Autor Thema: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen  (Gelesen 25059 mal)

sonnenaufgang

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 853
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #15 am: 08. März 2013, 13:40:34 »
was hast du denn für Nebenwirkungen Göre ???

Ömchen

  • Gast
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #16 am: 08. März 2013, 17:10:58 »
Ich bin der Meinung es geht doch wieder nur um die Kosten.

Würde ich jetzt nicht so ganz unterstreichen, Göre.

Ich habe in einem anderen Tread (http://forum.epilepsie-netz.de/index.php?topic=15146.msg199493#msg199493) noch darüber gelesen und wenn ich das jetzt mal nur als ungefähre Grundlage nehme ...

Zitat
… Ob mit 4 - 6 - 8 - 10 oder 12 mg Wirkstoff, kostet jede Packung mit 84 Stück (welches die größte Packung ist)  860,12 €.

... komme ich bei einer Einnahme von 1 Tablette am Tag auf tägliche Therapiekosten von ~ 10,24 € bei diesem (einen) Medikament.

Nehme ich als Gegenbeispiel hier Keppra oder sage mal das günstigere Levetiracetam UCB, N3 - 200 St. Kosten bei ca. 589,53 €.
Davon kostet Eine dann auch schon ~ 2,95 €, somit bei Therapieresistenz und damit eventuell verbundenen höheren bis hohen Dosierungen auch wieder relativ?
Meine Vimpat 200 kosteten derzeit in N3 (waren 168 St.) auch um die 740 €. Das waren dann so etwa 4,40 - 4,50 € je Tablette, davon allerdings 2 am Tag.

Von daher denke ich nicht so wirklich das es dabei "nur" um die Kosten geht.

Ich stimme dir natürlich absolut zu das Lamotrigin und auch Topiramat inzwischen weit aus günstiger zu haben sind und dahingehend natürlich nicht vergleichbar.

Grüße, Ömchen

Göre

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 860
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #17 am: 08. März 2013, 17:27:54 »
Ömchen,ich kenn den Tread sehr gut denn ich habe dort viel über meine Nebenwirkung geschrieben.


Dann seh dir mal den Beschluss von der G-BA an,wie die die Kosten rechnen.Hoffe der Link geht.Ansonsten direkt bei G-BA schauen unter Beschluss.



http://www.g-ba.de/downloads/39-261-1664/2013-03-07_AM-RL-XII_Perampanel.pdf
Ich fühle mich noch jung,jedoch hängt mir schon ein H-Kennzeichen am Pöter.

Ömchen

  • Gast
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #18 am: 08. März 2013, 21:39:35 »
Wer weiß schon so wirklich unter welchen Kriterien die solche Entscheidungen treffen ...

Und natürlich geht es auch ums Geld, "wie immer und überall im Leben".

Hier ist das Dossier über Retigabin-Trobalt: http://www.g-ba.de/downloads/92-975-62/2011-05-15-D-008_Retigabin_IQWiG-Nutzenbewertung.pdf
31 Seiten, wurde am 15.02.2012 veröffentlicht, insgesamt um einiges Ausführlicher und es hat dennoch nicht ausgereicht.

Eine solche Entscheidung, oder man könnte schon fast schreiben ein solches Urteil, ist ja für unsere Krankenkassen ebenso ein Trip in die Irrealität, wenn ich das richtig interpretiert habe ... ?


Wirtschaft, Kirsten Sucker-Sket / 13.11.2012

... Die Verhandlungen zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem Arzneimittelimporteuer kohlpharma über einen Erstattungsbetrag für das Epilepsie-Medikament Trobalt® sind gescheitert.
...
Und angesichts der G-BA-Bewertung war man jedenfalls bei GSK davon ausgegangen, dass die Kassen einen Preis von rund 80 Prozent unter dem europäischen Durchschnittspreis anvisierten – ein solches Angebot wird auch kohlpharma nicht möglich gewesen sein.
...
In den letzten Tagen wurde dann aber klar, dass hier kein Abschluss möglich ist. Und so wird der Trobalt®-Reimport von kohlpharma wieder aus dem Markt verschwinden.

Auch wenn es im Grunde Off Topic ist, aber um in dieser Hinsicht noch mal das Thema - Gesetzliche Krankenkassen, kostentragende Bezahlung anzusprechen.
Um ein weiteres, wie ich finde, interessantes Beispiel zu nennen, nehme ich mal die Kosten für ein Magnetresonanztomogramm.

