Autor Thema: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?  (Gelesen 464 mal)

persomnum

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Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« am: 14. September 2017, 13:14:36 »
Hallo, liebe Forenteilnehmer,

es fühlt sich gerade ein bisschen komisch an, jetzt hier in diesem Forum zu posten (meine Erfahrungswerte sind da nicht sonderlich groß), aber vielleicht hilft mir ja die Sichtweise von tatsächlich Betroffenen (entschuldigt bitte, dass der Text wo wahnsinnig lang geworden ist!!).

Um es vorweg zu nehmen: bisher habe ich keine Epilepsie-Diagnose, lediglich eine Hausärztin, bei der ich inzwischen nicht mehr in Behandlung bin, hatte mich einmal mit dem Verdacht auf Epilepsie zu einem Neurologen überwiesen, nachdem ich ihr von meinem eigenen Verdacht erzählt hatte, allerdings konnte ich das damals dann nicht weiterverfolgen.
Das, was mir nämlich an mir aufgefallen war, war, dass ich wohl schon seit einigen Jahren (etwa ab Mitte 20, zuvor als Kind nie) schlafwandle (aufstehen, Dinge verräumen, Licht anmachen usw., mal mit aufwachen, mal völlig ohne Erinnerung), was ich gesichert allerdings erst seit einigen Monaten weiß. Zusätzlich habe ich in einer Zeit, in der ich physisch und psychisch über Monate unter großem Stress stand und dementsprechend auch wenig schlief (wegen "fehlender" Zeit), gemerkt, dass ich mich verstärkt und regelmäßig (mehrmals die Woche - inzwischen, wo die Belastung nicht mehr derart akut ist, seltener) im Schlaf in die Wangen beiße, später dann auch einige vereinzelte Zungebisse (allerdings habe ich diese mehrheitlich in irgendeiner Form wahrgenommen, d.h. ich bin kurz darauf - zumindest ganz kurz - wach geworden, sodass ich auch realisiert hatte, dass da gerade irgendetwas weh getan hat). In dieser Zeit hatte ich dann auch z.T. morgens deutlich wahrnehmbare Muskelschmerzen (v.a. im Oberkörper, Arme waren schwer oder schmerzten, Schmerzen, die von den Achseln ausgingen und am Rumpf runterzogen etc.). Jedoch nie nächtliches Einnässen oder Blut auf dem Kopfkissen.
Nun sind seit dieser aktuen Zeit einige Monate vergangen, ich schlafwandle natürlich nach wie vor, habe auch noch ein paar Mal im Monat Wangenbisse und Muskelschmerzen, v.a. aber bin ich tagsüber unglaublich müde, egal wie ausgeschlafen ich sein müsste. Blutwerte sind okay, nächtliche Atemaussetzer habe ich auch nicht. Dafür knirsche ich nachts regelmäßig und habe leider auch eine psychiatrische Grunderkrankung. In diesem Jahr habe ich deshalb damit begonnen, meinen Schlaf akustisch zu überwachen und mMn - und das ist die Krux - auch zwei epileptische Anfälle aufnehmen können. Die Sequenzen dauern beide nur wenige Sekunden und es hört sich - für mich - so an, als hätte ich den Mund offen und würde dabei kehlige, stöhnenden Laute ausstoßen. Meinen Tagesschlaf habe ich zusätzlich dann auch noch aufgenommen, konnte dabei aber nur feststellen, dass ich diese typischen myoklonischen Einschlafzuckungen relativ lange habe (auch "wandernd", also etwa erst im Gesicht, dann im Schulterbereich, ev. noch in den Beinen), manchmal über den gesamten Zeitraum des Tageschlafes und dabei auch zu Grimassen im Gesicht neige (Augenbrauen heben, Augen zusammenpressen, verschiedene Zuckungen im Kieferbereich). Allerdings habe ich diesbezüglich gelesen, dass das - also eben nicht nur diese ein, zwei typischen myoklonischen Zuckungen, die man landläufig kennt - gerade beim leichten Tagesschlaf durchaus vorkommen könnte und das völlig harmlos wäre.

