Autor Thema: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?  (Gelesen 4816 mal)

Seb

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #15 am: 30. April 2017, 00:48:33 »
Auch von mir mein Beileid zum Tod deines Vaters. Meine Güte, da ist ja einiges auf dich und deine Mutter nieder gegangen.

Also bei mir wird der Anfall vermutlich durch eine Vernarbung im Gehirn verursacht. Bei sämtlichen Tests ist aber auf dem EEG nie was zu sehen. Daran zeigt sich denke ich schon, dass sich die Ursache nicht immer klar finden lässt. Bei mir ist es auch nur mehr eine logische Schlussfolgerung und kein echter "Beweis", dass es da her kommt.

Ich wurde allerdings bezüglich der Grand Mal Anfälle darauf hingewiesen, dass gerade in Ruhephasen die Gefahr höher ist. Sprich beim Sport (wenn man den welchen macht), der Arbeit oder genereller Aktivität ist die Gefahr geringer. Das passt zumindest mit Blick auf meine Anfälle aus der Vergangenheit, da die fast ausnahmslos im Sitzen und generell bei wenig Belastung passiert sind.

Da du ja noch ziemlich am Anfang des ganzen stehst kann ich immer nur empfehlen, den Arzt mit Fragen zu löchern. Nicht nur, dass man dann genauer bescheid weiß, was man genau hat und warum man jetzt welches Medikament nehmen soll, sondern weil man daraus auch erfahren kann, was man NICHT hat. Denn man fängt zu gerne an, Kleinigkeiten ins Krankheitsbild reinzuinterpretieren die gar nichts damit zu tun haben. Bevor du dich also irgendwann zusätzlich durch irgendwas verrückt machst, lieber einmal mehr nachfragen.

Achso, da du von der "Kürze" deines zweiten Anfalls sprichst: Ich hab', zumindest laut der Aussagen der jeweiligen "Zeugen", so ziemlich alle Varianten von Grand Mal Anfällen durch. Mit Aura, ohne Aura, Umfallen, Laufen und dann erst Umfallen, eine halbe Minute ohne Atmung, und was weiß ich nicht noch alles. Sei also nicht überrascht, wenn nicht jeder Anfall gleich abläuft, sollte wieder einer kommen (was ich bei deiner Medikation natürlich nicht hoffe).

Maus

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #16 am: 30. April 2017, 01:19:29 »
Als ich meine ersten Anfälle hatte, habe ich in der Nacht zuvor mit meinem Ex gestritteb und mein Arzt hat gesagt, dass dies der Auslöser war.

Ich merke, dass wenn ich Stresssituationen habe und ich mich aufregen muss anfange zu zittern.

Hamelumi

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #17 am: 20. Juli 2017, 11:26:31 »
Danke für eure ganzen Antworten und für das Beileid. Eigentlich ging es mir ganz gut, Medikamente wirkten und alles fühlte sich 'schön' an. Es musste ja mal wieder was passieren...

Meine Mutter hat etwa Februar/März 2017 damit angefangen, viel von meinem Vater wegzuschmeißen und die Wohnung zu ändern. Wir dachten uns noch, dass sie jetzt sowas wie einen Neuanfang startet 'Ich lebe jetzt, ich mach mir die Wohnung schön, er ist tot, ich muss nach vorne schauen'. Auch wenn ich es sehr schade fand, dass sie vieles von ihm weggeworfen hat (Sammelfiguren oder anderes Zeug, Bilder, Uhren) haben wir geholfen die Wohnung neu zu streichen. Dann fingen Streitigkeiten mit der Nachbarin an. In der gleichen Zeit hatte sie wieder mehr Kontakt mit ihrer Schwester aufgebaut (konnte die Seite der Familie noch nie leiden, sehr einfach, sehr streitsüchtig, wenig Bildung) und hatte so auch Kontakt mit den Kindern ihrer Schwester (zwei davon Kiffer und lieben Verschwörungstheorien... Pharmaindustrie will nur Geld machen, Hanf ist das beste...). Jedenfalls hat meine Mutter dann selbstständig ihr Anti-Depressiva abgesetzt und fing an es durch Hanf-Öl zu ersetzen... Weil das hilft und ist gut! WEIL HANF! (Wie mich das ankotzt....).

