anderem habe ich dazu gerade diese Info gefunden, die sich zumindest auf die rechtliche Situation in Baden-Württemberg bezieht:
http://www.schulaemter-bw.de/servlet/PB/show/1269722/Aufsicht-chronKranke-Text08.pdf

Ich zitiere, die Hervorhebungen stammen so von mir:



"Aufsichts- und Fürsorgepflicht
bei Schüler/-innen mit chronischen Erkrankungen

Lehrkräfte sind täglich in der Pflicht, der gebotenen Aufsicht über die Schüler/-innen nachzukommen.
[...]
Neben dem im Schulgesetz beschriebenen Erziehungs- und Bildungsauftrag haben Lehrerinnen und Lehrer auch einen Betreuungsauftrag (und zwar unabhängig vom Alter, auch bei über 18 jährigen Schülern !).
Die Art und Intensität der Betreuung und Fürsorge variiert je nach Alter, persönlicher Eigenart und Situation der Schüler und umfasst das Schuhe Binden bei Erstklässern im Sportunterricht genauso wie gegebenenfalls das Verabreichen einer Spritze bei chronisch kranken Schülern.

3 Kategorien der Aufsichts- und Fürsorgepflicht:
[...]

Was muss die Lehrkraft tun?

Verpflichtung zu erster Hilfe bei Unfällen, Ohnmacht, Kollaps etc., > geeignete Rettungsmaßnahmen einleiten (Pflicht die eigene Rettungsfähigkeit immer wieder zu aktualisieren!)

Schüler vor erkennbaren oder vorhersehbaren Gefahren / Beeinträchtigungen schützen:
Drogen, Straßenverkehr, Sonnenstich oder Hitzeschlag bei Ausflügen, Unterkühlungen im Winter, gefährliche Situationen und Überforderungssituationen im Sport-, Schwimmunterricht und bei Schullandheimaufenthalten, Vernachlässigung durch das Elternhaus, Verwahrlosung, Selbst- und Fremdverletzungen etc.

Spezielle „fürsorgliche“ Maßnahmen bei chronisch kranken Schülern.
„Fürsorge“ bedeutet dabei nicht, einen kranken Schüler von Gemeinschaftsveranstaltungen auszuschließen,
> sondern:
ο
Modifizierung bei der Planung der außerunterrichtlichen Arrangements (Begleitpersonen, Nahrungsmittelauswahl, Transparenz der Situation für alle Beteiligten, Elternbeteiligung, vorherige Notfallplanung etc.)
ο
Selektives Unterrichtsangebot in Sport / Schwimmen u. a. Fächern (Siehe: Nachteilsausgleich)

2
Im Rahmen ihrer Dienstpflichten sind Lehrkräfte zu den oben skizzierten Fürsorge- und Betreuungsaufgaben verpflichtet. Die Angst sich in Ausübung dieser Tätigkeiten durch Kompetenzüberschreitung strafbar zu machen, kann dabei kaum als Hinderungsgrund angeführt werden. Für beamtete und angestellte Lehrer gilt nämlich in Ausübung ihres Dienstes das Prinzip der „Staatshaftung“, d.h. Klage von Dritten muss gegen das Land Baden-Württemberg geführt werden. Das Land kann dann bei seinen Bediensteten zwar Regress nehmen, aber nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz, und das ist äußerst selten.

⇒ Grundsatz:
In Notsituationen falsch zu handeln ist besser als nicht zu handeln!!


 Was darf die Lehrkraft tun?
Adäquates Handeln bezogen auf kranke Kinder und Jugendliche erfordert natürlich Handlungssicherheit. Doch auch hier besteht kein Grund zur Sorge, wenn einige Regeln beachtet werden.
Bei Schülern, die aufgrund ihrer Krankheit in Notsituationen geraten können, wo die Verabreichung von Medikamenten erforderlich sein kann, soll die Schule von den Eltern eine Ermächtigung anfordern.
Für beide Seiten – Eltern und Schule – ist dabei wichtig zu wissen, dass die Personensorge gegenüber den Kindern und Jugendlichen nur erfüllt werden kann, wenn auch beide Seiten über die entsprechenden Informationen verfügen:

Die Lehrer müssen über die Krankheit und den erforderlichen Umgang mit dem Schüler Bescheid wissen.

