Autor Thema: Postanfall Depression  (Gelesen 1884 mal)

Ladybird15

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Postanfall Depression
« am: 08. Dezember 2016, 17:04:08 »
Hallo :)

Hatte vor zwei Wochen eine etwas krassere Anfallserie über 3 Tage verteilt und danach bin ich in eine richtig tiefes Loch gefallen. So als hätte jemand den Lichtschalter in mir ausgeschalten, war unfähig überhaupt an etwas positives zu denken ständig traurig, hatte komische Gedanken. Das ging gut eine Woche so und erst seit 2-3 Tage fühl ich mich wieder richtig gut. Kennt ihr sowas? Wie geht ihr damit um? Dachte mir vielleicht ist es sowas wie ein Tavorentzug (musst ich im KH 4 Tage lang 2 mal täglich nehmen weil ich wegen einer Gehirnerschütterung dauernd brechen musste und die Angst hatten das ich das Lamo nicht richtig aufnehm) aber wenn ich so zurück denk hatte ich nach Grand mals eigentlich immer diese Tage wo ich total down bin.

Beste Grüße

Ladybird15

Joy

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #1 am: 08. Dezember 2016, 17:45:25 »
Hi Ladybird15,

das kann schon von den Anfällen kommen. Ich selbst bin schon nach einer Aura mit fokal anschließend bis 2 Tage depri und agro. Weiß aber, dass das daher kommt und halte es irgendwie aus.

Lg Joy

ruth-etc.

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #2 am: 08. Dezember 2016, 20:17:01 »
Hi Ladybird15

Ist nicht die Regel bei mir, doch gestern viel ich auch wieder in ein Loch. Der Anfall kam leider noch im Betrieb und meine Kollegin hat's gefilmt. Legte mir ihr Handy hin und sagte ich mal etwas sitzen bleiben und mir dass mal anschauen... Erst lachte ich (unvorstellbar), was dann kurze Zeit später ins weinen über ging. Stand dann wortlos auf, warf mir eine Ibu gegen die Kopfschmerzen ein und machte weiter... Hatte GsD nur noch knappe 2 Stunden.

 :tröst:

VG Ruth

Ladybird15

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #3 am: 10. Dezember 2016, 16:50:20 »
Danke ihr lieben,

@ ruth: Oh krass, woltest Du dass sie einen Anfall filmt? Hut ab, dass Du danach wieder weiter gearbeitet hast.

@ Joy: So kleinere tiefs kenn ich schon auch nach nem fokalen Anfall aber des ist dann mehr so Wut

mir gehts schon wieder etwas besser schaff grad Ordnung, das beruhigt mich immer  :D
Manchmal bekomm ich nur so krass düstere Gedanken (schon in die Richtung allem ein Ende setzen) die ich dann möglichst schnell wegschiebe aber dann kommen sie immer wieder. Kam jetzt einfach aus dem Nichts. Versteh auch nicht ganz woher solche Gedanken kommen sind da seit ich das Lamotrigin aufdosiert hab nachdem ich aus dem KH kam, aber meine Ärztin meinte als ich damit angefangen hab, es sei stimmungsstabilisierend also kann da ja dann kein Zusammenhang sein. Hoffentlich geht es einfach vorüber

Wünsch euch noch ein schönes Wochenende

ruth-etc.

  • Gast
Re: Postanfall Depression
« Antwort #4 am: 10. Dezember 2016, 20:24:46 »
Hi

Zitat
...woltest Du dass sie einen Anfall filmt?

Da öfter's unterschiedliche Aussagen kamen, habe ich vor sehr langer Zeit mal gesagt sie soll's mal aufnehmen, worauf die Antwort kam das sie dass nicht könnte. Wurde von daher auch bis vor ein paar Wochen nie* gemacht. Da hat sie zu einem Kollegen gesagt er sollte filmen. Er hat es mir auch geschickt. Ich sah's mir am Abend zu Hause an und wenn man sich selbst da so sieht beschäftigt dass einen natürlich schon. Sie wollte es dann auch von ihm haben, was ich erst nach dem Austausch mitbekam, um ihn sich mal in Ruhe anzuschauen.

Gut fand ich dass nicht und bat auch darum dieses Video danach umgehend zu löschen. Zum aktuellen Video kam die Aussage, ich hätte ja gesagt das sie mich aufnehmen soll. Hmm, okay - kommt wohl auf die Art der Betrachtung an "und" wie man dann im Anschluss damit umgeht, finde ich. Denn wie ich vor kurzem erfahren habe, hat sie wohl schon mehrere Anfälle 'ohne mein Wissen' von mir aufgenommen. Das erwähne ich aber nicht, weil ich keinen verrate. Sie ist Chiefs-Daughter. Bin nach dieser Aktion zu ihr und sagte klar und deutlich: "Ich möchte bitte das du alle Videos von mir löschst und in Zukunft keine mehr aufnimmst."

