Autor Thema: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt  (Gelesen 45308 mal)

Gundi

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Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« am: 27. September 2011, 18:06:34 »
"Epileptologe" ist keine offizielle Facharztbezeichnung.

Das sind Neurologen welche sich in besonderem Maße der Krankheit Epilepsie widmen, spezielle Weiterbildungen haben, so dass sie ihre Diagnostik und Behandlung beherrschen.

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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #1 am: 27. September 2011, 20:51:17 »
Hallo Gundi,

gute Idee!  :)

Ich hatte mal eine solche Liste angefangen, die ich als Tabelle strukturiert und mit Ankern versehen auf meine Website setzen wollte, damit man darin leichter bestimmte Begriffe finden kann.
Damit bin ich aber noch nicht fertig, es fehlen noch einige Begriffe, und da ich meine Website sowieso mal überarbeiten wollte, habe ich sie erst mal so angefangen liegen gelassen.

Da Du aber hier nun eine solche Liste beginnst, kopiere ich mal hierher, was ich schon habe.   :D
Es ist schon ziemlich lang geworden, mehr, als in einen Beitrag passt, darum setze ich immer einen oder zwei Anfangsbuchstaben in einen Beitrag.
Ich setze es erstmal einfach hierher ohne es weiter zu strukturieren, wenn ich Zeit habe, werde ich dann später mal die Stichworte hervorheben etc., aber ich denke, es kann auch so schon hilfreich sein und so braucht Ihr die Begriffe, die ich schon darinnen habe, nicht nochmals zu erklären.
Es sind nicht nur Fachbegriffe im eigentlichen Sinne darinnen, sondern auch Abkürzungen und Redensarten, die im Internet allgemein oft benutzt, aber nicht von jedem Forenneuling auf Anhieb verstanden werden.

Ich hoffe, das ist so in Deinem Sinne und Du fühlst Dich nicht durch die Begriffschwemme, die ich jetzt poste, überfahren?



Angefangen habe ich mit "*" ;)
Weiter geht es dann im nächsten Beitrag ganz normal bei A.

*fg* fettes Grinsen oder fieses Grinsen                
*g* Grinsen                
*gg* besonders breites Grinsen                
*lol*  englisch: "laugh out loud" = "herzhaftes Lachen"                
*rofl*  englisch: "rolling on floor laughing" = "ich kugel mich vor lachen"
               
µm Mikrometer, ein tausendstel Millimeter. Veraltete Bezeichnung: Mikron
« Letzte Änderung: 27. September 2011, 22:24:07 von Cornelia-Admin »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #2 am: 27. September 2011, 20:52:14 »
a. c. ante cenam (= vor dem Essen)                
Ab. Antibiotikum                
Ab. arterielles Blut (also solches aus einer Schlagader)                
abd abdominal (= im Bauchraum)                
Abdomen Bauchraum                
abdominal im Bauchraum                
Abk. Abkürzung                
ABR akute Belastungsreaktion                
abs. absolut  
              
Absencen (französisch: Abwesenheit) Kurze Bewusstseinspause hervorgerufen durch eine bestimmte Form eines epileptischen Anfalls. Außenstehende bemerken dabei meist nur, dass Betroffene kurz nicht reagieren, verträumt wirken, Betroffene selbst bemerken oft nichts oder nur einen kurzen "Riss" in der Wahrnehmung. In Serien schnell hintereinander treten sie manchmal auch als Status auf und können dann Schädigungen hervorrufen. Früher nannte man Absencen auch "kleine Anfälle" oder "Petit mal" (französisch: "kleines Übel"). Mit "Absence"n ohne weiteren Zusatz sind normalerweise diese typischen Absencen bei einer Absence-Epilepsie gemeint. Zu unterscheiden hiervon sind andere (nicht-epileptische) Bewusstseinsstörungen,  atypische Absencen, die bei multifokalen Anfällen und manchen Syndromen wie Pseudo-Lennox, Lennox-Gastaut und bei multifokalen Epilepsien auftreten, sowie  komplex-fokale Anfälle.                
Absence-Status Eine ungewöhnlich lange Absence oder eine Serie von sehr kurz hintereinander auftretenden Absencen, in deren Pausen der Patient sich nicht vollständig erholen kann. Ein Status muss unterbrochen werden.  
              
abszedierend einschmelzend, einen Abszess bildend                
Abszess Eiteransammlung, um die sich eine entzündliche Abkapselung im Gewebe bildet.                
AC  Arteria carotis (die gemeinsame Kopfschlagader, auch Halsschlagader genannt)                
ACC Acetylcystein, schleimlösender Wirkstoff, sinnvoller Einsatz bei Bronchitis ist umstritten                
ACE-Hemmer (Angiotensin Converting Enzyme)-Hemmer, Medikament gegen Bluthochdruck                
Acetylcholin wichtigster Neurotransmitter des peripheren Nervensystems
                
ACTH adrenocorticotropes Hormon = Hormon der Hirnanhangsdrüse, das die Nebennierenrinde veranlasst, vermehrt Cortisol und weitere Hormone zu bilden und abzugeben, die auf die Organentwicklung und den Stoffwechsel unter anderem krampfhemmend einwirken. Der dem natürlichen ACTH weitgehend entsprechende, synthetisch hergestellte Wirkstoff Tetracosactid wird intramuskulär gespritzt. Wird bei schwer beherrschbaren Epilepsien wie dem West-Syndrom, Lennox-Gastaut, ESES, Landau-Kleffner eingesetzt. Hat erhebliche Nebenwirkungen.
                
AD Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen)                
ÄD ärztlicher Dienst                
ADD (englisch: Attention Deficit Disorder) Bezeichnung für ADS, siehe dort                
Add-on-Gabe Zu einer bereits bestehenden Medikation ein weiteres Medikament hinzufügen, siehe auch Kombinationsbehandlung.                
ADHD (englisch: Attention Deficit/Hyperactivity Disorder) Bezeichnung für ADHS, siehe dort                
ADHS Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom                
ADI Acceptable daily intake (= Erlaubte Tagesdosis)
                
adipös stark übergewichtig                
Adipositas Fettleibigkeit, Fettsucht, auch Obesitas oder Obesität genannt. Starkes Übergewicht. Beginnt bei einem BMI ab 30 aufwärts. Es werden drei Schweregrade unterschieden. Siehe auch BMI.
                
Adrenalin Einer der Neurotransmitter (siehe dort) im zentralen Nervensystem in adrenergen Neuronen (Nervenzellen). Ist außerdem ein im Nebennierenmark gebildetes, bei Stress in den Blutkreislauf ausgeschüttetes Hormon; bewirkt als solches eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchiolen, eine schnelle Bereitstellung von Energiereserven durch Fettabbau (Lipolyse), die Freisetzung und Biosynthese von Glucose, reguliert  die Durchblutung (Zentralisierung) und die Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung).    
            
ADS Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ohne auffallende Hyperaktivität                
AE Antiepileptika (Medikamente gegen Epilepsie)                
AED Automatisierter externer Defibrillator, halbautomatischer Defibrillator siehe Defibrillator  
              
AEP Akustisch evozierte Potenziale, messbare leichte elektrische Impulse, die im Stammhirn entstehen, wenn bestimmte Arten von Schallwellen das Ohr treffen. Das Messverfahren nennt man deutsch Hirnstammaudiometrie.      
          
AES American Epilepsy Society (amerikanischer Epilepsie-Verband)                
AEV Arbeiter-Ersatzkassen-Verband                
afebril ohne Fieber                
Ag Antigen, siehe dort                
AG Arbeitsgemeinschaft                
aggraviert verschlimmerter Krankheitszustand (auch durch andere Erkrankungen/Faktoren)                  
agitiert unruhig                
AGM Allgemeine Gesundheitsmaßnahmen                
Agyrie Es fehlen Windungen im Großhirn                
AiP Arzt im Praktikum                
Ak Antikörper, siehe Immunglobuline                
AKH Allgemeines Krankenhaus                
akinetisch bewegunglos, bei einem akinetischen Anfall kann der Betroffene sich nicht bewegen                
Aktionspotential Antwort auf einen Reiz, meist ist gemeint: kurze Spannungsänderung der Membran einer Nerven- oder Muskelzelle als Ausdruck der Tätigkeit
                
akut (lateinisch: acutu = scharf, spitz). Schnell zum Ausbruch kommende Erkrankungen vergleichsweise kurzer Dauer (3 bis 14 Tage). Bei chronischen Erkrankungen die Phase eines aktiven Schubes.                
akute symptomatische Anfälle siehe Gelegenheitsanfälle
                
Allgemeinveränderung Im EEG sind im Bereich des gesamten Gehirns unregelmäßigere und langsamere Wellen zu sehen.  
              
Alpha-Rhythmus Rhythmische Folgen von Alphawellen. Diese treten im normalen Wach-EEG bei geschlossenen Augen ab einem Alter von etwa 6 Jahren über den hinteren Hirnabschnitten überwiegend auf.                
Alpha-Wellen Im EEG Wellen mit einer Frequenz von 8 bis 12 pro Sekunde (8-12 Hz).  
              
alternierend zwischen zwei Möglichkeiten wechselnd (lateinisch: alternans = abwechselnd) Z. B.  Halbseitenanfälle, die abwechselnd links oder rechts auftreten.    
            
ambulant Behandlung, bei der der Patient anschließend nach Hause gehen kann, ohne über Nacht bleiben zu müssen.                
AMG Arzneimittelgesetz                
Aminosäuren (selten auch Aminocarbonsäuren, veraltet Amidosäuren) organische Verbindungen, von denen es sehr viele verschiedene gibt mit unterschiedlichen biologischen Funktionen. Sind unter anderem Bausteine von Proteinen (Eiweißen).
                
Amnesie (griechisch: a = ohne, nicht; mnesis = Erinnerung) Erinnerungslücke, Gedächtnisstörung für zeitliche oder inhaltliche Erinnerungen. Auslöser können sein: Unfälle (z. B. Schädel-Hirn-Trauma, Gehirnerschütterung), Anfälle bei Epilepsie, Migräne, Meningitis, Enzephalitis, Hirnschlag, Hypoxie, Demenz, Elektrokonvulsionstherapie, Vergiftungen, Alkoholmissbrauch,  Drogen, traumatische Erlebnisse, eine sogenannte Gehirnwäsche, posthypnotische Amnesie.
retrograd (rückwirkend) = Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor Eintreten des schädigenden Ereignisses (bzw. Anfalls). anterograd (vorwärtswirkend) = Gedächtnisverlust für eine bestimmte Zeit nach einem schädigenden Ereignis (bzw. Anfall), neue Ereignisse werden schnell wieder vergessen. kongrad = Nichterinnern an das eigentliche Ereignis (nzw. den epileptischen Anfall). transiente globale Amnesie = vorübergehende anterograde und retrograde Amnesie, zusammen mit Orientierungsstörung oder Verwirrtheit, tritt oft bei Migräne auf.
                
Amygdala deutsch Mandelkern, Teil des Limbischen Systems. Zwei kleine Bereiche nahe der Mitte des Temporallappens, die für die Überprüfung und Einordnung von Umweltreizen zuständig sind. Ist u. a. zuständig fürs Angst- und Aggressionsempfinden sowie beim Menschen auch für die Entscheidung, was aufgrund der damit verbunden Emotionen ins Langzeitgedächtnis übernommen wird.  
              
Anämie  "Blutarmut". Die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ist vermindert, oder aber ihr Blutfarbstoffgehalt. Siehe auch Blutbild.                
Anamnese (griechisch: anamnêsis = Erinnerung) Kranken(vor)geschichte                
Aneurysma dünnwandige Ausweitung eines Blutgefäßes, die platzen und dann zu inneren Blutungen führen kann.                
Anfallsherd siehe Fokus und multifokal        
        
Angelman-Syndrom   Hierbei ist das Chromosom 15 defekt. Die Folge ist eine Entwicklungsstörung u. a. des Gehirns, meist treten dabei auch epileptische Anfälle auf (Absencen, myoklonische, Grand Mal)
                
Angiographie, Angiografie Bildgebende Darstellung der Blutgefäße durch Röntgenaufnahme, nach Kontrastmittelgabe in die Blutbahn. Im Gehirn nennt man dies cerebrale Angiographie. Je nach Fragestellung ist zur Erstellung eines Befundes ergänzend ein CT und/oder MRT notwendig.        
        
ANS autonomes Nervensystem, siehe vegetatives Nervensystem                
Anschlussheilbehandlung Nachbehandlung in einer Reha(bilitations)-Klinik innerhalb von 5 Wochen nach der Entlassung aus der akut stationären Behandlung in einem Krankenhaus                
ante cenam vor dem Essen                
anterograd vorwärtswirkend    
            
Antigene (englisch: Antibody generating) Stoffe, an die sich Antikörper (Immunglobuline) und bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren spezifisch binden können, wodurch normalerweise die Produktion von Antikörpern gegen das Antigen angeregt wird. Über die Antigene kann der Organismus körperfremde Substanzen erkennen, um sie gegebenenfalls unschädlich zu machen. Manchmal hält er auch körpereigene Strukturen für Antigene und bekämpft sie irrtümlich (Autoimmunreaktion)    
            
Antikonzeption Empfängnisverhütung, Mittel zur Verhinderung des Eintretens einer Schwangerschaft.                
Antikörper siehe Immunglobuline                
ANV Akutes Nierenversagen  
              
Aorta Hauptschlagader, die größte Ader im menschlichen Körper, führt von der linken Herzkammer aus nach einem kleinen Bogen senkrecht nach unten durch den Bauchraum bis zum Becken.    
            
apallisches Syndrom ("ohne Hirnrinde"), Wachkoma, persistierender vegetativer Status (PVS). Schwere Hirnschädigung, bei der die Funktion des Großhirns erloschen ist. Das Leben wird durch die Funktionen des Hirnstamms aufrechterhalten. Die Betroffenen werden zwar wach, ihnen fehlen aber die kognitiven Funktionen, die notwendig sind, um das Bewusstsein zu erlangen. Deshalb können sie weder aktiv noch passiv in Kontakt mit der Umwelt treten.      
          
Aphasie-Epilepsie-Syndrom siehe Landau-Kleffner-Syndrom                
apoplektiform (schlagartig) ohne Vorankündigung einsetzend, z. B. Schlaganfall                
art. arteriell, siehe Arterie    
            
Artefakte Artefakte sind in der Medizin technisch bedingte Störungen in einer Darstellung wie beispielsweise dem EEG oder dem MRT. Sie können beim EEG z.B. durch Zähneknirschen entstehen, beim MRT durch Implantate im Körper oder durch Bewegungen.        
        
Arteria carotis die gemeinsame Kopfschlagader, auch Halsschlagader genannt                
Arterie Schlagader, Pulsader, Ader, die vom Herzen wegführt mit sauerstoffreichem, "frischem" Blut                
AS Aminosäure, siehe dort                
AS Angelman-Syndrom, siehe dort                
AS Aortenstenose (Stenose in der Aorta, siehe jeweils dort)                
AS Asperger-Syndrom, siehe dort                
AS Astigmatismus griechisch "(Brenn-)Punktlosigkeit", auch Stabsichtigkeit genannt, der meist eine Hornhautverkrümmung des Auges zugrunde liegt, Ursache kann aber auch eine Krümmungsanomalie der Linsenvorderfläche oder -rückfläche sein. Hierbei wird die Lichtbrechung des Auges verändert, so dass kein scharfer Brennpunkt mehr vorhanden ist, wodurch Punkte nicht mehr als solche wahrgenommen werden können, sondern strichförmig (als Stäbchen) erscheinen. Dies beeinträchtigt die Sehschärfe.          
AS Atriales Septum, angeborener Herzfehler, Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens. Es tritt in verschiedenen Formen und Schweregraden auf und kann bei leichter Ausprägung auch ohne Behandlung ausheilen.          
Aspartat ein Neurotransmitter (siehe dort)                
Asperger Syndrom Form des Autismus (siehe dort), erstmals beschrieben von  Hans Asperger im Jahre 1944, bei der Sprachvermögen und mindestens normal hohe Intelligenz vorhanden sind.                
asymptomatisch (ohne Symptome) Erkrankung ohne Krankheitszeichen, wie z. B. bei stiller Feiung (siehe dort)                
aszendierend aufsteigend, z. B.  manche Arten von Eierstockentzündungen oder Harnwegsinfekt, von höher gelegenen Organen absteigende Infektionen heißen deszendierend               
Ataxie verschiedenartige Störungen der Bewegungskoordination  
              
Ätiologie Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Ursache von Krankheiten beschäftigt. (griechisch: aitia = „Ursache“, logos = „Vernunft, Lehre“)    
              
Atonie plötzlicher Verlust der normalen Muskelspannung                
atonische oder atonisch-astatische Anfälle   Anfälle, die sich durch den plötzlichen Verlust der normalen Muskelspannung äußern, ohne dass es vorher zu tonischen oder klonischen Verkrampfungen kam. Nicht selten kommt es jedoch zuvor zu Myoklonien (myoklonisch-astatischer Anfall). Dabei sackt der Betroffene ganz oder teilweise schlaff in sich zusammen bis hin zum Sturz. Er steht oft sofort wieder auf (atonisch-astatischer Anfall), oder knickt bloß mit den Knien ein und fängt sich wieder oder nickt nur mit dem Kopf (Nickanfälle). Siehe auch BNS.
                
Aufdosieren Schrittweise Dosissteigerung eines noch nicht ausreichend wirkenden Medikamentes bis zum Erreichen der gewünschten Wirkung (bei dem Versuch, zugleich möglichst geringe Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen).    
              
Aura Beginn eines komplexen fokalen Anfalls, der von dem Betroffenen bewusst erlebt wird. Eine Aura entspricht einem einfach fokalen Anfall. Sie wird als Vorbote oder Vorzeichen empfunden, tritt jedoch nicht bei allen Patienten mit komplex-fokalen Anfällen auf. Hat der Betroffene Auren, so kann er manchmal vor dem Anfallsereigniss noch rechtzeitig reagieren, z. B sich hinlegen oder andere warnen. Anzeichen können sein: Reizbarkeit, Unruhe, Schlaflosigkeit, oder Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl oder andere Missempfindungen oder Gefühle unterschiedlichster Art. Manche Anfälle bestehen nur aus Auren, dann spricht man von einer isolierten Aura.      
          
Ausdosieren Ein Medikament so hoch dosieren, bis die Grenze der Verträglichkeit erreicht ist. Ist bei schwer behandelbaren Epilepsien nicht selten erforderlich.
                
Auslöser  Bestimmte Umstände, die einen Anfall bei dafür empfindlichen Personen provozieren können. Zum Beispiel unregelmäßiger Schlaf, Alkohol, übermäßiger Stress, Lichterscheinungen (siehe Fotostimulation), Vergessen der Medikamenteneinnahme.
                
Ausschleichen der Medikamente Hier mit ist ein langsames, schrittweises Absetzen gemeint, eventuell in Verbindung mit einem langsamen Aufdosieren eines anderen Medikamentes. Dies vermindert das Risiko von Entzugsanfällen.
                
aut-idem-Regelung (lateinisch: oder Gleiches) Gesetzliche Vorschrift für Apotheken, bei verschriebenen Medikamenten das preiswerteste mit demselben Wirkstoff in gleicher Wirkstärke und der gleichen Darreichungsform und Packungsgröße auszuwählen, falls der verschreibende Arzt dies nicht ausdrücklich ausschließt. Ein solcher Austausch kann bei Antiepileptika problematisch sein, da Generika nicht immer exakt gleich wirken, weil ein Spielraum in der Bioverfügbarkeit des Wirkstoffes vorhanden ist.      
          
