Autor Thema: Die Behandlung von Epilepsien und "Alternative" Heilmethoden  (Gelesen 44693 mal)

Cornelia-Admin

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  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
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Aus wiederholt gegebenem Anlass möchte ich hier - zusammenfassend aber deutlich - klarstellen, welche Methoden der Behandlung einer Epilepsie erfolgversprechend sind und welche nicht.


Von einer Epilepsie spricht man, wenn bei jemandem wiederholt epileptische Anfälle auftreten, ohne dass sie durch ein besonderes Ereignis provoziert wurden.

Einzelne Anfälle, die einen eindeutigen, konkreten Auslöser hatten (wie z.B. Drogen- oder Alkoholmissbrauch, erhebliche Übermüdung) nennt man hingegen Gelegenheitsanfälle.
Bei Gelegenheitsanfällen sollte man den Auslöser vermeiden. (Also regelmäßig schlafen, sich nicht betrinken, auf Drogenkonsum verzichten etc.)

Eine richtige Epilepsie aber muss behandelt werden.
Denn eine unbehandelte Epilepsie kann sich stetig verschlimmern und wird im Zuge dessen im Laufe der Zeit immer schwerer behandelbar.
Jeder Anfall bereitet den nächsten Anfall vor.
Ähnlich wie das Gehen über eine Wiese Spuren hinterlässt, woraus mit der Zeit ein Trampelpfad entsteht, dem andere folgen, und der durch jeden, der ihn begeht, nach und nach zu einem richtigen Weg ausgeweitet wird, regt auch jeder epileptische Anfall andere Nervenzellen im Gehirn an, die krampfenden Zellen nachzuahmen und ihrem "Trampelpfad" zu folgen. Das Gehirn "lernt" somit zu krampfen und gewöhnt sich daran, auf diese Weise zu reagieren.



Nachgewiesen wirksame Behandlungsmethoden für Epilepsie sind:

  • Die Behandlung von Begleiterkrankungen.
    Begleitende Erkrankungen aller Art können das Anfallsgeschehen beeinflussen und sollten daher nicht ignoriert, sondern stets ausreichend behandelt werden.

  • Die Vermeidung bekannter Auslöser, sofern möglich.
    Auch eine echte Epilepsie kann durch unregelmäßigen Schlaf oder übermäßigen Alkoholkonsum begünstigt werden. Problematisch ist oft auch Stress. Manche Menschen reagieren zudem empfindlich auf flackerndes Licht, bewegte Spiegelungen auf Wasseroberflächen oder starke optische Kontraste. Bei Frauen kann die hormonelle Veränderung im Verlauf des Monatszyklus Anfälle auslösen.

Diese beiden Ansätze unterstützen die Behandlung, sind allein aber selten ausreichend, um Anfallsfreiheit zu erzielen. In den meisten Fällen kommt man also um die folgende Maßnahme nicht herum:

  • Die medikamentöse Behandlung durch Antiepileptika.
    Hierdurch kann bei etwa 70% aller Patienten Anfallsfreiheit erzielt werden.
    Die antiepileptisch wirkenden Medikamente müssen durch einen approbierten und in der Behandlung von Epilepsien erfahrenen Arzt verschrieben werden.
    Für die Behandlung von Epilepsien "zuständig" sind Neurologen. Neurologen sind Fachärzte für die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems (= Nervenärzte). Ein Epileptologe ist ein Neurologe, der sich auf die Behandlung von Epilepsien spezialisiert hat und sich dafür laufend fortbildet. Nicht jede Epilepsie muss von einem Epileptologen behandelt werden, auch "normale" Neurologen können eine Standardbehandlung der häufigsten Anfallsarten durchführen. Doch sollte der eigene Fall sich als unklar oder schwierig behandelbar erweisen, so ist es ratsam, einen Epileptologen hinzuzuziehen oder eine Fachklinik für Epilepsie zu konsultieren. Adressen sind unter anderem hier zu finden:
    http://www.epilepsie-netz.de/5/Adressen__Kliniken_.htm

    Änderungen in der Medikation sollten niemals eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Plötzliches Absetzen von Medikamenten gegen Epilepsie kann Entzugsanfälle bewirken und im Extremfall einen lebensbedrohlichen Status epilepticus auslösen.

