Autor Thema: Beziehung und Schlafepilepsie  (Gelesen 2173 mal)

princess_rini

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Beziehung und Schlafepilepsie
« am: 26. Mai 2014, 20:32:06 »
Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren wie ihr euren Partnern mitgeteilt habt dass ihr unter Epilepsie leidet und was ihr ihnen alles erzählt?
Meinem Exfreund habe ich es gleich nachdem wir zusammen gekommen sind erzählt, er war anfangs auch sehr verständnisvoll. Allerdings habe ich danach abgeblockt wenn er mich auf das Thema angesprochen habe, weil ich dachte er könnte mich im Stich lassen, weil es ihm Angst macht. Heut denk ich dass das der Fehler war. Im Laufe der Beziehung hab ich gemerkt dass es ihm Angst gemacht hat, vllt auch weil ich ihn nicht aufgeklärt habe. Beispielsweise hat er nicht gern neben mir geschlafen; ich hab gemerkt das er immer angespannt war weil er erwartet hat, dass ich nachts einen Anfall habe.
Wie habt ihr das denn gehändelt? Und wie kann ich meinen Partnern in Zukunft das Thema näherbringen ohne ihnen Angst zu machen?

LG und Danke

Kleines2303

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #1 am: 23. Juni 2014, 22:58:52 »
Hi!
Das ist ne ziemlich gute frage...
Mein Partner wusste es schon bevor wir ein Paar gworden sind.
Das hat die ganze Sache wesentlich einfacher gemacht, hatte
auch nie ein Problem damit mit ihm darüber zu sprechen
Letztlich ist es zwar vor einigen Wochen gescheitert,jedoch nicht wegen
der Epilepsie....
Konsequenz ist allerdings das ich irgendwann vor der selben Frage stehe
wie du. Also bin ich mal auf Antworten gespannt

LG
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smileypieps

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #2 am: 24. Juni 2014, 10:51:14 »
ich hab es ihm gleich am anfang gesagt.
war völlig problemlos.

hatte aber auch den vorteil, da mein man in jugendtagen auch Abcencen hatte. die sich ja dann verwachsen haben. gott sei dank.

sag es ihm einfach. wenn er dich liebt wird er es akzeptieren. wenn nicht, würde ich an deiner stelle gleich das weite suchen. denn dann bringt die beziwhung nix. hast ja geschrieben das dein ex völlig verkrampft neben dir lag. das stell ich mir dann nicht unter einer Beziehung vor.

LG
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BEpi

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #3 am: 24. Juni 2014, 11:52:39 »
Also ich habs meiner Frau auch ziemlich bald gesagt. Ich habs am Anfang oft heruntergespielt: "ich muss Tabletten nehmen und hab kaum Anfälle und wenn dann fast immer in der Nacht". Das war nur die halbe Wahrheit, denn ich hatte damals zwar eine bessere Phase und nur 10-20 Anfälle im Jahr, doch es waren auch Anfälle tagsüber dabei.
Ich hab ihr halt gesagt, dass sie mich in Ruhe lassen soll und warten, bis der Anfall vorbei ist.
Ich denke meine Frau hat keine Probleme damit, denn sie hat schon mehrere Hundert gm Anfälle gesehen, da wir schon über 10 Jahre zusammen sind  :)
VG

Muschelschubser

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #4 am: 25. Juni 2014, 23:00:26 »
Hallo Prinzessin,

komisch, ich frage mich das auch ... habe mich vor ein paar Monaten nach zehn Jahren von meinem Partner getrennt, der schon mit mir zusammen war, als ich die Diagnose bekam und der immer wie eine Eins zu mir gestanden hat. Es ist dann - vielleicht wie bei "Kleines" - auch an was anderem zerbrochen (bei mir: Fernbeziehung etc).

Wenn ich also mal jemanden kennenlerne, bei dem ich mir mehr vorstellen kann, würde ich wohl so drei bis fünf Treffen abwarten und dann aber um die Ecke kommen mit der Info. So stelle ich es mir zumindest theoretisch vor ;-) auf jeden Fall nicht zulange warten. Sonst kriege ich die Kurve im Zweifelsfall nicht.