Die Preise für eine MRT richten sich in Deutschland nach der Gebührenordnung für Ärzte und liegen je nach Organ und Aufwand der Untersuchung zwischen 140 und 1200 Euro.[19] Die Gesetzliche Krankenversicherung vergütet für ihre Versicherten nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab, der deutlich niedrigere Preise (90–125 Euro) festlegt. Spezielle Verfahren (Herz-MRT, Ganzkörperuntersuchungen, Gefäßdarstellungen, Mamma-MRT) werden von den gesetzlichen Versicherungen nur zum Teil oder gar nicht bezahlt, z.B. weil der Nutzen der Untersuchung bislang nicht belegt ist oder weil die Nebenwirkungen in Form von Fehl- und Überdiagnosen zu hoch sind. Die Erstellungskosten liegen nach Angaben von Radiologen teilweise so hoch, dass die Geräte nur mit Mischkalkulationen und zusätzlichen Privatleistungsangeboten betrieben werden können.

Springer888

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 94
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #19 am: 10. März 2013, 10:18:03 »
Hallo zusammen,
 8)
ich habe alles durchgelesen und mir jetzt selbst einmal diesen Beschluss auf der g-ba Seite durchgelesen. >:-( Und was da steht macht mich richtig sauer >:-(
Es geht anscheinend wirklich wieder nur um die Geldfrage. Wobei ich mich dann fragen muss wie man ein patentgeschütztes, neues Medikament seriös vom Preis her mit einem "alten" seit Jahren auf dem Markt befindlichen Präparat vergleichen kann, ohne dabei zu berücksichtigen das es von dem "Alten" schon eine Menge Generika gibt.  :-p
Ich bin wahrlich keine Expertin auf diesem Gebiet aber was die Kassen da alles an Rechenexempeln drinstehen haben verdient noch nicht einmal die Note 6-.  :o

Springer888 :insel:

Göre

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 860
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #20 am: 10. März 2013, 10:42:31 »
Springer888,also siehst du es auch so wie ich.Nur wegen der Knete wieder,wie die die Berechnung aufgegliedert haben ist ja Fycompa gegen die anderen Medis sehr hoch.


Als ich Keppra noch nahm war eine Packung auch sehr hoch im Preis.

Alle sind nur noch  :weirdo:

Ich fühle mich noch jung,jedoch hängt mir schon ein H-Kennzeichen am Pöter.

Springer888

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 94
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #21 am: 10. März 2013, 13:37:32 »
Ja Göre,

am Gelde hängt´s zum Gelde drängt doch Alles :::: Oder wie lautete dieser weise alte Spruch doch mal ? Das schlimme ist, das es dann immer Leute wie z. B. mich trifft die erst auf das Vorgängerpräparat ein- und dann wieder ausdosiert wurden und nun vielleicht schon wieder ins Krankenhaus müssen um für ÄÄÄÄHH???? (( 2 Cent))???? pro Monat auf ein neues Medi umdosiert zu werden. weil das die Kassen natürlich  ???  VVVIIEELLLL ??? weniger kostet >:-( als uns einfach unsere Medi´s weiternehmen zu lassen wenn sie helfen.  >:(
Verlangen die MDKs der Kassen dann von den Krankenhäusern auch noch Geld zurück weil sie uns angeblich zulange behalten ergeben diese merkwürdigen Rechnungen plötzlich einen (irr)-sinn denn man als normal denkender EPI  am besten nicht hinterfragt weil einem sonst das Gehirn durchbrennt. :motz!: :moved: :axt:

Springer888 :insel:

Springer888

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 94
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #22 am: 10. März 2013, 15:00:20 »
 8)Melde mich nochmal 8),

auf der Internetseite von Eisai kann man sich schon den entsprechenden Kommentar auch von Ärzten durchlesen. Die Seite ist auch so interessant weil die Firma noch ein par andere "Hustenguzel" für uns vertreibt. Gebt im Suchfeld einfach die Internationale Bezeichnung von Fycompa ein und schon erscheinen wunderschöne Studien- und Pressekommentare. :weirdo: ;)
Wirklich lehrreich.