Zitat
Hut ab, dass Du danach wieder weiter gearbeitet hast.

Na ja, ist relativ. Nach Hause kommen ist auch mühsam und wie gesagt, zum Glück nur noch knappe 2 Stunden. So konnte ich nicht einschlafen und es hat mich umgelenkt. Zu Hause - Breitseite und geschlafen wie ein Brot.

Mach mal eine Reha in einer Klinik der deutschen Rentenversicherung.  :-)))
Die zeigen dir was du noch zu können hast und lassen weg was du dir da zugezogen hast. Aber so darf man dass ja nicht sagen, denn dann kommt der Therapeut aus dem Arzt heraus (viele Bezugsärzte dort sind auch gleichzeitig die Bezugstherapeuten) und sagen: "Ja, da müssen sie eben noch verstärkt dran arbeiten - Nein - sagen zu lernen."

Ich bin da durch meine Instabilität etc. insbesondere beim Sport in der Gruppe oft gestürzt. Nach der 3. Woche konnte ich besonders mein rechtes Knie schon fast in die Tonne werfen. Beim morgendlichen Walken summte ich hochkonzentriert den March des Amerikanischen Marinetrainings um mich abzulenken. Bat um Befreiung - das geht nicht, Abgelehnt! Mein zuständiger Arzt wäre nicht da und der würde sich schon was dabei denken.

Als ich dann ein paar Tage später noch im ungeschützten Aussenbereich in einen Teich abschmierte, kam vermutlich durch Dreck leider auch noch eine Entzündung in die Schürfwunde. In der 4. Woche war es derart geschwollen und schmerzhaft, ich konnte einfach nicht mehr.

Mein zuständiger Arzt war im Haus, bekam Dienstags einen Termin, ging rein und ohne viel zu erklären zog ich einfach die Hose runter und sagte nur dass ich um Befreiung beim Sport bitten würde, ich könnte kaum noch gehen. Ein kurzer Blick: "Dann werde ich sie diese vom Sport befreien. Sie können ja mal schauen was geht und dort dann mitmachen."

Der erinnerte mich ein wenig an meinen Alten.  *augenroll* Aber wirklich nur ein wenig, denn der war um einiges, sage mal etwa 1000% strenger.


Dir auch ein schönes Wochenende.  :-)

Ladybird15

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #5 am: 18. Dezember 2016, 14:55:31 »
Das ist ja der Hammer! Tut mir leid, dass Du sowas erleben musstest, als würde ein Anfall am Arbeitsplatz nicht reichen :tröst: Bei manchen Leuten wundert man sich echt  :weirdo:
Deine Rehaerfahrungen sind auch nicht Ohne aber schön, dass Dus mit Humor nimmst, denke das muss man als Epi-Kämpfer. Ganz nach dem Motto: Aufstehen, Krone richten und weiter gehen. Ich habe gerade richtige Horrorwochen hinter mir, drei mal Rettungswagen in drei Wochen, aber lass mich nicht unterkriegen.

Alles Gute und eine schöne Vorweihnachtszeit

ruth-etc.

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #6 am: 18. Dezember 2016, 17:45:52 »
Ich wünsche dir nun eine bessere Zeit, du Kämpferin. :tröst:

Humor ist für mich auch, wenn ich trotzdem lache. Menschen sind auch Maschinen, ich auch. Auf der Welt um zu tun was von ihnen verlangt wird, zu arbeiten und zu funktionieren.

Tun sie das nicht, kommen sie in den Keller. Da ist es überhaupt nicht schön. Wenn sie da wieder raus kommen, siehst du die Maschinen. Ich kann keine Epi haben. Da macht man komische Sachen und pinkelt sich ein. Wenn man sich wie ein Schwein benimmt ist dass nicht gut, dann träume ich manchmal immer noch davon wie er mir dass Bolzenschussgerät an die Stirn hält... :´-(

Ladybird15

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #7 am: 29. Dezember 2016, 17:28:34 »
Danke :) mir hat es glaub ich noch nie in meinem Leben so den Boden unter den Füßen weggezogen wie gerade
Krankheit annehmen und mit den Anfällen an sich klarkommen is eins aber dann auch noch von den Mitmenschen so behandelt werden als wäre man deshalb ein anderer Mensch ist echt am schlimmsten, Ich schäm mich einfach richtig für meine Anfälle mit allem was dazugehört auch wenn ich ja nichts dafür kann auch Freunde kriegen dann diesen Mitleidsblick was sicherlich gut gemeint ist aber es nicht besser macht

Hoffe Du hattest schöne Feiertage
LG

 

ruth-etc.

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Re: Postanfall Depression
« Antwort #8 am: 29. Dezember 2016, 17:55:42 »
Joa, Danke, lief soweit gut.
Bin ganz zufrieden.  :-)

LG Ruth