Nun hatte ich einen Termin bei einem Epileptologen, den ich selbst, ohne Überweisung, vereinbart habe. Nachdem ich ihm von allem erzählt hatte (außer von meinen Aufnahmen, irgendwie traute ich mich das nicht mehr, zu erwähnen), meinte er mehrmals, dass er nicht an eine Epilepsie glaubt, er führe die Wangen- und Zungebisse auf das nächtliche Knirschen zurück (bei den Zungenbissen denke ich tatsächlich inzwischen auch, dass sie durch das Knirschen verursacht werden, weil ich inzwischen einmal tagsüber filmen konnte, dass ich mich im Schlaf auf die Zunge gebissen habe, ohne dass da großartige Zuckungen oder offene Augen dabei waren), insbesondere deshalb, weil ich keine entsprechenden Vernarbungen habe (ich beiße mich normalerweise so, dass ich am nächsten Morgen nur punktförmige, manchmal auch etwas größere Einblutungen habe, die von den "Spitzen" der Backenzähne stammen). Auch sei ich eigentlich zu alt (ich bin Anfang 30) für das Auftreten einer nächtlichen Epilepsie. Und, ja klar, das wusste ich ja bereits, bei nahezu jedem gesunden Menschen kann man einen epileptischen Anfall, etwa durch Schlafentzug, auslösen.
Mein EEG war dann auch völlig normal. MRT und Schlafentzug-EEG folgen - dankenswerterweise - noch.

Seine Aussage traf mich leider völlig unvorbereitet, da ich mich jetzt fühle wie der letzte Hypochonder :'( Noch dazu, weil ich ja ohne Überweisung kam und er noch nicht mal "nur" ein Neurologe ist, sondern eben insbesondere auch Epileptologe. Da er um meine psychiatrische Grunderkrankung weiß, glaube ich, dass er womöglich denken könnte, dass ich einfach hysterisch bin und mich da in etwas hineinsteigere - leider habe ich eine solche Erfahrung auch schon bei Allgemeinmedizinern, die ich nach der o.g. Hausärztin aus Gründen aufgesucht habe, machen müssen, denen ich von meinem Verdacht erzählt habe.

Versteht mich bitte nicht falsch, mir geht es nicht darum, dass ich unbedingt diese Diagnose haben möchte, ich möchte stattdessen einfach nur eine Erklärung für meine permanente Müdigkeit (und ja, klar weiß ich, dass diese auch psychisch bedingt sein kann, aber noch möche ich das einfach noch nicht glauben ...)! Ich komme mir gerade einfach nur völlig bekloppt vor, so, als hätte ich nichts und würde mir da was einreden und damit dann auch noch Fachärzte belästigen, das Gefühl ist echt fies ... Der Epileptologe, der im Grund ja ganz nett war, meinte schließlich auch noch, dass er durchaus bereit wäre, mich nach MRT und Schlafentzug-EEG an eine Epilepsie-Ambulanz zu überweisen, wenn ich mir danach immer noch nicht sicher wäre, aber wenn ich (! er scheint sich hingegen schon sehr sicher zu sein) jetzt schon das Gefühl habe, überzureagieren, weiß ich nicht, ob ich mich dann überhaupt gerade dorthin trauen würde ...

Vielleicht gibt es hier jemanden, der mir von seinen nächtlichen Anfällen erzählen kann? Gibt man dabei immer Geräusche von sich und wie würden diese sich anhören?
Ansonsten bin ich natürlich auch dankbar für jede andere Meinung/Einschätzung!  :)

Vielen Dank und liebe Grüße!

Meditester

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #1 am: 14. September 2017, 13:53:41 »

Hallo persomnum!
Ich bin unendlich dankbar, dass es unser Forum gibt
und ich es gefunden habe.
Es gibt viel Kraft sich hier austauschen zu können.

Ohje, Schlafwandeln  :\
Mir ist es bisher nur einmal passiert.
Viele Faktoren  spielten dabei zusammen.
Noch heute weiss ich ganz genau wie es sich anfühlte
barfuß die kalte Treppe hinauf zu gehen.

Merke dir aber,
dass die Epilepsie nicht nach deinem Alter fragt, wenn sie "ausbrechen" möchte.
Und nächtliche Anfälle sind auch in unterschiedlicher Stärke möglich.

Ich hatte z.B. erst nur GM nachts mit Krampf.
Später erst wurden sie intensiver (das ganze Repertoir).