Autismus Tiefgreifende Entwicklungsstörung, angeboren, beruht auf einer veränderten Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung des Gehirns. Bewirkt unter anderem schwerwiegende Probleme in der sozialen Interaktion und Kommunikation und stereotypes Verhalten bzw. stereotype Interessen. Die Gefühle und Gedanken anderer Menschen können nicht oder nur begrenzt nachvollzogen werden, dementsprechend wird auf sie nicht oder nur zum Teil angemessen reagiert. Beim Asperger Syndrom (früher autistische Psychopathie genannt) außerdem Probleme in der motorischen Koordination bei mindestens normaler Intelligenz und keiner Verzögerung in der Sprachentwicklung. Beim Kanner Syndrom (Frühkindlicher Autismus) hingegen häufig Intelligenzminderung und Sprachentwicklungsstörungen. Der High-Funktioning-Autismus entspricht dem Kanner Syndrom bei normaler Intelligenz. Atypischer Autismus unterscheidet sich vom Kanner Synrom dadurch, dass er nicht das Vollbild der Symptomatik aufweist oder erst nach dem 30. Lebensmonat die ersten Auffälligkeiten auftreten.                
autistische Psychopathie veralteter Ausdruck für das Asperger Syndrom, siehe Autismus  
              
Autoimmunreaktion siehe Antigene                
Automatismus, Automatismen Während eines Anfalles mit meist eingeschränktem Bewusstsein automatisch, also nicht willentlich beeinflussbare, sondern unbewusst ablaufende Bewegungen, die sinnlos sind, aber geordnet erscheinen können. Z. B. Schmatzen, Mimikveränderungen, Bewegungen der Hände oder Füße, Gehen, Lachen, Weinen, Sprechen etc.                
autonom selbständig, unabhängig  
              
AV atrioventrikulär - auf die Vorhof-Kammer(n) des Herzens bezogen                
AWMF Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (entwickelt Leitlinien für medizinische Diagnostik und Therapie)                
Axon Nervenzellfortsatz  
      
azetonämisches Erbrechen  Tritt vor allem bei Kindern auf. Heftiges, anfallsartig beginnendes und dann sich verselbständigendes, "unstillbares" Erbrechen (bis zu 50mal innerhalb von 24 Std.), das durch eine sich verändernde Stoffwechsellage hervorgerufen wird. Hierbei kommt es zu einem starken Elektrolytverlust und einer Übersäuerung (Azidose), die sich durch einen auffallend säuerlichen Mundgeruch bemerkbar machen kann. Es handelt sich um einen Notfall, bei dem sofort ein Arzt hinzugezogen werden muss, denn der Zustand kann unbehandelt lebensbedrohlich werden.

Azidose Übersäuerung des Körpers. Eine metabolische Azidose ist eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes und des Körpers, z. B. durch Nierenversagen, Stoffwechselentgleisung bei Diabetes (Insulinmangel), Vergiftung mit sauren Substanzen wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (Aspirin-Wirkstoff), Durchfall.
                
AZV Atemzugvolumen (Lungenfunktion)                
AZV Allgemeinzustand
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 21:49:21 von Cornelia-Admin »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #3 am: 27. September 2011, 20:52:58 »
Bac. Bacillus                
BAK Blutalkoholkonzentration  
              
Barbiturate Medikamentenwirkstoffe, die von der Barbitursäure abgeleitet wurden z.B. Phenobarbital (Handelnamen Luminal, Luminaletten), Primidon ((Desoxyphenobarbital), Barbexaclon (Handelsname Maliasin),  Thiopental. Barbiturate unterliegen bis auf einige Ausnahmen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV). Sie wurden seit Anfang des 20. Jahrhunderts als Schlafmittel eingesetzt. Seit 1992 sind sie in Deutschland und Schweiz als solche nicht mehr zugelassen. Barbiturate besitzen eine geringe therapeutische Breite, so dass eine hohe Gefahr der Überdosierung besteht. Bei Überdosierung kann eine zentrale Atemlähmung auftreten. Außerdem ist ein Kreislaufversagen (mit Abnahme der Nierenleistung bis zur Anurie) möglich.
Es steht kein spezifisches Gegenmittel bei einer Überdosierung zur Verfügung. Barbiturate können schon nach kurzem regelmäßigem Gebrauch eine starke körperliche und psychische Abhängigkeit (Suchtentwicklung!) hervorrufen, mit schweren körperlichen und psychischen Folgen. Bei plötzlichem Entzug kann dabei ein Delirium tremens auftreten. Der REM-Schlaf wird deutlich verkürzt, ebenso das Stadium 4 des Non-REM-Schlafs. Die durch Barbiturate in den ersten Nächten der Einnahme verlängerte Gesamtschlafdauer wird durch Toleranzentwicklung innerhalb kurzer Zeit (meist 8-10 Tage) wieder auf den Ausgangswert oder sogar darunter reduziert.
Aber manche Epilepsieformen erfordern dennoch den Einsatz von Barbituraten zu ihrer Behandlung. Sie sind aus den genannten Gründen jedoch normalerweise Medikamente der zweiten oder dritten Wahl, wenn andere sich nicht als wirksam erwiesen haben. Gleiches gilt bei der Behandlung von Erregungszuständen oder Spasmen. Außerdem werden Barbiturate wie Thiopental zur Narkoseeinleitung benutzt. In der Schweiz wird das als Medikament nicht mehr verwendete Pentobarbital in der Sterbehilfe eingesetzt.    
           
BB Blutbild, siehe dort                
BBW Berufsbildungswerke, siehe dort                
BD Bauchdecke                
BD Blutdruck                
BE Blutentnahme                
BE Broteinheit, siehe dort                
BECTS englisch: Benign Epilepsy with Centro-Temporal Spikes, siehe Rolando-Epilepsie                
Befund Die Gesamtheit der von einem Arzt festgestellten körperlichen und psychischen Symptome des Patienten.                
BeKV Berufskrankheiten-Verordnung  
              
benigne gutartig. So nennt man diejenigen der idiopathischen Arten von Epilepsien des Kindesalters, die meist bis zur oder im Laufe der Pubertät ausheilen; unabhängig davon, ob sie  bleibende Entwicklungsstörungen verursachen oder - wie die meisten Arten - dies normalerweise nicht tun.    
            
Benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen Spikes siehe Rolando-Epilepsie                
benigne kindliche Epilepsie mit okzipitalen Paroxysmen siehe gutartige okzipitale Epilepsie des Kindesalters                
benigne Partialepilepsie mit affektiver Symptomatik siehe gutartige psychomotorische Epilepsie    
            
Benzodiazepine  Medikamentengruppe, die Einfluss auf den Hirnstoffwechsel nimmt (Psychopharmaka). Alle Vertreter aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine unterliegen in der Bundesrepublik Deutschland der Gesetzgebung des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Bei regelmäßiger Einnahme besteht die Gefahr der Gewöhnung und der Abhängigkeit. Die Anwendung von Benzodiazepinen sollte darum so kurz wie möglich und die Dosis so gering wie möglich sein. Je nach genauem Wirkstoff werden sie eingesetzt als Antiepileptikum, Tranquilizer, Anxiolytikum, Hypnotikum, Sedativum und/oder Myotonolytikum (Muskelrelaxans). Benzodiazepine wirken im Allgemeinen: anxiolytisch (angstlösend), antikonvulsiv (krampflösend), muskelrelaxierend (muskelentspannend), sedativ (beruhigend und schlaffördernd), amnestisch (Erinnerung für die Zeit der Wirkdauer fehlt) und leicht stimmungsaufhellend. Außerdem dosisabhängig und je nach Substanz unterschiedlich stark atemdepressiv, d. h. sie dämpfen das Atemzentrum, was durch die Gabe anderer zentral wirkender Medikamente und/oder Alkohol erheblich vertärkt werden kann. Benzodiazepine beeinträchtigen das Reaktionsvermögen. Benzodiazepine gelten weltweit als die Medikamente mit der höchsten Missbrauchsrate. Sie schädigen während der Schwangerschaft den menschlichen Fetus. Zu den Benzodiazepinen gehören die Wirkstoffe: Alprazolam, Bromazepam, Brotizolam, Chlordiazepoxid, Clobazam, Clonazepam, Diazepam, Clorazepat, Flunitrazepam, Flurazepam, Loprazolam, Lorazepam, Lormetazepam, Medazepam, Midazolam, Nitrazepam, Oxazepam, Prazepam, Temazepam, Tetrazepam, Triazolam.        
        
BEPK Benigne epileptiforme Potentiale der Kindheit, fokale scharfe Wellen oder Spitzen im EEG, gefolgt von einer langsamen Welle mit niedrigerem Ausschlag        
BERA (Brainstem evoked response audiometry) deutsch Hirnstammaudiometrie, siehe AEP    
            
Berufsbildungswerk Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation, die der Erstausbildung und Berufsvorbereitung von behinderten jungen Menschen dienen                
Berufsförderungswerk Einrichtung zur Wiedereingliederung bzw. überbetrieblichen Rehabilitation von behinderten Erwachsenen, die bereits einmal beruflich tätig waren / im Erwerbsleben standen.  
             
Berufsgenossenschaft Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für gewerbliche oder landwirtschaftliche Unternehmen und ihre Beschäftigten                
BfA Bundesversicherungsanstalt für Angestellte                
BfArM Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte                
BFW Berufsförderungswerk, siehe dort                
BG Blutgruppe                
BG Berufsgenossenschaft, siehe dort                
BGA Bundesgesundheitsamt                
BGA Blutgasanalyse                
bioelektrischer Status siehe ESES    
            
Biofeedback (altgriechisch: bios = Leben, englisch: feedback = Rückmeldung) Methode, bei der versucht wird, auf Prozesse willentlich Einfluss zu nehmen, die im eigenen Körper normalerweise unbewusst ablaufen, wie z. B. Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Gehirnströme, Hautwiderstand, Körpertemperatur oder Muskelspannung. Diese werden hierzu mit entsprechenden Geräten gemessen und an akustische oder optische Signale gebunden, die z. B. durch einen Computerbildschirm oder Lautsprecher übertragen werden. Biofeedback hat nichts mit "Bioresonanztherapie" zu tun, welche Humbug ist.  
              
BKS Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, siehe Blutsenkung                
blande Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe klinische Symptome.                
Blickrichtungsnystagmus siehe Nystagmus  
              
Blutbild  Untersuchung des Blutes im Labor. Zum kleinen Blutbild gehören:  * Leukozyten (Leu): (Referenzbereich 4,0 - 9,4 Tsd./mikrol, bei Frauen 3,62 weniger), = weiße Blutkörperchen, Teil der Immunabwehr. Erhöht bei Entzündungen, Allergie, Bronchitis, Gichtanfall. Extrem erhöht bei Leukämie. Vermindert bei Virusinfekten (Masern, Grippe), Vergiftungen und durch manche Antibiotika.  * Erythrozyten (Ery): (Referenzbereich 4,5 - 6,3 Mill./mikrol, bei Frauen 3,4 weniger), = rote Blutkörperchen, transportieren Sauerstoff zu Organen. Erhöht bei Sauerstoffmangel, Stress, Flüssigkeitsmangel. Vermindert bei Blutarmut (Anämie), Blutverlust (z. B. lange Regelblutung). Blutarmut kann durch Eisenmangel entstehen, die Ursache sollte immer abgeklärt werden.  * Hämoglobin (Hb): (Referenzbereich 14 - 18 g/dl), = roter Blutfarbstoff, der Sauerstoff bindet. Wert abhängig von Zahl der roten Blutkörperchen.  * Hämatokrit (HKT): (Referenzbereich 38 - 52 %, bei Frauen 37 - 48, bei Männern 40 - 52), = Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblut. Zu hohe Werte machen das Blut dickflüssig. Erhöht bei Vermehrung der Erythrozyten, Flüssigkeitsmangel, Rauchern. Vermindert bei Blutarmut, Blutverlust, Schwangerschaft.  * MCV (Mean Corpuscular Volume): (Referenzbereich 80-96 fl), = Durchschnittliches Volumen eines Erythrozyten. Wird benötigt, um verschiedene Anämie-(Blutarmut)-Formen zu unterscheiden. (MCV = HKT/Ery)  * MCH (= Hbe) (Mean Corpuscular Hemoglobin): (Referenzbereich 28-33 pg), = Durchschnittliche Hämoglobin-Menge pro Erythrozyt. Wird benötigt, um verschiedene Anämie-(Blutarmut)-Formen zu unterscheiden. (MCH = Hb/Ery)
 * (manchmal wird statt der beiden vorhergehenden auch MCHC (Mean Corpuscular Hemoglobin Concentration) bestimmt,  = Hb/HKT, = MCH/MCV = Anteil des Hämoglobins am Gesamt-Volumen der roten Blutkörperchen, ist aber weniger aussagekräftig),  * Thrombozyten (Referenzbereich 100-350 Tsd./mikrol, beim Säugling 10^3/ul), = Blutplättchen, wichtig für Blutgerinnung und Wundverschluss.  * Retikulozyten (Referenzbereich 7 - 15 ‰, bei Erwachsenen 1 - 14, beim Säugling 3 - 13) = Vorläuferzellen der Erythrozyten, normal nur wenige vorhanden, erhöht bei Blutneubildung, z. B. nach großem Blutverlust.  
***   Zum großen Blutbild gehören zusätzlich:  * Neutrophile Granulozyten, stabkernig (Referenzbereich 3 - 5 %), =„Allrounder“ des Immunsystems, können alleine und sofort Krankheitserreger bekämpfen. Entwickeln sich vom stabkernigen zum segmentkernigen Stadium. Stabkernige sind erhöht bei Blutneubildung, und bei jeder nennenswerten bakteriellen Infektion.
  * Neutrophile Granulozyten, segmentkernig (Referenzbereich 50 - 70 %), = reife Form der Granulozyten * Basophile Granulozyten (Referenzbereich 0 - 1 %), = zuständig für die Bekämpfung von Parasiten wie Würmern, im normalen Blutbild die seltensten Zellen   * Eosinophile Granulozyten (Referenzbereich 2 - 4 %), = beteiligt an der Entstehung von Allergien, speichern große Mengen an Histamin und schütten es bei Reizung aus. Histamin führt im Gewebe zu vermehrter Durchblutung (Rötung), erhöhter Durchlässigkeit der Gefäßwände (Schwellung) und lockt andere Immunzellen an.   * Lymphozyten (Referenzbereich 20 - 52 %), = Unterform der weißen Blutkörperchen, zwei Arten vorhanden: B-Lymphozyten produzieren Antikörper, T-Lymphozyten bestehen aus T-Helfer-Zellen und T-Killer-Zellen.   * Monozyten (Referenzbereich 2 - 8 %), = große Fresszellen (Makrophagozyten)  * Anisozytose (Referenzbereich negativ, gemessen in bool), = starke Größenschwankungen der Erythrozyten * Polychromasie (Referenzbereich negativ, gemessen in bool), = unterschiedliche Anfärbbarkeit von Zellen, Polychromasie von Erythrozyten kommt vor bei bestimmten Erkrankungen wie manchen Formen der Anämie.
 * Retikulozyten (Angabe bezogen auf Erythrozyten, Referenzbereich 7 - 15 ‰)  
              
Blut-Hirn-Schranke  Physiologische Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem. Schützt das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen, die herausgefiltert werden, bevor das Blut das Gehirn erreicht. Da auch viele medikamentöse Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können, wird hierdurch die Behandlung vieler neurologischer Erkrankungen erheblich erschwert.    
            
Blutsenkung Laboruntersuchung, bei der die Gerinnung des Blutes verhindert wird um dann die Geschwindigkeit zu beobachten, mit der einzelne Bestandteile des Blutes nach unten sinken. Dies kann Hinweise auf verschiedene entzündliche Erkrankungen oder auch Tumore ergeben.  
              
Blutspiegel siehe Spiegel                
Blutvergiftung siehe Sepsis
                
Blutzucker  Die Höhe des Glucoseanteils im Blut (Glucosespiegel). Ist er dauerhaft erhöht, ist dies ein Hinweis auf Diabetes. Symptome für zu hohe Zuckerwerte können sein: ständiges Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Erbrechen, Wadenkrämpfe, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, verlängerte bzw. gestörte Wundheilung. Unterzuckerung kann Krampfanfälle bewirken, die Hirnleistung vermindern, vermehrte Adrenalinausschüttung, zittrige Hände und Schweißausbrüche verursachen. Normalwerte: nüchtern: 3,9–5,5 mmol/l, entsprechend 70–99 mg/dl; nach dem Frühstück: bis maximal 8,9 mmol/l, entsprechend 160 mg/dl
                
BMI Bodymassindex (Körpermasseindex), wird berechnet: kg/m² , Kilogramm geteilt durch die mit sich selbst multiplizierte Körpergröße, gemessen in Metern (z. B. 70kg geteilt durch 1,7m mal 1,7m = BMI 24,2) Der normale BMI hängt von Alter und Geschlecht ab. Mit zunehmendem Alter steigt er etwas an. Er sollte bei Zwanzigjährigen zwischen 19 und 24 liegen, bei Vierzigjährigen zwischen 21 und 26, bei Sechzigjährigen zwischen 23 und 28. Für Kinder gelten eigene Werte. Siehe z. B. http://www.mybmi.de/main.php      
          
BNS Blitz-Nick-Salaam-Anfälle, siehe West-Syndrom                
Bodymassindex siehe BMI                
BP Blutdruck                
BPZ Beipackzettel  
             
Broteinheit (BE), auch Kohlenhydrateinheit (KE oder KHE), Einheit zur Berechnung des Kohlehydrat-Gehaltes von Nahrungsmitteln, verwendet bei der Ernährungsberatung bei Diabetes mellitus. Broteinheit BE - Deutsche Diätverordnung: 1 BE = Nahrungsmittelmenge, die 12g an verdaulichen (darum blutzuckerwirksamen) Kohlenhydraten in unterschiedlicher Zucker- und Stärkeform enthält = Energiewert: 200 kJ.
Schweiz: 1 BE = 10g Kohlenhydrate.
Kohlenhydrateinheit (KE): zur leichteren Berechnung wird inzwischen oft die Bezeichnung Kohlenhydrateinheit verwendet, die ebenfalls 10g Kohlenhydraten entspricht.  
             
bspw. beispielsweise                
BWS Brustwirbelsäule                
bzw.  beziehungsweise
« Letzte Änderung: 27. September 2011, 23:11:44 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #4 am: 27. September 2011, 20:54:09 »
Ca Karzinom (bösartiger Tumor, der von Zellen im Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut ausgeht)                
Ca Kalzium                
ca. circa, ungefähr                
Carbamazepin Medikament gegen Epilepsie                
CFE englisch: Chronic Focal Encephalitis, siehe Rasmussen-Enzephalitis                
CFS, CFIDS Chronic Fatigue/Immune Dysfunction Syndrome, chronisches Erschöpfungs-Syndrom      
          
ChE Cholinesterase, Enzyme, die Cholin-Ester spalten. Geben als Laborwert Aufschluss über den Verlauf von Lebererkrankungen. Referenzbereich für Messungen bei 37°C: 4.9 - 12.0 kU/l Niedrigere Werte bedeuten, dass die Leber weniger Proteine produziert. Dies kommt aber auch bei manchen gesunden Menschen vor.  
              
