Autor Thema: Gedichte und Gedanken über die Epi  (Gelesen 16999 mal)

Gattamelata

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Gedichte und Gedanken über die Epi
« am: 22. Juli 2012, 08:38:24 »
Andi, 17.10.2008


Ein Anfall ist ein Treueschwur,
Des Grauen Nacht, am frühen Morgen,
Verirrte Wege im falschem Glanz,

Für manch ein Dämon die Religion,
Für mich es ist des weltes Hohn.

Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamem Willen.
(Mahatma Ghandi)

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #1 am: 22. Juli 2012, 08:47:57 »
ragazzi, 26.04.2009

Ein Anfall ist für mich ein Graus,
löscht er mich für Minuten aus,
raubt mir die Kontrolle.

Macht er mit mir dann was er will,
raubt mir die Erinnerung,
steuert mich und legt mich still.

Dieses ausgeliefert sein,
kann ich nur schwer ertragen,
was soll ich tun, hab keine Wahl
muss alles glauben was sie sagen.

Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamem Willen.
(Mahatma Ghandi)

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #2 am: 22. Juli 2012, 08:54:31 »
sista moon, 06.09.2010

FRAGEN NACH DEM FALL

dieser anfall da
was sagt er mir?
er sagt viel
in seinem schweigen
und in der sprachlosigkeit
in der er mich hinterlässt

er sagt mir: runterschalten!
schongang einlegen! weg vom gas!
langsamer! immer mit der ruhe!

er spricht mir
im wahrsten sinne des wortes
aus der seele

ist es nicht mein größter wunsch
weniger zu arbeiten?
mehr zeit um mich auf das zu besinnen
was im leben wirklich zählt
die liebe, die freunde, die familie, die kunst
das innehalten, das schweigen, die stille
das jetzt?

habe ich genau die krankheit
die ich brauche?
« Letzte Änderung: 22. Juli 2012, 09:05:15 von Gattamelata »
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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #3 am: 22. Juli 2012, 08:57:03 »
Meditester, 03.08.2011

Gedanken zur Epilepsie
Eine Medizin wird probiert und speziell gesucht
und vielleicht nicht sofort die gewünschte Wirkung verbucht.
Dann wird eben eine andere Sorte vom Neurologen verschrieben.
Wir werden das Leben weiterhin lieben.
Habt Geduld bis das richtige Mittel den gewünschten Erfolg wird bringen!
Wir werden die Anfälle schon in die Knie zwingen.
Und hab ich auch eine chronische Krankheit, so sieh es doch ein,
deswegen muss ich kein Mensch zweiter Klasse sein.
« Letzte Änderung: 22. Juli 2012, 09:05:25 von Gattamelata »
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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #4 am: 22. Juli 2012, 08:59:12 »

Meditester, 06.12.2011

Mein Körper liegt da schwer wie Blei,
doch meine Sinne, die sind frei.
Sie wollen dir so vieles erklären,
doch der Mund will mir die Sprache verwehren.
Deine Augen sehen mich fragend an,
warum ich dir nicht antworten kann.
Ich bin müde und schlaf erstmal ein.
Später wird alles wohl besser sein.
Nach der erholsamen Ruhe, welch ein Glück,
sind wieder alle Sinne zurück.
Du fragst, was ich dir erklären wollte als die Stimme wegblieb.
Ich seh dich nur an und sag: "Ich habe dich lieb."
Und ist es auch nicht immer leicht,
so hast du stets deine helfende Hand mir gereicht.
   DANKE
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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #5 am: 22. Juli 2012, 09:03:26 »

Meditester, 06.01.2012

Epilepsie

Ein Jeder sich erst um sie kümmert, wenn er selbst ist betroffen.
Und er stets möchte auf Besserung hoffen.
Er von ihr hat vielleicht noch nie etwas gehört
und ist bei ihrem Eintreffen sehr empört.
Warum hat sie gerade mich gewählt?
Ich will nicht, dass sie mich so quält.

Nach genauen Untersuchungen ist erbracht der Beweis.
Sie wird mich weiterhin begleiten. Vor Angst läuft mir der Schweiß.
Erst eine Sorte von Medizin mir Hilfe kann geben.
Und so verbessert sich wieder mein Leben.
Familie und Bekannte werden nun zu einem Schatz von unbeschreiblichem Wert.
Und ein echter Freund ist Derjenige, der sich nicht von mir abkehrt.

Aber Einschränkungen bleiben weiter bestehen.
Und nach einiger Zeit ich vielleicht wieder zum Neurologen muss gehen.
Dieser mir dann ein neues Mittel soll verschreiben,
weil mit dem alten die Anfälle nicht mehr ausbleiben.
Mein Körper hat sich zu sehr schon daran gewöhnt
und mich deshalb nun ständig verhöhnt.

Oft auch viele andere Krankheiten sich zu ihr gesellen als Begleiter.
Ich wünschte mir, die Wissenschaft wäre in der Forschung schon weiter.
Zu viele Nebenwirkungen sich bei Einnahme von Tabletten und Tropfen zu uns gesellen.
Es wäre zu schön, könnte man diese einfach abstellen.

Und genau so muss es sein mit der Intolleranz und Verachtung in der Gesellschaft,
die man täglich kann erleben.
Es sollte für uns mehr Verständnis geben.
Nicht jeder Mensch, der torkelt, hinfällt oder undeutlich spricht ist betrunken.
Es könnte sein, dass er gerade in einem epileptischen Anfall ist versunken.