Um das alles abzukürzen: Ich wurde von der Vermieterin angerufen. Sie erzählte mir, dass meine Mutter wohl seit einigen Tagen Nachts auf den Bahngleisen rumläuft (laut meiner Mutter: neben, nicht auf...) und gerade auch auf den Bahngleisen war. Ich habe sofort den Notruf gewählt, bin mit meinem Freund zu ihr gefahren (wir brauchen etwas über 60 Minuten) und natürlich war Krankenwagen und Polizei schon längst da. Ich habe dann alleine mit meiner Mutter gesprochen. Sie zuckte leicht und hat mir ganz ganz leise gesagt, dass sie Stimmen hört, die ihr das befehlten. Anschließend ist der Hausarzt noch vorbei gekommen, hat sich weiter mit ihr unterhalten und sich freiwillig bereit erklärt sich untersuchen zu lassen in einer Psychiatrie. Als ich mit ihr etwas zusammen packte, gab sie mir eine Schatulle mit Bargeld und sagte in etwa sowas wie 'Da, jetzt hast du's' als ob ich auf das Geld aus wäre. Ich war sowas vom am Boden zerstört.

Am gleichen Tag führen wir zur Klinik und ich war beim Aufnahmegespräch dabei. Meine Mutter ignorierte einige Fragen, verließ einfach den Raum und ich habe mit der Ärztin gesprochen. Als das Gespräch vorbei war, meinte meine Mutter 'du musst jetzt hier bleiben' und 'ich kann jetzt heim gehen'. Sie dachte wohl, ich würde jetzt auf einer geschlossenen Station untergebracht. Das hat sie übrigens wohl auch ihrer Schwester erzählt. Ich hätte eine Psychose und bin deswegen bei einem Neurologen in Behandlung... Und die Schwester hat ihr natürlich alles geglaubt... Ich bin dann heim gegangen.

Es ging dann weiter, dass die Schwester anfing mit 'Deine Mutter wurde von den Nachbarn geschlagen' und weiterer dummer Mist... Damit man das versteht: Meine Mutter hat sich mit der Nachbarin sehr stark angefreundet. Durch die Psychose (Verlust Vater, Verlust Hund, alleine Wohnen, keine weiteren Freunde, ...) hat sich die Stimme der Nachbarin in meiner Mutter entwickelt und diese hört sie. Natürlich gab es nun Reibungen: Die echte Nachbarin und die 'Stimme im Kopf meiner Mutter'. Deswegen hat die echte Nachbarin seit fast 5-6 Monaten nichts mehr mit meiner Mutter gemacht. Die Nachrichten der Schwester haben mich so richtig gestresst, ich wollte gar nicht mehr auf das Handy gucken weil ich wusste, es könnte wieder so ein Mist auftauchen... Ansonsten habe ich versucht alle paar Tage mit meiner Mutter zu telefonieren und einmal die Woche sie zu Besuchen. Sie fing beim ersten Besuch an, meinen Freund zu beschimpfen. Wir sind dann sofort wieder gegangen. Bei den weiteren Besuchen hat er vor der Station gewartet. Es wirkte so, als würde sie durch den Verlust ihres Mannes jetzt jeden Mann in jeder anderen Beziehung hassen (und da ich ihr Sohn bin, muss mein Partner der böse sein).