Chromatin siehe Chromosome                
Chromosome (griechisch:chróma = Farbe, sóma = Körper, also „Farbkörper“) Strukturen in den Zellkernen der Zellen, die Gene enthalten, welche wiederum die Erbinformationen enthalten. Chromosomen bestehen aus einer Mischung aus DNA (siehe dort) und vielen Proteinen (Eiweißen). Diese verpackte Mischung nennt man auch Chromatin. Der Mensch besitzt 24 verschiedene Chromosome.    
            
chron. chronisch (griechisch: chrónos = die Zeit) Sich langsam entwickelnde oder lang andauernde Erkrankungen mit einem Krankheitsverlauf von über vier Wochen. Eine Erkrankung kann chronisch sein und trotzdem eine akute Komponente haben. Einige chronische Erkrankungen, wie z. B. die Epilepsie, die Migräne oder die Multiple Sklerose, zeichnen sich durch akute Schübe (Anfälle) aus. Andere Erkrankungen, wie z.B. die Sarkoidose, gibt es in akuten und in chronischen Varianten.
                
chronisch-progredient   Lang anhaltende oder bleibende Erkrankung, in deren Verlauf die Symptome zunehmen oder zusätzliche Symptome entstehen. Fortschreitende Erkrankung.    
            
chrono (griechisch: chrónos = Zeit) Namenszusatz bei manchen Medikamenten in der Retardversion, siehe retard                  
Compliance Die vertrauensvolle Mitarbeit des Patienten bei der ärztlichen Behandlung.                
CPM Cardio-Myopathie, Erkrankung des Herzmuskels                
CPR Cardiopulmonale Reanimation, Herz-Lungen-Wiederbelebung                
CSWS Continuous Spikes and Slow Waves during Slow Sleep", siehe ESES                
CT Computertomografie (erzeugt ein dreidimensionales Röntgenbild in Schichtaufnahmen)                
CTG Cardiotokogramm, Kardiotokografie, Herztonwehenschreibung. Überwachung der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes im Mutterleib in Abhängigkeit von den gleichzeitig aufgezeichneten Wehen.    


           
d dies (lateinisch: Tag)                
D Dosis                                                  
d. h. das heißt                
da gib (auf Rezepten)                
Dämmeranfälle siehe komplex-fokal    
            
Defektheilung Besserung des Gesundheitszustandes nach zumeist schwerer Krankheit, die jedoch nicht zu einer vollständigen Wiederherstellung der Gesundheit führt. Die verbleibenden Beeinträchtigungen werden als Residuen bezeichnet.
                
Defibrillator Gerät zur Wiederbelebung oder Stabilisierung des Herzschlages durch starke Stromstöße  
              
Déjà-vu (französich: „schon gesehen“. Erinnerungstäuschung , eine gerade erlebte Situation kommt einem seltsam vertraut vor, als habe man sie exakt so schon einmal durchlebt. Dies kann beim gesunden Menschen gelegentlich spontan auftreten, meist bei Müdigkeit. Aber es kann auch Ausdruck eines epileptischen Anfalles vor allem im Temporallappen sein (dysmnestische Anfälle), einer Psychose, einer Neurose oder einer Vergiftungserscheinung z.B. durch Alkohol sein. Das Gegenteil, ein Jamais-vu-Erlebnis (jamais: französisch niemals), also das plötzliche Gefühl von Fremdheit in einer vertrauten Sítuation/Umgebung kann auf ähnliche Weise auftreten.                
 
Dendrit Nervenzellenausläufer      
          
Depression Zustand schwerer und dauerhafter seelischer Niedergeschlagenheit. Symptome können u. a. sein: Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer, Unfähigkeit, die Stimmung durch Zuspruch von außen positiv zu beeinflussen, Antriebshemmung, Denkhemmung, innere Unruhe, Schlafstörungen, Essstörungen, Schmerzen. D. können sehr unterschiedliche Ursachen haben, auch Medikamentennebenwirkung sein. In schweren Fällen ist die Suizidalität erhöht. Darum ist eine Behandlung wichtig.  
              
Desoxyribonukleinsäure siehe DNA.                  
destruierend zerstörend, einige bösartige Tumorarten wachsen destruierend, sie vernichten das umliegende Gewebe, v. a. Knochenstrukturen, aber auch z.B. die Haut. Auch die Infektionskrankheit Lepra schädigt das Gewebe destruierend.   
            
deszendierend   absteigend, z. B. Infekt der oberen Atemwege wandert in die Lunge, eine Entzündung wandert aus dem Darm in den Blinddarm. Aufsteigende Infektionen heißen aszendierend.                
Dextrose siehe Glc
                
Diabetes mellitus aus dem Griechischen: "honigsüßer Durchfluss", deutsch: Zuckerkrankheit, Bezeichnung von Stoffwechselerkrankungen, die zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führen und zahlreiche schwerwiegende Folgeerkrankungen verursachen können. Normale Blutzuckerwerte liegen nüchtern unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter), nach dem Essen (postprandial) bei maximal 140. Werte darüber sollten ärztlich abgeklärt werden. Der seltenere Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel an dem Hormon Insulin, weil die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) durch körpereigene Abwehrstoffe zerstört wurden. Beim häufigeren Typ-2-Diabetes ist die Insulinproduktion vermindert und die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf das produzierte Insulin. Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor zur Entwicklung eines Typ-II-Diabetes.    

dias Tag                
Differentialblutbild   Routine-Blutuntersuchung, bei der im Labor überprüft wird, welche Arten von weißen Blutkörperchen in welcher Menge im Blut vorhanden sind.                
Disposition Veranlagung, Krankheitsbereitschaft, angeborene oder erworbene Anfälligkeit des Körpers für die Ausbildung von Krankheiten.
                
Dissoziation / Dissoziieren Psychischer Vorgang, bei dem Teile des Bewusstseins vom Rest der eigentlichen Person unwillkürlich abgespalten werden. Dabei kommt es zu einem teilweisen oder völligen Verlust von psychischen Funktionen wie des Erinnerungsvermögens, eigener Gefühle oder Empfindungen wie Schmerz, Angst, Hunger, Durst, der Wahrnehmung der eigenen Person und/oder der Umgebung sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Art und Ausprägung können sehr unterschiedlich sein und auch innerhalb kurzer Zeit wechseln. Ursache kann ein Trauma sein.  
              
dissoziative Anfälle siehe psychogene Anfälle  
              
DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum                
dl Deziliter, ein zehntel Liter; 1 dl = 0,1 l = 100 ml
                
DNA Desoxyribonukleinsäure (englisch: Säure = acid, daher das A, wird auch DNS abgekürzt) Aus jeweils zwei Strängen (Doppelhelix) bestehendes Biomolekül in den Chromosomen (siehe dort), ist Trägerin der Erbinformation bei allen Lebewesen, enthält unter anderem die Gene.                
DNA-Polymerase Enzyme, welche die Synthese von DNA katalysieren. DNA-Polymerasen spielen eine Schlüsselrolle bei der DNA-Replikation (der Vervielfältigung des Erbinformationsträgers DNA in einer Zelle).
DNS siehe DNA.  
              
Doc Doktor, Arzt    
            
Doose-Syndrom Seltene frühkindliche myoklonisch-astatische Epilepsie. Betroffen sind meist Kinder 1/2 bis 5 Jahre. Später mildere Verlaufsform. Beginnt meist mit Fieberkrämpfen oder generalisierten Anfällen ohne Fieber, bald darauf folgen myoklonische und myoklonisch-atonische Anfälle sowie Absencen. In der Hälfte der Fälle schwerer Verlauf mit GM und Staten, Übergänge in das LGS.
                
Dopamin Einer der Neurotransmitter (Nervenbotenstoff). Dopamin beeinflusst zahlreiche, zum Teil lebensnotwendige Stoffwechselvorgänge im Gehirn und ist unter anderem beteiligt bei der Regulierung von Empfindungen wie Glück oder Ängstlichkeit. Die Verfügbarkeit von Dopamin in verschiedenen Bereichen des Gehirns spielt eine Rolle bei der Entstehung von Psychosen, Parkinson, dem Restless-Legs-Syndrom, AD(H)S und anderen Störungen.
Dopaminerge Neuronen Neuronen, in denen Dopamin vorkommt.
 
Doppelhelix siehe DNS    
            
Dravet-Syndrom sehr seltene, schwere myoklonische Epilepsie im Kindesalter, beginnt meist schon zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, oft halbseitig, oft bei Fieber. Später kommen Myoklonien, atypische Absencen und fokale Anfälle hinzu. Ursache sind meist spontane (nicht ererbte) Mutationen  des Natriumkanalgens SCN1A. Ungünstiger Verlauf. - Hiervon zu unterscheiden sind myoklonische Anfälle, die nicht ganz so seltene gutartige myoklonische Epilepsie im Kindesalter, welche im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren bei normal entwickelten Kindern auftritt, manchmal ebenfalls mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, oft mit Fieberkrämpfen, jedoch meist erfolgreich mit Valproat behandelt werden kann, sowie physiologische Einschlafmyoklonien.        
        
Drop-Attack plötzliches Hinfallen ohne Vorwarnung wegen eines Verlustes des Muskeltonus (der Muskelspannung), ohne dass dabei das Bewusstsein verloren wird. Es handelt sich hierbei nicht um einen epileptischen Anfall oder eine Synkope.  
              
DSM-IV  Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, vierte Auflage) Das Klassifikationssystem der American Psychiatric Association (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung) zur Einordnung von psychischen und psychiatrischen Störungen  Ein entsprechendes Handbuch der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist die ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Auflage), welche sich neben den psychisch-psychiatrischen Störungen auch mit allen anderen Krankheitsbildern befasst. Beide Werke werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.  In beiden werden die Krankheiten nach einem speziellen Zahlen-Buchstaben-System verschlüsselt.
        
dymnestische Anfälle Anfälle mit Erinnerungstäuschungen wie Déjà-vu (siehe dort).                
dysmnestische Anfälle siehe fokal
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 22:08:52 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #5 am: 27. September 2011, 20:55:08 »
EEG Elektroenzephalogramm = Messung und Aufzeichnung der schwachen elektrischen Impulse, welche die Nervenzellen im Gehirn erzeugen.        
        
Eindosieren Das (bei einigen Medikamenten anfangs, um das Risiko für das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen zu reduzieren, oft langsam und in sehr kleinen Schritten erfolgende) Steigern der Dosis eines neu verordneten Medikamentes bis zum Erreichen der Zieldosis.  
              
EKG Elektrokardiogramm = Messung und Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzens                
Elektroenzephalogramm siehe EEG                
Elektrokardiogramm siehe EKG                
emotional gefühlsbetont                
Emotionen Gefühle
                
Entzugsanfälle Anfälle, die bei plötzlichem oder zuschnellem Absetzen von Epilepsie-Medikamenten auftreten können. Das Risiko ist nicht bei allen Medikamenten- und Anfallsarten gleich groß, kann aber bis hin zum Status epilepticus reichen.
Auch bei einigen anderen Medikamenten oder Stoffen, an die der Körper gewöhnt ist, können Entzugsanfälle auftreten, so z.B. u.a. beim Entzug von Alkohol oder Drogen bei Süchtigen.    
            
Enzephalitis (altgriechisch) Entzündung des Gehirns. Meist durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien oder durch Pilze. Auslöser können auch Würmer, Prionen, Autoimmunerkrankungen oder Tumore sein. Bei einer Meningoenzephalitis sind auch die Hirnhäute betroffen, bei einer Enzephalomyelitis auch das Rückenmark, bei einer Panenzephalitis das gesamte Gehirngewebe, bei einer Polioenzephalitis die Nervenzellenleiber der Grauen Substanz, bei einer Leukenzephalitis die Nervenfaserverbindungen der Weißen Substanz. Der Verlauf kann akut, chronische oder latent (ohne klinische Erscheinungen) sein. Mögliche Symptome sind u. a. auch je nach Lokalisation und Schwere der Erkrankung: Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Lähmungen, Sehstörungen mit Doppelbildsehen, Sprachstörungen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit. Komplikationen können dauerhafte Lähmungen, Sprachstörungen, geistige Behinderung oder Autismus-ähnliche Verhaltensprobleme sowie Parkinson sein. Die Hälfte der bakteriellen Hirnhautenzündungen verläuft tödlich.                
Enzephalomyelitis siehe Enzephalitis
                
Enzym (Veralteter Begriff: Ferment) Ein biochemischer Katalysator, der hilft, einen Stoff zu spalten oder anderweitig zu verändern. Enzyme werden von allen lebenden Zellen und Mikroorganismen gebildet und wirken sowohl innerhalb wie außerhalb der Zellen. Die Geschwindigkeit jener Reaktionsprozesse im Körper wird durch die Einwirkung des Enzyms zum Teil um das Millionenfache erhöht. Ein Enzym besteht aus einem Protein (Eiweiß) und zum Teil außerdem aus einem zweiten Stoff (Coenzym), der organisch oder metallisch, aber kein Protein ist. Das Coenzym verändert sich durch die Reaktion, im Gegensatz zu dem Protein. Es gibt mehrere zehntausend unterschiedlicher Enzyme, die hochspezifisch arbeiten, d.h. jedes Enzym steuert eine ganz bestimmte biochemische Reaktion.
                
Epi Epilepsie                  
epigastrische Anfälle siehe fokal                
Epikurier gemeinsame Zeitschrift des e.b.e. Epilepsie Bundes-Elternverband e.V. und des Landesverband Epilepsie Bayern e.V. http://www.epikurier.de/                
epileptische Hemiplegie siehe Toddsche Lähmung                
epileptische Paralyse siehe Toddsche Lähmung                
episodisch siehe rezidivierend
Epivista computergesteuerter Anfallskalender von der Firma Desitin  
              
EPMS Störungen im extrapyramidalmotorisches System. Ist auch eine mögliche Medikamentennebenwirkung z. B. bei Neuroleptika. Kann sich z. B. durch Schlundkrämpfe äußern.    
            
EPS Extrapyramidalmotorisches System. Auf den Menschen bezogenes Konzept, in dem sich alle Steuerungsvorgänge der Bewegung (Motorik) wiederfinden, die nicht über die Pyramidenbahn des pyramidalen Systems (= zuständig für die Feinmotorik und die willkürliche Motorik) verlaufen. Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen pyramidalem und extrapyramidalem System, aber die Bezeichnung ist zum Verständnis von neurologischen Krankheitsbildern hilfreich.  
              
Ergenyl, Ergenyl Chrono Medikament gegen Epilepsie. Wirkstoff: Valproat                
Ergotherapie Aktivierungs- und Beschäftigungstherapie                
Erhaltungsdosis Die Dosis eines Medikamentes, die dauerhaft beibehalten werden soll. Diese kann wird oft erst nach einiger Zeit gefunden oder erreicht.                
erosiv Gewebe angreifend, wie z. B. Gastritis                
Erythrozyten rote Blutkörperchen. Siehe Blutbild.

ESES "Electrical Status Epilepticus During Slow Sleep", Synonyme sind: CSWS, Tassinari-Syndrom (benannt nach dem italienischen Neurologen Carlo Alberto Tassinari, der es im Jahr 1969 erstmals beschrieb), schwere multifokale EEG-Veränderungen, besonders im tiefen Schlaf. Hierbei treten fast ununterbrochen epilepsietypische Potenziale auf, es kommt zu sogenannten "bioelektrischen Staten". Dadurch kann es zum Verlust schon erworbener sprachlicher und psychischer Fähigkeiten kommen, mit der Gefahr bleibender Entwicklungsrückstände. Oft entstehen erhebliche Verhaltensauffälligkeiten. Eine gute Behandlung des ESES ist darum sehr wichtig, aber oft schwierig. Sichtbare Anfälle fehlen in etwa 30 Prozent der Fälle, sonst oft  weniger häufig und vorwiegend im Schlaf auftretend. Beginn im 2. bis 10. Lebensjahr. Betroffen sind nicht selten Kinder mit leichter allgemeiner Entwicklungsstörung oder  Teilleistungsstörungen, die sich sich im Verlauf verstärken können. Tritt oft auf beim Pseudo-Lennox-Syndrom, enge Verwandschaft zum Landau-Kleffner-Syndrom.    
            
etc. et cetera (lateinisch: und so weiter)                
Ethosuximid  Wirkstoff in einigen Medikamenten gegen Epilepsie (in Petinimid, Petnidan, Suxilep, Suxinutin)
            
ETP epilepsietypische Potentiale = bestimmte, kurze Ausschläge in der beim EEG aufgezeichneten Kurve, die auf eine übermäßige, abnorme Erregung im Bereich der unter dem Ableitungspunkt befindlichen Hirnrinde hinweisen. Sie schaden den Gehirnzellen nicht - es sei denn, sie treten längere Zeit ununterbrochen auf, als bioelektrischer Status (ESES). Solche einzelnen Erregungen sind in der Zeit zwischen den Anfällen gemildert, so dass dabei keine erheblichen Funktionsstörungen oder Anfälle aufteten. Sie bedeuten aber eine vorhandene Anfallsbereitschaft. Mehrere Spitzen kurz hintereinander, sogenannte Polyspikes ("hochfrequente Spitzen") bedeuten meist  eine hohe Anfallsbereitschaft und treten  im EEG oft am Beginn und während eines Anfalls auf.    
            
EU Europäische Union                
evtl. eventuell                
extern außerhalb, draußen befindlich                
Exterozeption Wahrnehmung von Umweltreizen                  


           
f, ff steht für folgende, bedeutet, dass ein Thema in einem Text auf der nächsten (f) bzw. über mehrere (ff), unmittelbar aufeinander folgende Seiten oder Paragraphen hinweg behandelt wird.  
              
Fatalität (englisch: fatality), siehe Letalität                
FE Fahrerlaubnis                
Ferment siehe Emzym    
            
Fieberkrampf Epileptischer Anfall, der durch ansteigendes Fieber ausgelöst wird, meist zu Beginn eines fieberhaften Infektes. Häufigste Art von Gelegenheitsanfällen bei Säuglingen und Kleinkindern. Bei Dauer über 5 Minuten ist Anfallsunterbrechung erforderlich, dann handelt es sich um einen Notfall! Rettungswagen rufen, wenn kein Notfallmedikament im Haus. Telefonnummer ist in Deutschland 112. Meist ist ein Fieberkrampf ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall von kurzer Dauer. Auch generalisierte nur klonische Anfälle, Halbseitenanfälle, selten kurze atonische oder tonische Anfälle. Öfter auch länger dauernd als Grand mal ohne Fieber, auch über 10 Minuten oder in Serien, also Statusneigung. Ein Fieberkrampf bleibt meist einmaliges Ereignis, tritt nur bei 1/3 der Fälle mehrmals auf. Ab 5 Jahren bleiben Wiederholungsanfälle selten. Nur bei ca. 3-4 % der Kinder mit Fieberkrämpfen entwickelt sich bis zum 7. Lebensjahr eine Epilepsie. Risiko bei einfachen Fieberkrämpfen nur 1,5 %. Allgemeines Epilepsie-Risiko ohne Fieberkrämpfe ca. 1%. Bei komplizierten Fieberkrämpfen (= mehrere Risikofaktoren zusammen, wie Hirnschädigung, Epilepsie in der Familie bekannt, Krämpfe schon im 1. Lebensjahr oder nach dem 4., häufige oder mehr als 15 Minuten lange Fieberkrämpfe, wochenlange epilepsietypische Aktivitäten im EEG) liegt das Risiko für eine Epilepsie bei ca. 15%.  
              
