Autor Thema: Es muss einfach nur mal raus  (Gelesen 3391 mal)

Wärmflasche

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Es muss einfach nur mal raus
« am: 26. März 2016, 12:21:25 »
Meine Gedanken Kreisen nur noch um Selbstmord, ich will das alles hier gar nicht mehr. Der letzte Fehler, war einfach zu viel und zur falschen Zeit.

Mir ist gerade einfach alles zu viel. Ich will nur noch alleine sein und an nichts mehr denken müssen. Mich überfordern schon die kleinsten Dinge.

Ich glaube, ich kann tatsächlich behaupten, mit zur Gruppe der größten Pechvögel auf dieser Welt gehört zu haben.
Immer wieder habe ich versucht das beste aus meinem Leben zu machen. Gehofft das es doch irgendwann gut wird, aber irgendwer scheint mich mächtig zu hassen.
Schon von klein auf schubst er mich von einer Falle in die nächste. Und ich tölpel laufe auch noch, zwar zu beginn skeptisch, aber wagemutig in jede rein.

Jetzt bin ich, dank all der Erfahrungen, am Ende. Ich bin einsam und alleine, habe keine Freunde (die ich wohl auch nie wirklich hatte), bin unsicher und traue keinem mehr.
Oft habe ich noch versucht neue Kontakte zu knüpften, auf verschiedene Wege und weisen, aber so leicht ist das nicht. Ich glaube auf meiner Stirn steht für die Aussenwelt geschrieben - Bitte Kontakt um jeden Preis vermeiden!

Ich bin ungern draußen, wenn Menschen mich angucken, habe ich immer das Gefühl, dass sie auch direkt über mich reden oder das ich irgendetwas an mir habe.
Auch im Büro bin ich sehr isoliert. Ich rede zwar auch mit den Kollegen und die reden mit mir, aber da ich in einem anderen Raum sitze ist das etwas schwieriger. Die können alle während der Arbeit quatschen, ich allerdings muss dafür immer aufhören,... das hält den Kontakt sehr begrenzt, zudem fühle ich mich dabei auch nicht wirklich wohl - da ich, wenn es um private Dinge geht, immer lügen muss; ich möchte nicht das die Kollegen wissen, das mein Leben nur auf der Couch oder dem Bett stattfindet, wenn ich nicht gerade putze. Yeah welch aufregendes Leben.

Seit gut 4 Jahren lebe ich fast für mich alleine (mit meiner Familie komme ich nicht klar, wir sehen und 1 mal im Jahr und mit meinem Freund ist es schon länger eher eine WG) - ich habe schon mit vielen Ärzten, Seelsorgen, Psychologen und auch mit einer Psychiaterin gesprochen, aber da kann keiner helfen.
Wie auch,....
Freunde können sie nicht vermitteln und das wäre das einzige was geholfen hätte.
Mittlerweile schaffe ich das nicht mehr. Ich war jetzt so lange alleine, ich weiß nicht mehr wie man mit Freunden umgeht, es hört sich für euch sicher lächerlich an.
Aber tatsächlich habe ich vor kurzem ein nettes Pärchen kennen gelernt und ich bin schon gestresst wenn ich nur daran denke das ich mich gleich melden "muss" oder sie sich melden könnten. Ich habe so Angst was falschen zu sagen oder tun, das ich wünschte ich hätte sie nicht kennen gelernt.

ruth-etc.

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laulear

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #2 am: 26. März 2016, 21:55:21 »
Hallo Wärmflasche,

Ich habe auch wirklich schwere Phasen hinter mir..... in der schwersten, als ich auch alle Hoffnung aufgab, lies ich mich stationär einweisen (Psychosomatische Klinik).... dann ging es wieder bergauf!

Bitte wende dich an eine Ambulanz etc. und lass dich einweisen, damit man dir helfen kann!!!!

Liebe Grüße
laulear

Wärmflasche

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #3 am: 31. März 2016, 22:22:53 »
Hallo,

erstmal lieben Dank, für Eure Antworten.
Ich habe mir die Seiten angeschaut aber ich sehe mich da nicht wieder.

Ich habe echt den Glauben und die Hoffnung an allem verloren.
Die Ärzte können mir nicht helfen. Was bringt mir da eine Klinik?!
Es gab in meinem Leben nur 2 Träume und Wünsche - Kinder und Motorrad.
Beides ist nicht oder nicht mehr möglich - jetzt weiß ich nicht mehr was ich hier noch soll.
Wenn ich schon nicht mehr will, können sie mir auch nicht helfen. Das ist zumindest mein Wissenstand.