Die Eltern müssen die Lehrer gegebenenfalls mit Unterstützung eines Arztes über angemessenes Verhalten in Bezug auf die Krankheit instruieren.


Um der Betreuungspflicht nachzukommen, müssen sich die Lehrer / die Schule allerdings aktiv um den Erhalt von Informationen bemühen, wenn die Eltern nicht von sich aus informieren. >> Elternabende, Fragebogen bei Aufnahme, persönliche Gespräche etc

Mit der Ermächtigung der Eltern und der erforderlichen Instruktion ist es selbstverständlich, dass ein Lehrer verordnete Medikamente verabreicht, oder an die Einnahme erinnert, gegebenenfalls auch beim Spritzen behilflich ist oder spritzt (nicht intravenös). Vom Betreuungsaspekt her gesehen ist das gleich zu setzen mit der Verpflichtung der Lehrkraft bei einem Schulausflug zum Beispiel an einem sehr heißen Tag auf die notwendige Flüssigkeitsaufnahme der (insbesondere jüngeren!) Schüler zu achten.

Wie weit diese medizinische Fürsorge gehen kann, hängt natürlich auch von der Zumutbarkeit gegenüber dem jeweiligen Lehrer ab. Das ist nicht allgemein festlegbar.

 Welche allgemeine Regeln sind zu beachten?
Regierungsdirektor Berner RP Stuttgart (1999):
[...]
3
Während man bei der allgemeinen Aufsichtspflicht immer wieder unvorbereitet vor unerwartete Situationen gestellt wird, kann man sogar möglicherweise bei der Fürsorge für chronisch kranke Schüler schon im Vorfeld bestimmte zu erwartende Situationen klarer kalkulieren.
Inwieweit die medizinischen Interventionen für die einzelne Lehrkraft zumutbar sind, muss in den Einzelsituationen geklärt werden.
Allgemein nicht zumutbar ist sicher intravenöses Spritzen z.B. bei einer allergischen Schockreaktion. Ausnahmen können dann bestehen, wenn ein Lehrer auch noch Rettungssanitäter ist oder eine Lehrerin gelernte Krankenschwester.

Als grundsätzliche Regel für Abgabe von Medikamenten kann gelten:
>> Wenn eine Beauftragung der Eltern mit klarer Angabe von Zeitpunkt und Dosierung der Medikamente vorliegt, gehört dies zu den Betreuungsaufgaben der Lehrkräfte dazu.
>> Wenn weder Klarheit über Diagnose, noch über Dosierung und Zeitpunkt besteht, dürfen keine Medikamente verabreicht werden: z.B. Schmerztabletten, Kreislauf unterstützende Mittel etc.


⇒ Maßgabe für Lehrkräfte:
Keine Diagnose oder Therapie durch die Lehrkräfte, sondern nur Durchführung der Betreuung !

⇒ Verantwortung
Die letztendliche Verantwortung für schulorganisatorische Maßnahmen bleibt nach § 41 Schulgesetz bei der Schulleitung!

Wesentliches als Schlussanmerkung:
Bitte sorgen Sie in Absprache mit den Eltern und den Betroffenen für eine
SCHULINTERNE INFORMATIONSWEITERGABE
über die besonderen Bedingungen kranker Schülerinnen und Schüler an alle betroffenen Lehrkräfte gegebenenfalls auch an die Eltern der Klasse.

Vortrag am Fachtag für Lehrer/-innen aller Schularten am 29.11.08 in der Kinderklinik Tübingen zum Thema
„Schüler/-innen mit chronischen Erkrankungen in meiner Klasse“

Max Leutner
Sonderschulrektor
Staatliche Schule für Kranke
am Universitätsklinikum Tübingen"




Das ist doch mal eine klare Aussage!

Wenn eine klare Instruktion besteht, wann welche Medikamente zu geben sind, dürfen sich die Lehrer also zumindest in Baden-Württemberg nicht weigern, diese Medikamente zu geben (intravenöse Spritzen ausgenommen).

Ich bin sicher, in den anderen Bundesländern gibt es ähnlich klare Regelungen. Wir können sie ja nach und nach hier in den Thread posten, wenn wir sie finden.

