Autor Thema: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?  (Gelesen 1589 mal)

Williams

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Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« am: 10. November 2016, 10:14:07 »
Hallo Zusammen, ich nehme zur Zeit 50mg Vimpat morgens und 50mg abends.

Nach der Op wurde Keppra ausgeschliechen und bin nun 9 Monate Anfallsfrei.
Keppra sollte ich unbedingt nach Op ausschleichen wegen extremer NW. ( starke Agression und Wutanfälle)

Nun leide  ich an Schlafstörungen und habe Wortfindstörung vom Vimpat. ( die ganzen NW vom Vimpat und Keppra waren mir vor der Op nicht bekannt)
Jetzt habe ich Angst letztes Antiepileptika auszuschleichen.

Neorologen geben keine 100% Garantie, nun es gibt tatsächlich solche Patienten die nach 1 Jahr Tabletten abgesetzt haben.

mfg



Viola M

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #1 am: 10. November 2016, 13:10:31 »
ich habe 20 Jahre nach der OP noch Medikamente genommen. Wenn NW auftraten, wurde auf ein anderes Antikonvulsivum umgestellt, was zum Glück nicht oft war. Nach 20 Jahren bekam ich wieder Anfälle!
Die Anfälle wären bestimmt noch früher aufgetreten, wenn ich eher abgesetzt hätte. Mein Epileptologe hat mir immer gesagt, dass es, wenn ich keine NW habe, sicherer ist, die Medikamente weiterzunehmen.

Das muss aber jeder für sich entscheiden.

Zerogravity

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #2 am: 10. November 2016, 13:50:32 »
Hallo Williams,

ich glaube, dass hier niemand dir sagen würde was du tun sollst. Jeder würde aus seiner Sicht etwas dazu schreiben. Also tue Ich dies auch.
Wäre ich anfallsfrei, aber hätte Nebenwirkungen unter den Tabletten, dann würde ich das kleinere Übel wählen und das wären dann die Nebenwirkungen. Aaaaber wie Viaola schon schrieb muss das jeder für sich selber entscheiden und vielleicht quälen dich die Nebenwirkungen so stark, dass du sie nicht ertragen kannst. :tröst:

Gruß Zero
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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #3 am: 10. November 2016, 18:25:59 »
Williams

Wir haben jemanden im Forum, der war nach dem Absetzen 28 Jahre anfallsfrei und dann kamen die GM's wieder.
Eine Garantie kann Dir keiner geben. Und wer's macht, würde grobfahrlässig handeln! Aber wenn ich so Deine Probleme i.S. NW mit Deinen Pillen gelesen habe, dann wäre ein Anfall vermutlich das kleinere Übel, weil nachher kann man wieder ein Medi reinnehmen. Eins, das evtl. weniger NW als Keppra oder Vimpat hätte.

Diese Entscheidung kann Dir keiner nehmen. Ein guter Neuro wird das aber gerne mit Dir lang und breit durchdiskutieren.
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer

Williams

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #4 am: 10. November 2016, 22:34:31 »
Danke für die Antworten.
Ich frage mich warum die Tabletten nach der Operation So stark mit nw zuschlagen.
Operation ist quasi die Ursache.
Vor der Operation nahm ich 2000 mg keppra und vimpat 200 mg.

Kann es sein das dass Gehirn Tabletten nach Operation schlecht verarbeiten kann?

MfG

Viola M

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #5 am: 11. November 2016, 23:26:32 »
Ich hatte früher auch nie Probleme mit NW, seit dem Rezidiv bin ich jetzt beim 9. Medikament, was bisher eine gute NW hat (in 5 Wochen 4kg runter, weniger Hunger) und bisher bin ich anfallsfrei unter Topiramat (was ich noch nicht zu laut sagen will, aber 5 Wochen ist schon ganz gut, es ist seit der OP der 2. Versuch mit Topiramat, beim letzten mal vor dem Rezidiv war mir schwindelig). Die anderen 8 Medikamente hatten extremste NW wie Allergien, Müdigkeit usw. und keine Anfallsfreiheit.
Mein Epileptologe sagt, dass die zunehmenden NW auch mit dem zunehmenden Alter zu tun haben.
Nach der OP hatte ich keine Probleme mit NW