Auf der Arbeit gehe ich unter vor Arbeit. Bald fällt ein Kollege aus und direkt danach geht einer in Urlaub.
Will die Kollegen jetzt auch nicht hängen lassen.

Meine Medikamente reichen auch nur noch ca. 1 Monat und dann kann ich mich überraschen lassen wie schön das leben wieder ohne wird.
 
So viel geweint habe ich auch noch nie!
Gute Nacht, ich versuche ein wenig zu schlafen.

Muschelschubser

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #4 am: 02. April 2016, 22:07:07 »
Liebe Wärmflasche, lass Dir helfen! Geh in eine Klinik, eine Psychosomatik. So kannst Du doch auch nicht arbeiten, oder? Denk an Dich! Oder bemühe Dich um eine ambulante Therapie. Auch Medikamente können helfen, Antidepressiva. Aber die musst Du Dir verschreiben lassen ... also musst Du zum Arzt gehen und über Deine Probleme sprechen.

So viel in aller Kürze, liebe Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

sterntaler

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #5 am: 02. April 2016, 22:54:45 »
Hallo Wärmflasche,

es ist tatsächlich so, wenn sich jemand - der in einer tiefen Lebens-und Sinnkrise steckt, depressiv ist - nicht helfen lassen möchte, dann kann auch keiner helfen !
Nur Du kannst den ersten Schritt "nach draußen" machen, nur Du kannst einen Schritt machen damit Dir geholfen wird. Muschelschubser, laulear und ruth haben es Dir schon gesagt, es gibt Möglichkeiten, jedes Fach-Krankenhaus würde Dich notfallmäßig aufnehmen, zu Deinem eigenen Schutz, wenn Du denen erzählst wie es Dir geht.Es gibt rund um die Uhr diensthabende Ärzte ...
Oft hilft ja dort einfach nur Reden zu können. Nicht alleine zu sein. Und dann vielleicht die medikamentöse Unterstützung - und wenn es nur für ein paar Tage ist -.
Deine "Zugbrücke" kannst nur Du selbst herunterlassen.

Was aber sicherlich nicht hilfreich ist, ist dauerhaft im eigenen Sumpf zu sitzen, sich zu erzählen wie beschissen das ganze Leben ist, sich alles Negative bewußt zu machen, sich in seinem Leid zu suhlen. Sorry wenn daß Dir zu hart klingen mag, aber auch ich kenne viele Phasen ganz tief unten - ich weiß daher wovon ich spreche - und außer Dir selbst kann Dir zunächst keiner helfen.

Es gibt die schöne Karte mit dem Spruch: "Was soll ich im Himmel ? Da kenn`ich doch keinen!!".
Sich das Leben zu nehmen mag zunächst einfach sein, aber Du kannst nicht zurückkommen, kannst nicht sehen wie Deine Umgebung um Dich trauert, hast keine Chance auf bessere Zeiten.
Es ist Dein Leben, also kannst nur Du entscheiden was Du damit anfangen willst. Oder eben auch nicht.   

Wärmflasche

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #6 am: 04. April 2016, 20:02:54 »
Hallo zusammen,

viele lieben Dank für eure Antworten. Das bedeuten mir viel.

Zur Zeit komme ich gar nicht mehr aus dem Bett, bin nur noch müde und habe unaussprechliche Gedanken.
Am Wochenende musste ich nur einmal raus, da waren wir mit einem Pärchen verabredet was ich vor kurzem kennen gelernt habe, das wurde dann auch noch ein schöner Abend.
Naja und halt in der Woche zum Arbeiten. Aber ich merke wie es mir immer mehr zu viel wird.
Meine Gedanken kreisen rund um die Uhr, natürlich auch über das was ihr geschrieben habt.
Es ist traurig das mein Freund neben mir Sitz und zuguckt und ihr mir Mut macht Hilfe zu suchen.
Dabei versuche ich immer mit ihm zu reden.

Irgendwann heute Morgen ging plötzlich gar nichts mehr. Es kamen 10 Mails rein, ich musste dringend 3 Sachen gleichzeitig erledigen, meine Liste an Aufgaben die bis 14 Uhr fertig sein mussten wurde immer länger und dann klingelte das Telefon.
Eigentlich Normalität (gerade Montag Morgens nach einem Feiertag) und ich habe es geliebt, aber diesmal,..... ging gar nichts.
Ich bin nur noch raus gerannt, habe die Telefonseelsorge angerufen und erstmal mit denen gesprochen.
Danach habe ich einen Termin bei einem neuen Hausarzt gemacht.
Ich hätte eigentlich sofort als Notfall dort hingehen sollen, aber ich möchte meinem Chef keinen ärger machen.

