Autor Thema: ich weiß nicht mehr weiter.  (Gelesen 683 mal)

Winterfall

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ich weiß nicht mehr weiter.
« am: 29. Mai 2017, 14:43:46 »
Hallo, mein Name ist Heiko und ich habe folgendes Problem: Letzten Jahres im Oktober bekam ich nach 5 Jahren wieder einen epileptischen Anfall, morgens auf dem Weg zur Arbeit, beim Autofahren (ich konnte dank Vorboten noch rechtzeitig in einen Feldweg fahren). Grund für den Anfall war, dass ich den Tag zuvor vergaß meine Tablette einzunehmen (Oxcarbazepin). Jetzt kommen wir langsam zum eigentlichen Problem. Ich bin gelernter Baugeräteführer, also Baggerfahrer, eine Gefahrenquelle für mich und viele Andere. Da ich nun aufgrund des Anfalls für 6 Monate kein Auto fahren sollte und mir das ganze die Auge geöffnet hatte, beschloss ich mit meinem Arbeitgeber zu sprechen, welcher mir auch sehr entgegenkam. Nach einem kurzen Krankenhausbesuch wurde auch attestiert, dass ich kein Auto fahren sollte, allerdings hatte dieser Arzt mMn kaum eine Ahnung von diesem Krankheitsbild, denn er erteilte mir ein Fahrverbot von 3 Monaten und meinte ich solle langsam meine Tablettendosis herunterschrauben- tat ich nicht. Meinen befristeten Vertrag ließen wir auslaufen und für verbleibenden Tage nahm ich Urlaub und Überstunden. Soweit so gut. Mir wurde außerdem klar, dass mir dieses Berufsfeld keine sichere Zukunft bot und ich mich, solange ich noch jung bin, um eine Umschulung oder dergleichen kümmern sollte. Also ab zur Arbeitsagentur, alles wahrheitsgetreu geschildert und schon wurde mir versprochen, dass ich in jedem Falle ein Reha- Fall sei. Ärztliches Gutachten wurde beantragt und dann hieß es warten. Gutachten war da uund ich war doch kein Rehafall, da ich ja nach 3 monaten wieder Auto fahren könnte. Ich wurde in eine andere Abteilung versetzt, die INGA- Abteilung, bekam einen neuen Betreuer und der war der Ansicht, dass ich auf jeden Fall ein Reha- Fall sei. Ich bekam endlich einen Termin bei einem Neurologen ,der erteilte mir 6 Monate und der hatte auch Ahnung, also wurde ein neues Gutachten erstellt. Und diesmal, nach der Auswertung des Gutachtens hieß es, ich bekomme eine Umschulung! Also gingen wir durch was ich mir denn Vorstellen könnte, ich meinte irgendwas soziales würde mich reizen, also absolvierte ich ein Praktikum um kurz darauf zu erfahren, dass ich jetzt doch kein Reha- Fall mehr sei, obwohl mir dies zuvor  von meinem Betreuer bestätigt wurde und die ganze Reha- Abteilung wohl dahinter stand. Aber die Begründung war: Nach 6 Monaten dürfte ich ja wieder Auto fahren. Im Gutachten steht zwar auch, dass ich eine Gefahr für alle sei und diesem Beruf praktisch nicht mehr ausführen dürfte, aber da ich in nach Ablauf der 6 Monate theoretisch wieder ausüben dürfte, bin ich nun doch kein Reha- Fall. Da brach jetzt erst einmal eine kleine Welt für mich zusammen. Mein Betreuer steht hinter mehr. Er versteht auch nicht, wie die auf so eine dämliche Erkenntnis kommen. Das ist nun der Aktuelle Stand. Ich weiß nicht mehr weiter, in mein altes Berufsleben möchte ich in keinem Fall wieder zurück, mir ist das Risiko zu hoch.  Daher die Frage an euch: Hatte jemand selbiges, bzw ähnliches erlebt? Was kann ich tun, wie sollte ich weiter vorgehen?  Ich habe mir auch schon überlegt eine neue Ausbildung anzufangen, nur das Problem ist, dass dies mein finanzieller Bankrott wäre. Ich hoffe ihr könnt mir hierbei helfen, vielen Dank schon einmal!

Achja, was mir noch einfällt, welche Berufe könntet ihr empfehlen, z.B. im sozialen Bereich? Oder irgendetwas, das nicht mit Handwerk zu tun hat, nur als kleine Anregungen für mich, wäre lieb.

Gruß Heiko

Muschelschubser

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Re: ich weiß nicht mehr weiter.
« Antwort #1 am: 29. Mai 2017, 16:26:02 »
Hallo Heiko, erstmal willkommen im Forum.

Ein guter Ansprechpartner wäre das Netzwerk Epilepsie und Arbeit oder jemand von der VdK (da muss man aber Mitglied sein). Und suche Dir einen Neurologen, der Ahnung von Epilepsie hat! Du hast ein Jahr "Fahrverbot", nicht ein halbes Jahr. Schau mal auf der Internetseite von NEA, da stehen auch die Richtlinien der Berufsgenossenschaften für unsereins. Auch die Seite der Deutschen Epilepsievereinigung ist gut und izepilepsie.de - Infos gibt es in Hülle und Fülle.

Ich kenne Dich und Deine Neigungen ja nicht, daher kann ich Dir nicht wirklich was raten zu Deinem Berufsweg ... aber Dir viel Glück wünschen!

Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

JaneBond

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Re: ich weiß nicht mehr weiter.
« Antwort #2 am: 30. Mai 2017, 10:50:46 »
Lieber Heiko,
also erst mal ganz herzliches Beileid!! Ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir geht, denn bei mir ist es ähnlich.
Mir ist bei Deinem Beitrag aufgefallen, dass Du gut formulieren und Dich ausdrücken kannst. Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, dass Du in den journalistischen Bereich einer Handwerkskammer o.Ä. wechselst? Ich kenne mich da leider gar nicht aus, aber es gibt doch Broschüren von den Kammern etc., die muss ja jemand schreiben, der a) Ahnung vom Thema hat und b) der deutschen Sprache mächtig ist ;)
Leider ist das Arbeitsamt ja NULL hilfreich!
Alles Gute!

Liebe Grüße von Jane
"When life gives you lemons ... throw them at people who own expensive cars." (Jon Lajoie)