Filia Tochtergeschwulst, siehe Metastase                
Fließgleichgewicht siehe Spiegel        
        
fMRT funktionelle MRT. Hiermit lässt sich ein aktivierter Ort im Gehirn darstellen, der durch eine Tätigkeit (etwa bei einer Reizverarbeitung in der Sehrinde, oder bei einem Anfall) eine Durchblutungsänderung zeigt. Wichtig für das genaue Orten epileptischer Herde vor einer epilepsiechirurgischen Operation.    
            
fokaler Anfall, Fokus Nur ein bestimmter, begrenzter Teil des Gehirns ist vom Anfallsgeschehen betroffen. (lateinisch: focus = Herd) Fokale Anfälle können sich sehr unterschiedlich gestalten, je nachdem wofür dieser Teil des Gehirnes jeweils zuständig ist. Einfach-fokale Anfälle reichen von Missempfindungen verschiedenster Art in beliebigen Körperteilen (sensible Anfälle) über Muskelkrämpfen in Form von Zuckungen oder Versteifungen (einfach-motorische Herdanfälle, manchmal gefolgt von Toddschen Lähmungen), Kombinationen von beiden (seonsomotorische Anfälle), versive Anfälle (Wendebewegungen von Augen, Kopf oder Oberkörper. Ipsiversiv = in Richtung des epileptischen Herdes, Adversiv = in entgegengesetzter Richtung), bis hin zu Wahrnehmungsveränderungen (sensorische Anfälle), epigastrischen Anfällen (Missempfindungen im Bauchraum, vom Magen zum Kopf aufsteigend), vegetativen Erscheinungen wie Blässe, Erröten, Schwitzen, Pupillenveränderung ( = vegetative oder autonome Anfälle) und zu Déjà-vus oder jamais-vus (dysmnestische Anfälle). Weil die epileptische Aktivität sich bei einfach-fokalen Anfällen nur auf eine bestimmte Stelle des Gehirnes beschränkt, den Fokus oder Herd, erleben Betroffene stets die gleichen Symptome, die jedoch individuell je nach Ort des Herdes sehr unterschiedlich sein können. Bei einfach-fokalen Anfällen ist das Bewusstsein nicht getrübt, der Betroffene bekommt alles mit. Siehe auch: komplex-fokal und Jackson-Anfälle.            
    
Fotosensibilität Empfindliche Menschen - auch  anfallsfreie, gesunde -  können bei starken Lichtreizen epileptische Anfälle bekommen. Besonders riskant sind Stroboskope in Discos, großflächige, flimmernde Hell-Dunkel-Kontraste z. B. bei Filmen oder Videospielen mit flackernden Szenen, bei Bildschirmen mit niedriger Bildwiederholungsrate und in dunkler Umgebung, rhythmischen Erscheinungen wie bei Alleedurchfahrt im Sonnenlicht, Reflexen auf Wasseroberflächen u. ä. Übermüdung senkt die Anfallsschwelle. Meist - nicht immer - findet man bei Betroffenen im EEG bei Reizung mit flackerndem Licht (Fotostimulation) epilepsietypische Potentiale.            
Fotostimulation siehe Fotosensibilität  
              
foudroyant (blitzartig) schneller und zugleich sehr schwerer Krankheitsverlauf,  z. B. Schlaganfall, Lungenembolie                
              
Frequenz Häufigkeit, bei Wellen ist  die Anzahl der Wellenspitzen/Schwingungen in einem bestimmten Zeitraum gemeint (normalerweise pro Sekunde).    
            
frontal vorn, am Kopf im Bereich der Stirn                
Frontallappen Vorne hinter der Stirn liegender Teil des Großhirns. Unterteilung  in einen motorischen und prämotorischen Bereich (zusammen Motorcortex genannt) sowie einen präfrontalen Bereich (präfrontaler Cortex). Zuständig für Auswahl und Ausführung von Bewegungen sowie die Steuerung der dafür notwenigen kognitiven Prozesse.                
Frontallappenepilepsie Fokale Epilepsie mit fokalen epileptischen Anfällen, die im Stirnlappen des Gehirns entstehen.
                
Fructose vgl. Glc                
Frühe infantile epileptische Enzephalopathie siehe Dravet-Syndrom                
Frühkindlicher Autismus Entspricht dem Kanner Syndrom. Siehe Autismus.                
fulminant schneller und zugleich sehr schwerer Krankheitsverlauf                
FV Fahrverbot
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 21:45:27 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #6 am: 27. September 2011, 20:55:50 »
g Gramm
GABA Gammaaminobuttersäure. Wichtigster hemmender Neurotransmitter im Gehirnstoffwechsel.                
Gammaaminobuttersäure siehe GABA  
              
GdB Grad der Behinderung, der im Schwerbehindertenausweis dokumentiert wird.  
             
geistige Behinderung Eine langfristige Behinderung in der Entwicklung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen. Die Diagnosestellung erfordert: IQ von ca. 70 oder weniger; außerdem gleichzeitig Defizite oder Beeinträchtigungen der sozialen Anpassungsfähigkeit (= der Fähigkeit einer Person, die sozialen Normen ihres Umfelds altersgemäß zu erfüllen) in mindestens zwei der folgenden Bereiche: Kommunikation, Eigenständigkeit, häusliches Leben, soziale/zwischenmenschliche Fertigkeiten, Nutzung öffentlicher Einrichtungen, Selbstbestimmtheit, schulische Fertigkeiten, Arbeit, Freizeit, Gesundheit, Sicherheit; außerdem Beginn der Störung vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Es gibt keine Ausschlußkriterien. Es gibt keine spezifischen Persönlichkeits- oder Verhaltensmerkmale für geistige Behinderung. Es können sowohl Sanftmütigkeit, Abhängigkeit und Passivität vorkommen als auch Aggressivität und Impulsivität. Geistig behinderte Personen sind anfällig für eine Ausnutzung durch andere, eine Beschneidung ihrer Rechte und Möglichkeiten sowie für körperliche Mißhandlung und sexuellen Mißbrauch.
Der Verlauf einer geistigen Behinderung ist eher variabel und von Umweltfaktoren abhängig. Die Störung ist nicht zwangsläufig lebenslang. Geeignetes Training und gute Anpassungsfähigkeit in anderen Bereichen können Beeinträchtigung so vermindern, daß die Diagnose nicht mehr gestellt werden kann.
Die möglichen Ursachen für eine geistige Behinderung sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem: Genveränderungen, (vererbte oder spontan mutierte), (z. B. Down-Syndrom), frühe Schädigungen der Embryonalentwicklung (auch z. B. durch Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft), Probleme während der Schwangerschaft und Geburt (z. B. Mangelernährung des Fötus, Sauerstoffmangel bei der Geburt, Sauerstoff-Überdosierung im Brutkasten), Infektionen, Traumata, Vergiftungen, Mangel an Nahrung, Mangel an sozialen und sprachlichen und anderen Stimulationen (z. B. Hospitalismus), schwere psychische oder neurologische oder psychiatrische Störungen (z.B. Autismus, Epilepsie, organischer Hirnschaden)  
Es werden verschiedene Schweregrade unterschieden: Leichte geistige Behinderung
(IQ 50-55 bis ca. 70, „Debilität“), betrifft 85% der geistig behinderten Personen, der geistige Entwicklungsstand betroffener Erwachsener liegt bei ca. 15 Jahren; Mittelschwere geistige Behinderung (IQ 35-40 bis 50-55, „Imbezillität“), betrifft 10% der geistig behinderten Personen, Entwicklungsstand Erwachsener bei ca. 6 Jahren; schwere geistige Behinderung (IQ 20-25 bis 35-40, „Ausgeprägte Imbezillität“), betrifft 3-4% der geistig behinderten Personen, Entwicklungsstand Erwachsener bei ca. 6 Jahren; Schwerste geistige Behinderung (IQ unter 20 oder 25, „I d i o t i e“), betrifft nur 1-2% aller geistig behinderten Personen, bei der Mehrzahl davon liegt ein bekannter neurologischer Krankheitsfaktor zugrunde. Der Entwicklungsstand Erwachsener liegt bei 18 Monaten.  
              
Gelegenheitsanfälle Der Begriff „Gelegenheitsanfall“ wird nicht einheitlich gebraucht. Gemeint sind entweder epileptische Anfälle, die nur bei bestimmten Gelegenheiten auftreten, (Auslöser davon sind z. B. Fieber, Alkoholentzug, Schlafentzug, akute Stoffwechselstörungen, Kopfverletzung, Flüssigkeitsmangel, Schlaganfall etc.) Dann werden sie auch provozierte oder akute symptomatische Anfälle genannt. Einen solchen Anfall kann jeder Mensch erleiden, auch ohne dass eine epileptische Erkrankung im eigentlichen Sinne vorliegt. Oder es sind Anfälle gemeint, die nur gelegentlich auftreten, zum Beispiel nur einmal pro Jahr, auch ohne dass es einen erkennbaren Anlass dafür gibt. Dann wird auch von unprovozierten Gelegenheitsanfällen gesprochen.
            
Gen Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA), der die Grundinformationen des Erbgutes enthält.  
             
generalisiert Das ganze Gehirn betreffend. Es gibt neben den Absencen  tonische, klonische, tonisch-klonische, myoklonische und atonische generalisierte Anfälle. Man unterscheidet zwischen primär und sekundär generalisierten Anfällen. Bei primären Anfällen wie den Absencen oder dem Grand Mal ist von Anfang an das gesamte Gehirn von der epileptischen Erregung erfasst. Der Anfall beginnt plötzlich und der Betroffene ist sofort bewusstlos. Bei sekundären Anfällen breitet sich der Anfall von einem Herd ausgehend mehr oder weniger schnell auf das gesamte Gehirn aus un ddie Bewusstlosigkeit setzt erst mit der Generalisierung ein.  
                
Generika Nachahmerpräparat. Ein Medikament, das dem Original eines Arzneimittels nachempfunden wurde, nachdem bei diesem der Patentschutz für den Hersteller bzw. "Erfinder" abgelaufen ist. Generika sind meist preiswerter als die Originale, weil für ihre Produzenten die Kosten für Forschung, Studien etc. entfallen.      
           
genetisch erblich bedingt, vererbt                
Genom Gesamtheit aller Gene eines Organismus                
Genomik Erforschung der Gesamtheit aller Gene eines Organismus    
              
Glc Glucose (deutsch Glukose), auch Dextrose genannt. (lateinisch dexter = rechts, denn gewöhnlicher Traubenzucker verdreht die Ebene linear polarisierten Lichtes nach rechts, daher der Name. - Fructose (lateinisch: fructus = Frucht), Levulose, veraltet Lävulose, verdreht sie im Gegensatz dazu nach links). Glukose gehört zu den Kohlehydraten und ist ein Einfachzucker (Monosaccharid), der in der Natur ausschließlich als Traubenzucker in der Form D-Glucose vorkommt. Synthetisch lässt sich die teils spiegelbildliche Form L-Glucose erzeugen. Glucose wird vom menschlichen Körper schneller aufgenommen als Fructose. Die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind zur Energiegewinnung auf Glucose angewiesen, welches in der Lage ist, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und so das Gehirn zu versorgen.                
Glukose siehe Glc  
              
GM Grand-mal-Anfall, siehe GTKA                
Grand mal (französisch: "großes Übel"), eigentlich veralteter Ausdruck für den generalisierten tonisch-klonischen Anfall (GTKA), der aber aufgrund seiner Kürze weiterhin oft verwendet wird. Siehe GTKA                
große Anfälle siehe Grand mal                
großer Anfall siehe Grand mal                
GTKA generalisierter (das gesamte Gehirn umfassender) tonisch-klonischer (epileptischer) Anfall, veraltet auch "Grand Mal" oder "großer Anfall" genannt. Er geht einher mit einem Verlust des Bewusstseins, welcher einen Sturz zu Boden bewirkt, und besteht aus einer (tonischen) Phase der starren Muskelverkrampfung am ganzen Körper und einer darauf folgenden (klonischen) Phase von Muskelzuckungen. Danach folgt in aller Regel eine Phase tiefer Erschöpfung bzw. eines tiefen Schlafes. Normalerweise dauert ein solcher Anfall nicht länger als 1-3 Minuten. Ab einer Dauer von 5 Minuten spricht man von einem prolongierten Anfall, ab 5-10 Minuten von einem Status epilepticus. Ein GTKA-Status ist lebensbedrohlich, darum sollte ab einer Dauer von 5 Minuten ein Notarzt/RTW gerufen werden.

gutartige atypische Epilepsie siehe Pseudo-Lennox-Syndrom                
gutartige fokale Säuglingsepilepsie   siehe Watanabe-Epilepsie  
             
gutartige okzipitale Epilepsie des Kindesalters 2.-16. Lebensjahr, betrifft meist normal entwickelte Kinder. Im EEG bei geschlossenen Augen oft typische Spitzenherde der Rolando-Epilepsien, meist beidseitig, aber auch einseitig, dann oft im Verlauf die Seite wechselnd. Bei Kleinkindern frühe und häufigere Form (Typ Panayiotopoulos), nächtliche, länger dauernde Halbseitenkrämpfe, auch Staten, übergehend in in generalisierte tonisch-klonische Anfälle. Oft auch Erbrechen, Nystagmus, auch Blick- und Kopfwendung zu einer Seite. Gute Prognose, bei 1/3 nur einmaliger Anfall. Im Schulalter Anfälle oft mit Sehstörungen bis zu vorübergehend einseitigem oder völligem Sehverlust, optische Trugerscheinungen wie Blitze, Muster, Gesehenes erscheint kleiner, größer oder entfernter, oft gefolgt von Nystagmus. Danach können sie in typische  Rolando-Anfälle, komplex-fokale Anfälle, Grand mal übergehen. Seltene späte Form (ab 8 Jahre) Typ Gastaut häufigere, meist kürzere Anfälle meist tagsüber mit den sehstörungen, danach können komplex-fokale Anfälle, Halbseitenkrämpfe, auch generalisierend auftreten. Oft migräneartige Kopfschmerzen. Ausheilung meist in Pubertät, bei auch komplex-fokalen Anfällen auch ungünstiger Verlauf möglich. Abzugrenzen von symptomatischen Okzipitallappen-Epilepsien.                
gutartige psychomotorische Epilepsie auch "benigne Partialepilepsie mit affektiver Symptomatik" oder englisch "terror-fits" genannt. Selten. Alter 2-9 Jahre. Plötzliche Anfälle von panischer Angst, wobei die Kinder oft schreiend Schutz suchen, davonlaufen oder sich verbergen. Manchmal orale Automatismen wie Kauen, Schmatzen, Schlucken und Spracharrest (Unfähigkeit zu sprechen). Tags und nachts. Meist nur 1-2 Minuten Dauer. - Zu unterscheiden von den nicht-epileptischen nächtlichen Angstanfällen bei Kindern: Pavor nocturnus.
« Letzte Änderung: 28. September 2011, 00:35:53 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #7 am: 27. September 2011, 20:56:43 »
Habilitation Berufung zum Professor                
Habilitation Erstmalige Eingliederung, z. B. in den Beruf                
Halbseitenlähmung siehe Hemiparese                
Halbwertszeit siehe Spiegel  
              
Hämatokrit (Hct, Hkt oder Hk) misst die Zähigkeit des Blutes. Wert, welcher den Anteil der festen, zellulären Bestandteile des Blutes bestimmt, die wiederum zu 99% aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebildet werden. Ein zu hoher Hämatokrit-Wert bedeutet ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt, Hirnschlag, Embolie. Siehe auch Blutbild.

Hämoglobin (Hb) Protein (Eiweiß) im Inneren der roten Blutkörperchen, sorgt durch hohen Eisenanteil für die rote Färbung des Blutes, transprotiert den Sauerstoff im Blut. Ein zu niedriger Hämoglobin-Wert (Hb) kann auf eine Blutarmut (Anämie) hinweisen. Siehe auch Blutbild.

Hemiparese   Lähmung einer Körperseite (Halbseitenlähmung). Ist die Seite komlett gelähmt, spricht man auch von einer Hemiplegie. Entsteht durch Schädigung des Gehirns, z. B. Schlaganfall. Betroffen ist dabei meist die gegenüberliegende Seite, da die Nervenbahnen der Hirnhälften einander auf dem Weg zum Körper kreuzen. Tritt auch als Folge einer Hemisphärektomie auf.                
Hemiplegie siehe Hemiparese        
        
Hemisphärektomie Das operative Entfernen (anatomische H.) oder Stillegen (funktionelle H.) einer Großhirnhälfte, mit Erhalt tieferer Strukturen (Hypothalamus, Dienzephalon, Stammganglien). Die heute übliche funktionelle H. erfolgt, indem Nervenbahnen zur anderen Hälfte, welche diese negativ beeinflussen, in der Mitte des Gehirns durchtrennt werden. Außerdem werden Teile des Temporallappens und der zentralen Gehirnanteile entfernt. Kommt als epilepsiechirurgischer Eingriff in seltenen Fällen zum Einsatz bei schweren, pharmakotherapeutisch resistenten Epilesien, außerdem bei einer Rasmussen-Enzephalitis oder einem Sturge-Weber-Syndrom. Folge ist eine Hemiparese, die aber oft auch schon vorher besteht. Weitere Möglichkeit ist Dekortikation (graue Hirnsubstanz wird weggeschnitten, weiße bleibt stehen). Weitere Informationen siehe hier: http://www.epilepsie-netz.de/11d162/Aktuelle_Faelle.htm
            
Herd, Herdanfälle siehe Fokus und multifokal  
              
Hippocampus  (griechisch: hippos=Pferd, kampos=Seeungeheuer, Wurm) Doppelt vorhandene Struktur in den Temporallappen, gehört zu den ältesten Teilen des Gehirns, verarbeitet sensorische Informationen und ist sehr wichtig für die Speicherung von Inhalten des Kurzzeitgedächtnisses im Langzeitgedächtnis und für die korrekte Nutzung von Langzeitgedächtnis-Inhalten wie z.B. dem Orientierungsvermögen.
                
Hirnstammaudiometrie siehe AEP  
              
Histamin Hormon, u. a. beteiligt an der Entstehung von Allergien. Eosinophile Granulozyten speichern große Mengen an Histamin und schütten es bei Reizung aus. Histamin führt im Gewebe zu vermehrter Durchblutung (Rötung), erhöhter Durchlässigkeit der Gefäßwände (Schwellung) und lockt andere Immunzellen an. Erzeugt oft Juckreiz.
                
Hochbegabung Die kognitive Intelligenz der hochbegabten Person erreicht mindestens einen allgemeinen IQ (Intelligenzquotienten) von 130, womit er höher liegt als der von 98% seiner Altersgenossen aus dem gleichen Kulturkreis. Wird gemessen durch geschulte Personen in standardisierten Intelligenztests wie HAWIK, HAWIE, Kaufmann-ABC und andere. Selbsttests wie sie in Zeitschriften oder auf Internetseiten angeboten werden, reichen zur Diagnosestellung nicht aus. Hochbegabung kann ein Handicap sein, wenn sie nicht erkannt wird. Hochbegabung bedeutet nicht automatisch gute Leistungen bzw. Erfolg in Schule, Beruf oder sozialem Leben, sondern kann auch mit Schulversagen und Scheitern im Beruf sowie sozialen und psychologischen Problemen einhergehen. Siehe auch: Intelligenz  
            
Homöostase Gleichgewichtszustand  

Hormon  chemischer Botenstoff im Körper. Mit den Hormonen in der Blutbahn werden vielfältige Vorgänge im Körper gesteuert: die Gefühle, das Verhalten, der Kreislauf, die Atmung, Stoffwechsel, die Ernährung, die Körpertemperatur, der Salz- und Wasserhaushalt, das Wachstum, die geschlechtliche Entwicklung, die Fortpflanzung. Der Begriff wird nicht ganz einheitlich verwendet.
          
