Autor Thema: ich tue mich schwer....  (Gelesen 5560 mal)

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Re: ich tue mich schwer....
« Antwort #15 am: 19. September 2012, 22:31:28 »
Hallo Ihr,

ein sehr interessantes Thema und mit ganz viel Gefühl.
Wisst ihr, was mich an dem Gesetz ärgert? So eine Entscheidung bzw. so ein Gesetz wird beschlossen und man darf noch bevor das kleine Menschlein geboren ist, entscheiden, ob ja oder nein. Im krassen Gegensatz dazu, ist es lt. Gesetz nicht erlaubt, eine App zu benutzen, die einem vor Blitzern im Straßenverkehr warnt.
Häää? Wo sind denn da die Relationen zur reellen Welt? Das verstehe ich nicht. Wonach entscheiden die solche komischen Dinge? Das Rumerzählen oder warnen vor Blitzern ist nicht erlaubt, Radiosender tun das täglich, dafür kann man sich aber aussuchen, ob man ein gesundes oder ein krankes Baby haben möchte?

Natürlich ist das jetzt ein wenig flapsig geschrieben und beide Dinge sind nicht wirklich vergleichbar, aber es macht mich wütend und traurig zugleich.

Ich wünschte und wünsche mir auch kein krankes Kind, aber ich würde es lieben, das weiß ich ganz genau und ich würde all meine Kraft dafür geben, jedem meiner Kinder das Leben lebenswert zu machen.
Ich bin schon immer der Meinung, dass die Kinder NIE etwas dafür können, dass sie auf die Welt kommen, denn die Zeugung eines Kindes entsteht doch allein durch die Willen zweier Menschen (meist zwei)...

Ich glaube auch, dass es nicht unbedingt eine Krankheit sein muss, die letztendlich dazu beiträgt, dass ein Kind nicht gemocht wird. Es gibt unzählige gesunde Kinder, die auch nicht geliebt werden...

Irgendwie ein ganz schwieriges Thema. Ich bin dafür, dass schwere Krankheiten, die einen Menschen im Leben extrem das Lebensgefühl nehmen und wo es mehr eine Qual als ein Leben ist, denen sollte man helfen, evtl. auch schon vor der Geburt selbst. Aber Geld dafür zahlen, dass ein Arzt überprüft, ob das Kind so gesund ist, dass Eltern es nehmen wollen, das erinnert mich schon sehr an ganz schlimme Zeiten oder an den Film, den Joy nannte.

Ich denk mal weiter nach - ist gar nicht so einfach - aber sehr wichtig!

Liebe Grüße
Andrea
Meine Tochter (*04/1999) hat seit 09/2010 die Diagnose:
"Kryptogene fokale Epilepsie mit sekundär generalisieren Krampfanfällen - Fokus rechts temporal"
Lamotrigin 0 - 0 - 50, Orfiril long 300 - 0 - 300  und  Concerta (ADS) 36mg   1 - 0 - 0

Terrorhexe

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Re: ich tue mich schwer....
« Antwort #16 am: 18. April 2013, 15:02:48 »
Oh mein Gott  *augenroll* Dann können se ja gleich auch die Sterbehilfe einführen *augenroll*
Meine Meinung dazu: ABTREIBUNG IST MORD!!!! Jeder hat ein Recht auf Leben ob nun behindert oder nicht!!!

Meine äähmm Mutter? oder so hätte mich auf jeden Fall abgetrieben wenn sie gewusst hätte das ich irgendwann an Epi erkranke.

Meine Toleranz in Sachen Abtreibung geht soweit das ich es noch verstehe wenn jetzt ein Vergewaltigungsopfer abtreiben möchte,aber wenn ich jetzt schwanger würde/wäre......ich würd nicht einen Gedanken an so eine Untersuchung quasi einen solchen Test verschwenden!!! Und schon garnicht soviel Geld dafür zahlen.  >:-(
Das Geld was ich da zahlen würde.....würd ich eher in mein Kind investieren.

Jetzt muss ich wieder an den Satz denken den mir mein damaliger Neurologe an den Kopp geschmissen hat:
"Es ist besser wenn Leute wie sie erst garkeine Kinder in die Welt setzen...bla bla bla  >:-(
Und das obwohl meine Epi nicht vererbbar ist!!!
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Meditester

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Re: ich tue mich schwer....
« Antwort #17 am: 18. April 2013, 18:35:45 »

Bei dieser Diskussion muss ich an den gestrigen Flim denken.
"Beim Leben meiner Schwester"
Könnt ja bei youtube reingucken.
(war mir zu traurig zum reinstellen)

Da fiel es der Mutter sehr schwer ihr an Leukämie erkranktes Kind gehen zu lassen.
Viele OP musste sie durchmachen, wollte letzendlich nicht mehr so leben.
Aber, wenn selbst der Betroffene "gehen will"
wird es versucht ihn noch ewig am Leben zu erhalten
und eine Abtreibung ist im Gegensatz dazu schneller erlaubt.

Meditester
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Terrorhexe

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Re: ich tue mich schwer....
« Antwort #18 am: 18. April 2013, 22:08:35 »
@ Meditester: Den Film kenn ich auch, ging mir sehr nahe der Film.  :'(
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Re: ich tue mich schwer....
« Antwort #19 am: 25. Juni 2013, 11:35:28 »
Ich überlege in letzter Zeit ja auch viel, was wen usw.

Mein Freund hat Epi, seine Schwester eine cerebrale Behinderung und Epi (dadurch).

Deshalb bei mir die Frage, was wenn wir Kinder haben und die sind dann auch behindert? Ich meine, ich verbringe einen halben Tag mit der Schwester meines Freundes und bin fix und fertig! Und sie ist nur leicht behindert... Ausserdem war ich in einem Kinderheim für behinderte Kinder. Ich musste nach einer Weile raus, weil ich damit einfach nicht klar kam. Ich kommen mit diesen Menschen einfach nicht klar. Keine Ahnung weshalb. Ich kenne das von Kindsbeinen an, und ich wurde auch tolerant erzogen, aber ich kann das psychisch einfach nicht. Was, wenn das nun mein eigenes Kind ist? Ich habe nicht Angst vor dem Kind, sondern eher vor mir selber... Wie gehe ich damit um? Werde ich es lieben können? Werde ich stark genug sein können für das Kind? Sind vielleicht doofe Ängste, ist aber so. Jedes Kind hat es verdient geliebt zu werden. Ich habe Angst davor, dass ich das nicht kann  :weirdo:

Wir werden es aber im Vorfeld mit dem Arzt klären lassen, wie hoch das Risiko ist. Da nicht ich selber Epi habe und somit als Mutter keine Medi-Belastung habe, wird das Risiko wohl kleiner sein, ich weiss es aber nicht und möchte wissen, woran wir genau sind.