Autor Thema: Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?  (Gelesen 560 mal)

Blondi88

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Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?
« am: 30. Januar 2018, 11:02:26 »
Hallo,

ich bin angehender Lehrer und war soeben beim Amtsarzt. Dieser wollte von meinem Neurologen einen Zweizeiler bzgl. Anfallsfreiheit und Dienstuntauglichkeitsrisiko.

Mein Neurologe hat nur gesagt, er ist doch kein Hellseher, er kann keine Prognosen stellen, er kann mir nur bescheinigen, dass ich seit 1,5 Jahren (seitdem ich eingstellt bin) anfallsfrei bin.

Nun hat die Amtsärztin gesagt, es geht ihr weniger darum ob ich in Zukunft noch Anfälle bekomme, sondern eher ob es Prognosen gibt, die Prozentual angeben, wieviele Menschen mit Epilepsie von meiner Art, Dienstunfähig werden. Sie müsse eine Prognose erstellen für die Akten, aber da sie nicht vom Fach ist, solle dies der Neurologe tun.

Sie meinte auch zu mir, wenn ich eine Studie im Internet finde, die belegt dass in meinem Fall ein eher geringes Risiko besteht, solle ich es ihr schicken. Nur finde ich leider nix. Es geht nur darum, das Risiko abzuschätzen, dass ich komplett Dienstunfähig werde.


Würde mich über Hilfe freuen.


Grüße

Tiffy

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Re: Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?
« Antwort #1 am: 30. Januar 2018, 12:45:26 »
Wieso musstest Du zum Amtsarzt?
Also ich musste nach der Langzeiterkrankung zur Arbeitsagentur zu einer Amtsärztin. Da diese auch keine Fachärztin war musste ich meinen damaligen behandelnden Neurologen von der Schweigepflicht entbinden, damit sich die Ärztin der Arbeitsagentur über meine Erkrankung informieren konnte.
Das Du da selber nachforschen sollst ist irgendwie außergewöhnlich.
Wenn dein Neurologe sagt, daß er kein Hellseher ist, dann sollte er das einfach mit in den Zweizeiler reinschreiben.
In etwa so, dass ein Wiederauftreten der Anfälle nicht ausgeschlossen werden kann. So ungefähr kenne ich das.
Ich weiß auch, dass Ärzte z.B. vom MDK Fragebögen bekommen, in denen sie dein Krankheitsbild bescheinigen/beschreiben müssen eventuell mit gutachterlicher Stellungnahme. Dies bekommen die Ärzte dann natürlich bezahlt. Der MDK tut dies allerdings um Wege/Therapien/Behandlungen einleiten zu können, damit deine Dienstfähigkeit wiederhergestellt werden kann.
Auch Krankenkassen und die Rentenversicherung holen sich über diesen Weg Informationen um sich vom Facharzt bescheinigen zu lassen, dass bestimmte Behandlungen tatsächlich erforderlich sind, oder eine Reha erforderlich ist.
Vielleicht habe ich dir ein bißchen weiter geholfen.

Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Aoife

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Re: Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?
« Antwort #2 am: 31. Januar 2018, 08:32:57 »
Wieso musstest Du zum Amtsarzt?
Ich vermute, es geht um die Verbeamtung? Mich würden die Antworten diesbezüglich auch interessieren - ich vermute ja, dass sich bei mir die Hoffnung darauf gar nicht lohnt... :\

Blondi88

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Re: Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?
« Antwort #3 am: 31. Januar 2018, 09:25:35 »
Genau es geht um die Verbeamtung. Es sieht wohl so aus, dass man deshalb nicht verbeamtet wird, aber das ist meiner Meinung nach Diskriminierung.

Wenn ich behindert bin oder farbige Haut habe, kann ich mich auf Diskriminierung berufen und bekomme in den meisten Fällen Recht zugesprochen. Nun ist man Epileptiker und wird so abgestraft ?!?

Die Sache ist ja, dass ein nicht-verbeamteter Lehrer ~500€ weniger verdient, MONATLICH. Für die gleiche Arbeit , gleiches Studium,gleiches Alter, gleiche Erfahrung etc.

Und das ist das Diskriminierende an der Sache.

Aoife

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Re: Epilepsie Aussicht auf Dienstunfähigkeit gegeben ?
« Antwort #4 am: 31. Januar 2018, 11:36:04 »
Ja, das empfinde ich ähnlich. Irgendwo kann ich es ja verstehen, dass sich der Staat gegen dauerhaften Arbeitsausfall absichern will, aber dann müsste man auch Leute nicht verbeamten, die jeden Tag 3 Croissants essen, Cola trinken, keinen Sport machen, Extremsportarten machen, rauchen, .... Wo hört es dann auf? Jeder kann zu jederzeit krank oder behindert werden - so ist das Leben nun einmal.