Hypertonie   krankhafte Erhöhung der Muskelspannung, kann sich in einem Muskelkrampf (Spasmus, Spastik) zeigen. (siehe auch Spastik und Rigor)                
Hypothalamus Abschnitt des Zwischenhirns im Bereich der Sehnervenkreuzung. Wichtigstes Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems.                
Hz Hertz, Maßeinheit für Frequenzen, benannt nach Heinrich Rudolf Hertz. 1 Hz entspricht einer Schwingung (Wellen-Höhepunkt, Ausschlag) in einer Sekunde.                


                             
i. A. im Allgemeinen                
i. O. in Ordnung                
i. S. v. im Sinne von                
ICD-10 medizinischer Diagnoseschlüssel zur Klassifizierung von Erkrankungen, zu Epilepsien siehe z. B. hier: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2006/fr-icd.htm?gg40.htm,  vergleiche auch: DSM-VI
              
ICQ sogenanntes "Messenger"-Programm zum privaten Chatten (= ohne Zeitverzögerung ein schriftliches Gespräch zu zweit oder mehreren führen, mit einem speziell dafür entwickelten Programm)
                
idiopathisch Die genaue Ursache ist unbekannt. Man vermutet bei idiopathischen Epilepsien im Gegensatz zu symptomatischen E. ein Entstehen aus körpereigenen Gründen heraus (griechisch: idios = eigen, pathein = leiden). Das heißt, die Epilepsie ist vermutlich anlagebedingt oder durch Vererbung entstanden. Die meisten idiopathischen Epilepsien des Kindesalters heilen noch vor oder während der Pubertät aus.
                
iktal während des Anfalles                
iktogen durch den Anfall verursacht.                
Iktus Das Anfallsereignis selbst.    
            
imho in my humble opinion (englisch für: nach meiner bescheidenen Meinung)
               
immobilisierend Krankheitsbilder, die die körperliche Beweglichkeit stark beeinträchtigen, z.B. Hexenschuss. Auch ärztliche Maßnahmen können immobilisierend wirken, auf Körperteile oder den ganzen Körper, um die Heilung in der anatomisch korrekten Position zu unterstützen oder weitere Schädigungen zu verhindern, wie z.B. ein Gipsverband oder ein medizinisches Korsett.  
              
Immunglobuline, international: Immunoglobulin Bestimmte Sorte (Globuline) von Proteinen (Eiweiße), die im Körper als Reaktion auf bestimmte Stoffe (Antigene, siehe dort) gebildet werden und zum Immunsystem gehören.  
                
inapparent (nicht in Erscheinung tretend) Erkrankung ohne Krankheitszeichen, wie z. B. bei stiller Feiung (siehe dort)                
infaust der Krankheitsverlauf erscheint hoffnungslos    
            
infiltrierend, Infiltrat, Infiltration Das Eindringen fester oder flüssiger Substanz in Gewebe. Die dabei entstehenden Ansammlungen (Infiltrate) weisen meist auf krankhafte Prozesse hin. Die krankhafte Infiltration ist zu unterscheiden von der Infiltrationstherapie, bei der Arzneistoffe gezielt in kleine Gewebsbereiche injiziert werden. Der Begriff wird sowohl bei körpereigenen physiologischen oder pathologischen Prozessen benutzt (z.B. im ersten Fall für die Tätigkeit von Leukozythen oder im zweiten für in benachbarte Gewebe wuchernde Geschwüre), als auch beim Eindringen von fremden Stoffen, wie z.B. Viren oder Bakterien.    

Info Information                
injizieren durch eine Spritze in den Körper bzw. in Gewebe einbringen                
Insulin (lateinisch: insula = Insel) Peptidhormon, das in den β-Zellen in den Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es reguliert die Traubenzuckerkonzentration (Glukose) im Blut.  
              
Integration Verarbeitung der Körperwahrnehmungen.
Auch: Die Eingliederung von Menschen in die Gesellschaft oder in bestimmte Bereiche der Gesellschaft, wie zum Beispiel die Regelschule
                
Intelligenz (lateinisch: intelligentia = Einsicht, Erkenntnisvermögen, intellegere = einsehen, verstehen) Die geistige Fähigkeit zu lernen, seinen Verstand zu gebrauchen, sich in neuen Situationen durch Einsicht zurechtzufinden, Zusammenhänge zu erkennen, bislang unbekannte Aufgaben oder Probleme durch Denken zu lösen, Wissen zu erwerben und sinnvoll einzusetzen, zu abstrahieren, Bekanntes auf neue Situationen zu übertragen.
Die Intelligenz eines Menschen wird zwar auch durch seine genetische Veranlagung geprägt, kann sich außerdem aber auch im Laufe seines Lebens verändern und durch verschiedene innere und äußere Faktoren beeinflusst werden. (Z.B. Krankheit, Fieber, Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkohol, Drogen etc., Müdigkeit, starker Hunger oder Durst, Schmerzen, Stress, starke Emotionen nehmen Einfluss auf momentane Werte; Erziehung, Bildung, anregende oder abstumpfende Lebensumstände, Hospitalismus etc. nehmen längerfristigen Einfluss auf die Entwickung)
Daher gilt, dass ein Mensch in einer Testung unter optimalen Bedingungen zwar seine Höchstleistung zeigen kann, sich aber auf keinen Fall schlauer machen kann als er es eigentlich ist. Andersherum kann er aber durch ungünstige Umstände schlechter abschneiden als es normalerweise der Fall wäre. Ein korrekt durchgeführter Test kann also fälschlich zu schlecht ausfallen, aber niemals fälschlich zu gut. Im Zweifel kann eine spätere Wiederholung unter besseren Bedingungen Klarheit bringen.
Die Durchführung von Intelligenztests kann unter anderem Aufschlüsse über die Entwicklung eines Kindes geben und bei der Beurteilung helfen, ob z.B. ein schwerwiegendes Epilepsie-Syndrom bereits zu negativen Auswirkungen auf seine Intelligenz geführt hat.
Der normale, durchschnittliche Intelligenzbereich eines Menschen liegt, unter geeigneten Bedingungen gemessen mit einem standardisierten, geeichten Intelligenztest, bei einem Intelligenzquotienten zwischen 85 und 115. Die meisten Menschen liegen in diesem Bereich. Ca. 16% aller Kinder einer Altersgruppe haben Werte darüber und sind somit sind überdurchschnittlich begabt; ca. 2% aller Kinder einer Altersgruppe haben Werte ab 130 aufwärts und sind hochbegabt; entsprechend liegen 16% bei Werten unter 85 und sind lernbehindert, 2% liegen bei Werten unter 70 und sind geistig behindert.
In der Neuauflage eines der wichtigsten - weil inhaltlich differenzierenden - Intelligenztests für Kinder, HAWIK-IV, haben die Autoren die Normalverteilung weiter differenziert: Hiernach gilt die Definition: unter IQ 69 Sehr niedrige Intelligenz (2,2% der Normalverteilung),  IQ 70-79 Niedrige Intelligenz (6,7% der Normalverteilung),  IQ 80-89 Unterdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung),  IQ 90-109 Durchschnittliche Intelligenz (50,0% der Normalverteilung),  IQ 110-119 Überdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung),  IQ 120-129 Hohe Intelligenz (6,7% der Normalverteilung), ab IQ 130 Sehr hohe Intelligenz (2,2% der Normalverteilung), (Manual des HAWIK IV, Petermann & Petermann). Siehe auch: geistige Behinderung, Hochbegabung.
          
intermittierend siehe rezidivierend                
intermolekular (lateinisch: inter = dazwischen) Ein Vorgang, der zwischen zwei oder mehreren verschiedenen Molekülen abläuft.                
intern innerhalb, innen befindlich                
intramolekular (lateinisch: intra = innerhalb) Ein Vorgang, der innerhalb eines Moleküls abläuft.                
intramuskulär in einen Muskel gespritzt                
invasiv eindringend                
IQ Intelligenzquotient, in Zahlen ausgedrückte Maßeinheit der kognitiven Intelligenz eines Menschen. Näheres siehe: Intelligenz, Hochbegabung, geistige Behinderung
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 21:56:23 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #8 am: 27. September 2011, 20:57:46 »
Jackson-Anfälle Der sogenannte Jackson-Marsch ist nach seinem  Erstbeschreiber, dem englischen Neurologen  John Hughlings Jackson (1835-1911) benannt. Hierbei wandert der Anfallsherd von einem bestimmten Fokus im Gehirn ausgehend durch benachbarte Regionen derselben Hirnhälfte. Entsprechend zeigen sich die Symptome (Missempfindungen oder tonische oder klonische Krämpfe) halbseitig durch den Körper wandernd. Kann auch sekundär generalisieren, als das ganze Gehirn betreffen und zu einem Bewusstseinsverlust führen.    
            
Janz-Syndrom Juvenile Myoklonische Epilepsie                  
Juvenile Myoklonische Epilepsie  siehe Janz-Syndrom                


                           
Kammerflimmern lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung ohne Pulsschlag, bei der in den Herzkammern ungeordnete Erregungen ablaufen und der Herzmuskel sich nicht mehr geordnet kontrahiert (zusammenzieht, schlägt).                
Kanner Syndrom Form des Autismus, (siehe dort), erstmals beschrieben von  Leo Kanner im Jahre 1943.                
Kardiomyopathie Erkrankung des Herzmuskels                
Kardiotokografie siehe CTG    
            
Katalysator ein Stoff, der eine chemische Reaktion startet oder beschleunigt, ohne sich dabei selbst mit zu verändern bzw. an der eigentlichen Reaktion beteiligt zu sein.
               
ketogene Diät spezielle, fettreiche, kohlenhydratarme, protein- und kalorienbilanzierte Diät, die unter ärztlicher Überwachung durchgeführt werden muss und Teilbereiche des Hungerstoffwechsels nachahmt. Mit ihr können manche therapieresistente Epilepsieformen positiv beeinflusst werden, die meisten aber nicht. Ihre Durchführung ist schwierig und wird darum oft nicht lange durchgehalten.
               
kausal, Kausalität  Meint den tatsächlichen, ursächlichen Grund eines Ereignisses.                
kausale Behandlung Eine kausale Behandlung versucht, die Ursache einer Erkrankung oder Behinderung zu beseitigen oder zu mildern. Bei Epilepsien ist dies in bestimmten Fällen durch einen chirurgischen Eingriff möglich.
                
kcal Kilokalorie. Kalorie (lateinisch: calor = Wärme) ist eine veraltete Maßeinheit für Energie, insbesondere der Wärmemenge Q, mit mehreren leicht unterschiedlichen Definitionen. Inzwischen Kalorie (lat. calor „Wärme“; Einheitenzeichen cal) ist eine alte Maßeinheit der Energie, insbesondere der Wärmemenge Q, mit mehreren leicht unterschiedlichen Definitionen. Wurde inzwischen von der internationalen Einheit Joule abgelöst (siehe kJ). Die Angabe von Kalorien ist ab 1. Januar 2010 in der EU nicht mehr zulässig. Eine Kalorie entspricht der Energie (Wärmemenge), die benötigt wird, um 1g Wasser um 1 Kelvin (bzw. Grad Celsius) zu erwärmen. Dies ist jedoch abhängig von Raumtemperatur, Luftdruck (bzw. Umgebungsdruck) und Reinheit des Wassers, darum ungenau.    
           
KE  Kohlenhydrateinheit, siehe Broteinheit                
Keppra Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff Levetiracetam                
Kernspintomografie Siehe MRT                
kg Kilogramm, tausend Gramm                              
KH Krankenhaus                
Kia/Kiä Kinderarzt/Kinderärztin                
kJ Kilojoule. Das Joule ist eine internationale Einheit für die physikalische Berechnung von Energie, Arbeit und Wärmemenge. Benannt nach James Prescott Joule. Ein Joule ist gleich der Energie, die benötigt wird, um über die Strecke von einem Meter die Kraft von einem Newton aufzuwenden oder um für die Dauer einer Sekunde die Leistung von einem Watt aufzubringen (das ist in etwa die Leistung des menschlichen Herzens). Ein Kilojoule ist das Tausendfache eines Joules. In Nährwertkennzeichnungen werden Kilojoule – bezogen auf 100 g, 100 ml oder 1 Portion – für die Angabe des physiologischen Brennwerts verwendet.                
KK Krankenkasse                
KKH Krankenhaus                
kleine Anfälle siehe Absencen                
klinisch manifest  Die Erkrankung zeigt deutliche Symptome.                
klinisches Bild siehe Symptom                
klonisch / Klonus Hierbei kommt es zu länger aufeinanderfolgenden, rhythmischen Muskelzuckungen. Die Mehrzahl von Klonus  heißt Kloni.                
kognitiv, Kognition Betrifft die Fähigkeit zu denken und Informationen zu verarbeiten.
               
Kohlehydrate Nahrungsmittelbestandteile, die u. a. als Energieträger Bedeutung haben, aber auch für verschiedene Prozesse im Körper wichtig sind. Zu den Kohlehydraten gehören die verschiedenen Zuckerarten, Stärke u. a.                
Kohlenhydrateinheit siehe Broteinheit
               
Koma (griechisch: tiefer Schlaf) schwerste Form einer Bewusstseinsstörung. Ein komatöser Patient kann auch auch durch wiederholte, starke äußere Reize wie Schmerz nicht geweckt werden. Ursachen können sein: Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Meningitis/Enzephalitis, epileptischer Anfall, Hirntumor, Unter- oder Überzuckerung, Sauerstoffmangel oder -Überschuss im Blut, Nierenversagen, Leberversagen, andere Stoffwechsel- oder Hormonstörungen, Vergiftungen. Die Einteilung der Komatiefe erfolgt nach klinischen Gesichtspunkten, (entsprechend der Reaktion auf bestimmte Reize). Man unterscheidet drei bis vier Grade: 1. Grad = gezielte Abwehr auf Schmerz, Pupillenbewegung intakt, Augenbewegung bei Reizung des Gleichgewichtsorgans (vestibulo-okulärer Reflex) intakt; 2. Grad = ungerichtete Abwehr auf Schmerz, ungezielte Bewegungen, Schielen nach außen: 3. Grad = keine Abwehr, nur noch Fluchtreflexe, vestibulo-okulärer Reflex fehlt, Pupillenreaktion abgeschwächt; 4. Grad = keine Schmerzreaktion, keine Pupillenreaktion, Ausfall weiterer Schutzreflexe. In der Notfallmedizin etabliert ist die Glasgow-Koma-Skala – die auch als Entscheidungshilfe z. B. für Beatmung herangezogen wird. Sie umfasst auch leichtere Bewusstseinsstörungen, ist aber für Kinder unter drei Jahren aufgrund ihrer geringeren Kommunikationsfähigkeit nur begrenzt geeignet, ebenso für demente oder sonstwie in der Kommunikation beeinträchtigte Menschen. Hierbei gilt: Schweregrad = Leicht: 14-15 Punkte ; Mittel: 9-13 Punkte ; Schwer: 3-8 Punkte. 6 Punkte = befolgt Aufforderungen. 5 Punkte = bei Ansprache konversationsfähig und orientiert, 5 Punkte = gezielte Schmerzabwehr. 4 Punkte = spontanes Öffnen der Augen, 4 Punkte = bei Ansprache konversationsfähig, aber desorientiert, 4 Punkte = ungezielte Schmerzabwehr. 3 Punkte = auf Aufforderung Öffnen der Augen, 3 Punkte = unzusammenhängende Worte, 3 Punkte =  auf Schmerzreiz Beugeabwehr (abnormale Beugung). 2 Punkte = Augen öffnen auf Schmerzreiz, 2 Punkte = unverständliche Laute, 2 Punkte = auf Schmerzreiz Strecksynergismen; 1 Punkt = Augen öffnen: keine Reaktion, 1 Punkt = keine verbale Reaktion, 1 Punkt = keine Reaktion auf Schmerzreiz. Künstliches Koma ist kein echtes Koma sondern eine gezielte, medikamentös herbeigeführte, kontrollierte Langzeitnarkose durch Verabreichung von Beruhigungs-, Schlaf-, Schmerzmitteln und/oder andere Psychopharmaka und unterschiedlicher Dosierung je nach Grund für das Herbeiführen eines künstlichen Tiefschlafes. Wachkoma siehe apallisches Syndrom.  
              
Kombinationsbehandlung Mehrere Medikamente zusammen verabreichen. Wird notwendig, wenn eine Monotherapie nicht ausreicht, führt aber zu Wechselwirkungen und oft auch zu mehr Nebenwirkungen.    
            
komplex-fokal Wie fokale Anfälle, aber mit Bewusstseinsstörung. Das Bewusstsein ist hierbei oft nur zum Teil eingeschränkt, zu einem Sturz kommt es selten, aber Wahrnehmung und Reaktionen sind beeinträchtigt oder nicht mehr vorhanden. Oft kommt es zu Automatismen, d. h. der Betroffene zeigt oft sinnlose, aber auch scheinbar geordnet ablaufende Handlungen, an die er sich später meist nicht erinnern kann. Schmatzen, Kauen, Grimassen schneiden, Sprechen, Bewegen von Händen und Füßen, Gehen, sich An- oder Ausziehen oder sonstige Tätigkeiten sind möglich. Oft anschließende Verwirrung. Kann sekundär generalisieren (siehe dort).      
         
komplex-partiell siehe komplex-fokal    
            
konsumierend auszehrende Erkrankung mit sogenannter B-Symptomatik (Fieber (> 38 °C), massiver Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust über 10%), z. B. bei bösartigen Krebsarten, Tuberkulose, Morbus Wegener, Sarkoidose    
           
Konversionsstörung (lateinisch: konversio = umwandeln) somatoforme Störung, siehe dort.                
Kortex Großhirnrinde                
kryptogen Die Ursache ist bisher unbekannt. (griechisch: kryptein = verbergen)                
KV Krankenversicherung
« Letzte Änderung: 28. September 2011, 01:46:17 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #9 am: 27. September 2011, 20:58:38 »
Landau-Kleffner-Syndrom auch Aphasie-Epilepsie-Syndrom genannt. Betrifft Kinder 3.-10. Lebensjahr. Eng verwandt mit ESES (siehe dort). Besonderes Kennzeichen ist ein Verlust der Sprache in unterschiedlichem Ausmaß innerhalb von wenigen Wochen bis 1/2 Jahr, nach meist zunächst unauffälliger Entwicklung. Die allgemeine Intelligenz bleibt jedoch weitgehend erhalten, das Hörvermögen ist nicht beeinträchtigt. Sichtbare Anfälle - wie beim ESES - meist selten, sie fehlen bei 1/3 ganz.
                
latent (lateinisch: verborgen) Die Erkrankung ist oder war im Körper bereits vorhanden, ohne bemerkt zu werden. Bei vielen Erkrankungen gibt es eine sogenannte Latenzzeit zwischen dem ursächlichen Ereignis (z. B. Ansteckung, Unfall, Sauerstoffmangel bei Geburt) und dem späteren sichtbaren Ausbruch der Erkrankung. Latente Erkrankungen können viele Jahre im Körper schlummern, auch ohne je zum Ausbruch zu kommen, latente Infektionen können aber auch unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei einem verminderten Immunstatus, beispielsweise durch hohen Stress über lange Zeit hinweg oder durch eine immunsuppressive Therapie) klinisch manifest werden.    
            
Lennox-Gastaux-Syndrom Schwerwiegendes Epilepsie-Syndrom, das meist in der Kindheit beginnt, aber auch Erwachsene betreffen kann. Erstmals beschrieben 1945 vom Neurologen William G. Lennox in Boston.  Meist symptomatisch. Es treten immer mehrere Anfallsformen auf, auch GM und Staten. Übergang zum West-Syndrom. Die Behandlung ist schwierig und oft nicht erfolgreich. Meist bleibende Entwicklungsstörungen.  
              