Ich habe so Angst vor dem Termin.
Wer weiß ob das ein guter Arzt ist?
Was soll ich ihm sagen?
Trau ich mich überhaupt was zu sagen?
Wie geht das dann überhaupt weiter?

Lieben Dank für alles

Buttermilch

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #7 am: 04. April 2016, 22:44:58 »
Hallo Wärmflasche
Ich habe so Angst vor dem Termin.
Wer weiß ob das ein guter Arzt ist?
Was soll ich ihm sagen?
Trau ich mich überhaupt was zu sagen?
Wie geht das dann überhaupt weiter?
Zum neuen Doc. solltest du gehen, hast ja ein Termin ;) dann kannst du auch beurteilen ob der Gut ist.
Warum machst du dir soOo große Sorgen er wird dir nicht gleich an die Gurgel gehen :-)))
Ich hab mir beim letzten Wechsel einige Notizen gemacht. Die legte ich dann hin.
Also Brust raus, Kopf hoch. Augen auf und viel Erfolg. Der Rest kommt von allein.
Gruß Buttermilch
Tabletten
Morgens: 100mg Lamatrigin; 600mg Valprobat + 500mg Levetir... (Super mix)
Abends:   100mg Lametrigin; 750mg Valprobat; 1000mg Levetiracetam "Keppra"

Muschelschubser

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #8 am: 06. April 2016, 22:55:58 »
Hi Wärmflasche, nimm Dich selbst wichtig! Nicht den Chef, nicht den Arzt, nicht den Freund, DICH SELBST. Es gibt Dich nur ein Mal auf der Welt. Du bist wertvoll! Dein Leben ist zu schade zum Wegwerfen.

Der Tipp mit dem Zettel ist gut. Erzähl alles, lass es raus. Versuche es mit Medis und einer Psychotherapie. "Versuch macht kluch" - ob's gut war, weiß man erst hinterher.

Liebe Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

Wärmflasche

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #9 am: 08. April 2016, 20:46:29 »
So oft ich es auch versuche, ich kann mich nicht vor die anderen Stellen. Erst wenn die alle zufrieden und glücklich sind dann komme ich dran.

Ein schritt vor und zwei zurück.

Ich habe mit dem Arzt gesprochen und auf den ersten Blick kommt er mir ganz seriös vor.

Er hat mein Problem sofort erkannt, will mir versuchen zu helfen, sprich: nochmal eine andere Klinik zu finden, die evtl. die Anfälle in den Griff bekommt.
Und hat natürlich auch gehört und gesehen das es mir sehr schlecht geht. Er hätte mich am liebsten direkt in eine Klinik eingewiesen oder wenigstens Krank geschrieben, aber ich habe ihm berichtet das ich meine Arbeitskollege nicht im Stich lassen will und Angst habe meinen Job zu verlieren.

Ich soll am Montag alle meine Unterlagen zur Epilepsie vorbeibringen, damit er sich da schlau machen kann und er will mich auch ein bisschen im Auge behalten.

Den ganzen Tag habe ich meinen Chef angesehen und überlegt ob ich mit ihm rede, allerdings weiß ich nicht was ich ihm sagen soll.
Gerne würde ich ihm sagen, dass ich zur Zeit eigentlich nicht arbeitsfähig bin und das nur für ihn und die Kollegen tue. Das wir jetzt schon überlegen müssen wie es weitergeht da ich es nicht mehr lange aushalte.
Aber ich habe auch Angst wieder alles umsonst zu tun. Das ich als großes Dankeschön dafür eine Kündigung bekomme.

Gestern Nacht hat auch mein Freund endlich mal zugehört und meinte ich solle damit erstmal warten und mir einen Rat einholen, er würde auch mal schauen.
Mir konnte keiner helfen, wo ich auch geschaut und angerufen habe, es kam eigentlich immer auf das gleiche hinaus "Das müssen Sie selber wissen ob und wie Sie es Ihrem Arbeitgeber sagen! Da können wir nicht helfen, aber wenn Sie krank sind, dann sind Sie Krank."

Wie man es macht, hier kann man es nur falsch machen. Beim Gespräch wird er ja auch 1 und 1 zusammen zählen können und genau wissen wovon ich Rede und was ich habe.

Also so oder so werde ich mit ihm reden, ich kann gar nicht anders. Dafür bin ich einfach ein zu ehrlicher Mensch. Ich will nicht das andere Menschen wegen mir in Probleme geraten.

