Autor Thema: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie  (Gelesen 5042 mal)

aggi61

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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #15 am: 09. Januar 2017, 08:45:13 »
Liebe Susanne

Zitat
ich bin immer noch der meinung, dass alle kapitel viel zu privat sind, als dass ich sie veröffentliche
eine Autobiographie ist immer privat ... es ist die Geschichte deines Lebens. Wer Interesse hat, der wird sie lesen. Einige werden das Buch anfangen - und auf die Seite legen.
Andere werden es nur ein Mal lesen - andere werden es sicher auch öfters lesen ... weil sie Teile ihres Lebens darin wieder finden  :)

Zitat
wenn es da einen zusammenhang geben könnte, dann muss als religion alles gelten, was ich mir auch nur im entferntesten vorstellen kann.

jemand der sich für seinen job aufopfert, jemand der einen michael jackson traueraltar in seinem zimmer stehen hat, ein grufti, jemand der sein letztes hemd als fan für seinen fussballverein gibt... also nicht nur protestanten, katholiken, buddhisten, juden... usw. vieles kann religion sein.
Sicher beschränkt sich das nicht nur auf die "großen" christlichen Religionen sondern könnte jeden betreffen, der einen "Glauben" im Übermaß anhängt.
Denke nur an die Vergangenheit - da hatten wir einen anderen "Heilsbringer", der unser Land in eine dunkle Zeit gestürzt hatte ... ich denke, es kommt sehr darauf an, wie sehr man anderweitig noch Belastungen im Leben hat. Du hattest die diversen Krankheiten, andere schlimme Erfahrungen in Kindheit und Jugend, die sie nicht verarbeiten konnten usw. ...
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susili

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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #16 am: 11. Januar 2017, 03:10:33 »
liebe aggi,

es ist auch ganz entscheidend, wie lange es dauert, bis man überhaupt so tief in sich eingedrungen ist, dass man z.b. aufgrund einer vergangenen schlimmen situation das erste mal deswegen weint.

zunächst war ich wegen meiner hand recht entrückt von mir selbst. ich brauchte bestimmt 6 jahre, bis ich deswegen die erste träne vergoß. so geht es vielen menschen. das sog. schlimme wird verdrängt, damit die seele frieden hat. erst sehr viel später kommt es ins bewußtsein. dann erst findet eine verarbeitung statt.

wenn man z.b. in einer großen familie lebt und tagtäglich mit den gleichen menschen zu tun hat, aber eigentlich den wunsch verspürt anders zu sein, als man sich gibt, dann reagiert das umfeld nur unwillig auf veränderung. denk nur an das typische coming out bei homosexuellen. oder an familien, die während der nazizeit hitlertreu waren. wenn dann ein einziges familienmitglied anders denkt, wäre es sofort ausgeschlossen aus dem familienkreis. dazu gehört unheimlich viel mut sich zu offenbaren.

wenn die betreffende anders denkende person einen unglaublichen druck verspürt, so, wie ich mich an meine schulzeit und die meinung dazu von meinen eltern erinnere, dann dampft der deckel ganz gehörig. man steht unter sehr großem druck. einmal möchte ich mir selber treu bleiben, dann möchte ich es mir mit meinen eltern nicht verscherzen.  noch heute sind meine erinnerungen an meinen schulzeit nur sehr schwach. ganz einfach: mein unterbewusstsein schützt mich.

man kann dann eine große psychotherapie machen (tiefenpsychologisch fundierte psychotherapie) aber ob man das dann verkraftet, ich weiß es nicht. ich traue mich jedenfalls nicht.

liebe grüße, susanne
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #17 am: 11. Januar 2017, 08:31:29 »
Moin Susanne,

ja - so eine Tiefenpsychologische Behandlung bringt manches ans Licht, was vielleicht besser verborgen geblieben wäre und rührt auch bricht auch alte Wunden wieder auf.
In einigen Fällen mag das sicher sinnvoll sein ... in anderen Fällen - ich weiß nicht so recht.

Ich denke, du bist dir durchaus über den inneren Zwiespalt im Klaren, der dich deine ganze Kindheit und Jugend begleitet hat, der dich immer angepasst und vorsichtig hat sein lassen ... eine Gratwanderung gewissermaßen, damit dich deine Eltern nicht wieder ins Heim zurück schicken (auch wenn sie das natürlich nie gemacht hätten).
In dir - in deiner Vorstellung bestand die Gefahr - sie war real vorhanden.

Zitat
noch heute sind meine erinnerungen an meinen schulzeit nur sehr schwach. ganz einfach: mein unterbewusstsein schützt mich.
Ähnlich geht es mir. Ich war - als ich eingeschult wurde - für fast zwei Jahre in einem Nonneninternat. Ende der 60er Jahre ... also genau die Zeit, als jetzt aufkommt: Heimkinder, die misshandelt wurden ...