Lepinal siehe Phenobarbital                
Lernbehinderung im Vergleich zur Mehrheit der Menschen verringerte Intelligenz, welche daher das Lernen erschwert und/oder verlangsamt, aber nicht so stark, dass es sich um eine geistige Behinderung handelt. IQ-Wert im Bereich 70-85. Weiteres siehe: Intelligenz, geistige Behinderung

letal tödlicher Verlauf                
Letalität   (lateinisch: letalis = tödlich) Tödlichkeit einer Erkrankung oder eines Giftes, errechnet aus der Anzahl der daran Verstorbenen geteilt durch die Anzahl der daran Erkrankten, bezogen auf einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel innerhalb eines Jahres. Kann sich durch äußere Umstände wie Gesundheitsversorgung, neue Heilverfahren etc. verändern. Auswirkungen auf die Letalität haben meist auch das Stadium, in dem eine Erkrankung diagnostiziert wird, das Alter des Betroffenen und weitere Faktoren.      
          
Leukenzephalitis siehe Enzephalitis
                
Leukozyten weiße Blutkörperchen, gehören zum Immunsystem und sind zuständig für die Abwehr von Krankheitserregern und anderen Fremdstoffen im Körper.
            
Levetiracetam Wirkstoff des Medikamentes Keppra (siehe dort)                
Levulose vgl. Glc                
LG Liebe Grüße / Lieben Gruß                
LGS siehe Lennox-Gastaux-Syndrom                
Liquor Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit                
Lokalisation Genauer Ort/Ortung eines Ereignisses, z. B. eines Anfallsgeschehens im Gehirn.                
long (englisch: lang) Namenszusatz bei manchen Medikamenten in der Retardversion, siehe retard                
lt. laut (im Sinne von: nach Angaben/Aussage von …)                
Luminal siehe Phenobarbital  
              
Lymphozyten Gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und sind vor allem für die Erkennung von Fremdstoffen im Körper zuständig. Zu den Lymphozyten gehören die B-Zellen, T-Zellen und die natürlichen Killerzellen
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 22:00:20 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #10 am: 27. September 2011, 20:59:13 »
manifest deutlich erkennbar geworden, im Gegensatz zu: latent                
Marcumar Medikament, blutverdünnend                
Medikation Die Behandlung mit Medikamenten                
Medis Kurzwort für Medikamente
                  
Meningitis   Meningitis (Hirnhautentzündung), verursacht meist durch Viren, seltener durch Bakterien, Autoimmunerkrankungen, ionisierende (radioaktive) Strahlen oder als Nebenwirkung einer medikamentösen Injektion in den Liquorraum (Raum der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Symptome: Hohes Fieber mit starken Kopfschmerzen.  Hinzu kommen können: Allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit mit Erbrechen, verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung, ein steifer Nacken (Meningismus), typische neurologische Symptome (positive Brudzinski-Zeichen und Kernig-Zeichen), Rückenschmerzen, Ausschläge. Kommen Symptome einer Bewusstseinsstörung (Somnolenz bis Koma) oder fokal-neurologische Störungen (z. B. Lähmungen, Sensibilitätsstörungen) hinzu, ist auch das eigentliche Gehirn betroffen (Meningoenzephalitis). Siehe auch Enzephalitis.                
Meningoenzephalitis siehe Enzephalitis          
      
Merkzeichen Die Buchstabenkürzel im Schwerbehindertenausweis, die einen Nachteilsausgleich für bestimmte, besonders einschränkende Arten von Behinderungen einräumen.
                
Metabolismus Stoffwechsel. Aufnahme, Transport und chemische Umwandlung von Stoffen im Körper, sowie die Abgabe von Stoffwechselendprodukten an die Umgebung.  
              
Metastase (griechisch: meta = weg, stase = Ort, Stelle, Haltung) die zusätzliche Bildung von Tumorzellen oder Infektionsherden an einem anderen Ort als dem ursprünglichen, also eine Art Wanderung, Streuung, Übersiedelung, Absiedelung. Das Ausmaß der Tendenz, Metastasen zu bilden, ist nicht bei allen Krebsarten gleich. Meist verschlechtern Metastasen die Heilungsaussichten, das gilt aber nicht für alle Tumorarten und hängt auch von der Lokalisation ab.                
metastasierend   Metastasen bildend (siehe dort)
                
Methsuximid  Wirkstoff in Medikamenten gegen Epilepsie (Petnidan, Petinimid, Simatin, Suxilep, Suxinutin), wirkt vor allem bei Absencen, wird aber auch als Zusatztherapie bei anderen Epilepsieformen eingesetzt.
                
MfG Mit freundlichen Grüßen                
mg Milligramm, ein tausendstel Gramm                
Min.  Minuten                
Minderbegabung auch Intelligenzminderung. Bereits in der Entwicklungsphase aufgetretene verringerte Ausprägung von Fähigkeiten, die mit der Intelligenz verknüpft sind. Sie kann sich beispielsweise äußern durch Beeinträchtigungen in den Bereichen der Kognition, der Sprache, sowie von motorischen und sozialen Fähigkeiten. Der Schweregrad wird im ICD-10 (siehe dort) weiter differenziert, beginnend mit der Lernbehinderung (IQ unter 85) bis hin zu schwersten Fällen mit einem IQ unter 20.  
            
Mittel der 1. Wahl Das Medikament, welches erfahrungsgemäß in den meisten Fällen am wirksamsten und möglichst auch am verträglichsten bei einer bestimmten Art von Erkrankung bzw. Epilepsie ist. Dieses wird normalerweise in der Behandlungsstrategie als erstes gewählt (ausprobiert), sofern im jeweiligen Fall keine wichtigen Gründe dagegen sprechen (z. B. individuelle Unverträglichkeiten, Allergien, Wechselwirkungen zu anderen bereits eingenommenen Medikamenten).    
            
ml Milliliter, ein tausendstel Liter; 1 ml = 1 cm"hoch3" = 1 ccm = 1 CC = 0,001 l                  
mm   Millimeter, ein tausendstel Meter                
mmol Millimol. Maßeinheit z. B. bei der Bestimmung einiger Blutwerte. Mol ist die Basiseinheit für Stoffmengen. Ein Mol ist die Stoffmenge eines Systems, das aus ebenso viel Einzelteilchen besteht, wie Atome in 0,012 Kilogramm des Nuklids Kohlenstoff-12 (12C) enthalten sind; sein Symbol ist „mol“.    
            
Molekül Teilchen, das aus zwei oder mehreren Atomen besteht, welche miteinander verbunden sind.                
molekular   Ein die Ebene der Moleküle oder die Moleküle selbst betreffender Vorgang. Im übertragenen Sinne auch ein Vorgang, der sich auf sehr kleine Teilchen bezieht.  
              
Monotherapie Die Behandlung mit zunächst nur einem Medikament. Hierbei ist das Risiko von Nebenwirkungen geringer als bei der gleichzeitigen Gabe mehrerer Medikamente und Wechselwirkungen werden vermieden. (Diese erfolgt meist bei vergeblichem Versuch einer Monotherapie). Bevor eine Monotherapie als erfolglos gewertet wird, dosiert man normalerweise das entsprechende Medikament bis zur höchstmöglichen Dosis aus, steigert es also so weit es noch vertretbar ist.  
              
MOSES Modulares Schulungsprogramm Epilepsie, spezielles Programm in Form von Seminaren zur Schulung von Epilepsie-Patienten und ihren Angehörigen.
motorische Herdanfälle siehe fokal  
              
MRT, Magnetresonanztomografie = Bildgebendes Verfahren, bei dem mittels eines starken Magnetfeldes in Verbindung mit elekromagnetischen Wechselfeldern im Frequenzbereich von Radiowellen die Struktur und Funktion von Körpergewebe in Schnittbildern dargestellt werden kann. Es handelt sich hierbei nicht um Röntgen- oder radioaktive Strahlen! Viele Organe können mittels  MRT besser dargestellt werden als durch ein CT. Es ist aber auch weitaus teurer. Manche Arten von Körperimplantaten sind beim MRT ein Problem.      
          
MS Multiple Sklerose                
MSN sogenanntes "Messenger"-Programm zum privaten Chatten (= ohne Zeitverzögerung ein schriftliches Gespräch zu zweit oder mehreren führen, mit einem speziell dafür entwickelten Programm)
multifokal Hierbei gibt es an mehreren, begrenzten Stellen im Gehirn Anfallsherde, die gleichzeitig oder nacheinander oder abwechselnd aktiv sind.                  
Muskeltonus siehe Tonus  
              
Mutation, mutiert Genveränderung, Veränderung des Erbgutes. Eine Spontanmutation wird durch eine spontane, zufällige (nicht ererbte) Genveränderung bewirkt. Mutationen können auch konkrete Ursachen haben, z. B. durch mutationsauslösende, schädigende Stoffe oder ionisierende Strahlen erzeugt sein oder durch Fehler beim Aufbau der DNA-Polymerasen entstehen. Manche Mutationen werden weitervererbt, andere nicht. Die meisten Mutationen bleiben folgenlos, da ein DNA-Abschnitt  verändert wurde, der nicht für eine genetisch relevante Information benutzt wird. Diese Mutationen werden stille oder stumme Mutationen genannt. Größere Veränderungen im Erbgut können jedoch zu nachteilhaften Veränderungen im Stoffwechsel, zu Fehlbildungen oder anderen Besonderheiten wie Erbkrankheiten führen. Manche Mutationen sind tödlich (latale Mutationen). Andererseits sind Mutationen die treibende Kraft der Evolution und können auch positive Veränderungen hervorufen, die dem Individuum zum Vorteil gereichen.  
              
Myelitis   Entzündung des Rückenmarks oder des Knochenmarks (Osteomyelitis). Kann zu einer Querschnittlähmung führen.                
myoklonisch / Myoklonus / Myoklonien Kurze, schockartige, oft heftige, manchmal aber auch kaum merkliche Muskelzuckungen. Sie können einzeln oder in Serien auftreten. Das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. - Es gibt verschiedene Ursachen von Myoklonien. Viele davon haben mit Epilepsie nichts zu tun. Hiervon zu unterscheiden sind die physiologischen ("normalen") Einschlafmyoklonien, die nicht-epileptische Muskelzuckungen in der Einschlafphase sind und bei jedem Menschen, auch gesunden, vorkommen können, bei Säuglingen häufig sind und auch in Serien auftreten können. Diese können durch Aufwecken beendet werden. Myoklonien können auch Symptom von Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Encephalitis epidemica, epidemischer Genickstarre und von Kleinhirnverletzungen sein, sowie z. B. bei Paramyoklonus multiplex oder der Hyperekplexie als eigenständiges Krankheitsbild auftreten. Die Mehrzahl von Myoklonus heißt Myokloni.    
            
myoklonisch-astatische oder myoklonisch-atonische Anfälle siehe "atonische oder atonisch-astatische Anfälle" und siehe auch "Doose-Syndrom"                
Myoklonische Frühenzephalopathie siehe Dravet-Syndrom                


                               
Nebenwirkungsprofil Zusammenfassung und Bewertung der Nebenwirkungen eines Medikaments.                
nekrotisierend  Zellen sterben ab
Nervenbotenstoff siehe Neurotransmitter                
Neugeborenes Als Neugeborenes gilt ein Kind in den ersten 30 Lebenstagen.                
Neuroleptika Mehrzahl von Neuroleptikum  , veraltet auch Antipsychotikum genannt. Medikament, das als psychotrope Substanz eine antipsychotische, sedierende und psychomotorische Wirkung besitzt und vor allem zur Behandlung von Psychosen eingesetzt wird, aber z. B. auch aggressionsmildernd wirken kann.    
            
Neuron Das Neuron ist eine Nervenzelle.                
                
Neurotransmitter biochemischer Nervenbotenstoff, molekularer Überträgerstoff, der Zellwände durchdringen kann und die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen über die Kontaktstelle der Nervenzellen (den synaptischen Spalt hinweg) weiterleitet. Die in der Synapse (dem Nervenende) einlaufenden elektrische Impulse (Aktionspotenziale) veranlassen die Ausschüttung der chemischen Botenstoffe aus ihren Speicherorten, den synaptischen Vesikeln. Durch den Spalt hindurch wandern (diffundieren) sie zu den Rezeptoren des nachgeschalteten (postsynaptischen) Neurons. Nach ihrer Ausschüttung werden die Neurotransmitter auf verschiedene Weise wieder deaktiviert und/oder abgebaut. Häufig wird die Wirkung der Neurotransmitter noch durch weitere Stoffe (sogenannte Neuromodulatoren) moduliert. Die wichtigsten Neurotransmitter sind:
* Biogene Amine: (Acetylcholin, Katecholamine: Noradrenalin, Adrenalin, Dopamin), Serotonin, Dimethyltryptamin, Histamin (dessen biochemische Struktur ist jedoch verschieden von der anderer biogener Amine)
* Neuropeptide: (Endorphine und Enkephaline, Substanz P, Somatostatin, Insulin, Glucagon)
* Aminosäuren: (Glutaminsäure/Glutamat, Glycin, γ-Aminobuttersäure/GABA, Asparaginsäure
* Lösliche Gase: (Stickoxid, Kohlenstoffmonoxid)
                
nicht-epileptische Anfälle Alle Arten von Anfällen, die nicht durch eine Epilepsie verursacht werden. Hierzu gehören auch, aber nicht nur die psychogenen Anfälle.
                
nm Nanometer, ein tausendstel Mikrometer  
              
Noradrenalin einer der Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) und zugleich ein Hormon. Es ist mit dem Adrenalin verwandt und wird vom Körper im Nebennierenmark ausgeschüttet. Im Blut bleibt es nur kurzzeitig verfügbar und löst dort den Fluchtreflex aus. In der Medizin wird es vor allem als Notfallmedikament zur Behandlung von Schockzuständen und Vergiftungen eingesetzt.

NW Nebenwirkungen von Medikamenten  
              
Nystagmus Augenzittern. Meist schnelle, ruckartige und unwillkürliche Augenbewegungen. Häufig als Anfallssymptom. Auch mögliche Medikamenten-Nebenwirkung, die oft als Blickrichtungsnystagmus ein Frühzeichen für eine mögliche Überdosierung ist. Hierbei tritt der Nastagmus regelmäßig beim Blick zur Seite oder nach oben oder unten auf, und zwar mit langsamer Bewegung in die eine und schnellernachfolgender in die entgegengesetzte Richtung. In extremer Endstellung tritt auch bei Gesunden oft ein Blickrichtungsnystagmus auf, der aber schnell wieder nachlässt.
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 22:39:16 von Cornelia-Admin »
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« Antwort #11 am: 27. September 2011, 20:59:52 »
o. a. oder andere                
o. B. ohne Befund (z. B. in Arztberichten oder Gutachten)                
OA Oberarzt                
Obesitas, Obesität siehe Adipositas                
obstruierend verschließend, verstopfend, verengend                
obstruktiv   verschließend, verstopfend, verengend
                
Occipitallappen / Okzipitallappen Hinterster Anteil des Großhirns, kleinster der vier Hirnlappen. Enthält das primäre und das sekundäre Sehzentrum (visueller Cortex).      
          
Ödem, Oedem Schwellung eines Körpergewebes durch Wassereinlagerung.  
              
Okzipitallappen-Epilepsien symptomatische Epilepsien mit Ausgang der Anfälle vom Hinterhauptslappen des Gehirns. Oft in Kombination mit Migräne. Häufig mit Sehstörungen in Form von Ausfällen mit teilweiser oder völliger Erblindung, Verzerrungen oder Trugwahrnehmungen, Zuckungen des Lides und Wendebewegungen von Auge und/oder Kopf (Versivanfälle).  
              
oligosymptomatisch Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe klinische Symptome.                
Onkologie Teil der Medizin, der sich mit Krebserkrankungen befasst.                
OP Operation, chirurgischer Eingriff                
Orfiril Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff: Valproat
                
Organ   Spezialisierter Teil des Körpers, der aus unterschiedlichen Zellen und Geweben besteht und eine abgegrenzte Funktionseinheit innerhalb eines vielzelligen Lebewesens bildet. Zu den Organen des menschlichen Körpers gehören: Muskeln (entsprechend ca.  43 % des Körpergewichts eines gesunden jungen Erwachsenen), Skelett ohne Knochenmark (10 %), Haut und Unterhaut-Gewebe (8,7 %), Blut (7,7 %), Magen-Darm-Kanal (2,9 %), Leber (2,4 %), rotes Knochenmark (2,1 %), Gehirn (1,8 %), beide Lungen (1,4 %), Herz (0,43 %), beide Nieren (0,43 %), Schilddrüse (0,03 %)                
organischer Stoff Ein Stoff biologischer, belebter Herkunft.
                
Ospolot Medikament gegen Epilepsie, Wirkstoff: Sultiam                
Osteomyelitis siehe Myelitis                
Oxcarbazepin   mit dem Carbamazepin verwandter Wirkstoff in Medikamenten gegen Epilepsie (Trileptal, Timox). Wird bei Herdepilepsien eingesetzt.            


                               
Panenzephalitis siehe Enzephalitis                
Parese Lähmung                
Parietallappen Scheitellappen, oberster Teil des Großhirns. Wichtig bei der Integration sensorischer Informationen.                
paroxysmal (anfallsartig) innerhalb von Minuten eintretend (z. B. bestimmte Kopfschmerzenarten wie die Paroxysmale Hemikranie), innerhalb von Sekunden eintretend (z. B. epileptischer Anfall) oder blitzartig auftretend (z. B. Herzrasen, Trigeminusneuralgie)
                
Patent Eine Schutzfrist gegen Gebühr, die es dem Entwickler eines Produktes erlaubt, für eine bestimmte Zeit das Monopol auf ein Produkt zu halten, damit er eine Chance hat, die Kosten für seine Erforschung und Entwicklung über eine entsprechende Preisgestaltung ohne Konkurrenz wieder hereinzuholen.    
            
pathologisch krankhaft                
Pavor nocturnus Auch Nachtschreck genannt. Nächtliche panikartige Angstanfälle ca. 1-3 Std. nach dem Einschlafen. Nicht-epileptisch. Vorkommen bis ins Schulalter, bei ca. 4% der Kinder. Dauer 5-15 Minuten. Harmlos, Kinder beruhigen sich von selbst und haben meist keine Erinnerung daran. Selten auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Zu unterscheiden von den seltenen "terror-fits", die auch tagsüber auftreten.  
              
PC (personal) Computer                
perakut Sehr schnell auftretende und oft tödliche Krankheit (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall), endet innerhalb von 48 Stunden.                
perforierend durchbrechend, durchbohrend, wie z.B. der Durchbruch eines Magengeschwüres in den Bauchraum.                
periodisch siehe rezidivierend                
peripher am Rande gelegen  
              
peripheres Nervensystem (PNS) der Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, ungeschützt durch Knochen oder die Blut-Hirn-Schranke. Gehirn und Rückenmark bilden im Gegensatz dazu das zentrale Nervensystem. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Lage, macht aber aus medizinischer/anatomischer/funktionaler Sicht nur begrenzt Sinn.  
              
periventrikulär   (peri = um ... herum) gemeint ist Gewebe, das um einen oder mehrere Ventrikel herum liegt. (siehe Ventrikel)

perinatal (peri = um ... herum), nahe der Geburt. Gemeint ist der Zeitraum ungefähr von der 28. Schwangerschaftswoche an bis hin zu etwa einer Woche nach der Geburt.
                
persistierend Krankheit oder Symptom besteht in konstanter Ausprägung fort.  
              