Williams

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #6 am: 13. November 2016, 14:25:32 »
Hallo Viola, dein Arzt hat recht dass die Wirkung vom Tabletten nach Jahren verändern. Wann wurdest du operiert? Wieviel % hattest du der Anfallsfreiheit?
Op hat mich Anfallsfrei gemacht, das ist schon mal gut. Das interessante ist dass ich psychische Probleme bekommen habe nach der op.
Laut Ärzten hat meine Psyche bereits während Anfallzeiten gelitten. Das kann ich schwer nachvollziehen bzw verstehe es nicht ganz.

MfG

Tommy82

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #7 am: 13. November 2016, 20:27:06 »
Hallo Williams,

ich kann Deine Sorgen gut verstehen, denn ich stand vor ca. 4 Jahren vor der selben Frage. Bei mir handelte es sich allerdings um das Tegretal Retard. Mein Arzt hat mir auch gesagt, dass dadurch die Anfälle wieder kommen könnten. Trotzdem entschied ich mich für das Ausschleichen des Medikaments. Während dieser Zeit habe ich auch mit der Angst leben müssen, dass die Anfälle wieder kommen könnten. Aber toi toi toi, es ist weder beim Ausschleichen des Medikaments noch danach ein weiterer Anfall aufgetreten. Heute brauche ich wegen der Anfälle keine Medikamente mehr.

Allerdings war bei mir der Grund für die Anfälle ein gutartiger Gehirntumor, der bei der OP entfernt wurde.

Zu der Frage ob nach 1 oder 2 Jahren, bei mir war es ca. 1,5Jahre nach der OP, da kurz nach meiner OP noch Anfälle auftraten.

Letzen Endes liegt es bei Dir, für was du dich entscheidest. Ich hoffe es ist das Richtige für Dich.

MfG

Williams

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #8 am: 13. November 2016, 21:35:11 »
Hallo Tommy, danke fürs Antwort. Habe keppra auch erfolgreich bereits ausgeschliechen und seitdem ebenfalls 10 Monate anfallsfrei. Bin jetzt zwar durch vimpat schon niedrig dosiert, doch nw sind noch da.
Gut dass Du die Operation gut überstanden hast.
Was für Anfälle hattest du und wie oft?

MfG

Tommy82

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #9 am: 16. November 2016, 18:35:51 »
Hallo Williams,

also wenn ich Glück hatte kam nur ein kleiner Anfall der etwa 1 bis 2 Minuten dauerte und sich Ausschließlich nur in einem kleinem Areal vom Gehirn abspielte. Sie begannen angeblich mit einem starren Blick, gingen über in Schmatzen und der rechte Arm verkrampfte. Aber zum Schluss waren es fast immer Grand mal-Anfälle und wenn es ganz hart kam auch in doppelter Ausführung direkt nacheinander. Einmal kam so ein doppelter Anfall direkt an der Uni, weshalb dann auch verständlicher Weise der Notarzt gerufen wurde.

Die Anfälle traten vor der Operation im wöchentlichen Rhythmus auf, zwar nicht auf den Tag genau, aber wir wussten dann schon ungefähr, dass es nicht mehr lange dauern kann bis zum nächsten Anfall. Und wenn dann doch nur ein kleiner Anfall kam, waren wir froh darüber, da ich mich von großen Anfällen kaum richtig erholt hatte, wenn der nächste kam. Vor allem mit der Wortfindung hatte ich nach den Anfällen immer massive Probleme.

MfG


Williams

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Re: Tabletten nach 1 oder 2 Jahren absetzen?
« Antwort #10 am: 17. November 2016, 09:40:42 »
Hallo Tommy, sei froh dass du nun Anfallsfrei bist. Hattest du GM Anfälle?
Wortfindstörung?
MfG