Autor Thema: Stillen mit Lamotrigin  (Gelesen 726 mal)

Karasch

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Stillen mit Lamotrigin
« am: 30. Oktober 2017, 03:30:59 »
Hallo allerseits,
mich würden eure Erfahrungen zum Thema Stillen mit Lamotrigin interessieren. Zum Hintergrund: ich bin zum zweiten Mal schwanger (21. ssw). Meine erste Tochter habe nach viel Recherche und Rücksprache mit Neurologe, Frauenärztin und Kinderarzt gestillt. Ich nahm damals 225-0-250 mg Lamotrigin ein. Die Ärzte sagten alle, Stillen sei kein Problem, da nur geringe Mengen von diesem Medikament in die Muttermilch übergingen. Auf Anraten des Oberarztes der Kinderklinik wurden zur Sicherheit regelmäßig Leberwerte bei meiner Tochter überprüft. Leider waren diese immer erhöht. Zunächst wurde abgewartet, da dies wohl nach der Geburt auch bei Kindern ohne Medikamente auftreten könne. Nachdem sich die Werte auch vier Monate nach der Geburt nicht gebessert hatten, wurde bei meiner Kleinen der Lamotriginspiegel überprüft. Das genaue Ergebnis weiß ich leider nicht mehr. Allerdings sagte der Arzt, es sei im therapeutischen Bereich und damit käme deutlich mehr vom Medikament bei ihr an, als zunächst angenommen. Mir wurde zum Abstillen geraten, was ich dann auch getan habe. Ihre Leberwerte normalisierten sich übrigens nach zwei Monaten.
So und nun, wie gesagt, bin ich wieder schwanger und frage mich, ob ich das zweite Kind wieder stille oder eben nicht. Der Kinderarzt hat mir gesagt, dass der Verlauf bei meiner Tochter untypisch war und es bei einem zweiten Kind auch anders (besser) laufen kann. Er meint, aus medizinischer Sicht könne  er sowohl die Entscheidung für als auch gegen das Stillen in meinem Fall verstehen. Jetzt würden mich einfach eure Erfahrungen interessieren.

Viele Grüße
Karasch
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spike

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Re: Stillen mit Lamotrigin
« Antwort #1 am: 02. November 2017, 07:33:34 »
Hallo Karasch,

Mein Sohn ist schon 11Jahre, ich habe unter Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit Lamotrigin genommen. Vor der Schwangerschaft habe ich Lamotrigin 400 mg genommen, in der Schangerschaft ging es , glaube ich, auf 600 oder 700 mg rauf. Man hat auf einen gleichbleibenden Serumspiegel bei mir geachtet.
Ich habe meinen Sohn auch voll gestillt. Soweit ich mich erinnere, gab es keine Auffälligkeiten. Aus irgendeinem Grund wurden auch die Leberwerte bei ihm kontrolliert, diese waren erhöht. Dabei fiel dann erst auf, dass ich noch die erhöhte Lamotrigindosis der Schwangerschaft nach der Geburt weiterhin genommen habe. Das Lamotrigin wurde reduziert, die Leberwerte bei meinem Sohn sanken dann in den Normbereich.
Ich habe dann ganz normal 6 Monate gestillt.
Bei meinem Sohn war die Erhöhung der Leberwerte sicher der hohen Dosis vom Lamotrigin geschuldet.

Alles Gute für deine Schwangerschaft!

LG,  Spike

Karasch

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Re: Stillen mit Lamotrigin
« Antwort #2 am: 08. November 2017, 23:04:35 »
Hallo Spike,
vielen Dank für deine Erfahrung. Das hilft mir auf jeden Fall weiter. Bei mir wurde nach der Geburt die Dosis nicht verringert. Spiegel würde natürlich weiterhin kontrolliert. Ich werde das mal mit meinem Neuro besprechen beim nächsten Termin. Vielleicht ist eine Reduzierung der Dosis nach der Geburt dieses Mal ggf. eine Option.
Lg Karasch
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