Um jetzt zum Punk zu kommen: Montag Vormittags habe ich von zuhause aus gearbeitet (bin selbstständig, wer weiß wie lange noch) und es lief ganz gut. Um etwa 13 Uhr habe ich eine Pause gemacht, etwas Musik gehört, mich auf die Couch gelegt. Ich weiß dann nur noch, dass der Ventilator umgeschmissen war, meine Muskeln in Beinen und Armen schmerzten und ich ein stechen im Rücken hatte. Meine Zunge war links und rechts angebissen. Achja und mein Rücken! Der stresst jetzt immer noch. Aufstehen, hinsetzen, drehen, alles geht. Nur bei einigen Bewegungen gibt es ein stechen, das sehr schnell wieder verklingt. Tjo, das war also nun: Mein dritter Anfall :/ Und was ganz ärgerlich ist... An diesem Montag früh habe ich mein Levetiracetam vergessen gehabt :( Wegen dem ganzen Stress habe ich die Einnahme vergessen... Ich habe fix beim meinem Neurologen angerufen, fragte ob ich die Dosis leicht erhöhen soll - soll es einfach wieder regelmäßig nehmen, höchstwahrscheinlich lag es an der vergessenen Einnahme...

Natürlich kann ich dies jetzt meiner Mutter nicht erzählen, sie meinte letztens auch 'wenn ich hier raus komme hast du das nicht mehr, unsere Gehirne sind verbunden' - vielleicht denkt sie auch noch, sie wäre an meiner Epilepsie schuld...

Natürlich plagen mich jetzt weitere Fragen: Angenommen meine Mutter darf in einigen Wochen die Station verlassen (sie bekommt schon Medikamente, ihre Laune verbessert sich schon, sie spricht zwar immer noch von der Stimme, die sie hört, fragte mich aber schon mal 'hörst du sie wirklich nicht?'), wo soll sie wohnen? Die Nachbarn würden sie meiden... Ihre Schwester und deren Söhne sind kein guter Umgang... Ich würde mir wünschen sie würde für einige Wochen auf eine offene Station gehen, aber so wie ich sie kenne würde sie das niemals freiwillig machen. Vorstellen könnte ich mir auch ein Frauenhaus. Hauptsache da sind andere Menschen und man passt aufeinander auf.

Sorry dass das jetzt soviel wurde :/ Musste mir mal alles runterschreiben....
« Letzte Änderung: 20. Juli 2017, 11:33:30 von Hamelumi »

Muschelschubser

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #18 am: 20. Juli 2017, 22:53:03 »
Hallo, das tut mir leid, dass Du so eine schlimme Phase mitmachst im Moment und ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde ... kannst Du mit den Ärzten sprechen, dass sie sie erstmal dort behalten? Ist Deine Mutter noch "geschäftsfähig" oder braucht sie einen sogenannten Betreuer für ihre rechtlichen Angelegenheiten? Das kann ein Verwandter sein oder ein vom Gericht bestellter Mensch (hautpt- oder ehrenamtlich tätig).

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #19 am: 21. Juli 2017, 08:04:21 »
Danke für deine Antwort Muschelschubserin,

Der gerichtliche Bescheid geht bis zum 04.08 - bis zu diesem Termin ist sie wohl auf jeden Fall noch in der Klinik. Solange sie nicht sich selbst oder andere gefährdet, muss sie freiwillig in der Psychiatrie bleiben und dort die Therapie in der offenen Station weiterführen. Oder sie geht zu einer Tagesklinik und hat dort Mo-Fr von 8 bis 15 Uhr Therapie/Gespräche/Spiele/... und ist Abends dann zuhause. Einen Betreuer hat sie dementsprechend auch, dieser hat sich bisher aber nie bei mir gemeldet. Ich rufe später den Arzt in der Psychiatrie an, muss gleich zum Blutabnehmen...

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #20 am: 23. Juli 2017, 13:03:22 »
Grandios. Meine Mutter erzählte mir am Telefon, dass ihr erzählt wurde (wohl von einer der Stimmen) dass sie den Ärzten nichts mehr von den Stimmen erzählen soll. So kommt sie schneller heim.
Das war für mich ein Warnsignal und ich habe Freitag bei der Klinik angerufen und habe das der Vertretung des Arztes mitgeteilt. Die Vertretung hat mit meiner Mutter gesprochen und dummerweise verraten, dass ich diese Info weitergegeben habe... (oh man, aber gut, sowas passiert halt ...).