Deine Müdigkeit tagsüber wird wohl auch durch deinen schlechten Schlaf verursacht.
Vielleicht kann ja Jemand dazu einige Zeilen schreiben.
Es gibt doch auch Schlaflabore, in denen das Verhalten nachts untersucht wird.
Aber wie man dort aufgenommen wird und wann kann ich dir nicht sagen.
Hat vielleicht ein Schreiber Erfahrungen dazu?

Meditester
(Bist du nachts stets allein?
Kann nicht Jemand aus deinem Umkreis
mal aufpassen wie dein Schlafverhalten ist?)












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persomnum

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #2 am: 14. September 2017, 21:26:39 »
Herzlichen Dank für deinen Antwort, Meditester und dafür, dass du dir den "Roman", der vermulich doch sehr abschreckend war, angetan hast :)

Die Aussage des Epileptologen, dass ich eigentlich "zu alt" für eine beginnende nächtliche Epilepsie bin, hat mich in dem Moment ehrlich gesagt gewundert. Ich hatte im Vorfeld ja schon ein bisschen im Internet auf verschiedenen Seiten, die ich für seriös hielt, gelesen und eigentlich nichts/wenig bezüglich einer Altersgrenze gefunden. Hm, aber der Arzt ist ja nun mal von Fach, sollte es daher doch eigentlich wissen?

Ja, ich lebe allein und bin Single. Es gibt also niemanden, der neben mir schläft. Mein bester Freund weiß zwar von meinem Verdacht, ich glaube aber, dass er insgeheim auch denkt, dass ich mir da etwas zusammenspinne und überinterpretiere, ihn kann und möchte ich tatsächlich nicht fragen.

susili

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #3 am: 15. September 2017, 00:43:15 »
hallo persomnum,

wenn du allein lebst, und niemanden hast, der dich beobachtet, bleibt dir doch nichts anderes übrig, als dich für ... hmm... eine woche ins überwachte schlaflabor zu legen.

an deiner stelle würde ich das auf jeden fall in angriff nehmen.

es ist auf jeden fall möglich, daß sich die epilepsie erst mit 30 jahren zeigt.

viele patienten habe ein unauffälliges eeg wenn sie nicht gerade einen anfall haben.

ich wünsche dir alles gute!
herzliche grüße, susili
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Muschelschubser

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #4 am: 15. September 2017, 23:43:47 »
Hallo Persomnum, ich hatte meinen jüngsten Anfall auch im Schlaf und am Tag davor sogar ein EEG, das "sauber" war (weil ich schon befürchtet habe, dass sich was zusammenbraut).

Schlaflabor klingt gut, lass Dich untersuchen. Wenn Du es Dir zeitlich leisten kannst. Und das mit dem Epileptologen ist nichts, wofür Du Dich schämen müsstest. Abklären ist gut.

Viele Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

persomnum

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #5 am: 16. September 2017, 21:01:51 »
Danke für eure Antworten!
Ja, vermutlich werde ich dann doch darauf bestehen/eingehen, mal in ein Schlaflabor zu gehen; wie geschrieben verunsichert mich einfach, dass der Epileptologe, der durchaus kompetent wirkte, sich jetzt schon so sicher ist, dass da nichts wäre und ich einfach nicht den Eindruck eines Hypochonders erwecken möchte - aber vermutlich wird es nicht anders gehen, als in ein Schlaflabor zu gehen, wenn ich für mich "definitive" Gewissheit möchte, egal was andere/Ärzte davon halten ...

kuelwalda

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #6 am: 25. September 2017, 21:15:05 »

