Autor Thema: Neuregelung ab 2011: Austauschkriterien können neue Arzneimittel bescheren  (Gelesen 15399 mal)

Hermann

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Hallo zusammen,

auf eine Neuregelung bei der Abgabe von Arzneimitteln weise ich hin mit folgendem Link:
http://www.abda.de/52+B6JmNIYXNoPTc4OTFjMDhjY2YmdHhfdHRuZXdzW2JhY2tQaWRdPTI0JnR4X3R0bmV3c1t0dF9uZXdzXT0xMTU4.html

Ich empfehle, die Änderung vor der Rezeptierung mit dem Arzt zu besprechen. Wenn das Rezept erst geschrieben ist, stehen wir vor vollendeten, unabänderbaren Tatsachen. Aus meiner Sicht gilt es, die Sonderstellung der Antikonvulsiva auch hier hervorzuheben. Bei dieser Gelegenheit stelle ich dazu einen Link ein, der näher darauf eingeht.
http://www.rbb-online.de/quivive/archiv/quivive_vom_10_03/streit_um_generika.html

Es grüßt Euch herzlich
Hermann

« Letzte Änderung: 11. Januar 2011, 12:15:56 von Hermann »

Erde2

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Hallo Hermann
Vielen Dank für deine Infomation .
Ich habe mir den Clip angesehen war sehr interessant
Da werde ich mal auf passen was meine Ärzte mir für Medi´s aufschreiben
Ich habe seit oktober 2007 wieder Epi,bin aber zurzeit anfallsfrei meinen letzten hatte ich im April 2014 gehabt

Dendrit

  • Moderator
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Danke Herrmann für die Info!

Ich find den Clip auch hilfreich um visuell zu verstehen, was der Unterschied zwischen Original und Generikum ist.

Ich werd den Thread mal anpinnen, da es auch die Neuregelung bzw. Änderung der Packungsgrößenverordnung betrifft. Hierzu auch einen Link:

Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz: Neue Aut-idem-Regelung gefährdet die Patientensicherheit

LG, Dendrit

Hermann

  • Gast


Ich danke Euch für das positive Feedback. Ja, es geht darum, jeden von uns mit Argumenten auszustatten, damit wir beim Arzt in der Lage sind, dagegen zu halten, um das Richtige aus der Apotheke zu bekommen, um nicht noch zusätzlich Angstfelder aufzubauen.

Hinsichtlich der aut idem Regelung war ich zuversichtlich, dass sie novelliert oder abgeschafft wird,  weil in Fachzeitschriften zu lesen war, dass nach wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre die Ersatzpräparate nicht kostendämpfende Wirkung hatten, sondern die Gesundheitskosten noch erhöht haben. Ein Reinfall für unsere Regierenden.

Es wurden zwei gravierende Beispiele genannt. Einmal einige ältere Menschen, die ein Leben lang mit einem Medikament gut zurecht gekommen waren, wurden plötzlich krank. Wie beim Essen das Auge mitisst, kommt bei einer äußerlich veränderten Pille Unsicherheit auf. Das geht nicht nur den Älteren so.

Das Ergebnis ist, dass die Tabletteneinnahmen verweigert, die Pillen miteinander verwechselt oder nur noch sporadisch genommen werden. Das alles produziert Kosten. Bis hin zu den Hammer-Kosten für stationäre Krankenhausbehandlung.

Die Deutsche Gesellschaft für Epilepsie hat Stellung zu den Generika genommen. Hier noch ein Link zu den Informationen.
http://www.dgfe.info/download/mitt/Generika-Empfehlung2008.pdf

Liebe Grüße
Hermann

Fräulein_Meier

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Sorry für die blöde Frage, aber: praktisch ändert sich für uns nichts, oder?
Ich habe auch im letzten Jahr auf das aut-idem Kreuz bestanden, um bei "meinem" Generikum zu bleiben.
Alles Liebe

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Hermann

  • Gast
Hallo Insa,

um Klarheit zu haben und wirklich das zu bekommen, was man haben möchte, ganz egal ob ein Generikum oder das Original-Medikament, müssen zwei Punkte auf dem Rezept vermerkt sein. 1.) Das aut idem muss durchkreuzt sein. Und 2.) Der Hersteller des Medikaments muss ebenfalls auf dem Rezept vermerkt sein.

Warum? Das günstigste Medikament, das heutige Generikum, kann morgen schon durch neue Verträge teurer sein als das dann Günstigste. Nochmal: „aut idem“ muss durchkreuzt sein. Und der Hersteller muss auf dem Rezept stehen.

