Autor Thema: Epilepsie und Herzklappenersatz, Grad der Behinderung  (Gelesen 517 mal)

pazzo25

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Epilepsie und Herzklappenersatz, Grad der Behinderung
« am: 21. Dezember 2017, 12:49:35 »

Liebe Forenmitglieder,

mein Name ist Oliver und ich habe eine Frage zum o.g. Thema. Ich habe seit 2014 Epilepsie und hatte seitdem 7 sogenannte generalisierte und komplex fokale Anfälle. Im Jahr 2017 hatte ich 2 Anfälle, sodass ich per Definition eine GdB von 50-60 haben müsste. Zu dieser Behinderung kommt noch die Tatsache, dass ich seit 2001 einen künstlichen Herzklappenersatz habe und mir infolge dessen ein GdB von 30 bestätigt wurde.
Nun habe ich am 14.12.2017 den Bescheid vom Landesverwaltungsamt bekommen, der mir einen GdB von 60 bestätigt, mit der Begründung, "dass das Schwerbehindertenrecht nur einen Gesamtzustand der Behinderung kennt".
Ich bin der Meinung, dass diese Einschätzung nicht korrekt ist, da ich in diesem Sinne einen GdB von 80 haben müsste, wenn man beide Behinderungen berücksichtigt.

Deshalb ist meine Frage, wer Erfahrung damit hat und ob ich Widerspruch einlegen sollte. Ich würde mich über Antworten freuen.


 

stefi

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Re: Epilepsie und Herzklappenersatz, Grad der Behinderung
« Antwort #1 am: 21. Dezember 2017, 21:04:43 »
Hallo Pazzo25,
Ich würde in deinem Fall nicht einen Widerspruch senden, da die Gefahr dabei besteht, nachher einen niedrigeren GdB zu bekommen. Dann kannst du nur noch vor Gericht gehen.
Du hast mit dem GdB60 bereits alle Rechte (Kündigungsschutz, früherer Rentenbeginn, usw.), die ein höherer GdB hat, ausser der Steuerpauschale.
Das stimmt, dass das Schwerbehindertenrecht nur einen Gesamtzustand der Behinderung kennt. Also die schwerste Krankheit zählt.
Gruss Stefi
Mittendrin im Wechsel  ;)

pazzo25

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Re: Epilepsie und Herzklappenersatz, Grad der Behinderung
« Antwort #2 am: 22. Dezember 2017, 11:32:05 »
Danke für die Nachricht,

allerdings besteht dann die Frage, ob ich neben der Einnahme von Medikamenten wie z. B. Keppra und einer hoffentlichen Anfallsfreiheit was den GdB betrifft wieder heruntergestuft werde.
Es wurde im Bescheid geschrieben, dass in 2 Jahren wieder eine Überprüfung des Falles erfolgt.

Die Epilepsie ist ja nicht weg, wird aber durch die hohe Dosis des Medikaments, vielleicht nicht mehr zu Anfällen führen.

stefi

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Re: Epilepsie und Herzklappenersatz, Grad der Behinderung
« Antwort #3 am: 22. Dezember 2017, 16:11:33 »
Hallo Pazzo25,
du hast Recht, in 2 Jahren wird das ganze nochmals überprüft. Da wird der Arzt und du nochmals gefragt, wie oft und stark es mit den Anfällen aussieht. Dein Arzt beschreibt es dann möglichst so, dass weiterhin eine Schwerbehinderung für dich feststeht.
Mit der Einnahme der Medikamenten steht noch lange nicht fest, ob die Anfälle weniger werden. (z.B. bei fokalen sowieso nicht)

http://versorgungsmedizinische-grundsaetze.de/GdS-Tabelle.html unter Teil D: Merkzeichen findest du auch die Beschreibung für die Merkzeichen, z.B.
1. Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr (Merkzeichen G)
Da die Epileptiker nicht Autofahren dürfen, sofern sie die letzten 1-2 Jahre Anfälle hatten. Deshalb gehört meiner Meinung nach das Zeichen G hinzu.

Wenn z.B. dein Arzt beschreibt, dass du oft auf der Strasse einen Anfall bekommst, ist sogar eine ständige Begleitung (Merkzeichen B) möglich.

Gruß stefi
Mittendrin im Wechsel  ;)