Autor Thema: Grad der Behinderung  (Gelesen 88725 mal)

Herzblatt

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Re: Grad der Behinderung
« Antwort #225 am: 09. Juli 2017, 09:34:11 »
Hi B18,

als mein Mann seinen Schwerbehindertenausweis bekam, war uns klar, dass der Grad nicht nur von der Schwere der Erkrankung, sondern auch von der jeweiligen Einschätzung des Sachbearbeiters und dem Bundesland abhängt.
Zum Zeitpunkt der Beantragung hatte er wöchentliche GMs und erhielt unbefristet einen Grad von 60.
Natürlich haben die Ämter Richtlinien, aber da beinahe jede Krankheit einen sehr individuellen Verlauf hat, ist auch der GdB individuell zu bewerten.

Die Anträge kannst Du dir leicht im Internet downloaden.
http://www.soziales.niedersachsen.de/startseite/behinderte_menschen/antraege_informationen/download-von-antragsformularen-und-merkblaettern-109.html

"Wenn ich nun eine Schwerbehinderung hätte, hätte mein Arbeitgeber ja auch einen Vorteil (hört man ja immer, wie genau weiß ich nicht). Vielleicht würde er mir dann entgegen kommen..."

Tatsächlich sollte man damit aber sehr vorsichtig umgehen. Auf der Arbeit sollte man so eine Bekanntgabe vermeiden.
Kaum hatte mein Mann es ausgesprochen, begann der Spießrutenlauf und er wurde gekündigt. Die Vorteile, die der Arbeitgeber dadurch gehabt hätte (oder auch nicht), haben ihn nicht interessiert.
Wir haben geklagt und "gewonnen", da mein Mann in so ein Umfeld nicht zurückwollte.
Aber der Stress war nicht zu unterschätzen.
Bei seiner neuen Anstellung hat er nichts davon gesagt. Da verzichtet er lieber auf seine "Vorteile" und hat dafür ein ruhiges Leben.

Ich gebe yossarian in jedem Fall Recht, dass es Deine Entscheidung ist, ob Du Deine Stunden reduzieren möchtest und daher eine Frage an den Arbeitgeber nicht nötig ist.
Eine höfliche Feststellung ihm gegenüber sollte ausreichen.

"Ich weiß auch nicht, wie er reagiert, wenn ich ihm von der Epi erzähle. So ohne Nachweis könnte er denken, ich erfinde das (du fährst doch Auto! So schlimm kanns ja dann nicht sein!)"

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die nicht in direktem Kontakt zu einem Erkrankten stehen, gar nicht wissen, was damit einhergeht.
Bevor ich meinen Mann kennenlernte, hatte ich wohl von Epilepsie gehört und auch mal im TV einen gespielten Anfall gesehen.
Doch wie die Anfälle tatsächlich sind und welche Auswirkungen die Krankheit manchmal haben kann und was man beachten muss, diese Dinge realisiert man nur, wenn man direkt oder indirekt betroffen ist.

Lieben Gruß
Herzblatt
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Dendrit

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Re: Grad der Behinderung
« Antwort #226 am: 09. August 2017, 21:40:17 »
Nach nun 9 Jahren führen die Links leider ins Leere. Ist eigentlich zu erwarten, denn im Laufe der Zeit wird die Einteilung, Forenanbieter etc. ein- und umgestellt. Vllt. hat jmd. Zeit, den aktuellen Link zur Hauptseite zu finden.

LG, Manuela

Cornelia-Admin

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Re: Grad der Behinderung
« Antwort #227 am: 10. August 2017, 01:14:20 »
Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

http://www.autismus-etcetera.de

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Re: Grad der Behinderung
« Antwort #228 am: 10. August 2017, 10:15:57 »
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