Autor Thema: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?  (Gelesen 3933 mal)

heinzpeter

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Das ist eine Frage die mich sehr beschäftigt, denn ich werde zur Zeit sehr damit geplagt. Ist das eine körperliche Begleiterscheinung der Epi, oder eher psychisch, so nach dem Motto: Warum bin gerade ich davon betroffen? -also gewissermaßen Einbildung (wie oft wurde mir zum Beispiel schon gesagt: Stell dich nicht so an!) Versteht ihr was ich meine? Für mich ist das ein Problem. Gibt es hier Fachleute die mitlesen und eventuell was dazu sagen könnten?
Liebe Grüße heinzpeter

heinzpeter

  • Gast
Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #1 am: 28. Oktober 2015, 06:24:35 »
Noch mal meine Frage: Warum verursacht die Epi solche Depressionen? Heute morgen ist es ganz schlimm! Ich habe ANGST!
Liebe Grüße heinzpeter

laulear

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #2 am: 28. Oktober 2015, 08:19:09 »
Hallo Heinzpeter,

Leider kann ich dir nicht helfen mit dem Zusammenhang Epilepsie und Depression. Aber viele Krankheiten haben Depressionen als Begleiterscheinung. ADHS, Autismus etc., die ja auch oft mit Epilepsie in Zusammenhang gebracht werden.

Wichtig ist dass du so schnell wie möglich zum Arzt gehst! Ist dein Neurologe auch Psychiater? Ansonsten gibt es Ambulanzen! Und das würde ich auch in Anspruch nehmen, die werden dich ernst nehmen und nicht zu dir sagen es ist Einbildung etc.

Vielleicht würde dir langfristig gesehen eine Therapie helfen....

Hoffe es geht dir schnell wieder besser!

Liebe Grüße
laulear

MadDoubleF

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #3 am: 28. Oktober 2015, 08:29:35 »
Moin,

ob die Depri's direkt mit der Epi zu tun haben, lasse ich mal außen vor. Aber bestimmte Medikamente könne auch schuld sein. Quasi als Nebenwirkung. So wie andere für Gewichtszunahme oder Aggressivität verantwortlich sein können. Hast du mal in den Beipackzettel geschaut?

Und ja... rede mal mit deinem Neuro und ggf. mit einem Psychiater. Gesund ist das auf jeden Fall nicht.

Grüße

FF
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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #4 am: 28. Oktober 2015, 18:13:56 »
Hallo Heinzpeter,
diesen Satz "Stell Dich nicht so an" sollten alle Menschen dieser Welt aus Ihrem Wortschatz streichen, schleunigst. Für mich gab es nix Schlimmeres, wenn meine Welt mal wieder Kopf stand oder zusammenbrach, als diesen Satz.

In so einem Moment stellt man sich nicht an, es geht einem ***e, so einfach ist das. Ob es für meinen Gegenüber ein übertriebenes oder überzogenes Gefühl ist in dem Moment, ist völlig wurscht.
MIR geht es gerade mies und allein das zählt.

Aber am Wichtigsten: HOL DIR HILFE!!!
Dafür muss man sich nicht schämen, im Gegenteil. Manchmal hält das Leben Dinge für Dich bereit, denen Du Dich nicht alleine stellen musst, sollst oder kannst.

Viele Neuros sind gleichzeitig Psychiater oder Psychologe, viellt ist das bei denem Neuro ja auch so.

Bei meinem Freund ist zu der Epilepsie auch vor kurzem eine Depression dazu gekommen, mit dem Medi dagegen gehts besser.
Ich selbst habe seit über 20 Jahren Depressionen und Panikattacken, bin aber so gut eingestellt, dass ich (bis auf sehr große Menschenansammlungen) wieder normal am Leben teilnehmen kann. Vor ca einem Jahr haben wir begonnen, das Antidepressivum auszuschleichen, wird zwar noch dauern, aber iwann werde ich hoffentlich ohne Medi leben können.
Auch ist immer wichtig, zu lernen und zu wissen, woher diese Gefühle kommen, habe ein paar stationäre Therapien und verschiedene ambulante Therapien hinter mir (Verhaltenstherapie, Analyse einzeln und Gruppe). Mit den Medis bekämpfst du ja nur die Symptome, kommst aber nicht an die Ursache ran.

Und nicht verzweifeln, Therapeuten und co sind immer überlaufen, ab auf die Warteliste und die Zeit iwie hinter Dich bringen.