Ich grüße herzlich
Hermann

PS.: Deine Frage, ob sich für uns nichts ändert oder doch, wird durch die Informationen über den Link von Dendrit beantwortet. Das war mir bisher nicht bekannt, ich muss mich erst damit beschäftigen und Rücksprache mit den Apothekern nehmen. 

Fräulein_Meier

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Ich habe schon immer drauf geachtet, dass das aut idem auch wirklich durchgestrichen ist UND dass Wirkstoff, Wirkstoffgehalt und Hersteller auf dem Rezept stehen.
Ist ganz lustig, weil ich "meinen" Hersteller bislang weder in der roten noch in der gelben Liste gefunden habe (in der eigentlich alle Präparate stehen). Aber solange ich in der Apotheke immer die richtige Packung bekomme ist das ja egal.

Wie lief das denn bisher bei euch?
Habt ihr erst in der Apotheke gesagt, von welcher Firma ihr das braucht? Oder hatte der richtige Hersteller einen Rabattvertrag mit eurer Krankenkasse?
Wenn es eh nur das Originalpräparat gibt ist die Regelung ja (noch) egal...

Soweit ich den Text verstanden habe, ist die einzige Änderung, dass man jetzt auch ein Präparat bekommen kann, dass den richtigen Wirkstoff beinhaltet, aber Epilepsie nicht ausdrücklich im Beipackzettel aufführt.
Alles Liebe

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uncool

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Hallo,

mein Facharzt hat mich speziell darauf hingewiesen das es ähnliche Mittel gibt und mir das wie im Beitrag erklärt.
Er kreuzt bei mir immer aut idem an und weißt mich nochmal drauf hin auch wirklich das in der Apotheke nachzukontrollieren.

Er meint er hat noch nie ärger bekommen mit der Kasse.
Er begründet das so: Lieber mal mehr Geld da ausgeben als paar Tage im Krankenhaus. Das will die Kasse ja auch nur selten Zahlen.

Das plötzliche Wechseln von Medi's stuft er als große Gefahr ein und rät jedem davon ab.

MfG

Birdie

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Hallo,
ganz ehrlich, ich verstehe nur Bahnhof. Habe mir zwar die Links angeguckt, aber so richtig erschließt sich mir das Ganze nicht. Mein Medi Lamictal z.B. wird ja für Epi und andere Krankheiten benutzt. Wenn nun Epi nicht mehr im Beipackzettel drin stünde, würde dies ja bedeuten, dass der Hersteller auch hier eine andere Zusammensetzung (betr. die Bioverfügbarkeit) zusammenmischen könnte. Selbst wenn aut idem angekreuzt ist, oder?
So gesehen halte ich das für äußerst gefährlich.
Erst wird der Packungsinhalt geschmälert und die Tabletten damit teurer, mehr Rennerei für den Patienten, und dann könnte der aut-idem-Hersteller eben auch billigere Trägerstoffe einbauen und sich mit : "epi steht ja nicht drin" rausreden, wenn es nicht hilft. :weirdo:
Wenn ich was falsch verstanden habe, lasst es mich wissen :(
Liebe Grüße
Birdie

Dendrit

  • Moderator
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Hallo ich,

Zitat
Erst wird der Packungsinhalt geschmälert und die Tabletten damit teurer, mehr Rennerei für den Patienten, und dann könnte der aut-idem-Hersteller eben auch billigere Trägerstoffe einbauen und sich mit : "epi steht ja nicht drin" rausreden, wenn es nicht hilft.

Nein, das bedeutet das nicht. Bsp.:

Das Medikament 12345 hat eine Zusammensetzung von 010101; auf dem Beipackzettel steht, dass es für die Krankheiten abc, cde, fgh wirksam ist. Nun wird entdeckt, dass es auch bei Epi wirksam ist, wird auf dem Beipackzettel nicht erwähnt. Es bleibt trotzdem die Zusammensetzung von 010101.

Dass umgekehrt, auf einmal eine schon genannte Krankheit nicht mehr erwähnt wird, wird wohl sehr unwahrscheinlich sein. Würde es eine Änderung der Wirkstoffe geben, ist es nicht mehr das Original, sondern ein Generikum - was wieder extra gekennzeichnet oder von einer anderen Firma hergestellt wird. Was wiederum Generika-Firmen ohne weiteres machen können, weil es ja eh schon nicht mehr das Original ist.

