Autor Thema: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt  (Gelesen 696 mal)

LadyCaro

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Hallo Leute, bis letzte Woche war ich 10 Tage in einer Klinik im EpilepsieZentrum, an Elektroden angeschlossen, mit Video beobachtet ununterbrochen, für evtl neue Therapieform.
Da besuchte mich meine Schwester zusammen mit meinen Eltern. Hat mich gefreut. Seit gestern sind wir wieder zusammen, Geburtstag meines Vaters feiern. Bis jetzt hat sie null gefragt, wie es i.d. Klinik noch war, was die Ärzte denn sagten usw. Auch meine Eltern fragten bisher nicht wirklich, wie das Resultat des Klinikaufenthalts war. Wenn wir zusammen zu viert sind, soll immer alles zu 100% voller Harmonie sein, keine Probleme besprochen werden etc.
Perfektionismus ist die richtige Definition!
Verletzt mich irgendwie. So fühle ich mich mit der Epilepsie wie ein dunkler Fleck, der die strahlend weiße Familie beschmutzen könnte.
Wenn nicht offen & ehrlich darüber gesprochen und interessiert gefragt wird. Kennt Ihr das? Wie geht Ihr damit um?
LG, Caro
« Letzte Änderung: 14. Juni 2017, 11:11:38 von LadyCaro »

David78

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Re: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt
« Antwort #1 am: 14. Juni 2017, 15:49:23 »
Kenne ich, die meisten um mich, wollen auch nichts von meiner Epilepsie wissen, spinnen sich andere Diagnosen zusammen und versuchen mich zu stressen, heute sogar mit einem ganzen Kindergarten im Gepäck im Buss, ich hatte heute Gott sei Dank mein Epilepsie Armband m it. Aber auf einem Polizei Fest war einer so nett und hat mich "aufgenommen" und angenommen, das ich mit dieser Erkrankung nicht mehr umfalle. Da wurde die Diagnose ernst  genommen. 

Eine Schmutz Diagnose ist aber Epilepsie nicht, finde ich, die Konkurrenz von Schizophrenie, Epilepsie ist nur nicht geisteskrank und wir haben nicht zu viel Dopamin in uns.

LG
Aurasona
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Muschelschubser

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Re: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt
« Antwort #2 am: 15. Juni 2017, 21:45:02 »
Hallo LadyCaro, dann sprich doch offen mit Deiner Familie, dass es Dich verletzt, dass niemand Anteil nimmt. Aber Du änderst im Zweifelsfall nicht Deine Familie, sondern Du kannst nur an Deiner Einstellung dazu was ändern ... leider.
Meine Familie interessiert sich auch relativ wenig für meine Krankheit und ich habe das einfach akzeptiert. Fertig. Hat gedauert.

Viele Grüße von der Muschelschubserin
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LadyCaro

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Re: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt
« Antwort #3 am: 20. Juni 2017, 11:32:02 »
Hey Muschelschubserin, habe ich versucht, meine Gefühle zu benennen, also sagen, dass mich verletzt, wenn keiner etwas fragt. Machte ich bei gemeinsamen Dinner in schickem Lokal - war also denkbar ungeeignet für unsere perfektionistische Familie (alles hat immer perfekt zu sein!). Mein Vater wehrte sich gleich voll, er sieht sich immer im Recht! Und mit ihm an ihrer Seite orientiert sich meine Mutter voll an ihm (wahrscheinlich um Stress mit ihm anschließend zu vermeiden), also wies auch die mejne Kritik zurück. Meine Schwester reagierte null, sie schwieg und tat so, als wäre sie nicht dabei. Echt lächerlich! Der Abend ging in schlechter Stimmung aus, und am nächsten Morgen entschied ich, nicht noch mit meiner Familie nach Hause zu fahren. Und fuhr allein weiter. Und werde mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen, sondern bei meinen Gefühlen bleiben.

Muschelschubser

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Re: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt
« Antwort #4 am: 21. Juni 2017, 22:30:49 »
Liebe LadyCaro, ich kann mir das ganz plastisch vorstellen nach Deiner Schilderung ... wie fühlt es sich jetzt an? Ich finde es wichtig, es mal ausgesprochen zu haben, was dann passiert, liegt nicht mehr so in der eigenen Hand. Aber mir ist es wichtiger, noch gut mit meiner Familie umzugehen und dann eben die Epi nicht so zu thematisieren. Ich habe allerdings meine Mutter kürzlich nach ihren Beschwerden gefragt und sie blockte das auch ab - Krankheit generell ist bei uns kein großes Thema.

Viele liebe Grüße von der Muschelschubserin
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CrazyGrisu

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Re: Wenig bis kein Interesse v.Familie nach Klinikaufenthalt
« Antwort #5 am: 15. August 2017, 23:04:36 »
Meine Freundin hatte vorletzte Woche erst wieder einen heftig schweren Anfall.
Meine Mutter zeigt -0 an Toleranz.

Stattdessen mosert sie aggressiv los: "DANN MUSS SIE SOFORT WIEDER IN DIE KLINIK"

 :weirdo: Sie will nicht verstehen dass man wegen einem Anfall nicht sofort in ein Epilepsiezentrum kommt. Unseres in Hamburg hat noch nicht mal eine Notfallaufnahme.  :jojo:

Heute kam sie wieder an wusste es besser:

"Man kann ein EEG auch noch einen Tag später machen und den Anfall auswerten!"
 :escape:

Nach der ungehörten Meinung ging sie ins nächste Thema über Menschen die mit Epilepsie leben und das "H" im Behindertenausweis gehören sind für sie nicht alleine Lebensfähig.

"Diese Menschen" müssen dann in einem Heim leben! argumentiert ist hart.  :weirdo:

Es geht nur darum dass meine Freundin eine unberechenbare Epilepsie hat; trotz THS.

Da kommt dann wieder die gesteigerte Meinung meiner Mama: "Sie darf gar nicht alleine wohnen!"

"Ihr könnte beim Rauchen ein Anfall passieren und dann fällt die Zigarette runter und alles brennt!"

 :-[ Ich find das gemein ohne Ende  >:( Schön für sie dass sie so gesund ist!  :weirdo:
Meine aktuellen Epi-Medis seit 21.01.2013
Morgens: 750mg Keppra + 125 Lamictal
Mittags: 125mg Lamictal
Abends: 750mg Keppra

Gewicht: 70,0 kg seit 10.12.2015