PET Positronen-Emissions-Tomographie = Bildgebendes Verfahren, bei dem ähnlich wie bei einer Szintigrafie eine leicht radioaktiv markierte Substanz meist über die Armvene in den Körper eingebracht wird, deren verteilung im Körper beobachtet wird. So können biochemische und physiologische Vorgänge im Körper beobachtet werden, während sie ablaufen.  
              
Petit mal siehe Absencen                
phasenhaft siehe rezidivierend                
Phenhydan   Medikament gegen Epilepsie. Wirkstoff: Phenytoin. Auch zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet.
Phenobarbital Wirkstoff von Epilepsie-Medikamenten. Barbiturat. Handelsnamen: Luminal, Lepinal                
Phenytoin Wirkstoff in Medikament gegen Epilepsie (Phenhydan). Wird auch zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen verwendet.

physiologisch die normalen Vorgänge des Körpers betreffend                
physisch den Körper betreffend                
PM Private Mitteilung                
PN   Private Nachricht                
PNS peripheres Nervensystem, siehe dort                
Polioenzephalitis siehe Enzephalitis                
postiktale Parese siehe Toddsche Lähmung                
Potentiale siehe ETP                
Pregabalin Wirkstoff in neu in Deutschland zugelassem Medikament (Name: Lyrica) gegen Epilepsie. Zusatzmedikament bei fokalen (Herd-)Epilepsien bei Erwachsenen. Wird auch bei neuropathischem (durch Nervenschädigungen verursachtem) Schmerz eingesetzt.
                
Primidon Wirkstoff von Medikamenten gegen Epilepsie (Handelsnamen: Liskantin, Mylepsinum)                
PRM Primidom, siehe dort                
Prodromi siehe Aura                
Prof Professor                
Prognose Beurteilung des wahrscheinlichen Verlaufes.                
Prograf, auch Advagraf Immunsuppressivum, Wirkstoff: Tacrolimus. Medikament zur Verringerung der Immunabwehr. Wird bei Transplantationen eingesetzt.
progredient fortschreitend, sich nach und nach verschlimmernd                
progressiv fortschreitend, sich nach und nach verschlimmernd      
          
prolongiert (verlängert) überdurchschnittlich lange Krankheits- oder Symptomdauer, z.B. eine prolongierte Aura bei Migräne, bei der neurologische Symptome zwischen einer Stunde und einer Woche andauern bzw. eine prolongierte Migräneattacke, die länger als 48 Stunden dauert.  
          
Propriozeption Wahrnehmung von Reizen aus dem Körperinneren                  
Propulsiv-Petit-mal   siehe West-Syndrom                
Proteine Eiweiße  
              
protrahiert (in die Länge gezogen) z. B. Verschleppung einer Infektionserkrankung (z.B. Bronchitis) bei unzureichender Behandlung. Auch eine zu lange dauernde Geburt, bei der das Baby gefährdet ist (mehr als 18 Stunden bei der ersten, mehr als 12 Stunden bei folgenden Geburten). In der Pharmakologie benutzt man den Begriff, um Arzneimitteleigenschaften wie Freisetzung, Wirkdauer oder Ausscheidung zu beschreiben.
                
provozierte Anfälle siehe Gelegenheitsanfälle
                
pseudo-epileptische Anfälle Anfälle, die wie epileptische Anfälle erscheinen, aber keine sind. "Pseudo" bedeutet normalerweise nicht, dass die Anfälle nur vorgetäuscht werden! Siehe auch psychogene Anfälle.  
              
Pseudo-Lennox-Syndrom Auch gutartige atypische Epilepsie genannt, weil meist Ausheilung im Laufe der Pubertät. Aber meist trotzdem Rückstände in  psychomotorischer- und Sprachentwicklung.  Anfälle und EEG-Befunde  oft ähnlich dem Lennox-Gastaut-S., daher der Name.  Selten, Beginn im 2. bis 7. Lebensjahr, trifft meist normal entwickelte Kinder, oder solche mit leichten Entwickungs- oder Teilleistungsstörungen, vereinzelt auch solche mit Hirnschäden. EEG ist immer schwer multifokal verändert, besonders im Schlaf. Ungewöhnliche Vielfalt von Anfallserscheinungen mit unterschiedlichem Schwerpunkt: Rolando-Anfälle, generalisierte tonisch-klonische Anfälle, atypische Absencen , myoklonische Anfälle, atonisch-astatische Anfälle und atonische Nickanfälle, Neigung zu Anfallsstaten. Diese und ununterbrochene generalisierte epilepsietypische Aktivität im Schlaf (siehe ESES) können bleibende Entwicklungsstörungen zur Folge haben. Behandlung darum wichtig, aber oft schwierig.  
                
psychisch die Seele betreffend                
psychogen durch die Seele verursacht  
              
psychogene Anfälle Seelisch bedingte Anfälle, die epileptischen Anfällen stark ähneln, aber nicht-epileptisch sind. Psychogene Anfälle sind in den meisten Fällen nicht simuliert und auch nicht von den Betroffenen beeinflussbar! Darum nennt man sie auch dissoziative Anfälle. Dies beschreibt den Vorgang im Gehirn, bei dem sich motorische bzw. Bewusstseins-Funktionen in einem von der eigentlichen Person abgespaltenen – „dissoziierten“ – Bereich ereignen. Dissoziative Anfälle können ausschließlich, aber auch neben bzw. gemeinsam mit epileptischen Anfällen auftreten. Die Unterscheidung ist schwierig. Die sicherste Methode besteht in der gleichzeitigen Videoaufzeichnung eines Anfalls und des EEGs, der sogenannten simultanen Doppelbildaufzeichnung, so dass Anfallsverlauf und gleichzeitige etwaige EEG-Auffälligkeiten, die während eines epileptischen Anfalles immer zu beobachten sind, miteinander verglichen werden können.          
      
psychomotorische Anfälle siehe komplex-fokal        
        
psychosomatische Störung tatsächliche körperliche Krankheitszeichen oder Erkrankungen, die auf psychischen Faktoren beruhen oder durch diese verstärkt werden. Anders als bei den somatoformen Störungen sind hier die körperlichen Symptome durch einen organischen Befund nachweisbar.
                
PVS persistierender vegetativer Status, siehe apallisches Syndrom                
Pyknolepsie, pyknoleptische Absencen, pyknoleptischer Petit-mal Absenceepilepsie des Kindesalters mit gehäuft auftretenden Anfällen (pyknos= dicht),  es sind bis zu 100 u. mehr Anfälle pro Tag möglich.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2011, 19:09:56 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #12 am: 27. September 2011, 21:00:38 »
Rasmussen-Enzephalitis auch Rasmussen Syndrom oder englisch Chronic Focal Encephalitis (CFE) genannt. Nach Theodore Rasmussen benannte, sehr seltene Entzündung von Teilen der Großhirnrinde, dem sogenannten cerebralen Cortex. Von einem kleinen Bereich aus fortschreitend, betrifft meist nur eine Hirnhälfte. Führt zum Verlust von Nervenzellen mit Narbenbildung und schließlich zu schweren Behinderungen. Betrifft meist Kinder, aber manchmal auch Jugendliche und Erwachsene. Erste Symptome meist fokale Anfälle, später auch neurologische Defizite wie Hemiparesen, Sehstörungen (Hemianopsie), Sprachstörungen und kognitive Störungen. Behandlung mit Medikamenten meist nicht erfolgreich, oft erfolgt darum eine Hemisphärektomie.
                
Reduktionsdiät  Diät mit dem Ziel, das Körpergewicht zu verringern.                
Referenzbereich Zum Vergleich heranzgezogener Laborwerte-Bereich, innerhalb dessen die Werte der meisten gesunden Menschen liegen. Ein hiervon abweichendes Ergebnis kann auf einen krankhaften Vorgang hindeuten, kann aber unter Umständen durchaus auch für die jeweilige Person völlig normal sein.  Die Werte müssen also vom Arzt immer interpretiert werden und sind nicht automatisch allein für sich stehend bereits aussagekräftig.
              
Regelschule Die normale Schule im Gegensatz zur Sonderschule oder Förderschule für Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Problemen, die auf der Regelschule nicht ausreichend berücksichtigt werden (können). Es wird in Deutschland angestrebt, zunehmend auch Kinder mit besonderem Förderbedarf integrativ bzw. besser noch inklusiv auf Regelschulen zu unterrichten. In Skandinavien und auch in Italien gibt es kein Sonderschul-System, dort werden nahezu alle Kinder auf denselben Schulen unterrichtet, es wird dabei in den einzelnen Schulen gezielt individuell nach Bedarf gefördert. Die Pisa-Studie belegt den Erfolg dieses Konzeptes, welches Ausgrenzung vermindert und auch für Nichtbehinderte von Vorteil ist, indem es ihre Sozialkompetenz fördert.    
      
Reha, Rehabilitation Wiedereingliederung, zum Beispiel in den Beruf oder in das soziale Leben bzw. Wiederherstellung oder Förderung der Möglichkeiten zur Teilhabe an der Gesellschaft.  
              
Remission Besserung oder Milderung einer Erkrankung, zeitweise oder dauerhaft, jedoch keine Heilung. Von spontaner Remission spricht man, wenn die Besserung unerwartet eintritt, ohne dass eine medizinische Behandlung die Ursache dafür war. Als komplette Remission bezeichnet man einen Zustand, in dem über einen bestimmten Zeitraum hinweg (z. B. ein halbes Jahr) keinerlei Krankheitszeichen mehr feststellbar sind. Partielle Remission oder Teilremission nennt man in der Onkologie die Verkleinerung eines Tumors.              
  
remittierend Besserung des Krankheitszustandes oder Heilung                
Residualepilepsie siehe symptomatische Epilepsie                
Residuen siehe Defektheilung
                
Resorption   (lateinisch: resorbere = aufsaugen) Die Aufnahme von Stoffen in den Körper, vor allem beim Vorgang der Verdauung, aber auch z. B. über die Haut, sowie die Rück-Aufnahme von Stoffen aus dem Harn ins Blut. International spricht man von Absorption und Reabsorption.    
            
retard (lateinisch: retardare = verzögern) Medikamente in spezieller Zubereitung, bei der der Wirkstoff langsamer über einen längeren Zeitraum hinweg, verzögert oder mit stetig abnehmender Geschwindigkeit freigesetzt wird, um die zeitliche Verteilung des  Medikamentenspiegels im Blut gezielter zu beeinflussen bzw. diesen gleichmäßiger zu gestalten. Außerdem müssen normalerweise nur kurzzeitig wirkende Medikamente in der Retardversion seltener eingenommen werden, was die Compliance erhöhen kann.
                
retardiert / Retardierung / Retardation (lateinisch: retardare = verzögern) körperlich, geistig und/oder seelisch verzögerte oder verminderte Entwicklung eines Menschen verglichen mit dem des Durchschnitts seiner Altersgenossen, z. B. aufgrund von Behinderungen oder Erkrankungen.
                
retrograd rückwirkend                
Rezeptoren (lateinisch recipere = aufnehmen, empfangen), verschiedenartige, spezialisierte Körperzellen, die im Körper Signale von Botenstoffen erkennen und übertragen. Die verschiedenen Rezeptor-Arten sind jeweils auf bestimmte Signale spezialisiert und funktionieren in übertragenem Sinne ähnlich dem Prinzip eines Schlosses, in das nur eine bestimmte Schlüsselart passt.
              
Rezidiv (lateinisch: recidere = zurückfallen) Rückfall, Wiederauftreten einer Krankheit nach einer Phase der Besserung                
rezidivierend (wiederholt auftretend), man unterscheidet folgende Formen: episodisch, phasenhaft, intermittierend  = wiederkehrend mit zwischendurch vollständiger Genesung (Remission), z. B. Fieber; schubförmig = nach Phasen des Stillstandes folgen immer wieder Phasen der Verschlimmerung, z. B. Multiple Sklerose; zyklisch, rhythmisch, periodisch = in bestimmten Abständen wiederkehrend, z. B. Fieberschübe bei Malaria                  
rhythmisch siehe rezidivierend      
          
Rigor (lateinisch: Starrheit) krankhafte Muskelstarre (Hypertonus). Durch eine Fehlsteuerung im zentralen Nervensystem werden gleichzeitig die Muskeln und ihre Gegenspieler aktiviert. (Agonisten-Antagonisten-Koaktivierung)    
            
Rolando-Epilepsie auch Benigne Epilepsie des Kindesalters mit zentrotemporalen Spikes genannt. Benannt nach dem Italiener Luigi Rolando (1773-1831), der sie erstmals beschrieb. Gutartige Herdepilepsie, gute Prognose, heilt meist bis zur Pubertät aus. Häufigste Form einer Epilepsie im Kindesalter (unter diesen 15-20%). Betrifft 1 von 1000 Kindern im Alter von 2 bis 14 Jahren, meist 4-8 Jahre. Vermehrt betroffen sind Kinder mit Teilleistungsschwächen, motorischen Koordinations- oder Aufmerksamkeitsstörungen. Manchmal gehen Fieberkkrämpfe voraus. Bei Kleinkindern überwiegend sekundär generalisierte tonisch-klonische Anfälle, auch Halbseitenkrämpfe. Im Schulalter vorwiegend Missempfindungen, wie Kribbeln, Taubheitsgefühle in Mund und Gesicht, oft nachfolgende einseitige muskuläre Verspannungen und Zuckungen, oft am Mundwinkel beginnend, auch Würgen, Lallen, vermehrter Speichelfluß und minutenlange  Unfähigkeit zu sprechen trotz erhaltenen Bewusstseins. Häufig Überschneidungen von Rolando-Epilepsien mit verwandten selteneren altersabhängigen idiopathischen Herdepilepsieformen, die auch „Epilepsien aus dem rolandischen Formenkreis“ genannt werden, besonders der Epilepsie mit okzipitalen Herden, dem Pseudo-Lennox-Syndrom, dem ESES und dem Landau-Kleffner-Syndrom.
                
RTW Rettungswagen                  
Rückenmark Der Teil des zentralen Nervensystems (ZNS), der innerhalb des Wirbelkanals verläuft. Ist von denselben Häuten umgeben wie das Gehirn.                                


               
SA Schwerbehindertenausweis                
Saccharide siehe Kohlehydrate                
SB Schwerbehinderung                
Schläfenlappenanfälle siehe komplex-fokal                
schubförmig siehe rezidivierend
                
sedierend / Sedierung / Sedation (lateinisch: sedare = sinken lassen)  beruhigend, Ruhigstellung. Beruhigende Medikamente nennt man Sedativa. Sie werden in der Anästhesie aber auch bei nervöser Unruhe eingesetzt, die als Symptom von Erkrankungen sowie körperlichen oder psychischen Störungen oder als Nebenwirkung von anderen Medikamenten auftreten kann.        
        
Sek.  Sekunden                
sensible Anfälle siehe fokal                
sensomotorische Anfälle siehe fokal                
sensorische Anfälle siehe fokal    
            
Sepsis Blutvergiftung. Folge einer außer Kontrolle geratenen Infektion aufgrund eines Versagen des Immunsystems. Seit 1992 definiert als "Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) mit einer nachgewiesenen Infektion". Lebensbedrohlich, 30-50% der Betroffenen sterben trotz Intensivtherapie. Symptome sind bei nachgewiesener Infektion (mindestens zwei der folgenden): Körpertemperatur > 38 °C oder < 36 °C; Herzfrequenz > 90/min; Atemfrequenz > 20/min oder Hyperventilation; Leukozytose (> 12.000 weiße Blutkörperchen/mm3) oder Leukopenie (< 4.000/mm3) oder > 10 % unreife neutrophile Granulozyten im Differentialblutbild. Eine schwere Sepsis zeigt zusätzlich mindestens eines der folgenden Symptome: Hirnschädigung (Enzephalopathie): eingeschränkte Vigilanz (Wachheit, Aufmerksamkeit), Desorientiertheit, Unruhe, Delirium; Abfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie): innerhalb von 24 Stunden Abfall der Thrombozyten um mehr als 30 % oder Thrombozytenzahl < 100.000/mm3 bei Ausschluss einer Erkrankung des Immunsystems oder einer akuten Blutung; starker Blutdruckabfall (systolischer arterieller Blutdruck < 90 mmHg oder mittlerer arterieller Blutdruck < 70 mmHg über mind. 1 Stunde trotz Zufuhr von Blutkonserven, keine anderen Schockursachen) (= Septischer Schock); Sauerstoffmangel (Hypoxie) trotz Sauerstoffverabreichung, bei Ausschluss einer kardialen oder pulmonalen Vorerkrankung; akutes Nierenversagen; Metabolische Azidose (Übersäuerung des Blutes und des Körpers).
septisch eine Blutvergiftung bildend  
             
Serotonin einer der Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe) und zugleich ein Hormon. Er spielt eine Rolle bei der Steurung vielfältiger Vorgänge im menschlichen Körper, unter anderem reguliert es (auch unter der Beteiligung anderer Stoffe) die Stimmung, die Weite von Blutgefäßen und die Blutgerinnung, die Verdauung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Körpertemperatur, die Sensorik, die Schmerzempfindung und -verarbeitung, den Appetit, das Sexualverhalten, die Hormonsekretion. Störungen im Serotoninhaushalt sind unter anderem beteiligt an der Entstehung von Depressionen, Migräne und manchen Tumorarten.
              
Serumspiegel siehe Spiegel                
SIRS Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom, siehe Sepsis                
sklerosierend verhärtend                
SMEI schwere myoklonische Epilepsie im Kindesalter, siehe Dravet-Syndrom                
sog. sogenannte
                  
somatisches Nervensytem Der Anteil des Nervensystems, der im Gegensatz zum vegetativen nervensystem für die bewusste Wahrnehmung von Umweltreizen und Reizen aus dem Körperinneren, für die bewusste oder willkürliche Steuerung motorischer Funktionen sowie für die bewusste Nachrichtenverarbeitung (Integration) zuständig ist.      
          
somatoforme Störungen Störungen, bei denen es bei körperlich gesunden Menschen durch seelische Belastungen zu Beschwerden und Krankheitszeichen kommt, die wie körperliche Krankheiten aussehen. Auch Konversionsstörung genannt. Siehe auch Dissoziation. Anders als bei den psychosomatischen Störungen sind hier die körperlichen Symptome nicht durch einen organischen Befund nachweisbar.            
    
somnolent schläfrig, aber leicht weckbar                
Sopor   tiefer Schlaf, nur durch starke Reize (z.B. Schmerz) weckbar
                
Spasmus siehe Spastik                
Spastik (griechisch: spasmos = Krampf, latinisiert: Spasmus, deutsche Mehrzahl: Spasmen) Spastik bzw. Spastizität bedeutet eine krankhaft erhöhte Eigenspannung (Verkrampfung) der Skelettmuskulatur (Hypertonus), die immer auf einer Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks beruht. Die Spannung wird bei Spastiken umso höher, je schneller der Muskel passiv gedehnt wird (im Gegensatz zum Rigor, der geschwindigkeitsunabhängig ist).
                