LG, Dendrit

Birdie

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ah, ok, jetzt habe ich es verstanden. danke! dann kann ich mir nun den Schweiß von der Stirn wischen ;)
Liebe Grüße
Birdie

valdox

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hallo,

mein Neurologe wurde total sauer, als er erfuhr, dass ich ich nicht mehr das ursprüngliche Medikament Lamictal GlaxoSmithKline bekomme, sondern bei Lamotrigin gelandet bin. Nun muss ich immer in HabAchtStellung in der Apotheke
Ich bin mittlerweile durch die verschiednen Anbieter bedient worden. Jetzt ist es ganz klar definiert, es darf nicht der Anbieter gewechselt werden.

Dies gilt auch für L Thyroxin hier kam es ja auch tatsächlich ans Tageslicht, dass es sehr wohl einen Unterschied macht ob Henning oder Hexal, oder rathiopharm daraufsteht.

snickers

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Hallo, ich hab ne Frage...und zwar hab ich vor zwei Woche ein neues Rezept über Lamotrigin ausgestellt bekommen. Ich war davor ein halbes Jahr nicht in DE und hab deshalb nichts von der Diskussion um Generika mitgekriegt. Die Ärztin hab ich gar nicht gesehen sondern mir nur das Rezept ausstellen lassen. In der Apotheke habe ich aber eine andere Packung bekommen. Bei Nachfrage wurde mir gesagt dass die Firma einen Vertrag mit der TKK abgeschlossen hatte am Wirkstoff aber nichts verändert wurde.
Mein Problem ist nur, dass ich zwei Tage nachdem ich die neue Packung angefangen habe auf einmal zwei Anfälle (Grand Mal) an einem Tag hatte...normalerweise bin ich eigentlich anfallsfrei. Seitdem hab ich meine Dosis etwas hochgesetzt weil ich öfter eine Aura hatte und außerdem immer wieder meine Hand oder Augenlid zuckt.
Ich hab im Inet nach Hinweisen gesucht aber bin erst später auf die Idee mit dem Forum gekommen. Die Arzthelferin hat mich erstmal auf nächste Woche vertröstet...ich werd also bis zum nächsten Termin mit erhöhter Dosis und viiiiiel Schlaf versuchen das Risiko von  Anfällen zu besänftigen. Meint ihr denn das könnte von der gewechselten Firma kommen...und dass es möglich sei wieder die anderen Medis zu bekommen? Ich wunder mich einfach nur weil ich bis jetzt eigentlich mit wechselnden Firmen kein Problem hatte...ich dachte eigentlich auch dass die Wirkstoffen die selben wären. Aber zwei Anfälle an einem Tag (kam bei mir erst zwei Mal vor) so kurz nach neuen Medis -das hat mich einfach stutzig gemacht.
wär schön wenn ich mal eure meinung dazu hören könnte.biz

Holgi

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Hallo Snickers,

die Wirkstoffe sind auch die selben, aber die Bioverfügbarkeit ist bei jedem Hersteller anders(wie schnell oder auch die stärke vom Wirkstoff im Blut bzw. Körper ankommt).
Einzigster Rat den ich für dich habe, gehe zu deinem Neurologen und lasse dir ein Rezept ausstellen
mit dem Eintrag aut idem (Originalhersteller).

Viel Glück.

LG Holger  :jojo:
Verachte das Leben,
um es zu genießen.

Jean Paul

kiza

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  • Kiza
Hallo ihr Lieben,

diese Info bekamen Apotheken zum Thema Keppra:

Levetiracetam UCB® und Keppra® sind 100 %
identisch, d. h.
 identische pharmakologische Eigenschaften,
z. B. Bioverfügbarkeit
- minimiertes Rezidivrisiko
 identische Hilfsstoffe
- keine Unverträglichkeiten gegenüber
Hilfsstoffen zu erwarten
 identische Tabletten, identische orale
Darreichungsformen
und Packungsgrößen
- für sehr gute Patienten-Compliance

Und: Auch zu Levetiracetam UCB® gibt es Rabattverträge.

Bei Verordnung ohne Aut-idem-Kreuz: Weisen
Sie den Patienten darauf hin, dass nur ein Aut-idem-
Ausschluss bzw. das Aut-idem-Kreuz garantiert, dass
er auch künftig Levetiracetam UCB® erhält.
Levetiracetam UCB® ermöglicht eine
einfache
Umstellung

 Soll heißen: Mehrere Firmen bauen Keppra unter dem Namen Levetiracetam nach. Nur eine Firma baut es genau gleich nach, s.o.!
Das ist die Firma UCB, die auch Keppra herstellt. Es kommt also darauf an, welche Firma auf eure Rezept steht.

Aber wenn ihr sicher gehen wollt, dann laßt euch euer Kreuz vor Keppra machen.

Liebe rüßen,
Kiza