    Medikamente haben leider Nebenwirkungen. Doch wird versucht, die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Welches Ausmaß an Nebenwirkungen dabei toleriert wird, hängt natürlich vom Ausmaß und Schweregrad der Anfälle ab. Bei leichten Anfällen mag man nur entsprechend geringfügige Nebenwirkungen in Kauf nehmen, aber bei häufigen, gefährlichen Anfällen sind auch starke, die Lebensqualität erheblich einschränkende Nebenwirkungen leider nicht immer vermeidbar. Es gilt, wie stets im Leben, Risiko und Nutzen gegeneinander abzuwägen.
    Man versucht zunächst, ein einzelnes Medikament einzusetzen, doch wenn dies nicht ausreicht, kann auch die Einnahme mehrerer Medikamente gleichzeitig notwendig werden.

    Die meisten Anfallsarten lassen sich heute durch Medikamente gut und Nebenwirkungsarm behandeln.
    Doch gibt es leider auch Anfallsformen, bei denen dies nicht oder nicht in zufriedenstellendem Maße der Fall ist. Lässt sich die Epilepsie medikamentös nicht ausreichend gut "einstellen", spricht man von Therapieresistenz.

  • Ein epilepsiechirurgischer Eingriff (Operation).
    Bei schweren, therapieresistenten Epilepsien, bei denen das Anfallsgeschehen von einer bestimmten Stelle im Gehirn ausgeht, einem "Herd" (lat. Focus), kann unter Umständen ein epilepsiechirurgischer Eingriff hilfreich sein. Oft gelingt es heute, durch eine Operation Anfallsfreiheit oder zumindest eine erhebliche Milderung des Anfallsgeschehens oder Senkung der Anfallshäufigkeit zu erreichen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Herd "operabel" ist. Das hängt vor allem von seiner Lage ab. Ein Herd, der mitten im Sprachzentrum oder im Bereich einer anderen wichtigen Funktion des Gehirns liegt, kann leider nicht operiert werden. Dies wird in einer speziellen Klinik sorgfältig überprüft, bevor eine Operation in Erwägung gezogen wird. Primär generalisierte Epilepsien, also solche, bei denen der Krampfanfall nicht an einer bestimmten Stelle beginnt, sondern von Beginn an das ganze Gehirn erfasst, können leider nicht operiert werden.
    Je nach Art der Anfälle und der Operation kann bei ca. 40-80% der Operierten Anfallsfreiheit erreicht werden.

  • Vagusnervstimulator
    Ist die medikamentöse Behandlung nicht ausreichend und ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht möglich, kann bei fokal beginnenden Epilepsien manchmal ein Vagusnervstimulator eingesetzt werden. Hierbei wird unterhalb des linken Schlüsselbeins ein Pulsgenerator eingepflanzt, und am Hals am linken Nervus vagus, den 10. Hirnnerven, mit dem Pulsgenerator verbundene Elektroden befestigt. Von dem Pulsgenerator werden dann in regelmäßigen Abständen schwache elektrische Reize abgegeben, die über die Elektroden und den Nervus vagus an das Gehirn weitergeleitet werden. Der VNS ist ähnlich wirksam wie ein Medikament, hilft also nicht jedem, kann aber eine Alternative sein, weil seine Nebenwirkungen nicht dieselben sind. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter anderem hier:
    http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/therapie/vagusnervstimulator.html


  • Ketogene Diät
    Die ketogene Diät ist eine sehr fettreiche und zugleich sehr kohlenhydratarme Ernährung, die den Hungerstoffwechsel nachahmt. Die Diät ist sehr kompliziert anzuwenden und sehr schwierig durchzuhalten. Sie sollte darum nur bei Therapieresistenz in Erwägung gezogen werden und muss unter ärztlicher Überwachung erfolgen.
    Genauere Informationen dazu gibt es hier aus dem Jahr 2005 http://www.kup.at/kup/pdf/5528.pdf. Dies ist ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt über eine im Jahr 2008 dazu durchgeführte Studie: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=32266. Und hier sind die Leitlinien der Gesellschaft für Neuropädiatrie zu finden: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/022-021.htm



Die folgenden Methoden werden oft diskutiert, haben aber keine nachgewiesene Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausgeht.
Keinesfalls sollten ärztlich verordnete Medikamente eigenmächtig abgesetzt werden, um einen der genannten Ansätze auszuprobieren!