Als ich sie angerufen habe, fing sie schon das meckern an. Ich wäre auf einmal einverstanden, dass sie eingesperrt wird. Ich versuchte ihr klar zu machen, dass es mir darum ging, dass sie mit den Ärzten und Therapeuten kooperieren muss und es ihr nichts bringt, wenn sie Leute anlügt. Die Nachbarn würden nicht jeden Tag zur Klinik fahren (fast 80 km) und wieder zurück, nur um mit ihr zu sprechen (und sind unsichtbar..). Man will ihr nur helfen. Jedenfalls erzählte ich ihr am Telefon, dass ich wegen dem Anfall noch ein paar Tage ruhe möchte und wir sie erst Mittwochs besuchen. Sie fing mich an zu beschimpfen, ich würde mich verstecken und hätte Angst. Sie schrie dann ins Telefon und legte einfach auf.

Kurze Zeit später meldete sich meine Tante bei mir und sollte von meiner Mutter ausrichten, dass sie sich freut das wir am Mittwoch vorbeikommen und ich mich nicht so aufregen soll. Ich solle an meine Gesundheit denken... Ich gehe stark davon aus, dass meine Mutter beim Gespräch mit ihrer Schwester alles umgedreht hat (das hat sie Wochen vorher schon mehrmals gemacht, immer in Situationen, bei denen sie ausflippte war sie im Nachhinein das Opfer). Ich überlege Montags nochmal anzurufen und will je nachdem wie sie reagiert entscheiden, ob wir vielleicht erstmal nur weiter Telefonieren oder ich mal einen längeren Brief schreibe. Den Brief kann sie nicht einfach anbrüllen oder nicht ausreden lassen...

Ansonsten geht es mir immer besser, die Schmerzen im Rücken sind fast weg, der Zungenbiss tut nicht mehr weh.

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #21 am: 23. Juli 2017, 23:19:48 »
Hallo, kannst Du zu dem Besuch jemanden mitnehmen, quasi als Zeugen? Einen Brief kann sie zerreißen. Persönlich ist immer besser. Alles Gute!
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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #22 am: 24. Juli 2017, 09:51:18 »
Ja, mein Freund ist dabei. Klar ist persönlich immer besser, aber ich kann den Brief ihr ja persönlich nach dem Gespräch geben. Einfach damit sie diesen mehrfach lesen kann (und je nach 'Lautstärke' oder 'Einmischen' der Stimmen, die sie hört, anders interpretieren). Außer sie brüllt gleich wieder rum am Telefon, dann würden wir uns die Fahrt diese Woche sparen...
Es bringt ihr nichts und uns nichts wenn wir 1h hinfahren, vielleicht 10 Minuten mit ihr reden (und sie jeden Satz unterbricht...) und dann wieder 1h zurück fahren...

Vielen Dank fürs Antworten

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #23 am: 24. Juli 2017, 22:28:08 »
Hallo Hamelumi, das klingt nach einer guten Idee! Brief nach Gespräch... viel Glück dabei, halt die Ohren steif!
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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #24 am: 27. Juli 2017, 00:29:40 »
Da war kein großes Gespräch möglich...
Auf der Station war wohl riesiger Tumult und die Pflegerin hat mich gebeten, ihr die Tasche zu geben (bissl Süßigkeiten, den Brief, Buntstifte und Papier (sie malt aktuell gerne)), irgendwas scheint passiert gewesen zu sein. Ajo, mal sehen was die nächsten Tage passiert.

Zu mir: Mein Rücken zickt wieder mehr (ich hasse es, nach einem Anfall habe ich so lange Kreuzschmerzen!), ansonsten geht es mir gut.

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #25 am: 29. Juli 2017, 22:40:23 »
"Ajo" ist lustig, bist Du aus der Pfalz? Viele Grüße von der Muschelschubserin
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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #26 am: 30. Juli 2017, 00:55:11 »
Ne, ich komme aus Nordbayern und wohne in der Nähe von Bayreuth.  :laugh:

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #27 am: 31. Juli 2017, 17:40:44 »
Sorry für den Doppelpost.