Liebe Grüße
Cornelia
« Letzte Änderung: 22. Februar 2012, 22:56:01 von Cornelia-Admin »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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Reni2

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #1 am: 22. Februar 2012, 23:15:36 »
ich finde die regelung für NRW gerade nciht. Aber sicherlich kann mir die Schule meines neffens da weiterhelfen.

Ich würde aber sagen das ist ähnlich wie in Baden würtemberg.
Die Lehrerin meines Neffens bat um eine Verordnung ausgestellt durch den behandelnden Arzt. Darin muß der NAme des Medikamentes stehen und wie es zu verabreichen ist und wann. Beim Neffen ist das im Notfall.

Ich suche weiter udn Poste dann wenn ich fündig werde.

http://www.schulberatung.bayern.de/imperia/md/content/schulberatung/pdf/verabrmedik4_2007.pdf

http://www.unfallkasse-berlin.de/res.php?id=10690
Der  Link gefällt mir sehr gut. Hier wird ein formular gepostet für die Medikamentendarreichung und auch klare Aussagen gemacht was die Versicherung angeht.

Grüße Reni2
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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #2 am: 22. Februar 2012, 23:35:18 »
Super, Reni, danke!  :D

Liebe Grüße
Cornelia
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Reni2

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #3 am: 23. Februar 2012, 07:44:38 »
wenn Zwei suchen freuen sich die Dritten. ;)

gerne doch. Cornelia

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #4 am: 23. Februar 2012, 21:47:52 »
Da brauch ich doch Morgen ein Formular im Kindergarten, weil der mittlere Neffe ein Medikament für 10 TAge einnehmen muß. Nun möcht ich den Link den ich gepostet hab anklicken udn stelle fest, das ich an der falschen Stelle rauskomm. :weirdo:

Hier nochmal der Link, damit ihr euch auch das formular bei Bedarf runterladen könnt.

http://www.unfallkasse-berlin.de/content/artikel/1409.html

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Reni2

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #5 am: 24. Februar 2012, 17:30:05 »
Ein Hinweis. Befor ihr euch die Mühe macht, so wie ich, druckt das formular aus und lassst es vom arzt ausfüllen, dann fragt im Kindergarten ob die nicht ihre eigenen formulare haben.

ich war etwas säuerlich. Denn ich hab alles ausfüllen lassen udn eine Verordnung vom Arzt. Da diese aber nciht auf dem Papier des Kindergartens steht, wurde dise dort nicht akzeptiert.

Wieder was gelernt.

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Cornelia-Admin

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #6 am: 24. Februar 2012, 17:47:26 »
Bürokratie in Reinform also.  :tröst:
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Die_Ruth

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #7 am: 25. Februar 2012, 05:11:20 »
Verabreichung von Medikamenten durch Lehrkräfte (oder durch andere Betreuer bzw. Aufsichtspersonen)

Zum Thema "Verabreichung von Medikamenten durch Lehrkräfte" gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Aussagen.
Es ist zu empfehlen, die einschlägigen Vorschriften der einzelnen Ministerien einzuholen.

Beispielsweise hat das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus präzise Empfehlungen formuliert, die dazu beitragen können, Haftungsfälle zu vermeiden.
Denn grundsätzlich gilt, dass eine Vergabe von Medikamenten in der Schule nicht vorgesehen ist. Eltern haben die Verpflichtung, sich um die gesundheitlichen Belange ihrer Kinder selbst zu kümmern.

Dies gilt jedoch nicht so für chronisch kranke Kinder und/oder beim Auftreten epileptischer Anfälle, die ein Einschreiten z.B. mit Notfallmedikation nötig machen:

Die wichtigsten Aussagen für solche Fälle sind im Folgenden zusammengefasst:

-Schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten zu den notwendigen Maßnahmen mit genauen Anweisungen.
-Die Handlungsanweisung sollte klare Angaben zu Zeitpunkt und Anlass enthalten und der Lehrkraft/dem Betreuer so wenig Entscheidungsspielraum geben wie nur möglich.
-Telefonnummer oder Mobiltelefon der Eltern oder sonstiger Erziehungsberechtigter sollte immer greifbar sein.