SPECT Single Photon Emission Computed Tomography = Bildgebendes Verfahren, bei dem Schnittbilder des Körpers erzeugt werden. Ähnlich wie bei der PET wird die Verteilung einer leicht radioaktiv markierten Substanz im Körper beobachtet, um Stoffwechselabläufe diagnostisch untersuchen zu können.
                
spezifisch besonders kennzeichnend oder charakteristisch oder wirksam für einen ganz bestimmten Sachverhalt oder eine bestimmte typische Person oder Situation  
              
Spiegel Die Konzentration eines Medikamentenwirkstoffes im Blut. Seine Kontrolle (durch Blutentnahme) erleichtert bei vielen Epilepsie-Medikamenten die ärztliche Überprüfung der Dosierung, ist aber nicht bei allen Medikamenten sinnvoll und hilfreich. Der höchste Wert der Konzentration, die Spiegelspitze, wird meist einige Stunden nach der Einnahme des Medikamentes erreicht, da es zunächst rasch aus dem Darm aufgenommen wird. Danach sinkt der Spiegel durch Abbauprozesse im Körper allmählich wieder ab. Der Spiegel kann verlässlich erst bestimmt werden, wenn das Fließgleichgewicht erreicht ist (englisch: steady state), also die Zufuhr und der Abbau des Medikamentes so ausgeglichen sind, dass ein einigermaßen konstanter Pegel im Blut erreicht wird. Wie lange dies dauert, hängt vor allem von der Halbwertzeit des Medikamentes ab. Diese bezeichnet die Zeitdauer, die es benötigt, bis die Hälfte eines vom Körper aufgenommenen Wirkstoffes wieder abgebaut oder ausgeschieden wurde, welche je nach Medikament sehr unterschiedlich ist. Das Fließgleichgewicht wird meist ungefähr nach dem Fünffachen der Halbwertszeit eines Medikamentes erreicht.                  
Spinalnerven  Aus dem Rückenmark (lateinisch: Medulla spinalis) entspringende Nerven, gehören zum peripheren Nervensystem (PNS).              
  
SPZ Sozialpädiatrisches Zentrum (Städtische Einrichtung mit Amtsärzten und Heilpädagogen etc. zur ambulanten Untersuchung und therapeutischen Behandlung von Säuglingen und Kindern bzw. Beratung ihrer Eltern)  
              
SSW Schwangerschaftswoche                
stationär ( lateinisch: statio = Stillstehen) Aufnahme/Behandlung über mindestens eine Nacht hinweg in einer Einrichtung wie z. B. einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim.  
              
Status, Status epilepticus Normalerweise dauern epileptische Anfälle je nach Art Bruchteile von Sekunden bis wenige Minuten. Wenn sie ungewöhnlich lange dauern oder so schnell aufeinander folgen, daß der Betroffene sich zwischenzeitlich nicht davon erholt, nennt man dies Status (lateinisch: Zustand). Jede Anfallsform kann auch als Status auftreten und dabei viele Minuten, Stunden oder sogar Tage dauern. Häufigste Ursache von Staten ist das plötzliche Weglassen antiepileptischer Medikamente. Staten müssen immer so schnell wie möglich ärztlich behandelt werden,  weil sie dauerhafte Schäden verursachen können. Mit einem Status epilepticus ist der Grand-mal-Status gemeint. Dieser ist lebensbedrohlich.      
          
Std. Stunden                
Stenose Verengung eines hohlen Körperorgans, z. B. von einem Blutgefäß, Wirbelkanal, Darm etc.
stenosierend einengend, verengend
                
Stille Feiung   Immunantwort des Körpers bei einer symptomlosen (asymptomatischen, inapparenten oder stummen) Infektion mit einem Krankheitserreger. Der Betroffene wird aufgrund einer Abwehrreaktion seines Immunsystems gegen die Erreger der Infektionskrankheit immun, ohne Krankheitszeichen zu entwickeln. Natürlicher Vorgang, der ähnlich einer Impfung abläuft.
                
Stimuli   Reize                
Stoffwechsel siehe Metabolismus                
subakut Krankheit mit klinisch weniger heftiger Symptomatik als akut, mit einer Dauer von zwei bis vier Wochen.                
subchronisch Im Prinzip chronische Erkrankung, aber mit geringer ausgebildeter Symptomatik                
subklinisch Die Erkrankung zeigt nur sehr geringe, nicht offensichtliche, nur unterschwellig auftretende klinische Symptome.      
          
SUDEP (englisch: Sudden Unexpected/Unexplained Death in Epilepsy) - Plötzlicher unerwarteter und ungeklärterTod bei Epilepsie, nicht als direkte Folge eines Anfall-Status und unter sonst normalen Umständen, ohne sonstige Erkrankung, die den Tod erklären könnte. Risiko für Erwachsene 1/500 -1000 pro Jahr und Betroffenem, bei Kindern deutlich geringer (ca. 0,2 / 1000 pro Jahr). Vorkommen meist nachts und im Schlaf, auch ohne Zeichen eines Anfallsereignisses. Risikofaktoren u.a.: Alter zw.15 - 40 Jahre, symptomatische Epilepsie, männl., längere Epilepsiedauer,  häufige Grand mal-Anfälle, auch komplex-fokale Anfälle, Alkoholmissbrauch, niedriger Medikamentenspiegel, plötzliches Absetzen der Medikamente, schlechte Compliance. Ursache unklar, diskutiert wird u.a. Versagen des autonomen Nervensystems keine Aufrechterhaltung des Herzschlags.
                
Suizid Freitod, das absichtliche Beenden des eigenen Lebens.                
suizidal, Suizidalität Auch Lebensmüdigkeit genannt.  Seelischer Zustand, in dem Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen sich darauf richten, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen. Psychiatrische Behandlung ist in einem solchen Fall unbedingt erforderlich.    
            
Sulcus Hirnfurche zwischen Hirnwindungen, besonders ausgeprägt auch zwischen den Hirnlappen, Mehrzahl Sulci                
Sultiam            
    
Symptom (griechisch: symptoma = Begleiterscheinung, syn = zusammen, pipto = fallen, ptoma = Fall) Zeichen oder Merkmal, das auf eine Erkrankung oder Verletzung hinweist. Die Gesamtheit der verschiedenen gemeinsam auftretenden Symptome nennt man das klinische Bild oder die Symptomatik.    
            
symptomatische Behandlung Eine symptomatische Behandlung versucht, die Symptome zu beseitigen oder zu verbessern, also bei Epilepsien die Anfälle zu vermindern, wenn eine kausale Behandlung mit Beseitigung der Ursachen nicht möglich ist.
                
symptomatische Epilepsie Ursachen symptomatischer Epilepsien sind Wirkungen oder Nachwirkungen von Hirnschädigungen, z. B. durch Hirnverletzungen, Krankheiten,  hirnorganische Fehlbildungen. Diese sind oft, aber nicht immer im MRT nachweisbar.
                
Syndrom Erkrankung mit bestimmtem Merkmalsmuster. Bei Epilepsien werden die Syndrome u. a. unterteilt nach den unterschiedlichen Anfallsarten, Erkrankungsalter, Auslöser, Ursache und Verlauf.    
            
Synkope Ohnmachtsanfall durch Kreislaufschwäche, z. B. bei niedrigem Blutdruck oder Erschrecken)                
Synonym anderes Wort mit gleicher Bedeutung                
Synthese Herstellung  
              
Szintigrafie / Szintigramm Bildgebende Darstellung, bei der eine leicht radioaktiv markierte Substanz in den Körper eingebracht wird, der sich in den Gewebeteilen, die aufgenommen werden sollen, anreichert. Die Strahlenbelastung ist hierbei meist geringer als bei einer normalen Röntgenaufnahme.
« Letzte Änderung: 30. September 2011, 22:43:22 von Cornelia-Admin »
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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #13 am: 27. September 2011, 21:02:00 »
tardiv langsamer oder verzögerter Eintritt der Erkrankung, z.B. Spätdyskinesien, die lange Zeit nach der Gabe von Neuroleptika auftreten können.                
Tassinari-Syndrom siehe ESES  
              
teilstationär Eine Behandlung oder Aufnahme in einer Einrichtung bzw. Klinik über einen längeren Zeitraum hinweg, bei der der Patient jedoch zwischenzeitlich nach Hause entlassen wird, z. B. jede Nacht oder jedes Wochenende. Beispielsweise bei Versorgung/Betreuung in einer Tagesklinik.  
              
Temporallappen Schläfenlappen des Gehirnes, unten und seitlich liegender Teil des Großhirns. Enthält den primären auditorischen Cortex, (wichtig für das Hörvermögen), das Wernicke-Sprachzentrum (wichtig für das Sprachverständnis) und wichtige Strukturen für das Gedächtnis.                
Temporallappenanfälle siehe komplex-fokal  
              
terror-fits siehe gutartige psychomotorische Epilepsie  
              
therapeutische Breite Der Spielraum zwischen Unter- und Überdosierung bei der Dosierung eines Medikamentes, der zur Verfügung steht zur Erzielung der gewünschten Wirkung bei möglichst niedriger Nebenwirkung.  

therapiefraktär, therapieresistent Die Erkrankung ist mit den normalerweise angewendeten Methoden nicht oder nicht mehr behandelbar oder nicht ausreichend beeinflussbar. In manchen Fällen besteht dann noch Hoffnung auf Hilfe durch seltener angewendete, aber oft auch besonders aufwendige oder riskante Methoden. Das ist aber durchaus nicht immer der Fall. Beim Vorliegen einer Epilepsie beispielsweise sind die gewöhnlichen Methoden eine Behandlung durch antiepileptisch wirkende Medikamente. Hiermit kann ca. 70% der Patienten geholfen werden. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen kann im Falle einer Therapieresistenz ein epilepsiechirurgischer Eingriff eine Linderung des Anfallsgeschehens oder gar Anfallsfreiheit herbeiführen. Vielen anderen therapieresitenten Patienten kann jedoch leider nicht auf diese Weise geholfen werden. Viele Patienten mit einer therapieresistenten Epilepsie müssen lernen, mit ihrer Erkrankung zu leben.
              
Toddsche Lähmung Die Toddsche Lähmung (oder Toddsche Parese oder epileptische Hemiplegie oder epileptische Paralyse oder postiktale Parese) ist eine vorübergehende Lähmung, die manchmal im Anschluss an fokale epileptische Anfälle mit fokal motorischen Komponenten oder sensiblen Symptomen oder auch nach generalisierten Anfällen (Grand Mal) auftritt. Sie ist benannt nach ihrem Erstbeschreiber, dem Arzt Robert Bentley Todd (1809-1860). Es handelt sich dabei um vorübergehende Lähmungen eines Armes oder Beines oder auch einer ganzen Körperseite oder auch andere neurologische Ausfälle wie z.B. Aphasie (Sprachstörung) oder Gesichtsfeldausfall. Die Ursache ist nicht geklärt, man vermutet eine neuronale Erschöpfung aufgrund der erhöhten metabolischen Aktivität des entladenden Fokus oder eine erhöhte Hemmung in der Herdregion. Sie dauert bei Kindern meist nur wenige Minuten, kann mit zunehmendem Alter aber länger anhalten. Bei alten Menschen manchmal bis zu mehrere Tage. Aber sie ist auf jeden Fall reversibel, geht also immer nach einer Weile wieder weg.
Abgrenzen muss man sie zu einem ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, der im Gegensatz zu der Toddschen Lähmung bekanntlich gefährlich ist und sofort behandelt werden muss.                
Toddsche Parese  siehe Toddsche Lähmung
                
tonisch Bei tonischen Anfällen verkrampfen die Muskeln steif. Gefährlich können sie werden, wenn Betroffene dabei plötzlich unkontrolliert und ungeschützt stürzen und sich dadurch manchmal auch schwere Verletzungen zuziehen. Darum tragen Betroffene zum Teil einen den Kopf schützenden Helm.  
                
tonisch-klonisch   Hier geht ein tonischer in ein klonischen Anfall über. D. h. bei dem Betroffenen treten zuerst steife Verkrampungen der Muskeln auf und danach längerdauernde, rhythmische Muskelzuckungen. Dies kommt vor allem bei einem Grand Mal vor (siehe dort).  
              
Tonus Die natürliche Muskelspannung, welche der Körper im Wachzustand ständig aufrecht erhält.  
              
Topamax   Medikament gegen Epilepsie mit dem Wirkstoff Topiramat. Wird beim Lennox-Gastaut-Syndrom und bei Erwachsenen und Jugendlichen als Zusatzmedikament bei fokalen und generalisierten Anfällen eingesetzt. Auch für die Prophylaxe von Migräne-Anfällen verwendet.
        
Toxin Für den Körper eines Lebewesens giftig wirkende organische Substanz.                
transitorisch vorübergehende Störung
                
Tremor (lateinisch: tremere = zittern) Unterschiedlich starkes oder schnelles Zittern von Körperteilen durch unwillkürliche, streng rhythmische und sich wiederholende Kontraktionen von Muskelgruppen als Gegenspieler zueinander. Ein Tremor kommt auch natürlich vor (z. B. beim Frieren) und muss nicht krankhaft sein. Er tritt aber u. a. auch als Symptom verschiedener neurologischer Störungen auf und kann Medikamentennebenwirkung sein.    
            
Troll Forumsbesucher, der provoziert, nur um Streit anzuzetteln.                                


             
u. a. unter anderem, und anderen                
u. s. w. und so weiter                
u. U. unter Umständen                
u. U.  unter Umständen                
überdurchschnittliche Begabung entspricht einem IQ zwischen 115 und 129. Siehe auch: Intelligenz, Hochbegabung                
ulzerierend Geschwüre bildend                
unprovozierte Gelegenheitsanfälle siehe Gelegenheitsanfälle                                
unspezifische Auffälligkeiten gemeint ist, dass der der Arzt eine Veränderung beobachtet hat, ohne diese aber einer bestimmten Diagnose zuordnen zu können                


             
v.   von                
v. a. vor allem                
V. a. Verdacht auf  
              
Vagusnervstimulator kleiner Impulsgeber, der unterhalb des linken Schlüsselbeines eingepflanzt wird und über eine Elektrode am Hals den Nervus vagus, den 10. Hirnnerven, mit leichten elektrischen Impulsen reizt. Dies kann vor allem bei fokalen Epilepsien das Anfallsgeschehen positiv beeinflussen. Ausführliche Infos siehe z. B. hier: http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/therapie/vagusnervstimulator.html    
            
Valproat Wirkstoff von Medikamenten gegen Epilepsie (Handelsnamen: Ergenyl, Orfiril)                
Valproinsäure siehe Valproat  
              
vegetatives Nervensystem auch autonomes Nervensystem (ANS). Steuert im Gegensatz zum somatischen Nervensystem biologisch festliegende, automatisch ablaufende Anpassungs- und Regulationsvorgänge im Körper, wie Blutdruck, Herzschlag, Atmung etc.        
          
Vene Ader, die zum Herzen zurück führt mit sauerstoffarmem, "verbrauchtem" Blut    
            
Ventrikel Teile eines Organs, die einen Hohlraum bilden: Ventriculus cerebri = Gehirnkammer, Hirnventrikel; Ventriculus cordis = Herzkammer; Ventriculus laryngis = seitliche Ausbuchtungen in dem Hohlraum, den der Kehlkopf bildet. Im Gehirn gibt es vier Ventrikel: zwei Seitenventrikel (laterale Ventrikel) im Großhirn, die wiederum unterteilt sind in: Vorderhorn (Cornu anterius), Mittelteil (Pars centralis, Cella media), Hinterhorn (Cornu posterius) und Unterhorn (Cornu inferius); der Dritte Ventrikel (Ventriculus tertius) liegt in dem Zwischenhirn genannten Bereich im Zentrum des Gehirns; der Vierte Ventrikel (Ventriculus quartus) liegt ganz unten in der Mitte in dem Teil des Gehirns, der Rautenhirn genannt wird. Alle vier Ventrikel sind miteinander verbunden und mit Hirnflüssigkeit, dem sogenannten Liquor, gefüllt.  
              
versive Anfälle siehe fokal                
vgl. vergleiche                
vglw. vergleichsweise                
Virulenz   (lateinisch: virulentus = voller Gift) Das Maß der Fähigkeit eines Krankheitserregers, eine Krankheit auszulösen. Leicht virulent = viele Erreger werden dafür benötigt, hoch virulent = wenige Erreger sind hierfür erforderlich.                
vllt. vielleicht                                
VNS Vagusnervstimulator, siehe dort oder vegetatives Nervensystem, siehe dort.                
VPA Valproat, siehe dort                


         
Wachkoma siehe apallisches Syndrom    
            
Watanabe-Epilepsie Auch gutartige fokale Säuglingsepilepsie genannt. Seltene, oft ererbte Epilepsieform mit einfach- und komplex-fokalen sowie sekundär generalisierten Anfällen, die bei Babys im Alter von 2-24 Monaten auftreten kann und meist nach wenigen Monaten ausheilt. Meist ist keine oder nur kurzzeitige Behandlung erforderlich.  
              
Wechselwirkungen Gegenseitiges Beeinflussen von gleichzeitig oder zeitlich kurz hintereinander eingenommenen Medikamenten. Entscheidend beim zeitlichen Abstand ist, wie lange der Abbau der einzelnen Medikamente im Körper benötigt und wie schnell der Wirkstoff des anderen vom Körper aufgenommen wird. Das kann sehr unterschiedlich sein. Nicht alle Medikamente beeinflussen einander, manche aber so sehr, dass dies gefährliche Auswirkungen haben kann.  
              
Wendeanfälle siehe fokal    
                            
West-Syndrom, benannt nach dem Erstbeschreiber William James West, auch Propulsiv-Petit mal, BNS-Anfallsleiden ("Blitz-Nick-Salaam"-Anfälle), maligne Säuglingsepilepsie, infantile Spasmen genannt. Schwere, meist durch oft angeborene Schädigungen oder Entwicklungsstörungen des Gehirns verursachte Epilepsieform des Kindesalters. Diese Epilepsieform ist schwer behandelbar und nimmt oft einen schweren Verlauf, zum Teil leider auch tödlich. In etwa der Hälfte der Fälle geht das West-Syndrom später in ein Lennox-Gastaut-Syndrom über. Oft bleiben die betroffenen Kinder erheblich in ihrer Entwicklung zurück.    
                        
WW Wechselwirkungen von Medikamenten                                



z. B. zum Beispiel                
Z. n.  "Zustand nach". Z. B. Zustand nach Operation, Zustand nach Mammakarzinom, Zustand nach Stoma-Rückverlegung, Zustand nach Reanimation etc.
                
zentrales Nervensystem (ZNS) Gehirn und Rückenmark. Das zentrale Nervensystem wird durch Knochen und die Blut-Hirn-Schranke vor schädigenden äußeren Einflüssen geschützt. Der Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks liegt, bildet im Gegensatz dazu das periphere Nervensystem. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Lage, macht aber aus medizinischer/anatomischer/funktionaler Sicht nur begrenzt Sinn.            
    
zentralisierend Bei einer Schockreaktion aufgrund großer Blutverluste zentralisiert der Blutkreislauf als Folge des Blutdruckabfalls: Er konzentriert sich auf die Versorgung der lebenswichtigen Organe wie Herz und Gehirn. Sichtbares Zeichen ist die Blässe der Haut.    
            
Zieldosis Die Dosis, die beim Eindosieren eines Medikamentes angestrebt wird, weil sie erfahrungsgemäß die beste Wirkung bei möglichst geringer Nebenwirkung verspricht. Manchmal wird eine zunächst hohe Zieldosis, die zum Eintritt der Wirkung notwendig war, nach einer Zeit der Eingewöhnung vorsichtig wieder etwas reduziert, um mögliche Nebenwirkungen zu vermindern.                

ZNS zentrales Nervensystem, siehe dort.                
Zusatztherapie siehe Kombinationsbehandlung                
zyklisch siehe rezidivierend
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2011, 18:03:16 von Cornelia-Admin »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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Re: Fachbegriffe - Liste von Usern zusammengestellt
« Antwort #14 am: 27. September 2011, 21:03:21 »
So, das wars, was ich bisher aufgelistet habe.  :laugh:

Später werde ich es noch etwas besser in Form bringen, so dass man die Stichworte leichter findet.

Liebe Grüße
Cornelia

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