Hallo,
bei mir mir war es so, dass ich seit Jahren an Tagesmüdigkeit litt. Das wurde auf meine schweren Depressionen zurückgeführt, die zwar medikamentös und psychotherapeutisch behandelt wurden, aber sich wohl nicht vollständig besserten.
Die Verspannungen, Bandscheibenvorwölbungen usw. sowie Verletzungen im Mund kamen vonZähneknirschen. Auffällig beim Langzeitblutdruckmessen, nächtliche Blutdruckerhöhung mit Spitzen von 180.
2012 wurde ich dann ins Schlaflabor eingewiesen. Man sagte mir, dass ich zu recht müde sei, das könne aber nur in einem neurologischen Schlaflabor genauer untersucht werden. Die meisten Schlaflabore sind lungenspezifisch. Ein halbes Jahr auf einen Termin in der Uni Bonn gewartet und da wieder weggeschickt mit den Diagnose, alles psychisch, Depressionen besser behandeln. Medikamentenversuche ohne Ende und ohne Wirkung. Irgendwann begann ich an morgendlichem Muskelkater im Bauch zu leiden, trotz regelmäßigem Sport. Auch das sagte ich den Ärzten, ratloses Schweigen. Ich war echt am Ende.2017 dann Überweisung in eine andere Uniklinik, Neurologie, Verdacht auf Hirntumor oder Epilepsie (meine Idee!). Ohne Befund. Man hat mir den Chefarzt von der Psychatrie geschickt, er meinte mir ein anderes Antidepressivum anbieten zu müssen und bot mir einen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie an .Ich habe mich mit meinem Problem an die deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin gewand, man riet mit die Uni Wuppertal oder Münster, wieder 6 Monate auf Termin warten. Nach der ersten Nacht hieß es, ja etwas krampfig, nach der zweiten Nacht nächtlicher grand mal Anfälle, dazu passt auch der erhöhte CK Wert im Blut.  Mein Mann berichtete übrigens auch von seltsamen Atmen und Geräuschen.
Jetzt werde ich auf Lamortigin eingestellt. Ach, ich bin übrigens 57 Jahre alt!

persomnum

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #7 am: 26. September 2017, 09:23:14 »
Guten Morgen, kuelwalda,

herzlichen Dank für deine Antwort! Ach, das hilft mir wirklich enorm, deine Krankheitsgeschichte zu lesen - auch wenn sie für dich natürlich nicht "schön" ist, vor allem die Odyssee, die du hinter dir hast, das klingt so zermürbend ... Ich finde es wirklich bewundenswert, dass du so durchgehalten hast und an dich und dein Empfinden geglaubt hast! Davor hab ich enormen Respekt.

Mir wurde auch schon mehr oder weniger implizit vermittelt, dass meine dämliche Tagesmüdigkeit psychisch ("meine" Depression und/oder Erschöpfungssyndrom) bedingt sei (meiner Meinung nach sprechen zwar ein, zwei Gründe dagegen, aber sich als Laie gegen Ärzte zu behaupten, tja nun ...), nachdem die gängigen körperlichen Parameter (Eisen, Schilddrüse etc.) soweit in Ordnung waren; dass der Epileptologe meine Mundverletzungen auf das nächtliche Knirschen zurückführt, hatte ich ja auch bereits erwähnt. Ja, der CK-Wert, hm, der Epileptologe meinte, ich solle den mal nach morgendlichen Muskelschmerzen durch meinen Hausarzt überpürfen lassen, nur leider bin ich mir immer so unsicher (inzwischen natürlich umso mehr, wo keiner meiner Einschätzung so recht glauben mag), ob ich jetzt "ausreichend" Muskelschmerzen habe oder ob das ev. nur leichte Ziepen von XYZ kommen könnte, was ich am Vortag gemacht habe; v.a. weil ich das nicht immer gleich nach dem Aufstehen bewusst wahrnehme, mir das meist erst so im Laufe des Morgens/Vormittags wirklich bewusst wird und dann ist es manchmal organisatorisch gar nicht so leicht, sich auf den Weg zum Arzt zu machen. Ich kann ja auch nicht x-Mal zum Hausarzt - der zudem nichts von meinem Vedacht und von meinem Besuch beim Epileptologen weiß, weil, ja, nicht unberechtigte Angst vor Abstempelung als Hypochonder (wie oft ich das jetzt schon geschrieben habe ;)) - rennen (noch dazu, wenn dieser ev. nur zu bestimmten Zeiten Blut abnimmt), nur um dann mal einen Tag zu erwischen, wo wirklich was war, ach ... Es ist echt zum Haareraufen.

