Autor Thema: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken  (Gelesen 4849 mal)

Onchen

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Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« am: 08. April 2015, 12:56:11 »
Ich hätte da eine Frage, die wahrscheinlich ziemlich dumm klingt. Meine Frau vererbt eine Krankheit auf dem X-Chromosom, der bei männlichen Kindern zur Behinderungen (sowohl geistig als auch körperlich) führt und mit 16-18 zum Tode führt. Gibt es eine Möglichkeit, das Geschlecht des Kindes vorher irgendwie festlegen zu lassen, oder ist das einzige was uns bleibt, zu hoffen, dass es ein Mädchen wird? Weil ein Junge mit 50% Wahrscheinlichkeit sterben würde...

itzenplitz76

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #1 am: 08. April 2015, 13:45:49 »
Hallo Onchen,

habt ihr eine Gentest gemacht, oder woher wißt ihr das?

http://www.bionetonline.org/deutsch/content/db_cont2.htm

Hiermal eine Link für eine Möglichkeit!

Habr ihr denn schon Kinder? Oder würde eine Adoption in Frage kommen?

Ich habe nach der Geburt meiner Tochter (sie hat Epilepsie)  einen Gentest veranlasst, der feststellte, dass ich ihr die Veranlagung zur Epilepsie vererbt habe. Ich muss dazu sagen, ich habe schon eine große gesunde Tochter. Allerdings hatte ich als Baby selbst Neugeborene Krämpfe in den ersten Tagen.
Man hatte mir damals auch erklärt, diese Krankheit mit 50% Wahrscheinlichkeit zu vererben. Deshalb würde bei uns auch kein drittes Kind in Betracht kommen.
Bei euch sieht die Situation noch viel schlimmer aus, denn sie würde ja bei einem Jungen zum Tode führen.  :-\

LG Angelina
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Onchen

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #2 am: 08. April 2015, 14:17:38 »
Der Gentest wird nächste Woche gemacht, da hat sie einen Termin, wir wissen aber, dass ihre Mutter diesen Gendeffekt vererbt, weil der Bruder meiner Frau daran verstorben ist. Ich muss da ganz ehrlich gestehen, dass ich es so sehe, wie meine Frau, die Behinderung ist eine Sache, aber das Wissen, dass das Kind sterben wird, damit könnte ich nicht umgehen. Kinder haben wir noch keine, wir wollten erst alles sicher aufbauen, also finanziell sicher dastehen.
Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut die Krankheit heisst Duplikation xq28, der Gedanke den ich hatte war, ob man nicht eine Eizelle ausserhalb des Körpers befruchten könnte und dort dann auf das Geschlecht achtet? Das wäre doch bei so einem Fall eigentlich die nächste Alternative. Adoptieren ist leider nicht möglich, weil ich mit fast 40 und sie mit 33 schon zu alt sind.  >:(

Sonya

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #3 am: 09. April 2015, 15:39:24 »
Sorry für meine Direktheit aber ich denke ihr solltet Euch gar kein Kind anschaffen. Ich habe eine schwer kranke Tochter und weiß was es heißt. Wenn ich lese, dass hier sogar noch ganz bewusst dieses Risiko eingegangen wird, dreht sich mir der Magen um.... Sorry.... Das ist absolut unverantwortlich und egoistisch.
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simona

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #4 am: 09. April 2015, 16:01:32 »
Hallo,

ich habe mal eine ganz dumme Frage. Kommt eine Amniozentese nicht in Frage (möglich ab der 13., notfalls auch ab der 10. Schwangerschaftswoche)? Da kann man mit fast 100% Sicherheit das Geschlecht des Kindes bestimmen. Notfalls kann man dann handeln.

Eins ist gewiss: ich möchte nie in der Lage sein, ein ungeborenes Kind abtreiben zu müssen wenn ich es irgendwie vermeiden kann. Andererseits gebe ich Sonya Recht, nicht da ich aus Erfahrung rede, sondern aus meinem Bekanntenkreis. Mein Sohn kam gesund auf die Welt, aber ich wurde dringend davon abgeraten es wieder zu wagen …

LG simona

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Glück, denn ein Kind gibt das Leben doch eine andere Dimension.

Onchen

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #5 am: 12. April 2015, 11:21:40 »
Ich glaube ich habe mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Wir wollen in jedem Fall die Sicherheit, dass unser Kind gesund ist, was eben zu 100% eintritt, wenn es ein Mädchen ist. Eine Abtreibung oder eine andere nachträgliche Maßname kommt für uns nicht in Frage. Mein bzw unser Gedanke war, ob man nicht eine Invitroschwangerschaft machen könnte und bei dem Kind dann, eben aus diesem Grund vor Einsetzen der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter darauf achtet, dass es eine weibliche Eizelle ist. Ich weiss, dass es zwar möglich ist, aber aber in Deutschland normalerweise nicht erlaubt. Meine Frage ist da eher, ob in so einem Fall das betreffende Gesetz nicht greift.

martine

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #6 am: 17. April 2015, 07:43:16 »
Hallo Onchen,

was Du meinst ist die präimplantationsdiagnostic PID, da kann man auch männliche Eizellen auf das Gendefekt untersuchen und so nur Eizellen einpflanzen ohne Gendefekt.

hier ein link http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/pid-kabinett-erlaubt-gentests-an-embryonen-vor-der-einpflanzung-a-867200.html

Zitat
Berlin - Nach jahrelangen Debatten hat die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) die letzte Hürde in Deutschland genommen. Das Bundeskabinett ließ am Dienstag in Berlin eine Verordnung mit den zentralen Details für die Gentests an Embryonen aus dem Reagenzglas passieren. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit.
Die Verordnung tritt nach zwölf Monaten in Kraft. Dann können Paare nach einer künstlichen Befruchtung zu der Methode greifen, wenn ihre Genanlagen eine Tot- oder Fehlgeburt oder schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich machen. Die Bundesländer haben soviel Zeit, um vorgeschriebene Stellen aufzubauen
Das war feb. 2013 , das heisst das müsst jetzt durch sein im Gesetze Wirrwarr. Wenn ihr den Gentest gemacht habt, müsst das Ärzteteam dort Euch auch dementsprechend beraten können.

viel Glück
Martine

« Letzte Änderung: 17. April 2015, 07:45:05 von martine »
Der eine sieht nur Bäume, Probleme dicht an dicht. Der andre Zwischenräume und das Licht.
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Tochter (11j) Keppra 750-0-1000(07/15) Ritalin 20-10-0
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Amazönchen

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #7 am: 17. April 2015, 17:44:31 »
Sorry, Fehleintrag
« Letzte Änderung: 17. April 2015, 17:50:22 von Amazönchen »
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer

Onchen

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Re: Vererbung bzw. Möglichkeiten dem entgegen zu wirken
« Antwort #8 am: 20. April 2015, 10:38:52 »
Danke martine, genau so etwas meinte ich, ich war mir nicht sicher, ob soetwas gesetzlich erlaubt ist.