Viele "alternative" Praktiken werden mit verkaufsfördernden Behauptungen vermarktet, die schlicht unwahr sind. So werden häufig pseudowissenschaftliche Theorien darum herum gestrickt, die oft auf den ersten Blick plausibel klingen, die aber frei erfunden sind.
Gefährlich wird es, wenn dahinter Gedankensysteme stehen, die psychische Abhängigkeiten erzeugen sollen oder dazu führen, dass echte medizinische Behandlung abgelehnt oder hinausgezögert wird.

Da in Deutschland nicht selten Heilpraktikern mehr vertraut wird als Ärzten, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, was ein Heilpraktiker überhaupt ist:
Heilpraktiker haben im Gegensatz zu Ärzten keine richtige Ausbildung durchlaufen und werden in ihrer Tätigkeit nicht kontrolliert. Das deutsche Heilpraktikergesetz ist ein Überbleibsel aus dem Nationalsozialismus. Um sich Heilpraktiker nennen zu dürfen, braucht man nur ein Alter von 25 Jahren zu haben und einen Hauptschulabschluss und ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen. Dann darf man beim Gesundheitsamt einen Multiple-Choice-Test ablegen. Geprüft wird nicht, ob man Krankheiten behandeln oder gar heilen kann, sondern nur, ob man keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Man braucht niemals auch nur einen einzigen Patienten übungshalber gesehen zu haben, um die "Prüfung" zu bestehen. Man muss dazu nur die Antworten auf ein paar einfache Fragen auswendig lernen.

Ärzte hingegen durchlaufen in ihrer langjährigen, staatlich kontrollierten Ausbildung viele sehr schwierige Prüfungen, müssen viele Patienten unter Aufsicht diagnostiziert und behandelt haben, bevor sie Arzt werden dürfen, müssen bei der zuständigen Ärztekammer "Zwangsmitglied" sein und die entsprechende Berufsordnung einhalten, um als Arzt arbeiten zu dürfen.

Auch Ärzte können sich irren und Fehler machen. Doch Ärzte haben eine fundierte Ausbildung, was das Risiko folgenreicher Fehler senkt. Und Ärzte sind im Gegensatz zu Heilpraktikern verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, was die Folgen etwaiger Fehler zwar nicht ungeschehen macht, aber zumindest finanziell absichert.

Heilpraktiker sind keine echte Alternative zu Ärzten. Sie sind Laien. Wie Du und ich.


Der Placeboeffekt
tritt bei jeder Behandlung auf. Placebo heißt "ich werde helfen". Beim Placeboeffekt wirkt die Zuwendung als solche sowie die Suggestion und der Glaube daran, dass eine Maßnahme hilfreich ist. Er wirkt auch bei Säuglingen und auch bei Tieren! Der Placebo-Effekt erleichtert jede Behandlung. Ungefähr ein Drittel aller Gesundheitsprobleme lässt sich durch Placebogabe und Abwarten heilen. Darauf beruht der vermeintliche Erfolg von "alternativen Behandlungsmethoden".
Eine wirksame Behandlungsmethode muss nachprüfbar deutlich effektiver sein als eine Placebogabe.

Das Gegenteil davon ist der Nocebo-Effekt. Dieser wirkt ebenfalls immer mit, in Form von Ängsten, Vorurteilen und ähnlichen negativen Gefühlen und Gedanken. Der Nocebeo-Effekt erschwert Behandlungen.

Anfallsunterbrechung durch Selbstkontrolle
Tritt vor den Anfällen regelmäßig eine längerdauernde Aura auf, die den Anfall ankündigt, so gelingt es manchen der Betroffenen, mit viel Übung einzelne Anfälle durch bewusste Ablenkung hinauszuzögern. Durch Bio-Feedback (Training unter EEG-Kontrolle) kann die Effektivität solcher Versuche eventuell etwas gesteigert werden. Die Wirkung ist allerdings unzuverlässig. Eine objektive Senkung der Anfallsfrequenz wurde bisher nicht nachgewiesen. Anfallsfreiheit ist auf diese Weise nicht zu erreichen.

Einnahme von Magnesium
Tatsächlicher Magnesiummangel kann zwar Anfälle auslösen, ist aber sehr selten. Er lässt sich sehr leicht per Blutentnahme durch den Arzt nachweisen oder ausschließen. Sollte der festgestellte Wert sehr niedrig oder unterhalb der Normwertgrenze liegen, kann versuchsweise ergänzend Magnesium eingenommen werden. Dieser Versuch sollte auf vier bis acht Wochen begrenzt werden (je nach Anfallsfrequenz) und unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Magnesium führt allerdings sehr häufig zu Durchfällen. Dies kann Einfluss auf die Wirksamkeit der Medikamente haben!