Jedenfalls hilft mir dein Beitrag, kuelwalda, dahingehend, etwas mehr an meine Wahrnehmung zu glauben und nicht gleich zu denken, ich wäre bekloppt und hysterischer Laie, nur weil die Ärzte (bei dir anscheinend sehr, sehr viele Ärzte, das finde ich echt erschreckend! Deswegen habe ich auch vor deiner Ausdauer so großen Respekt.) nicht meine Meinung teilen. Dafür danke ich dir wirklich sehr!
Ich wünsche dir alles Gute, v.a. dass du auf Lamortigin gut ansprichst und du dadurch auch ein Leben ohne die zermürbende Tagesmüdigkeit führen kannst.

Liebe Grüße

kuelwalda

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #8 am: 26. September 2017, 15:11:27 »
Hey,
ich freue mich über deine Antwort und dass ich dir damit helfen konnte. Dann war die jahrelange Quälerei doch wenigstens für etwas gut.
Lass dich nicht beirren. Wichtig ist, dass du dir bewußt bist, dass es unterschiedliche Schlaflabore gibt. Die meisten sind lungenspezifisch, es gibt nur wenige interdisziplinäre oder neurologische. Bei der Suche reicht eine kurze mail an die DGSM.
Und schau mal hier:
https://www.arznei-telegramm.de/html/2004_09/0409098_01.html
Psychopharmaka können durchaus Krampfanfälle auslösen, auf dem Beipackzettel ist oft auch ein entsprechender Warnhinweis.
Du sagst, dass du auch psychisch krank bist oder warst. Nimmst du Antidepressiva?
Hier ist noch ein interessanter link
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klinische-forschung-epilepsie-und-depression-haengen-zusammen-a-342453.html
Alles Gute

persomnum

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #9 am: 27. September 2017, 10:51:22 »
Das wusste ich tatsächlich nicht, dass es pneumologische und/oder neurologische Schlaflabore gibt, ich dachte, alle machen "alles", deshalb danke für die Info! Werde darauf auf jeden Fall achten.
Ja, ich nehme ein AD, allerdings keines, das Krampfanfälle auslösen/fördern kann (zumindest nicht laut Beipackzettel; ich hatte das aber auch schon mal als mögliche Nebenwirkung bei einem anderen AD, das aber nicht ich genommen habe, gelesen).
Über den Zusammenhang Depression - Epilepsie hatte ich auch schon gelesen, allerdings nichts über die Vermutung, dass eine Depression eine Epilepsie-Erkrankung u.U. auslösen könnte - interessant ...

Klaro

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #10 am: 29. September 2017, 14:24:34 »
Nur weil das EEG normal ist bedeutet es noch lange nicht, dass man keine Epilepsie hat. Mein EEG war auch vollkommen normal. Erst bei einem Schlafentzugs-EEG konnte man die typischen Muster erkennen. Theoretisch kann jeder Mensch epileptische Anfälle bekommt, wenn man ihn dementsprechend "quält" oder reizt.

Ein Faktor ist Müdigkeit und schlechter Schlaf. Auch wenn man geschlafen hat, muss es ja nicht heißen, dass es ein erholsamer tiefer Schlaf war. Ich persönlich würde anhand Ihrer Beschreibungen zumindest nicht ausschließen, dass es sich um Epilepsie handelt.

Ich persönlich habe noch weitere Reize, auf die ich epileptisch reagieren kann, dazu gehören Ärger, Stress und Lichtblitze (zum Beispiel bei Videospielen). Ich glaube man hat bei mir auch niemals ein EEG gemacht, wo man untersucht hatte, ob ich empfindlich auf Lichtblitze reagiere. Wenn man mich rückwirkend fragt eine eher suspekte Ignoranz seitens der Ärzte. Eigentlich habe ich noch nie einen Anfall außerhalb eines Videospieles oder eines Lichtflimmerreizes gehabt - bis auf eine einzige Ausnahme (und das ist auch nur vermutet, weil ich möglicherweise den Anfall und das was vorher war vergessen hatte).

Die zwei größten Auslöser scheinen in meinem Falle jedenfalls Müdigkeit und Flimmerlicht wie bei Videospielen zu sein. Wenn beides zusammenkommt, kann ich davon ausgehen, dass ich einen Anfall bekomme. Das heißt Videospiele sollte ich normalerweise ganz sein lassen. Allerdings spielen auch Stress, Ärger und psychische Belastung eine Rolle. So habe ich bei mir selbst beobachtet, dass das Spielen von Schach einen Anfall befördern kann.