Ganz liebe Grüße und viel Kraft wünsche ich Dir!
Wer will schon einfach?
Hm, ich, manchmal, ein kleines bisschen...

sterntaler

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #5 am: 28. Oktober 2015, 18:38:53 »
Hi Heinzpeter,

also neben der Wiederholung, das alles mit den Fachleuten zu besprechen kann ich Dir nur berichten, daß ich offenbar als Folge der komplex-fokalen Anfälle in tiefdepressive Phasen abgerutscht bin. D. h. die Anfälle haben bei mir schwere Depressionen mit hammerharten Suizidgedanken ausgelöst. Morgens alles ok, mittags Anfall, anderthalb Stunden später wäre kein Hochhaus zu hoch gewesen ... Je mehr Anfälle, desto schlimmer, war es nur ein Anfall hörte der Spuk nach einem halben Tag wieder auf. War es ein Cluster über mehrere Tage, dauerte es 3-4 Tage bis ich aus der Gefahrenzone wieder draußen war. Es gab einen genauen zeitlichen Zusammenhang, der hat sich allerdings erst nach Jahren der Selbstbeobachtung herauskristallisiert und wurde leider NIE von den Ärzten ernst genommen oder von ihnen als Folge der Anfälle thematisiert. Ich habe später Literatur gefunden die genau dieses Phänomen beschreibt.
Allerdings kenne ich auch schwere Depressionen durch Medis (bei mir Topamax, war Horror). Bei Temporallappenepi ist die Amygdala, der Mandelkern, also eine kleine Struktur im Gehirn betroffen, das Zentrum für Gefühlsbildung, einfach ausgedrückt. Darum haben viele Menschen mit Temporallappenepi auch seelische Probleme.
Trotzdem: ab zum Doc. Alles Gute !

heinzpeter

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #6 am: 28. Oktober 2015, 19:22:52 »
hallo sterntaler - und Gruß an alle die hier mitlesen - du hast das ja wirklich schön beschrieben - und so ähnlich habe ich mir das ja auch vorgestellt. Aber dieses seelische Auf und ab geht mir einfach auf die Nerven. Ich bin ja auch beim Doc. Aber, ach, ich finde überall ein Haar in der Suppe. Liegt wohl daran, dass ich einen Hund habe!? Doch, Du kannst mich ernst nehmen - ich fühle mich dem Ganzen bloß manchmal hilflos ausgeliefert.
Das geht so hin und her zwischen Depression und Aggression; am meisten leidet meine Frau darunter. Und das mit den Aggressionen soll ja auch am Keppra liegen. Sagt auch mein Doc, steht auch im Beipackzettel. Wie hat mein Opa immer gesagt:
"Die beste Krankheit taugt nichts!" Da ist wohl was dran.
Und umbringen tu ich mich noch lange nicht. Dafür bin ich viel zu neugierig darauf, was noch kommt.
Liebe Grüße heinzpeter

heinzpeter

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #7 am: 31. Oktober 2015, 15:53:13 »
Ja ***e - Entschuldigung - aber ich bin im Moment wirklich verdammt schlecht drauf. Könnte ne Packung Keppra auf einmal schlucken. Keine Angst, das tu ich nicht, aber ich fühle mich total beschissen. Kann mir jemand sagen, warum?
Entschuldigung, wenn ich Euch nerve. Es ist immer dieselbe Leier...
Und trotzdem:
Liebe Grüße heinzpeter

Ich musste das einfach so loswerden, so, wie's hier steht.

Maggo

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #8 am: 31. Oktober 2015, 16:39:12 »
Hallo heinzpeter,
nein ich glaub nicht, dass hier Fachleute mitlesen. Ich weiss nur, dass es einen Zusammenhang zwischen Epi und Depressionen gibt. Aber wie der ist, kann ich dir nicht sagen. Nur, dass Epileptiker prozentual öfter an Depressionen erkranken.

Ich hoffe es geht dir bald wieder besser. Sprich mal mit deinem Arzt darüber. (Neuro)
Der ist vermutlich auch gleichzeitig Psychotherapeut.