Aber ich will meine Krankheit auch nicht wie eine Monstranz vor mir hertragen und sagen "guck mal, ich habe da was, das ist jetzt das Riesenthema". Die Epi gehört einfach zu mir: meine Medikamente, meine Müdigkeit und andere Folgen. Die Epi gehört zu mir wie meine Arbeit, meine Hobbys, meine Freunde ...   wer das nicht akzeptieren kann, ist nicht der Richtige. Fertig.

Hoffentlich-Mutmachende-Grüße  von der Muschelschubserin (die 43 Jahre alt ist und keine Kinder mehr bekommen will/kann/wird - auch nicht ganz irrelevant in dem Zusammenhang, gell?)
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

germany7

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #5 am: 04. Oktober 2017, 14:46:32 »
Hallo Prinzesinn
Ich hatte es auch meiner letzten Partnerrin gleich gesagt wegen den Anfällen die fast immer nachts waren. Sie sagte auch zum Anfang und nach dem ich mit ihr offen darüber gesprochen hatte das dies kein Problem ist für sie.  Dann aber sind Anfälle nachts und auch am Tag ausgetreten wo sie am Wochenende mit bei mir war. Nach einigem Male wurde sie auch immer zurück haltender, wollte nur eine Nacht bei mir bleiben und zum Schluss garnicht mehr. Ich hatte sie schon mehrmals gefragt ob sie Schwierigkeiten hat wegen den Anfällen von mir. Sie hatte immer wieder einen anderen Grund, bis ich sie richtig fragte ob es wegen den Anfällen ist. Dann sagte sie ja, selbst wenn dies ist ihr etwas schwer gefallen weil wir uns im allgemeinen gut verstanden bis auf die eine Sache mit den Anfällen. Ich fragte dann nach dem genauen Grund. Sie sagte das sie nicht die ganzen Nächte bei mir nicht mehr richtig schlafen könnte wegen den Anfällen. Dadurch liegt sie die ganze Nacht im Bett und hat Angst des es gleich wieder anfängt mit einem Anfall. 
Ich sagte ihr dann sie soll sich nicht immer hinein steigern und dann weiter schlafen nach dem alles vorbei ist bei mir.  Sie sagte darauf das sie es nicht schafft mit den Anfällen von mir weil ihr das zuviel ist.
Darauf sagte ich ihr.  Entweder du musst mich so nehmen wie ich bin oder es wird nichts richtiges zwischen uns beiden.  Wieder sagte sie das sie es nicht weis auf Grund der Anfälle und sie wollte in Ruhe alles durchdenken. Wir sagten uns dann, das sie sich alles durch den Kopf gehen lassen sollte und danach entscheiden möchte.  Dann hat sie angerufen das sie mich wieder sehen möchte, was wir auch gemacht hatten.  Sie fragte mich bei dem erneuten Treffen ob besser wird mit den Anfällen. Da sagte ich nur. Es kann besser aber auch schlechter werden. Und immer wusste sie noch nicht richtig was sie antworten sollte. 
Ich sagte dann nur noch.  Das war es zwischen uns zweien, denn wenn man nicht weis ob man jemand gern hat oder nicht  :escape:
Ich wünsche dir dann in der nächsten Zeit alles Gute für den Richtigen an deiner Seite.
Gleichzeitig sagte ich. Wenn man immer wieder wegen den kleinen Handicaps des Partners Angst bekommt und man der Meinung ist das ist nichts richtiges für mich. Dann wirst du nie den richtigen Partner finden für deinen weiteren Lebensabschnitt und sagte nur !

 Tschüß  :'(

 

Tiffy

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #6 am: 07. Oktober 2017, 12:12:13 »
Seit einiger Zeit bekomme ich nun auch nachts Anfälle.  Seitdem hat mein Ehemann einen sehr leichten Schlaf.
Sobald ich nachts z. B. aufstehe (Toilette), oder mich hinsetze (Trinken) wird er wach. Um zu testen, ob ich klar bin stellt er z. B. die Frage "Kommst Du wieder?" oder "Alles klar?"
Da mein Ehemannn seinen Schlaf arbeitsbedingt im Moment besonders braucht, nehme ich abends manchmal eine Tavor  :eatfish:  um ruhig durchzuschlafen.
Er weiß nix davon  :\
Wenn er es wüsste,  würde ich wahrscheinlich auch Ärger mit ihm bekommen  >:(
Ich weiß, sehr unvernünftig und ich muss mich auch zusammenreißen,  mir dies
nicht anzugewöhnen.
« Letzte Änderung: 07. Oktober 2017, 12:41:20 von Tiffy »
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 300 mg und abends 300 mg
Tavor !!! Leider wieder