Ich persönlich gehe davon aus, zumindest in meinem Falle, dass ich niemals ein Epileptiker geworden wäre, wenn ich ein halbwegs normales Leben führen würde und hier halbwegs geistig gesunde Menschen die Macht auf dem Planeten hätten, was beides aber leider nicht der Fall ist.

Mein Neurologe hat zwar die tollsten Theorien weshalb ich Epilepsie habe, aber auf die Idee ein EEG bei mir durchzuführen ist er bis jetzt noch nicht gekommen. Viel wichtiger scheint ihm auch meine Medikamentenverschreibung zu sein.

Jedenfalls möchte ich wie gesagt nicht ausschließen, dass sie eine Form von Epilepsie haben oder Vorbote einer solchen im Schlaf haben. Um so etwas auszuschließen muss man sie gründlich untersuchen mit Gerätschaften. Insofern sind Sie beim Arzt schon besser aufgehoben als in einem Forum, denke ich mal.

persomnum

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #11 am: 12. Oktober 2017, 21:40:14 »
Hey,

ich wollte mich mal wieder zurückmelden: inzwischen habe ich MRT und Schlafentzugs-EEG hinter mir - auch wenn das jetzt zynisch klingen mag (insbesondere für viele von euch tatsächlich Betroffenen), beides "natürlich" ohne Befund; das MRT zeigte zwar eine Unregelmäßigkeit, diese jedoch ohne Krankheitswert und unter keinen Umständen in Verbindung zu einer potenziellen Epilepsie stehend.

Die Bedingungen des - ambulanten - Schlafentzugs-EEG waren für mich jedoch echt schlimm, in der Praxis war es wahnsinnig laut (die Tür zu dem Zimmer, in dem ich lag, wurde nur angelehnt, damit die Arzthelferinnen immer mal wieder schauen konnten, ob ich schlafe und wenn ja, wies läuft), z.T. konnte ich Gespräche wartender Patienten mitanhören, Türknallen usw. Dazu kam noch meine Aufregung (Herzrasen wegen "Schlafzwang"), die ich einfach nicht loswurde, die fehlende Müdigkeit (ich bin natürlich der Typ Mensch, der genau dann nicht einschlafen kann, wenn er es muss, obwohl er sonst absolut keine Einschlafprobleme hat und wirklich überall schlafen kann) trotz eigentlich (blöderweise bin ich doch einmal für ca. 30 Minuten eingeschlafen) durchwachter Nacht und dann noch die nach einer Ableitungsdauer von >1,5 h fies schmerzenden Elektroden. Gefühlt habe ich nur ganz, ganz leicht (und das sehr kurz) geschlafen.
Der Epileptologe meinte aber, dass ich mehrmals (kurz) eingeschlafen sei und dies auch reichen würde. Da ich schon auch gemerkt habe, dass ich gezuckt habe (wenn auch nicht so, wie unter normalen Umständen - zumindest glaube ich das), scheint es sich bei den Zuckungen zum Zeipunkt der Ableitung also tatsächlich um normale Einschlafmyoklonien zu handeln - zugegebenermaßen fällt es mir nicht leicht, das zu akzeptieren (mein Kopf sagt mir: "Aber die Umstände, die sind sonst doch ganz anders!", mein Verstand: "Der Arzt ist gefühlt sehr erfahren, der weiß schon, was er tut, noch dazu bei einer so langen Ableitungsdauer, du irrst dich einfach").

Tja, das Ende vom Lied ist jetzt, dass der Epileptologe keine weitere Indikation dafür sieht, mich neurologisch weiter zu untersuchen, sprich, mich in ein Schlaflabor/Epi-Zentrum zu überweisen, obwohl er beim ersten Termin noch diese Option angeprochen hatte; ich bin also nun kein Neurologie-Patient bei ihm mehr, da das Schlafwandlen im Erwachsenenalter durch das MRT abgeklärt wurde, die Wangen-/Zungenbisse führt er ja auf den Bruxismus zurück, die Tagesmüdigkeit auf meine psychiatrische Problemlage (deswegen hat er mir jetzt auch ein Medikament verschrieben, d.h. er behandelt mich jetzt halt als Psychiater weiter), einzig den - ledilgich gelegentlich auftretenden - morgendlichen Muskelkater hat er mir nicht begründen können.