Praxistipp: Notfallmedikament mit genauer Dosier- und Gebrauchsanweisung einwickeln und mit Gummiband befestigen, so dass der Ersthelfer diese erst noch lesen muss, bevor er an das Medikament gelangt. -Dadurch werden Fehler vermieden und dem Ersthelfer nochmals ein Gefühl der Absicherung vermittelt.

Ebenso wichtig ist das fachärztliche Gutachten von einem Neuropädiater/Neurologen mit den ärztlichen Anweisungen, das möglichst nach 6 Monaten erneuert werden sollte, denn oft ergeben sich Veränderungen in der Behandlung. Eltern besorgen sich häufig unreflektiert über Jahre hinweg das Rezept für das Notfallmedikament beim Hausarzt.

Der Schüler muss in das Tätigwerden der Lehrkraft/des Betreuers einwilligen.

-Ist die Einwilligung des Schülers nicht möglich durch eingeschränktes Bewusstsein bzw. sind die Eltern telefonisch nicht erreichbar, so entscheidet die Lehrkraft (bzw. der Betreuer, der Schulbegleiter etc., also derjenige, der die Erlaubnis zur Medikamentengabe hat) nach pflichtgemäßem Ermessen, um durch die Medikamentengabe akute Gefahren für den Schüler abzuwenden. Zuständigkeit und Vertretung im Verhinderungsfall der Klassenlehrkraft sollte vorab geregelt sein.

Eine ausbaufähige Vorlage für einen solchen „Notfallplan“ ist im Internet im epilepsie-lehrerpaket zu finden.

http://epikurier.de





http://www.epilepsie-lehrerpaket.de/ (Alles unter Gliederung)


3.8 Verabreichung von Medikamenten durch Lehrkräfte

Zum Thema "Verabreichung von Medikamenten durch Lehrkräfte" gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Aussagen.
Es ist zu empfehlen, sich die einschlägigen Vorschriften der einzelnen Ministerien einzuholen.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat präzise Empfehlungen formuliert, die dazu beitragen können, Haftungsfälle zu vermeiden.
Denn grundsätzlich gilt, dass eine Vergabe von Medikamenten in der Schule nicht vorgesehen ist. Eltern haben die Verpflichtung, sich um die gesundheitlichen Belange ihrer Kinder selbst zu kümmern.

Dies gilt jedoch nicht so für chronisch kranke Kinder.

Die wichtigsten Aussagen für epilepsiekranke Schüler, die in Einzelfällen eine Notfallmedikation bekommen müssen, sind im Folgenden zusammengefasst.

Holen Sie die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten zu den notwendigen Maßnahmen ein mit genauen Anweisungen. Die Handlungsanweisung sollte klare Angaben zu Zeitpunkt und Anlass enthalten und der Lehrkraft so wenig Entscheidungsspielraum geben wie nur möglich. Telefonnummer oder Mobiltelefon der Eltern oder sonstiger Erziehungsberechtigter sollte immer greifbar sein.

Ebenso wichtig ist das fachärztliche Gutachten von einem Neuropädiater/Neurologen mit den ärztlichen Anweisungen, das möglichst nach 6 Monaten erneuert werden sollte, denn oft ergeben sich Veränderungen im Behandlungserfolg. Eltern besorgen sich häufig unreflektiert über Jahre hinweg das Rezept für das Notfallmedikament beim Hausarzt.

Der Schüler muss in das Tätigwerden der Lehrkraft einwilligen.

Ist die Einwilligung des Schülers nicht möglich durch eingeschränktes Bewusstsein bzw. sind die Eltern telefonisch nicht erreichbar, so entscheidet die Lehrkraft nach pflichtgemäßem Ermessen, um durch die Medikamentengabe akute Gefahren für den Schüler abzuwenden.