lg
Maggo
Ich kam, sah und vergas was ich vorhatte.😐

heinzpeter

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #9 am: 31. Oktober 2015, 17:57:41 »
Immer wieder habe ich in dism Forum das Gefühl, dass ich hier nicht dazu gehöre. Irgendwie geht die ganze Epi- Thematik haarscharf an mir vorbei - oder ich verstehe nur Bahnhof. Wie ernst wird man hier genommen? Oder kann ich mich nicht verständlich machen?
Sollte ich lieber in ein Depri-Forum gehen? Oder gleich ein  Suizid-Forum? Viel fehlt ja nicht mehr. Aber ich weiß auch, das geht vorüber.
Nur, ich fühle mich im Augenblick so verdammt allein gelassen und unverstanden. Ist es zu albern, wenn ich mir vielleicht ein paar verbale Streicheleinheiten wünsche? Ist vielleicht viel verlangt, vor allem, weil man sich ja eigentlich gar nicht kennt.
Trotzdem, schönen Abend und liebe Grüße heinzpeter

sterntaler

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #10 am: 31. Oktober 2015, 18:34:44 »
Heinzpeter,

jeder hier hat sein Päckchen zu tragen, und bei manchem sind es mehrere oder es ist ein gewaltig großes Paket. Wir unterstützen uns so gut wir können, aber wir können nicht dauerhaft jede Stimmungsschwankung auffangen, trösten, verbal streicheln wie Du es nennst. Ich kann Dir nur von mir sagen, daß ich mich eher um Sachlichkeit bemühe, einfach weil ich mir nicht jedes Schicksal reinziehen kann und will. Dazu habe ich weiß Gott mit mir selbst und meinem Leben im Alltag genug zu tun !!

Den Sinn in diesem Forum sehe ich darin, Erfahrungen auszutauschen, Infos einzuholen, auch mal seinen Frust oder die Trauer über diese ganze Sch ... loszuwerden, auch mal Trost oder Anerkennung zu bekommen - aber nicht dauerhaft der Boxsack oder das bettlakengroße Taschentuch für jemanden zu sein, der offenbar erhebliche Probleme in seinem Leben hat. Du forderst sinnbildlich von uns auf den Schoß genommen und immer wieder getröstet zu werden, weil das böse Leben so gemein zu Dir ist. Nur bist Du erwachsen, und da muß man sich auch mal selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen, die bekannten Hilfen annehmen - und nicht die Umgebung für das eigene Unglück verantwortlich machen. Kennen wir alle sicher, aber das ist hier der falsche Ort dafür. Denke ich.
Sterntaler

heinzpeter

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #11 am: 31. Oktober 2015, 19:13:18 »
ok, verstanden!
liebe Grüße heinzpeter
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2015, 19:24:29 von heinzpeter »

Lora

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #12 am: 31. Oktober 2015, 19:58:07 »
Hallo heinzpeter,

also Depris kenne ich auch ohne Ende... seit Jahren. Ich glaube, in der Kindheit hat das sogar schon angefangen, aber der Anfang ist ja egal.
Nur wollte ich mich immer nicht so schlecht fühlen und irgendwas musste ich da ja machen. Na klar, die Eigentherapie mit viel lesen usw, aber das bringt nicht wirklich Erfolg. Also habe ich eine Psychotherapie angefangen, die mir sehr geholfen hat. Gedauert hat es aber auch, eine passende Therapeutin zu finden, hatte halt Glück.
Ich kann auch sagen, dass dieses Forum hier mir sehr geholfen hat. Habe unheimlich viel über die Krankheit gelernt, kann es anders einschätzen und damit auch dann anders umgehen. Und über die Medis lernst du auch viel, was auch gut ist.

Man muss offen sein für Argumente von anderen, drüber nachdenken und auch mal einfach ausprobieren. Viel Geduld haben, für sich und andere.

Ich wünsche dir viel Kraft und dass du deinen geeigneten Weg finden wirst.

LG, Lora  :tröst:

Joy

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #13 am: 01. November 2015, 10:45:41 »
Bettlackengroßes Taschentuch ist ja witzig ;D

Ich bring es mir halt so in Zusammenhang, dass manche halt sch... Erfahrungen mit den Umfeld und der Epilepsie machen, vereinsamen, beleidigt werden usw. da kann man schon mal Depris kriegen.

Das mit der Amygdala klingt auch sehr innteressant. Vielleicht kann ich nächste Woche paar Antworten rauskriegen, da bin ich im Monitoring, da wimmelt es ja nur so von Ärzten.

lg Joy

Robin

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Re: Was für ein Zusammenhang besteht zwischen Epilepsie und Depression?
« Antwort #14 am: 23. Februar 2016, 23:13:55 »
Hallo ich denke ich hab mal gelesen das es am Serotonin liegt das Hormon wird im gehirn ausgeschieden fehlt dir das bekommst du depressionen viele die Dissoziative Epilepsie haben bekommen Serotonin wiederaufnahmehammer wie zb Escitalopram oder  Venlafaxin