Ich habe heute mit der Ärztin telefoniert. Es scheint so, als hätte meine Mutter die 'ich erzähle niemanden mehr von den Stimmen' Aktion wirklich durchgezogen. Da sie freiwillig nicht länger in der Klinik bleiben will (sie könnte locker noch mehrere Wochen auf der offenen Station, mit Ausgang, Freizeit und weiteren Kursen und Aktivitäten) und die Ärztin keine Eigengefährdung erkennen kann (sie macht alles nach Regeln) wird kein Folgeantrag gestellt. Kann ich auch verstehen, eine medizinische Behandlung bei einer psychischen Krankheit bringt natürlich viel mehr, wenn der Patient freiwillig mitmacht und sich nicht eingesperrt fühlt.

Sie will wenn sie zuhause ist aber nicht zu einem Facharzt sondern einfach zum Hausarzt, dort das Rezept für das Medikament holen und fertig. Wirklich eingestellt ist es auch nicht, aber da sie verheimlicht, dass sie noch Stimmen hört, kann man hier auch wenig einstellen. Beim letzten Telefonat hatte ich sie auf die Stimmen angesprochen und sie fing wieder das flüstern an. 'Hör auf damit, ich werde sonst sauer. Sie dürfen das nicht wissen' und hat noch viele weitere Sachen gesagt, die ich jetzt gar nicht mehr weiß. Die Frage ist, wen meine Mutter mit 'sie dürfen das nicht wissen' meint. Die Ärzte (sie dachte immer, sie wird kontrolliert und überwacht) oder die Stimmen, welche sie hört. Jedenfalls bin ich mir relativ sicher, dass sie diese Stimmen immer noch hört.

Mir geht es wieder gut, Blutwerte sind auch prima bis auf einen Leberwert, der ist leicht erhöht.

Wenn meine Mutter spätestens nächste Woche wieder zuhause ist, schreibe ich ihr regelmäßig Briefe. Ich möchte nicht zu ihr fahren, nur um wieder zu merken, wie sie mich minutenlang anstarrt oder behauptet, man würde sie kontrollieren und überwachen. Während der Rückfahrt fühle ich mich wieder schlecht und überfordert, da ich nicht weiß, was ich machen soll. Sie muss von sich aus merken, dass etwas nicht stimmt. Ich würde mir wünschen, sie akzeptiert die Hilfe und geht in eine ärztliche Behandlung.

Ich weiß, das passt weniger in dieses Forum. Ich bin mal auf der Suche nach einem Forum für Angehörige von psychisch kranken Menschen. Trotzdem danke fürs Lesen :)
« Letzte Änderung: 31. Juli 2017, 17:42:52 von Hamelumi »

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #28 am: 02. August 2017, 21:57:52 »
Hallo Hamelumi, wenn es so was gibt - aber mittlerweile gibt es ja so viele tolle Sachen (nicht ironisch gemeint) im Internet. Ich wünsche Dir diesbezüglich alles Gute! Grüße von der Muschelschubserin
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Hamelumi

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Re: Epilepsie mit 28 - Stress als Auslöser?
« Antwort #29 am: 03. August 2017, 00:20:00 »
Leider habe ich bisher nur so alternative Foren entdeckt, wo dann viele User auch mit Cannabis als Lösung für alles anfangen. Oder das Schizophrenie doch in Wirklichkeit keine Krankheit ist sondern dass die Person dann die Wahrheit erkennt... Oh man :/

Ich muss sagen, da mag ich dieses Forum wirklich sehr! Hier sind zwar nicht tausende von aktiven Usern, aber wenigstens wird hier nicht rumgesponnen und bisher finde ich es hier außergewöhnlich gut. Also richtig toll :D ...

Ich hatte heute beim Essen einen kurzen Ausfall. Wohl etwa 5 Sekunden. Meinem Freund ist das aufgefallen. Ich habe wohl kurz beim Essen einfach pausiert und danach einfach weiter gegessen. Kurz wohl auch aufgestöhnt. Könnten das Absencen sein? Ich selber habe mich kurz vorher etwas schwummrig gefühlt und danach auch. Ansonsten habe ich nichts gemerkt.
« Letzte Änderung: 03. August 2017, 00:35:04 von Hamelumi »