Entspannungstechniken
Da Stress anfallsfördernd ist, kann die Reduktion von Stress natürlich positive Wirkung auf das Anfallsgeschehen haben. Entscheidend ist dabei aber allein, dass Stress abgebaut bzw. vermieden wird. Mit welcher Methode das geschieht, ist unerheblich. Insofern ist es unnötig, sein Geld für teure Methoden auszugeben, wie sie auf dem Esoterikmarkt angeboten werden.

Naturheilverfahren
Naturheilverfahren sind Heilverfahren, die der Natur entnommen sind. Dazu gehören die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), die Anwendung von Wasser (Hydrotherapie) und Diäten. Echte Naturheilverfahren werden auch in der echten Medizin angewendet. Viele Medikamente basieren auf pflanzlichen Wirkstoffen. Jedoch sind die Wirkstoffe in einem Medikament zuverlässig dosierbar. Bei jeder einzelnen Pflanze jedoch ist die enthaltene Wirkstoffmenge sehr unterschiedlich. Auch sind in jeder Pflanze zusätzlich unerwünschte Stoffe enthalten, die ebenfalls Wirkungen auslösen. In Medikamenten kann man gezielt den Wirkstoff einsetzen, den man braucht. Somit sind die Nebenwirkungen bei Medikamenten überschaubarer. Viele Pflanzen sind hochgiftig! Auch besteht oft eine große äußere Ähnlichkeit und darum eine erhebliche Verwechslungsgefahr zwischen ungiftigen und giftigen Pflanzen.
Die verbreitete Angst vor Chemie ist völlig unnötig. Auch Pflanzen funktionieren durch Chemie, ebenso unser Körper. Ohne Chemie ist kein Leben möglich. Aber mit Chemie kann man heilen und Leiden lindern. So wie man mit einem Messer Gutes und Schlechtes tun kann, so kann man es auch mit der Chemie. Mit Steinen kann man Menschen töten und Häuser bauen. Es kommt nur darauf an, wie man sie nutzt und welche Ziele man verfolgt.
Die ketogene Diät ist ebenfalls ein Naturheilmittel, das medizinisch genutzt wird.
Und ein entspannendes Bad oder eine erfrischende Dusche ist eine Form der Hydrotherapie.

Homöopathie, Bachblüten und Schüßler Salze
Diese sind keine Naturheilmittel, sondern Wasser, Alkohol oder Zuckerperlen. Hierin werden aufgrund absurder Annahmen Stoffe verdünnt. In hohen Potenzen so stark, dass dazu mehr Wasser (Alkohol, Zucker) nötig wäre als auf der Erde überhaupt vorhanden ist. Sie sind folglich ohne jede Wirkung, denn in jedem Tropfen normalen Wasser ist dasselbe enthalten.
In niedrigen Potenzen kann es allerdings gefährlich werden, denn hier ist die Verdünnung geringer, so dass Reste des Ausgangsmaterials enthalten sein könnten. Ausgangsmaterial sind in der Homöopathie nicht nur harmlose Pflanzen, sondern auch hochtoxische Gifte, Schwermetalle, radioaktive Stoffe, Viren, Bakterien, gefährliche Krankheitserreger wie Aidsviren, eklige Dinge wie Hundekot und Tierkadaver und völlig unsinnige Dinge wie Venuslicht. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ebensowenig wie der Phantasie, welches Mittel man bei welcher Erkrankung oder welchem psychischen Problem einsetzt. Die Homöopathie behandelt (wie viele andere "alternative" Methoden auch) einen Menschen ganz und gar nicht "ganzheitlich", sondern sucht für willkürlich herausgepickte Symptome willkürlich ein Mittel, das angeblich zu dem jeweiligen Symptom passt. Die Entscheidung, wozu es "passen" soll, ist reiner Zufall. Bei den homöopathischen "Arzneimittelprüfungen" werden die Globuli willkürlich ausgewählten Menschen (das kann auch der "Prüfer" selbst sein) gegeben (oder einfach nur unters Kopfkissen gelegt), die anschließend mit geradezu hypochondrischer Selbstbeobachtung notieren, wie sie sich danach fühlen, was sie träumen oder denken oder was ihnen sonst passiert. Diese rein subjektiven Beobachtungen und Erlebnisse Einzelner werden dann zum allgemeinen Maßstab dafür genommen, wogegen das "Arzneimittel" angeblich wirksam sei.
Die einzelnen "Lehren" widersprechen einander außerdem.