Daher sollte für Jeden tagaus und tagein
folgendes Motto wichtig sein:
Lieber bei einem Menschen zweimal hinsehen
als achtlos an ihm vorüber gehen.
Vielleicht ist gerade, im Augenblick, Deine Unterstützung entscheidend für sein Leben.
Und einem Schwächeren zu helfen wird Dir sehr viel Zufriedenheit geben.


Grüße von Meditester
P.S. Der letzte Abschnitt sollte für Alle gelten.
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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #6 am: 22. Juli 2012, 09:04:48 »

Meditester, 16.01.2012


Gedanken beim Eintreffen der Epilepsie


Ich kann es nicht leugnen, denn sie ist da.
Wär sie doch bloß weit weg, mir nicht so nah.
Bis dahin waren die Tage schön. Warum traf sie gerade mich?
Sie machte aus mir ein anderes ICH.

Es wäre zu schön, könnte ich sie ignorieren,
und mir würde trotzdem nichts Schlimmes passieren.
Doch ich muss es akzeptieren, sie wird mein Wegbegleiter.
Der Gedanke daran stimmt mich garnicht heiter.

Soll ich mich der Krankheit ergeben,
und nun wie in einem Einwegglas leben?

Als Antwort sei Folgendes gegeben:

Nein, dieses muss nicht sein.
Lass Dich auf die Krankheit ein!

Das passende Medikament gilt es zu finden,
sodass die Anfälle ganz verschwinden.
Und weiterhin kannst Du Dein Leben selbst gestalten.
Dabei musst Du Dich aber an einige Regeln halten.

Das Leben ist zu wertvoll als dass man achtlos damit umgeht.
Ich denke, dass Ihr es genauso seht.
Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamem Willen.
(Mahatma Ghandi)

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #7 am: 22. Juli 2012, 12:06:43 »
So habe ich einen Anfall mal versucht in Worte zu fassen:

Epi(s)Ode

Mal klopfst du an,
mal reißt du einfach
die Tür auf.
Aus der Mitte kommst du,
in der Mitte tobst du.
Du machst mir Angst,
obwohl ich dich kenne.
Du zeigst mir Bilder
und nimmst sie mir wieder.
Du raubst mir die Kontrolle,
und gibst mir dafür
verlorene Zeit.
Du lähmst meine Worte,
und bleibst mir im Halse stecken.
Du machst mich lächerlich,
und gefangen
in der Einsamkeit.
Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamem Willen.
(Mahatma Ghandi)

Niemand

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #8 am: 22. Juli 2012, 13:03:40 »
wirst jetzt zum jetzt zum Poeten ???

susili

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #9 am: 22. Juli 2012, 13:05:31 »
tj du bist ein alter meckerpott
das war von gatta sehr gut beschrieben, ich finds toll

liebste grüße, dat susili
Mein Buch - Autobiografie - 40 Jahre Epilepsie - - - Psychose vom Keppra - Epilepsie-Chat - Das Schlimme an Zensur ist █████

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #10 am: 22. Juli 2012, 13:15:14 »
Tj...du weißt doch: Ich kann alles, aber nix richtig!  ;D

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Niemand

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #11 am: 22. Juli 2012, 14:21:35 »
tj du bist ein alter meckerpott
das war von gatta sehr gut beschrieben, ich finds toll

liebste grüße, dat susili

hat absolut nix mit meckern zu tun  ;D war nur ne Frage  :jojo:

Ronnie

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #12 am: 22. Juli 2012, 15:05:00 »
Epi(s)Ode
Du kannst nichts richtig ??? Mir ging das damals schon unter die Haut.
-Bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.
-Wenn du ganz unten bist, steht dir die Welt offen...

Niemand

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #13 am: 22. Juli 2012, 15:27:01 »
Epi(s)Ode
Du kannst nichts richtig ??? Mir ging das damals schon unter die Haut.

die Frau ist genauso kompliziert wie ich Ronnie glaube es mir das hast nur noch nicht gemerkt  ;D musst de also nicht verstehen  ;)

Meditester

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Re: Gedichte und Gedanken über die Epi
« Antwort #14 am: 22. Juli 2012, 16:07:26 »
Ich bin gerade beim Einkauf und bleibe plötzlich stehen.
Was will nur mit meinem Körper geschehen?
Mir wird schwindelig und ich hab schon so eine Vorahnung.
Kommt mal wieder ein Anfall ganz ohne Planung?

Für kurze Zeit scheine ich aus dieser Welt verschwunden zu sein.
Zwar sind es nur Sekunden. Doch wüsste ich gerne, wo kehren meine Gedanken dann ein.
Von den Umherstehenden hat keiner etwas gemerkt.
Dieses dann wieder das Vertrauen in meinen eigenen Körper stärkt.

Zum Glück fiel ich ja bei dem vorüber gegangenen Anfall nicht um.
Denn sonst stehen die Menschen nur erschrocken und hilflos um mich herum.
Was ist geschehen? Was hat sie denn nur?
Ist sie ernsthaft krank oder ist ihr Kreislauf neben der Spur?

Über Diabetes, Demenz und andere Krankheiten in der Gesellschaft wissen viele Menschen Bescheid.
Doch fragt man sie etwas zum Thema Epilepsie, dann heisst es nur: "Tut mir leid."
Oft ist dieses für uns ein großer Nachteil, wenn ein heftiger Anfall auf uns wirkt ein.
Denn die Meisten haben dann Angst zu helfen. Und bis zum Eintreffen eines Arztes kann die Zeit oft sehr lang sein.

Grüße von Meditester
Fantasie ist ein Schatz, den dir Keiner nimmt
Auch an eiskalten Tagen trage Wärme im Herzen