Autor Thema: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?  (Gelesen 276 mal)

Kamasutra

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 2.456
Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« am: 11. August 2017, 09:40:43 »
Ein Hallo in die Runde!

Meine bisherigen Reisen führten mich immer in Länder, die maximal eine Stunde Zeitverschiebung hatten, was in Bezug auf die Tabletten keine großen Probleme mit sich brachte. Nun überlegen wir allerdings, mal ein paar fernere Länder zu bereisen, die zeitlich eine deutlich stärkere Umstellung mit sich brächten. Mein Problem ist, dass ich nicht "nur" 3 x am Tag Tabletten nehme, sondern aufgrund vieler Neben- und Wechselwirkungen einen Zeitplan von 8 Einnahmezeiten habe, der morgens um 9 Uhr beginnt und abends um 22 Uhr endet. Dazwischen ist nicht viel Spielraum, mal eben etwas zu verschieben. Ein paar Ideen habe ich durchaus, wie ich es ggf. angehen könnte, aber ich dachte, ich horche mal bei den Zeitverschiebungserfahrenen unter uns nach, wie sie das so handhaben. Der ein oder andere hier macht ja ggf. auch ab und zu mal eine Fernreise und bringt womöglich noch neue Ideen in meinen Kopf.

Liebe Grüße und alles Gute,
Kamasutra
Gruß, Kamasutra

yossarian

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 388
  • Autor Karl C. Mayer: Neurologie, Psychiatrie
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #1 am: 13. August 2017, 11:21:13 »
Hallo Kamasutra,

nach langer Zeit bist Du mal wieder bei uns, das finde ich schön. Das  ist ja kaum zu glauben, Du nimmst innerhalb von 13 Stunden 8 mal Medikamente ein. Praktisch alle 1 ½ Stunde. Ein Programm für disziplinierte Patienten.

Ließe sich das während der Reise nicht auf 4 mal täglich reduzieren und etwas vor oder zurück verschieben? An den ersten Tagen, also während der Übergangszeit, die Tablettenmenge zur Sicherheit noch etwas anheben, wenn der Neurologe sein Ja dazu gibt? Ich wünsche gute Reise und eine anfallsfreie Zeit.

Gute Grüße
yossarian
Noch Fragen? -- Die Suchfunktion oben rechts hilft weiter.

Grundlagenwissen Epilepsie http://www.modellprojekt-epilepsie.de/Epilepsie.5288.0.html

Krankheit - Recht - Soziales http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Berufliche-Reha---Leistungen-398.html

panda

  • ... findet sich im Forum zurecht wie in der eigenen Westentasche.
  • ***
  • Beiträge: 226
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #2 am: 13. August 2017, 14:42:46 »
Hallo Kamasutra,

wir waren schon sehr oft in Länder mit 6 oder 7 Stunden Zeitverschiebung. Und die Tabletten dann nach der dortigen Zeit gegeben.
Früher hat mein Sohn meist eine Zwischendosis bekommen. Kann man mit einer Formel ausrechnen. Dazu hat er zur Sicherheit noch Frisium für etwa 3 Tage.

Frisium kann er nicht mehr nehmen, da er beim Absetzen einen Status hatte. Allerdings in einem anderen Zusammanhang.

Als wir letztes Jahr in Mittelamerika waren, meinte der Arzt, er solle nur vom Zebinix eine Tablette zwischendurch nehmen, da er sehr viele Medis in sehr hohen Dosen hat und die anderen eine lange Halbwertzeit haben. Auf dem Flug sollte er noch 1 Tavor nehmen.
Hat alles gut geklappt.

Besprich es am besten mit deinem Arzt.

LG panda


Muschelschubser

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 955
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #3 am: 13. August 2017, 22:20:48 »
Hallo Kamasutra, schön von Dir zu lesen! Ich habe mich nach einem Tipp von der Epileptologie Bonn gehalten, die haben eine pdf hinterlegt im Internet zu Fernreisen. Aber da ging es nicht um so ein Riesen-Tablettenprogramm ... ich nehme "nur" morgens und abends meine Dosis und hatte auf dem Hinweg dazu- und auf dem Rückweg abdosiert. Alles hat bei mir gut geklappt. 
Hier der link:
http://epileptologie-bonn.de/cms/upload/download/pdf/flyer_deutsch/flugreisen.pdf

Viele Grüße und alles Gute und eine schöne Reise!
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

CrazyGrisu

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.703
    • ZION-NETWORX
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #4 am: 23. August 2017, 08:27:09 »
Hallo liebe Kamasutra,

ich habe in meinen Handys und Armbanduhren meine Einnahmezeiten 08:00 , 12:00 , 20:00 Uhr täglich in den Alarmen (Mittel Europäischer Zeit).

