Autor Thema: Gedanken zu einfachen Worten  (Gelesen 3845 mal)

Meditester

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Re: Gedanken zu einfachen Worten
« Antwort #15 am: 21. Februar 2018, 14:21:47 »

Mit sehr viel Respekt geschrieben.
Stets opferte sie sich auf, gab viel Kraft an Alle weiter.
Nun ist der geliebte Mann nach Epilepsie auch noch von Demenz vereinnahmt worden.

Dieses könnten Zeilen meiner Mutter sein.
Ich tauche einfach mal in ihre Gedankenwelt ein.

Das Leben

Unsere jungen Jahre sind vergangen.
Sie uns auch oftmals in die Knie zwangen.
Mit dir gehe ich seit langer Zeit einen Weg gemeinsam.
Keiner von uns war daher je einsam.

Ewiges Dasein füreinander haben wir uns bei der Eheschließung versprochen.
Diesen Schwur haben wir nicht gebrochen.
Um den Verlust eines unserer Kinder anzunehmen brauchten wir eine Ewigkeit.
Genauso wie die Geschwister hat uns dieses Aussprechen der eigenen Gedanken
zu diesem Ereignis sehr befreit.

Zu sehr werden die eigenen Empfindungen, Gefühle von Allen im Inneren vergraben,
weil wir Angst vor den Reaktionen der Anderen haben.
Warum zeigt Jeder nur seine Freude und liebevollen Gedanken offen?
Ist die Angst zu groß, dass man beim Aussprechen von Problemen und Sorgen
nicht auf Verständnis kann hoffen?

Zum Lebensweg zählt Freude genauso wie Leid.
Von unbeschreiblichem Wert es ist, dass ich Dieses mit dir zu durchleben bin bereit.
Nun sind sehr viele gemeinsame Jahre vergangen.
Und ein neues Dasein hat angefangen.

Täglich geht ein Teil von deinen Sinnen fort.
Wie lange sind deine Gedanken noch bei mir, an diesem Ort?
Wieviel von unseren gemeinsamen Erlebnissen kannst du noch nennen?
Und wieviel Zeit ist uns gegeben, in der du mich wirst noch erkennen?

Stets ich werde an deiner Seite stehen
auch wenn es viel Kraft kostet dich so hilflos zu sehen.

Juliane Werding-Unsichtbar
https://youtu.be/OBTfGKLEjMw

Meditester
(Danke Mami!)
Fantasie ist ein Schatz, den dir Keiner nimmt
Auch an eiskalten Tagen trage Wärme im Herzen