Es ist halt eine kleine Firma, wenn ein Mitarbeiter fehlt, geht das noch bei 2 fängt es an kritisch zu werden und ich wäre die 2.
Noch dazu arbeite ich alleine in einem wichtigen Bereich den nie einer übernehmen will.

Ich kann und will einfach nicht mehr. Ich wünschte der Monat wäre schon rum, dann hätte ich das schlimmste überstanden und könnte mich wirklich einfach nur um mich kümmern. Ich bin einfach nur müde, wahrscheinlich wegen der tausend Medikamente. Aber besser so wie anders.

Buttermilch

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #10 am: 08. April 2016, 23:58:59 »
Hallo Wärmflasche
das du eine ehrliche Natur bist ist Gut so.
Du hast zwei Baustellen.
1. Burnout ....ist ja die neue Volkskrankheit.
Ich bin zwar nicht davon betroffen aber meine Frau war´s.
Als sie aus dem Fenster springen wollte wurde sie 5 Wochen in eine Reha am Arsch der Welt gesteckt.
Zurück war sie wie Ausgewechselt ein neuer Mensch. Aber zum positiven :).
Sche..ß auf Job, Firma und alles andre, denk mal an dich Wärmflasche u. hör auf deinen Körper.
Die luft ist raus.
Dein Freund muß das auch so hin nehmen er wird´s dir danken oder nicht.
Auf alle Fälle dankt es dir dein eigenes Ich.

2. Epi., (Welche Anfälle hast du ???)
Meine Epi. wissen nur die, die mir Wichtig sind und helfen kann mir nur mein Arzt der ja Ahnung von dem ganzen hat.
Schreiben über mich bringt Mir persönlich auch viel. z.b. hier im Forum.
Fremde Personen können sich diese Krankheit meist nicht vorstellen und ich hab kein Bock die zu erklären.
Chef´s u. Kollegen geht dies nix an möcht ja nicht aus lauter Mitleid einen "Braunen Brief" bekommen.
Meine Absencen haben sie vieleicht mit bekommen oder nicht ist mir auch egal.
Ich mach meine Arbeit so gut es geht und das ist Fakt.
Kollegen bzw. Firma im Stich lassen ???
Man muß auch auf sich hören sonst läßt dich dein Leben im Stich und dann hat keiner was davon.

Bei irgendwelchen Behöden oder Notdienste anzurufen u. sich helfen zu lassen ist zwar Löblich. Aber da kommt wie du ja schon bestätigt´s nur eins raus...

Wie du es auch machst. Ob es Gut oder Schlecht ist kannst nur du danach sagen.

Ich Leb nach dem Pippi Langstrumpf Gesetz. " ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt" und NICHT wie sie andren gefällt.

dir viel Kraft und alles Gute
gruß Buttermilch :jojo:

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Wärmflasche

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #11 am: 09. April 2016, 12:57:38 »
Hallo Buttermilch,

Danke für Deine Antwort.
Nein, nicht Burnout.
Eine schwere Depression ist mein Problem.

Ich habe Komplex-Fokale Anfälle. Für die Außenwelt trete ich einfach für ein paar Sekunden weg und bin danach desorientiert.
Seit der Diagnose hilft einfach kein Medikament und ich darf natürlich (in meinen Augen) nichts mehr machen. Daher war ich schon immer etwas niedergeschlagen, so ging das aber noch, da ich immer noch Hoffnung hatte.
Bis ich jetzt in der Klinik war zur Prä-Chirurgischen Diagnose.

Die Ärzte haben das gemacht, was hier im Forum auch gerne getan wird. Jeder der nicht mindest 40 Anfälle im Monat hat und 30 Tabletten pro Tag nimmt wird erst mal nieder gemacht. Ich verstehe nicht warum "wir" oder gerade die Ärzte, die keine Ahnung davon haben, täglich darum kämpfen wem es jetzt schlechter geht oder wer überhaupt das Recht hat mitreden zu dürfen. Wir sitzen doch alle im gleichen Boot!
Es ist als würde ich nirgendswo richtig hingehören.
Das hier jeder seine eigene Geschichte hat und mit seinen eigenen "Problemen" zu kämpfen hat wird gar nicht erst akzeptiert.

Dann wurde mir auch noch jede Hoffnung genommen und jetzt bin ich an einem Punkt wo ich mich Frage welchen Sinn das Leben für mich noch hat.
Der Führerschein für Auto und Motorrad war nicht gerade günstig. Und als ich ich mir endlich mein Motorrad hätte leisten können, worauf ich mich sehr gefreut habe, kam diese sch... Diagnose.
Wenn ich jetzt nur ein Motorradfahrer sehr fange ich sofort an zu weinen und das auf offener Strasse. Ich wollte auch immer Kinder (lange Geschichte), auch da kommen mir sofort die Tränen.