Zuständigkeit und Vertretung im Verhinderungsfall der Klassenlehrkraft sollte vorab geregelt sein (siehe 8.3.1. Persönlicher Fragebogen).. http://www.epilepsie-lehrerpaket.de/docs/831_pers_fragebogen.html

Empfehlungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zur Verabreichung von Medikamenten durch Lehrkräfte.
Datei zum Download: http://www.epilepsie-lehrerpaket.de/pdf/3.8Verabreichung_von_Medikamenten_durch_Lehrer.pdf


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Jessi

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #8 am: 08. September 2012, 09:00:24 »
Als Alternativ Lösung, gibt es noch die ambulanten Pflegedienste. Diese fahren auch in Schulen, oder Kindergärten und verabreichen dort Chronisch kranken Kindern ihre Medis. Man benötigt dafür vom behandelden Arzt eine Verordnung über die sogenannte häusliche Krankenpflege und dort steht dann als verordnete maßnahme z.B. Medikamenten gabe 1x tägl 5x wöchentlich ( den früh und abend sind die kids ja daheim und am WO Ende auch). Dann reicht man dies bei einem ambulanten Pflegedienst der Wahl ein und gibt dort nur noch zusätzlich den Ort der MEdi gabe mit an, denn diese erfolgt ja nicht zu Hause. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Zumindest hier in Bayern ist das so.


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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #9 am: 08. September 2012, 09:46:28 »
Zitat
Als Alternativ Lösung, gibt es noch die ambulanten Pflegedienste. Diese fahren auch in Schulen, oder Kindergärten und verabreichen dort Chronisch kranken Kindern ihre Medis. Man benötigt dafür vom behandelden Arzt eine Verordnung über die sogenannte häusliche Krankenpflege und dort steht dann als verordnete maßnahme z.B. Medikamenten gabe 1x tägl 5x wöchentlich ( den früh und abend sind die kids ja daheim und am WO Ende auch). Dann reicht man dies bei einem ambulanten Pflegedienst der Wahl ein und gibt dort nur noch zusätzlich den Ort der MEdi gabe mit an, denn diese erfolgt ja nicht zu Hause. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.
Zumindest hier in Bayern ist das so.

Stimmt, wir hatten auch ein Kindergartenkind, welches wir immer Mittags zum Insulinspritzen "heimsuchten"  :laugh:

Naja, der Kleine war es nie anders gewöhnt - meistens hat es uns mehr weh getan als ihm.

Anfänger haben die Arche gebaut - Profis die Titanic ;)

Schlaf - ist das nicht dieser halbherzige Coffeinersatz???

Bernie

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Re: Medikamentengabe etc. in der Schule
« Antwort #10 am: 08. April 2014, 11:19:31 »
Hallo,

ich hole das Thema mal wieder raus, weil es aktuell uns betroffen hat:

in der Schule bzw. der Vorschuleinrichtung, die mein Sohn besucht, ist es überhaupt kein Problem, dass dort Medikamente bzw. Notfallmedikamente verabreicht werden. Es muss eben nur eine vom Kinderarzt und den Eltern unterschriebene Anweisung bzw. Vollmacht vorliegen, wo genau drinsteht, was, wann und wieviel verabreicht werden soll...

allerdings während dem Bustransport von der Einrichtung nach Hause und umgekehrt haben wir das Problem, dass keine Medikamente verabreicht werden dürfen (obwohl die Transporte sinnigerweise vom Malteser Hilfsdienst durchgeführt werden). Letztens hatte mein Sohn während der Heimfahrt einen Anfall, Fahrer und Busbegleitung haben letztlich meinem Kind beim Krampfen zugeschaut und den Notarzt gerufen (der wegen dem Ort, wo der Bus gerade war und der Rush-Hour mit dem Hubschrauber gekommen ist). Das hat trotzdem eine ganze Zeit gedauert, weil man ja auch erst Platz schaffen musste. Zum Glück hat mein Sohn in der Zeit mit dem Krampfen von selber aufgehört, was aber wäre gewesen, wenn nicht? Dann hätte er ca. 10-15 gekrampft, das hätte schon schlimmere Folgen haben können.
Oder was wäre, bei einem Kind mit einer schweren Allergie? Ich habe die ganz konkret gefragt, ob die dann auch zuschauen, wie ein Kind draufgeht... darauf erntete ich nur ein betretenes Schweigen und das Verfahren ist so, dass man einfach hofft, dass alles gut geht.

Liebe Grüsse
Bernhard
Bernhard mit Dominik (*2007), schwere Ataxie, Sprachstörung, Epilepsie

Ich arbeite bei einem außerklinischen 24h-Intensivpflegedienst für Kinder und Jugendliche (u.A. Heimbeatmung etc.)