Autor Thema: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?  (Gelesen 443 mal)

Katrin0271

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Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« am: 26. Mai 2017, 13:45:07 »
Hallo in die Runde :),

ich habe mich gerade erst registriert und wäre dankbar für Eure Rückmeldung bezüglich fokaler Anfälle ohne Bewusstseinsverlust. Nachdem ich als Kind und Jugendliche unter Epilepsie mit generalisierten Anfällen litt und viele Jahre Tegretal genommen habe, war ich dreißig Jahre anfallsfrei und hatte mit dem Thema Epilepsie eigentlich abgeschlossen. Seit Anfang des Jahres ging es mir mit den unterschiedlichsten Symptomen (komisches Gefühl aus dem Bauch heraus wie Adrenalinschübe, Atemnot, Kribbeln und Unruhe im Kopf etc.) wiederholt nicht gut. Nachdem ich davon ausgegangen bin, dass es sich um Panikattacken handeln würde, wurde in zwei Krankenhäusern festgestellt, dass ich erneut aktive frontotemporale Epilepsieherde habe, die sich temporozentral ausbreiten. Ich bin total verunsichert, ob die gesamte Symptomatik tatsächlich erneut auf Anfälle zurückzuführen ist. Obgleich ich mittlerweile wieder recht ausgeglichen bin, habe ich wiederkehrend ein ganz seltsames einschießendes Gefühl im Nacken, dass sich dann über die gesamte rechte Kopfseite ausbreitet und einige Zeit anhält. Zum Teil auch ein Gefühl, als bekäme ich einen Krampf in der Zunge oder rechte Körperhälfte. Kennt das vielleicht jemand von Euch, oder sind das doch eher Angstsymptome? Und Lamotrigin - habt Ihr Erfahrungen damit gemacht? Meine Neurologin hat mir dringed angeraten, das Medikamt zu nehmen. Entschuldigt die langen Ausführungen, aber ich bin im Moment noch richtig verunsichert und muss mich an den Gedanken Epilepsie erst wieder gewöhnen, zumal ich aus Jugendzeiten nur die eindeutig zu identfizierenden generalisierten Anfälle kannte.

Viele Grüße aus Hamburg :)

susili

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #1 am: 26. Mai 2017, 20:17:45 »
hallo liebe katrin,

als ich deinen text las, fühlte ich mich wie ertappt in deiner beschreibung der "epigastrischen aura" mich plagt das seit vielen jahren.

bei mir fängt es auch im nacken an, aufsteigende übelkeit, schwummrig im kopf, genau, wie du schreibst... allerdings... dauert bei mir so ein zustand etwa 1 - 3 stunden am stück.

übrigens herzlich willkommen hier im forum:)

ich nehme levetiracetam und vimpat. hilft aber nicht so dolle.

so, ich schließe hier erst einmal, alles gute und herzliche grüße, susanne
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Katrin0271

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #2 am: 27. Mai 2017, 08:11:12 »
Hallo liebe Susanne,

ganz herzlichen Dank für Deine Antwort! Ich finde es nur schon beruhigend, das Ganze etwas besser einordnen zu können - und auch, zu hören, dass es anderen ganz ähnlich geht. Gestern hatte ich wellenweise auch stundenlang mit meiner Symptomatik zu tun und heute Morgen ist es auch nicht viel besser. Wie gehst Du denn damit um? Ich versuche seit einiger Zeit, mit dem was ich gerade tue, einfach weiterzumachen und den körperlichen Empfindungen nicht so viel Beachtung zu schenken. In Situationen, die mir besonders wichtig sind bzw. in Gesellschaft anderer Menschen (ich habe im Moment ein Vorstellungsgepräch nach dem anderen), dominiert aber die Angst, die Kontrolle zu verlieren. Hast Du vielleicht einen Tip, wie es sich besser damit umgehen lässt?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für Dich :)

susili

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #3 am: 27. Mai 2017, 20:46:06 »
liebe katrin,

ich kenne keinen tip. jedemal fühle ich mich davon überrollt, manchmal gar überrascht. ab und zu helfen 5 mg diazepam, aber lange nicht immer.

ab und an lege ich mich hin und schlafe ein. es ist nur äußerst unangenehm, wenn ich gerade unterwegs bin, und dann so eine aura kommt.

da ich in dem moment nicht richtig denken kann, kann ich auch nicht weitermachen.

schwierig das ganze.

vielleicht meldet sich ja noch jemand anderes zum thema.

herzliche grüße, susili
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Seb

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #4 am: 29. Mai 2017, 01:26:18 »
Hallo Katrin,

zum Umgang mit deinen Symptomen kann ich dir leider nur bedingt weiter helfen, da ich wenn dann Grand Mal Anfälle habe. Es klingt aber nicht nach einer Angstsymptomatik, zumal ja offenbar die Epilepsie als Grund erkannt wurde (wenn ich es richtig verstanden habe?) Ich kann deine Ängste absolut nachvollziehen, da ich nach rund 5 Jahren anfallsfreiheit 2010 plötzlich einen extrem heftigen Anfall hatte, der mich so überrascht hat, wie es dir ja jetzt offenbar ergangen ist. Ich bin dadurch in eine Angststörung "gerutscht", was eigentlich nicht existente Symptome verursacht hat. Allerdings halten die nicht lange an, wenn man dagegen arbeitet. Von daher halte ich das bei dir für unwahrscheinlich. Jedenfalls hoffe ich es für dich, denn das macht keinen Spaß.

Da du aber auch nach Lamotrigin gefragt hast, kann ich nur sagen, dass ich bei 200-0-200 nahezu keine Nebenwirkungen habe und damit anfallsfrei bin. In meinen Augen ist es einen Versuch wert und die Chancen, dass du ohne zu arge Nebenwirkungen (Schläfrigkeit scheint gemäß diverser Berichte hier im Forum ein häufigeres Problem zu sein) damit zurecht kommst, stehen nicht schlecht.

Ich wünsche dir alles Gute und dass es vielleicht mit einer anderen Medikation wieder ins Lot kommt. :)

Katrin0271

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #5 am: 29. Mai 2017, 08:47:21 »
Guten Morgen Ihr Lieben :),

Ganz herzlichen Dank für Eure so lieben und hilfreiche Antworten! Ich bin seit gestern im Krankenhaus, da es mir überhaupt nicht gut ging - ein Anfall jagte den nächsten. Seit gestern Abend werde ich jetzt hier mit Lamotrigin eingestellt. Sobald ich nachher hoffentlich etwas besser beieinander bin, antworte ich nochmal auf Eure lieben Nachrichten :)!

Liebe Grüße :)

Joy

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #6 am: 29. Mai 2017, 12:35:12 »
Schläfrigkeit bei Lamotrogin? Das hat doch eher den gegenteiligen Effekt. Steht auch unter den NW im Beipackzettel. Ich nehme Lamo nur noch morgens, hat mich null schlafen lassen, das Zeug!

@Katrin0271,

Gute Besserung :tröst: und einen schnellen guten Erfolg mit Lamotrigin :)

lg Joy

Katrin0271

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Re: Angst- oder Epilepsiesymptomatik?
« Antwort #7 am: 29. Mai 2017, 14:17:17 »
Danke liebe Joy :)! Ich habe auch den Eindruck, dass ich eher nicht zur Ruhe komme mit Lamotrigin. Müde würde ich dann gestern nur von Tavor. Heute soll jetzt noch Keppra dazu kommen, weil Lamotrigin erst nach acht Wochen wirklich hilft. Hat noch jemand von Euch diese Kombi? Klappt das gut?

Liebe Grüße in die Runde :)