Autor Thema: Meine Freundin - wie kann ich helfen?  (Gelesen 1034 mal)

Maus

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Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« am: 21. September 2017, 20:31:05 »
Hallo zusammen,

meine Freundin hat wieder Anfälle gehabt und muss laut Arzt 100 mg Lamotrigin nehmen. Sie nimmt nur 25 mg am Tag.
Ich habe ihr ins Gewissen geredet:
- durch jeden Anfall geht mehr im Kopf kaputt.
- du musst die 100 mg am Tag nehmen
- man kann doof fallen
- es kann mal jede Hilfe zu spät sein
Ihre Antworten:
- habe keine Lust mehr Medikamente zu nehmen
- wenn es zu spät ist soll es so sein.

Ich verstehe nicht, wie man so mit seinem Leben leichtsinnig umgehen kann und was ich ihr noch raten bzw
ich ihr helfen kann.

Joy

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Re: Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« Antwort #1 am: 23. September 2017, 12:15:18 »
Hi Maus,

nicht bei jedem Anfall geht etwas im Kopf kaputt. Das ist eher beim Grand Mal und Status der Fall. Bei Auras eher weniger bzw. gar nicht!

Wenn sie nicht will kannst du nichts machen. Medikamente machen einen nun mal ko. Sie muss doch nicht zwangsläufig 100 mg am Tag nehmen. Wobei die jetzt auch nicht viel sind.

Vielleicht/Wahrscheinlich ist sie einfach frustriert. Wie bei so vielen anderen extrem Situationen denke ich mir da immer, lass sie doch auf die Schnauze fallen, dann kapiert sie es vielleicht von allein. aber der Prozess braucht Zeit und mit ewigen hindrängen, auch wenn es gut gemeint ist, machst du dich nur unbeliebt, dann zieht sie sich ganz zurück. Frag sie doch, was was sie sich von dir wünschen würde/wie du ihr am besten helfen kannst.

lg Joy

Maus

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Re: Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« Antwort #2 am: 23. September 2017, 18:46:16 »
Naja aber wenn der Arzt es so verschrieben hat? Ich nehme 75 mg am Tag.  Die hat mir meine Ärtzin verschrieben und ich bin seit 2009 anfallsfrei.

Joy

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Re: Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« Antwort #3 am: 23. September 2017, 19:08:17 »
Trotzdem bleibt es ihre Entscheidung und ihr Körper ist nicht deiner, das heisst also nicht, dass sie durch die 100 mg sofort anfallsfrei wird, nur weil es bei anderen funktioniert.

Klar ist es blöd, wenn sie einen heftigen GM kriegt und niemand da ist, aber was willst du machen? Das ist ihr Leben, ihre Entscheidung und wenn sie es so haben will, können andere noch so rumtoben, das ändert nichts, da muss sie selbst drauf kommen/es erst Mal bei ihr Klick machen.

Maus

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Re: Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« Antwort #4 am: 19. November 2017, 23:35:20 »
Update: reden hat geholfen. Sie hat eingesehen, dass nicht alles gut für ihre Gesundheit ist was sie gemacht hat.

Viola M

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Re: Meine Freundin - wie kann ich helfen?
« Antwort #5 am: 20. November 2017, 00:05:24 »
Dann hast du Glück gehabt. Ich habe so eine Freundin, sie hat MS, wie ich, auch die gleiche Verlaufsform, macht aber keine Therapie und jammert, dass ihr Zustand ja immer schlechter wird. Wenn man sie drauf anspricht, warum sie keine Therapie macht, hat sie immer Ausreden. Ich habe letztens zu ihr gesagt, dass es Patienten gibt, die gar nicht wollen, dass es besser wird oder wenigstens zum Stillstand kommt. Als sie fragte, ob ich sie damit meine, habe ich nichts drauf gesagt u bin zum nächsten Thema gegangen. So Patienten kenne ich mehrere. Da redet man wie gegen Wände, dass man es irgendwann aufgibt, denen sag ich nur, dass ich auch kein Gejammer hören möchte.