Ich habe aus der Zeit kaum Erinnerungen.
Keine Kinder, die mir im Gedächtnis geblieben sind, keine Lehrer oder Erzieherinnen, Namen ... nichts ... nur ein paar Bruchstücke, aber nichts Gutes - am Liebsten würde ich die auch noch vergessen.

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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #18 am: 30. April 2017, 08:40:32 »
liebe aggi das tut mir ganz doll leid.  :tröst: :tröst:
ich hatte lange nichts geschrieben, weil ich es dir dadurch nicht noch schwerer machen wollte, tut mir leid, falls dich das traurig gemacht hat.

ganz herzliche grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #19 am: 01. Mai 2017, 08:17:20 »
Moin Susanne

Danke für deine Rücksichtnahme  :tröst:

Das mit dem Internat - das ist ein Thema, das mich immer wieder aufgewühlt hat, sobald ich was über das Thema Heimkinder gelesen hab ... und immer wieder hatte ich Anlauf genommen, was über meine Internatszeit in Erfahrung zu bekommen ... entweder über Menschen, die in der Zeit auch dort waren - mich kannten, oder die entsprechenden Organisationen.

Es blieb immer in den Anfängen stecken und so beschloss ich für mich: Diese Tür mach ich zu, den Schlüssel werf ich weg!

Sicher beneide ich oft noch Menschen, die so detaillierte Erinnerungen an ihre Kindheit haben wie du, aber: Bei mir ist es halt anders - und ich werde wahrscheinlich nicht der einzige Mensch auf Erden sein  :-)))

Vor allem: Ich hab gemerkt, wie sehr es auch meinen Mann belastet, wütend und traurig macht, wenn ich so depri bin ...

Ich hab beschlossen: Ich lebe im Hier und Jetzt! Mir geht es soweit gut! Es ist Vergangenheit - eine Zeit, in der vieles anders gehändelt wurde, grad im Umgang mit Kindern. Die lasse ich jetzt ruhen  :-)
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #20 am: 01. Mai 2017, 10:28:15 »
liebe aggi,

ich finde es gut, wie du damit umgehst.

es gibt auch heute noch unzählige situationen, die solche erinnerungen wach rufen, das ist schlimm genug.

mir geht es nicht gut, wenn jemand mich auf meine hand anspricht, oder das gespräch auf einen aufenthalt in der psychiatrie kommt. das bereitet mir auch arge bauchschmerzen.

laß dich mal herzlich drücken  :tröst: :tröst:

liebe grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #21 am: 02. Mai 2017, 07:47:45 »
Moin Susanne

Wir alle müssen irgendwie lernen, mit unserer Vergangenheit und den Geistern darin umzugehen. Manche Geister können wir verscheuchen, manche begleiten uns unser Leben lang - mit denen müssen wir uns arrangieren ...

 :tröst: :tröst:
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #22 am: 12. November 2017, 07:41:33 »
hallo ihr lieben,

heute ist es auf den tag genau ein jahr her, daß ich das 40 jahre epilepsie, autobiografie buch veröffentlicht habe. :)

ich freue mich  :dance:

wie ist es mit euch? sucht ihr noch ein weihnachtsgeschenk?

denkt auch an das kostenlose hörbuch auf meiner seite, pro kapitel eine mp3 datei: http://www.susili.de/autobio00.html

ganz liebe grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #23 am: 12. November 2017, 22:18:36 »
Hallo susili,

Ich habe dein Buch gelesen und fand es beeindruckend.

Danke für die Einblicke in dein Leben

Liebe Grüße
panda

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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #24 am: 13. November 2017, 01:10:45 »
danke panda,

das ist sehr nett von dir :)

herzliche grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #25 am: 21. November 2017, 06:32:48 »
guten morgen ihr lieben :)

das ebook kostet jetzt nur noch 0,99 €

Ich durfte alles und habe oft teuer bezahlt von Susanne Albers

das ist mein special, wenn ihr ein weihnachtsgeschenk sucht.

direkt vom verlag epubli: https://www.epubli.de/shop/buch/Ich-durfte-alles-und-habe-oft-teuer-bezahlt-Susanne-Albers-9783741866180/57708

kindle edition bei amazon: https://www.amazon.de/dp/3741866156/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1480352090&sr=8-1&keywords=Ich+durfte+alles+und+habe+oft+teuer+bezahlt

liebe grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #26 am: 15. Februar 2018, 14:54:52 »
huhu :)

weihnachten ist vorbei, das ebook kostet jetzt 4,99 euro

ganz liebe grüße, susili
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Re: 40 Jahre Epilepsie - meine Autobiografie
« Antwort #27 am: 16. Februar 2018, 06:59:40 »
Ein sehr fairer Preis - wie ich finde!
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