Grüße Springer888 :insel:

Silvio

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.068
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #23 am: 11. März 2013, 00:00:41 »
man kann aber auch am falschen ende sparen

sonnenaufgang

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 853
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #24 am: 12. März 2013, 10:54:04 »
@springer

Ich habe diesen Link nicht gefunden. Kannst du mir ihn evtl. senden? Würde mich interessieren

Danke

Springer888

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 94
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #25 am: 12. März 2013, 11:09:33 »
Sonnenaufgang,
( wo bist du im Moment eigentlich? Es regnet Andauernd ) Gib bei Google einfach den Firmennamen ein. Und wenn Du dann auf der Eisai Internetseite bist, ist oben rechts eine Suchfunktion. So habe ich es auch gefunden, man muss sich etwas "durchklicken".
Tut mir leid das ich dir keinen genauen Link nennen kann.

Eigentlich wollte ich etwas mehr über Fycompa / Perampanel selber erfahren  und nicht lesen, das die Firma "geschockt " über die Entscheidung sei.
 Du könntest eventuell auch noch nach:: Prof. B. Steinhoff :: und als Zeitraum nur 2013 angeben dann müsstest du es auch finden da er sich auch schon geäußert hat.

Gruß Springer888 :insel:

sonnenaufgang

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 853
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #26 am: 12. März 2013, 16:13:56 »
hey Springer
ich bin eben dort, wo meistens die Sonne scheint ;)

Ich habe da mal was gefunden evtl. interessiert es jemand

http://www.presseportal.de/pm/64962/2429514/eisai-ist-entsetzt-ueber-die-entscheidung-des-g-ba-zum-innovativen-antiepileptikum-fycompa

Lieber Gruss

sonnenaufgang

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 853
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #27 am: 19. März 2013, 09:14:43 »
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1664/

Hat da nun jemand eine Ahnung, ob mit diesem Beschluss Fycompa bezahlt wird oder aus dem Handel kommt?

glg

sonnenaufgang

  • ... gehört hier zum lebenden Inventar.
  • ****
  • Beiträge: 853

Dendrit

  • Moderator
  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 4.763
    • Katzen mit Epilepsie
Re: Perampanel bei Epilepsie: Keine Belege für Zusatznutzen
« Antwort #29 am: 22. März 2013, 17:11:43 »
Heutiger Newsletter der DGfE:



Deutsche Gesellschaft
für Epileptologie e.V.
Deutsche Sektion der internationalen Liga gegen Epilepsie

DGfE-Newsletter 28 vom 22.3.2013
 
1) Gemeinsamer Bundesausschuss stellt keinen Zusatznutzen für Perampanel -Anlage
...

Zu1 ) GBA und Perampanel

Am 7.3.13 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss einstimmig, dass Perampanel keinen Zusatznutzen bei der Behandlung von fokalen Epilepsien haben soll (http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1664/ ).

Der Vorstand der DGfE hat sofort auf diese Entscheidung reagiert, in Telefonaten mit Mitgliedern des GBA (Herr Dr. Hecken, unparteiischer Vorsitzender und Herr Müller, Arzneimittelausschuss des GBA) wurde zeitnah das Unverständnis der DGfE zu dieser Entscheidung mitgeteilt. In einem Schreiben an alle Mitglieder des GBA (s. Anlage) wurden nochmals alle Argumente mitgeteilt, warum man in der Epileptologie den Zusatznutzen einer neuen Substanz nicht einfach messen kann, so wie das IQWiG es vorschlägt. Bei der individualisierten Epilepsietherapie erfährt man erst nach der Zulassung eines Medikamentes in der Anwendung an sehr unterschiedlichen Epilepsie Syndromen und Patientenkollektiven, wie gut eine Substanz wirklich ist. Weitere Aktivitäten sind geplant, um den Beschluss des GBA zu hinterfragen und mglw. zu revidieren. Vor einem Jahr betraf ein solcher Beschluss Retigabin, das dann ab dem 1.7.12 nicht mehr in deutschen Apotheken beziehbar war. Auch wenn es bei beiden Substanzen um noch kleine schon mit diesen Präparaten behandelte Patientengruppen ging (einige tausend Betroffene) so ist es nicht nur für Responder auf diese Medikamente eine große Sorge, wie es für sie weitergeht, auch für Menschen mit therapieresistenten Epilepsiesyndromen gehen Hoffnungen verloren. Ebenso für die Weiterentwicklung von neuen Antiepileptika stellen beide Entscheidungen sehr negative Signale dar.