Und jetzt gerade weiß ich einfach nicht weiter,

- ich weiß nicht, ob ich ihn beim nächsten - psychiatrischen - Termin noch mal auf meinen Epi-Verdacht ansprechen soll (ihm ev. von meinen akustischen Aufnahmen erzählen soll, die ich während zweier Nächte aufnehmen konnte - die sind halt aber einfach so kurz, z.T. auch etwas verwaschen, dass ich Angst habe, dass er mich auslacht und meint, das wäre nur harmloses, nächtliches "Ächzen"; zumal er ja von Anfang an eine Epi bei mir ausschloss, die Frage also ist, ob das überhaupt zielführend wäre oder ob für ihn die Würfel im Grunde eh bereits gefallen sind) oder ob ich bei ihm nur als Psychiatrie-Patient in Behandlung bleiben soll

- ich weiß nicht, ob ich nicht doch eine Zweitmeinung eines anderen Epileptologen einholen soll, hätte dann aber große Angst, den ersten Epileptologen als Psychiater zu vergraulen (meine persönliche Situation ist insgesamt ziemlich verworren und ich bin mehr oder weniger darauf angewiesen, von einem Psychiater behandelt zu werden, was hier gar nicht so leicht ist, überhaupt in einer Praxis unterzukommen).

Außerdem nagen v.a. nach dem unauffälligen Schlafentzug-EEG - gerade das müsste ja etwas zeigen - jetzt wieder größerer Zweifel an mir, ob ich nicht genau der hypochondrische Patient bin, der dank angelesem Internetwissen alles besser weiß als der Facharzt; einerseits glaube ich nämlich durchaus an die Kompetenz des (ersten) Epileptologen, ich bin mir schon sehr sicher, dass er weiß, was er macht (er hat ja immerhin auch MRT und Schlafentzugs-EEG angeordnet, noch dazu die lange Ableitungsdauer), andererseits frage ich mich aber, warum der Ablauf des Schlafentzugs-EEG unter solchem Lärm stattfinden musste (was mich auch störte: mir wurden keine Infos zu Haarewaschen, Kaffee- oder Teekonsum etc. vor dem Schlafentzugs-EEG gegeben, ich hätte ein kurzes Hinweis-Blatt im Vorfeld wirklich hilfreich gefunden, aber vielleicht ist das auch einfach persönliches Empfinden ...) und ob es nötig war, mir beim ersten Termin mehrmals zu sagen, dass er meinen Verdacht nicht teilt (was allerdings auch beruhigend gemeint hätte sein können).
Zu meiner Beruhigung würde letztlich nur der Aufenthalt im Schlaflabor beitragen; wenn man dort dann sagen würde, "Akzeptieren Sie, dass Ihre Symptome eine andere Ursache haben!", wäre ich auch bereit, dies zu tun, allerdings fehlt mir fürs Schlaflabor überhaupt erst mal die nötige Überweisung (Hausarzt wäre auch keine Option, weil der von nichts weiß und mich auch noch nicht allzu lange kennt).

Sorry, dass auch dieser Text jetzt wieder so lang wurde! Ich bin gerade einfach so niedergeschlagen und habe auch niemanden, mit dem ich über dieses Thema sprechen kann, fühle mich einfach so hilflos den Ärzten gegenüber, weil ich gefühlt viel zu selten das Gefühl habe, dass ein Arzt mir erst mal alles das glaubt, was ich auch sage, dem offen gegenüber steht. Ich dreh mich einfach nur noch im Kreis ...

Muschelschubser

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Re: Schlaf-Epilepsie? Oder steigere ich mich in etwas hinein?
« Antwort #12 am: 15. Oktober 2017, 18:07:49 »
Hallo Persomnum, ich glaube, ich würde an Deiner Stelle jetzt mal einen "Cut" machen und vielleicht so ein halbes Jahr warten. Bleib bei dem Arzt in Behandlung, wenn Du Dich ansonsten gut aufgehoben fühlst und lass Deine Erfahrungen sacken.

Vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Gelegenheit, dass Du Dich in ein Schlaflabor überweisen lassen kannst.

Viele Grüße von der Muschelschubserin
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