Wenn ich jetzt aber egoistisch einfach in eine Klinik gehe und dadurch meinen Job verliere habe ich danach ein Riesenproblem und fürchte das ganze Dilemma fängt von vorne an. Was bringt es mir wenn ich vielleicht wieder "geheilt" mit neuer Energie und einem neuen Hobby rauskomme aber keine Arbeit mehr habe?
In der heutigen Zeit habe ich nichts zu bieten was Firmen brauchen. Und putzen will ich nun wirklich nicht (habe ich auch schon alles gemacht)-Ich arbeite seit ich 14 bin und davor war ich oft Babysitter für Nachbarn.
Schon heute schaue ich immer mal wieder, aber auch meine Ansprüche sind gewachsen. Ich habe Bürokauffrau gelernt, aber ich bin keine Sekretärin und ich lasse mich im Job nicht rum schubsen, was heute bei dem Job leider dazu gehört.

Also heißt es weiter Zähne zusammenbeißen, mit dem Chef sprechen und hoffen das es eine Lösung gibt und auch danach keine Kündigung.

Liebe Grüße
Wärmflasche

aleks

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #12 am: 17. Mai 2016, 13:16:34 »
Hallo Wärmflasche,
ich kann Deine berufliche Situation sehr gut nachempfinden.
und Du hängst in einem Teufelskreis wie ich ihn auch mal hatte.
Aus meiner Erfahrung sehe ich das Gespräch mit deinem Chef schonmal als guten Anfang. Hilfreich kann eine parallele Einbeziehung eines Fachanwaltes für Arbeit sein. (So Vorgespräche kosten dich vielleicht 50-100€ und geben Dir ein enormes Sicherheitsgefühl, was dir jetzt gerade nach meinem Empfinden fehlt). Wenn Dir ein  Anwalt eine plausibele Route aufzeigt lässt dein innerer Stress nach.(Man selbst neigt gerne dazu negatives unnötig aufzublasen und positives wegzuargumentieren). Nun kann es durchaus sein das dein Arbeitgeber ein Ars... ist.. Wenn dem so ist, kann es besser sein zu gehen als sich das anzutun. Er kann doch lachen wenn du trotz aller gesundheitlichen Probleme trotzdem dein betriebswirtschaftliches Soll erfüllst. So muss er nicht seinen Aufgaben als Betriebsleiter nachkommen und Lösungen schaffen, das übernimmst Du ja gerad für ihn ;)
Frage: Du bist Chefin .. Dein jetziger Chef ist in Deiner Lage und kommt auf Dich zu, was würdest Du tun ? würdest Du ihn rausschmeissen ? Spiel das mal für Dich auf einem Blatt Papier am besten mit deinem Freund durch.. und dann vergleiche das mit der jetzigen Situation. Du kämst wahrscheinlich garnicht auf die Idee jemanden Rauszuwerfen, sondern würdest fleißig an Problemlösungen arbeiten.

Nun noch zu Deinem Job.. Du machst also Sachen die andere nicht können oder wollen.. Wie lange schätzt Du die Einarbeitungszeit ein das alles so umzusetzen  ? Ist das betriebswirtschaftlich sinnvoll jemand anderes ein halbes Jahr einzuarbeiten anstatt dich mal ein Monat aus dem Rennen zu nehmen ? Sicher Nein !

Sollte die Zusammenarbeit scheitern, dann suche nicht den Fehler bei Dir, sondern such erst mal bei Deinem Chef die Ursachen.. Versuche durchaus auch Wut zu entwickeln.
Wenn du versuchst dich durchzumogeln und irgendwie alles gemanagt zu kriegen ist die Gefahr sehr gross das Du Fehler machst. Damit riskierst Du Abmahnungen und folglich kann dein inkompetente Chef sich eine Rechtfertigung zusammenbasteln warum Du gehen musst.

Ich habe damals meinen Hut genommen .. Nein ich wurde erpresst einen Arbeitsvertrag sehr zu meinen Ungunsten zu verändern.. Ich habe abgelehnt und die Kündigung erhalten.. Kündigungsschutzklage durch 2 Instanzen haushoch gewonnen und Neben meiner Selbstachtung auch noch einen finanziellen Ausgleich erhalten .. Meine beste Entscheidung ;)
 

Buttermilch

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Re: Es muss einfach nur mal raus
« Antwort #13 am: 17. Mai 2016, 20:12:33 »
 :jojo:
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