Ähnlich ist es mit den unzähligen anderen "alternativen" Methoden, von denen sich täglich neue ausgedacht werden.
Bei keiner einzigen dieser Methoden konnte bisher eine echte Wirksamkeit nachgewiesen werden.

Auch nicht bei der Akupunktur. Die bislang größte weltweite prospektive und randomisierte Untersuchung waren die GERAC-Studien. Diese Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung nicht nachgewiesen werden konnte und dass die Akupunktur genauso wirksam sei wie eine Scheinbehandlung (Placebo).

Einige der "alternativen" Methoden wurden in einer Zeit erdacht, als die Menschen noch kaum etwas über die Natur, den menschlichen Körper und seine Funktionsweisen wussten. Sie gehen von veralteten Annahmen aus, die längst von modernen Erkenntnissen widerlegt wurden.

Viele andere Methoden werden laufend neu ausgedacht und eifrig propagiert, um die Leichtgläubigkeit von Menschen gewinnbringend auszunutzen. Sie haben jedoch keinerlei Grundlage außer der allzu lebhaften Phantasie ihrer geschäftstüchtigen Erfinder.

Die "traditionelle chinesische Medizin" (TCM) vermischt wirksame Mittel wie das Nutzen von Heilkräutern und unwirksame Mittel, die aufgrund abergläubischer Vorstellungen  angewendet werden.

Ein großes Problem ist, dass viele aus der Natur stammende Mittel, die in der TCM ebenso wie von "alternativen" Anbietern verwendet werden, aus Pflanzen und Tieren hergestellt werden, die vom Aussterben bedroht sind. Wer diese Mittel verwendet, begeht Raubbau an der Natur und trägt zum Artensterben bei. Er unterstützt das sinnlose Abschlachten von Wildtieren und das rasend schnelle Abholzen der Regenwälder.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Produkte dieser Anbieter massiv mit Schadstoffen belastet sind. Wer sie benutzt oder gar einnimmt, gefährdet seine Gesundheit und manchmal auch sein Leben.


Es ist verständlich, dass Menschen, die verzweifelt nach einer Behandlungsmöglichkeit suchen, dazu neigen, sich an jeden Strohhalm zu klammern, der ihnen hingehalten wird.
Aber man sollte sich bewusst machen:
Jede Heilmethode, die erwiesenermaßen wirksam ist, wird von der evidenzbasierten Medizin auch aufgegriffen und genutzt. Nicht jeder Arzt kann alles wissen, das ist klar, trotz allem Bemühen um ständige Fortbildung neben dem Praxisalltag.
Aber jeder Arzt weiß mehr über die Behandlung von Erkrankungen als ein Nicht-Arzt.
Hat man zu seinem Arzt kein Vertrauen, so sollte man sich eine zweite oder gegebenenfalls auch eine dritte Meinung einholen, im Zweifelsfall auch in einer Fachklinik, wo ein ganzes, erfahrenes Ärzteteam zusammenarbeitet. Können auch die einem nicht helfen, so kann man darauf hoffen, dass die medizinische Forschung Fortschritte macht und in einigen Jahren neue Möglichkeiten eröffnen könnte.

Doch eines sollte man nicht:
Jeder "alternativen" Methode hinterherrennen, von der man hört oder liest.
Heilpraktiker und andere Anbieter "alternativer" Methoden nehmen sich zwar Zeit (und das Geld ihrer Kunden).
Aber sie können nicht wirklich heilen. Jedenfalls nicht besser als Du und ich es ebenfalls können. Und man sollte stets bedenken, dass das meiste von dem, was die meisten von ihnen erzählen, reiner Humbug ist.

Statt dessen sollte man besser überlegen, wie man sein Leben so gestalten kann, dass die jeweiligen Gesundheitsprobleme, welche nun einmal nicht heilbar sind, einen so wenig wie möglich beeinträchtigen und wie man sich trotzdem so viel Lebensqualität und Lebensfreude wie möglich bewahren kann.
Das reduziert Stress und wirkt sich somit auch positiv auf das Anfallsgeschehen aus.  :)

Liebe Grüße
Cornelia
« Letzte Änderung: 06. März 2012, 14:02:26 von Cornelia-Admin »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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