germany7

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #7 am: 23. Oktober 2017, 16:56:51 »
Hallo Tyffi
Das verstehe sehr gut das du Schlaftabletten einnimmst um deinem Mann keine Angst zu machen aufgrund deiner Anfälle nachts. Ich kenne euch nicht direckt, aber ich würde (meiner Meinung) es deinem engsten Vertrauten sagen mit dem Medis. Denn einmal kommt es doch herraus das du Medis einnimmst damit nachts alles ruhiger ist.   Die Frage ist.  Haben die Schlaftabletten irgend welche Nebenwirkungen ? Passen sie mit deinen anderen Tabletten zusammen. Oder wenn es ganz schlimm ist, Wirken sie vieleicht so, das dadurch deine Medis gegen die Anfälle geschwächt werden ? Redest vieleicht mal mit deinem Arzt darüber. Oder sag doch einfach zu deinem Mann das du nachts nicht mehr schlafen kannst.  Eins ist jedenfalls Fakt.  Eines Tages bemerkt es bestimmt und dann ???  Ich kenne ihn nicht wie er reagiert.  Jedenfalls wenn er dich gern hat sagt er bestimmt das du nichts dafür kannst wegen deiner Anfälle.   Kommt bestimmt auch darauf an wie lange ihr schon zusammen seid..     Ich wünsche DIR und DEINEM MAN eine gute und schöne weitere Zukunft zu zweit.  Auch wenn dies nicht einfach ist, aber da sieht man erst ob man ernst genommen wird oder nicht. Tschüß  :jojo:

Herzblatt

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #8 am: 27. Oktober 2017, 08:23:10 »
Hallo,

ich bin definitv der Meinung, dass man gleich die Karten auf den Tisch legen sollte. Wenn sich jemand sofort verpieselt, war er/sie es eh nicht wert. Wenn jemand mit der Zeit merkt, dass er/sie mit der Situation überfordert ist, muss man das akzeptieren.

Mein Mann hat mir gleich am Anfang unserer Beziehung von der Epilepsie erzählt. Und ich, wie es wahrscheinlich viele bis über beide Ohren verliebte Menschen tun, sagte:"Das ist kein Problem, ich lieb Dich doch. "

Nun, tatsächlich muss ich gestehen, dass ich sehr geschockt war, als dann die ersten Anfälle kamen (GMs). Es war doch ein Problem. Nicht die Epilepsie an sich, aber ihn so zu sehen.

Doch ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, ihn deswegen zu verlassen.

Mir hat viel Kommunikation geholfen, wenn er auch gerne die Augen verdreht hat. Dann fing ich an, seinen Neuro zu nerven. Und dann fand ich dieses Forum.

All diese Dinge haben uns dabei geholfen, zusammen zu wachsen und dafür zu sorgen, dass die Anfälle tatsächlich kein Problem mehr sind. Sie sind nicht schön, sicher, und klingen auch immer gern ein paar Tage nach, aber sie sind kein Problem.

Wir sind seit 10 Jahren zusammen, seit einem Jahr verheiratet und haben vor, zusammen alt zu werden.

Lieben Gruß
Herzblatt
Wer will schon einfach?
Hm, ich, manchmal, ein kleines bisschen...

Maggo

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #9 am: 27. Oktober 2017, 10:03:04 »
Hallo Herzblatt,
ich habe zwar keine Partnerin, aber  von Bekannten kann ich bestätigen, dass diese  oft mehr Probleme mit der Erkrankung haben, als der Betroffene selbst.

lg
Manchmal ist es besser, mit einer Krankheit zu Leben, als gegen sie zu kämpfen und zu verlieren.

germany7

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #10 am: 05. November 2017, 15:44:45 »
gelöscht von mir selbst !
« Letzte Änderung: 05. November 2017, 15:49:09 von germany7 »

Maus

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Re: Beziehung und Schlafepilepsie
« Antwort #11 am: 25. November 2017, 17:20:11 »
Mein jetztiger Partner wussste es von Anfang an. Ich beantworte ihm auch gerne Fragen, wenn er welche hat.