Ich würde die Einnahmezeiten nicht verändern nur weil man in eine weit entfernte Zeitzone reist!

Wenn meine Medialarme los gehen dann würde ich die Tabletten auch nehmen auch wenn es in Thailand statt 08:00 Uhr morgens bei 13:00 Uhr ist.

Reine UTC-Zeit musst Du statt unserer normalen Zeitrechnung zwei Stunden für die Weltzeit abziehen.

Nimm die Tabletten einfach so wie sie zu deutscher Zeit klingeln würden; damit sich Dein Körper und die Epi nicht kritisch umgewöhnen muss; auch wenn es vielleicht einige Tage lästig ist den dortigen Tag-/Nachtzeitpunkt zu koordinieren!

Alles Gute

Gruss Michael
 :insel:
Meine aktuellen Epi-Medis seit 21.01.2013
Morgens: 750mg Keppra + 125 Lamictal
Mittags: 125mg Lamictal
Abends: 750mg Keppra

Gewicht: 70,0 kg seit 10.12.2015

Kamasutra

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 2.456
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #5 am: 28. September 2017, 23:58:38 »
Ihr Lieben: Das ist mir ja sooo peinlich! Da werfe ich hier die Frage rein - und dann vergesse ich es (und schaue natürlich auch nicht nach Antworten). Es tut mir echt total leid, das war so nicht gemeint. Ich habe nur ständig was um die Ohren, so dass mir generell sehr viel durch die Lappen geht. Unschön ist es aber natürlich trotzdem. Ich hoffe, ihr seid mir nicht zu böse...

Etwas zusammenfassen ist unmöglich, Yossarian: Ich habe so viele Neben- und Wechselwirkungen, so dass wir ja von der ursprünglichen Einnahme mit 1 x morgens und 1 x abends überhaupt erst zu den 8 Zeiten kamen. Wenn ich das wieder zusammenschiebe, werde ich den Urlaub mit  wundervollen Nebenwirkungen verbringen und sonst nichts weiter genießen können.

Die Dosis erhöhen, erniedrigen oder mit weiteren Medikamenten ergänzen werde ich da definitiv auch nicht. Der Körper soll ja eben gerade so wenig wie möglich Veränderung erfahren, damit das bestmöglich klappt.

Danke für den Link, Muschelschubser, den schaue ich mir noch genauer an (jetzt fallen mir gleich die Augen zu, ich wollte mich nur unbedingt noch bei euch melden, damit ihr Bescheid wisst, was Sache ist). Infos in dieser Art sind genau das, was ich suche.

Eine Ärztin in meiner Bekanntschaft (wenn auch keine Neurologin) meinte auch, wie du CrazyGrisu, dass ich erst mal gar nichts ändern soll, und dann nach und nach einzig um eine Stunde verschieben, damit der Körper so wenig Stress wie möglich hat. Daran hatte ich selbst auch schon gedacht, aber mir widerstrebt ein bisschen die Vorstellung, nachts ein paar Mal wachgeklingelt zu werden, weil ich Tabletten nehmen muss. Das ist schlussendlich ja auch Stress für mich und meinen Körper. Aber vielleicht könnte ich damit schon vorher anfangen, hier zu Hause, so dass ein Teil bereits geschafft ist? Hm...

Meinen Neurologen wollte ich übrigens durchaus auch noch mal fragen, aber Erfahrungsberichte von Leuten, die da bereits Erfahrung haben, schaden ja auch nicht. Wenngleich die meisten natürlich nur zwei oder drei Einnahmezeiten am Tag haben, was doch deutlich einfach zu handhaben ist. An sich müsste ich nämlich die Tabletten gar nicht mal sooo genau einnehmen. Nur wie Yossarian schon schrieb: Zwischen 9 und 22 Uhr ist nicht viel Spielraum, in dem ich großartig etwas verschieben könnte, ich muss da schon recht genau die Einnahmezeiten bzw. Abstände einhalten. Zumindest, wenn ich möglichst viel Ruhe vor Nebenwirkungen haben möchte.
« Letzte Änderung: 29. September 2017, 00:01:19 von Kamasutra »
Gruß, Kamasutra

Maus

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 96
Re: Wie geht ihr mit Zeitverschiebungen um?
« Antwort #6 am: 29. September 2017, 00:21:49 »
Hallo, ich bin 2014 nach New York gereist und habe zur Tabletteneinnahme meine Ärtzin gefragt. Ich nehme 25 mg morgens und 50 mg abends. Die 50 mg abends habe ich aufgeteilt d.h. 25 mg nach deutscher Zeit und 25 mg nach New York Zeit. Wichtig ist sich dann anzupassen d.h. nach der Ankunft nicht hinzulegen. Auf jeden Fall rede vorher mit deiner/m  Ärtzin/Arzt.