Autor Thema: Backpacking mit Medis?  (Gelesen 1538 mal)

aninh

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Backpacking mit Medis?
« am: 15. November 2017, 22:05:56 »
Hallöchen,

ich hab juvenile myoklonische Epilepsie und bin ab Februar 5 Monate reisen in Australien, Neuseeland und Thailand. Meine Neurologin findets super, allerdings stellt sich mir die Frage, wie ich das mit den Medikamenten regeln soll. Ich nehme 3000mg Leviteracetam pro Tag und kann das ganze Zeug nicht 5 Monate in einem Rucksack mitschleppen. Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit Online Apotheken o.Ä. gemacht, gerade auch ins Ausland gemacht? Kann man da überhaupt Leviteracetam bekommen mit Rezept?

Grüße (:

Lena2911

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #1 am: 16. November 2017, 22:27:39 »
Hallöchen,
ich mache ab Februar mein Auslandssemester bis Juli und werde da das ganze Levetiraceteam plus Vimpat mitschleppen, weil ich mir vorstellen kann, dass nicht überall das gleiche Generikum erhältlich ist. Vielleicht kannst du auch alles mitnehmen, es aber an den jeweiligen Orten irgendwo deponieren, während du rumreist und nur eine kleine Ration mitnehmen? Im Sommer habe ich auch Medis für 12 Wochen mitgenommen und während der eigentlichen Reisen an einem Punkt gelassen. Ansonsten weiß ich leider nicht, wie das mit Online Apotheken etc ist. Das größte Problem wird vermutlich das richtige Generikum sein, weil es im Ausland andere Hersteller sind und meines Wissens nach deutsche online Apotheken eher andere Händlicher im Sortiment haben als deine genannten Länder und oft nicht ins Ausland liefern. Gerade auch in Thailand kannst du dir bei der anderen Schrift nicht sicher sein, dass du das richtige nimmst.

Liebe Grüße und berichte mal, was deine Lösung ist :-)
« Letzte Änderung: 16. November 2017, 22:31:17 von Lena2911 »

aninh

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #2 am: 26. Dezember 2017, 15:50:53 »
Hi,

sorry, dass so lange keine Antwort kam, aber ich kam doch ziemlich ins Grübeln  :luftguck:
Wahrscheinlich werde ich es jetzt so machen, dass ich für ca. 2-3 Monate Medikamente mitnehme (mehr darf man ja meines Wissens eh nicht mitnehmen) und dann in Australien oder Neuseeland einen Arzt aufsuchen. Laut dem Austauschpartner eines Freundes sei das kein Problem, ich solle einfach meine Medikamente mitnehmen und ein Schreiben meines Arztes. Deponieren wird nicht funktionieren, da ich ja von Melbourne aus die Ostküste hochreise und von Cairns oder Brisbane direkt nach Neuseeland fliege
Anfang Januar hab ich nochmal einen Termin bei meiner Neurologin, mal schauen, was die sagt. Online Apotheke würde ja wahrscheinlich gar nicht funktionieren, das würde ja am Zoll abgefangen werden oder so..

Liebe Grüße :)

Lena2911

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #3 am: 28. Dezember 2017, 22:14:15 »
Ich konnte mir von meinem Neurologen ein Attest schreiben lassen, dass ich aus medizinischen Gründen derart hohe Mengen an Medikamenten mitnehmen durfte, da gab es auch keine Probleme. Levetiracetam fällt ja nicht einmal unter das Betäubungsmittelgesetz.
Ist es denn sicher, dass du in Australien oder Neuseeland auch genau dein Generikum bekommen kannst, weil man das ja so machen muss...
Sonst könnte natürlich dir jemand aus Deutschland die Medikamente besorgen und dann per Post nach Australien schicken.

Meine Firma ist beispielsweise in Deutschland ansässig und ich weiß nicht, ob es dann nach Australien lieferbar ist. Da würde ich dann direkt beim Hersteller nachfragen :-)

aninh

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #4 am: 06. Januar 2018, 16:58:58 »
Hi,

so ein Schreiben lass ich mir auf jeden Fall auch von meiner Ärztin geben, da will ich nichts riskieren. Auch für Tavor und Valproat wollte sie mir auch für den Notfall mitgeben.
Ich hab gerade mal nachgeschaut, also ich nehme stark an, dass ich das Leviteracetam UCB dort bekommen werde. (Ist ja auch das Original oder? :huh?:).
Das mit dem Medikamente schicken war auch meine erste Idee, nach meiner ersten Recherche kam aber schnell die Ernüchterung. Verschreibungspflichtige Medikamente werden am Zoll abgefischt. Hätte echt nicht gedacht, dass das heutzutage noch so schwer ist...
Am Montag hab ich meinen Termin mit der Neurologin, danach werd ich nochmal Bescheid geben :)

Lena2911

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #5 am: 10. Januar 2018, 22:30:10 »
Wie bezahlst du denn dann das Medikament? Die deutsche KV bezahlt ja keine Medis im Ausland? Und welche Auslands-KV hast du?
Hast du noch ein paar Tipps von deiner Neurologin bekommen?

aninh

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #6 am: 11. Januar 2018, 21:35:25 »
ich hab jetzt mit meiner neurologin beschlossen, dass ich alle medikamente für die 5 monate mitnehme (inkl. tavor und valproat). schleppe also vorerst 4 tüten mit mir rum  :-[ aber so bin ich erstmal auf nummer sicher.
auslandskrankenversicherung hab ich über hanse merkur, die beeinhaltet alle leistungen. falls was wär, würden die zahlen (kostet 180 euro, also noch voll im rahmen).
tipps hat sie mir nicht wirklich mitgegeben, das einzige, was sie mir eben noch gegeben hat, ist das valproat als back up. das soll ich nehmen, falls ich einen anfall haben würde. hoff ich aber wirklich nicht, bei den ganzen nebenwirkungen...

bin jetzt eigentlich ganz guter dinge  :)

Lena2911

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #7 am: 19. Januar 2018, 21:46:48 »
Ich bin auch für mein Auslandssemester bei Hansemerkur und da steht auch folgender Absatz:
"Wir leisten nicht für:
3.1.1  Unfälle  durch  Geistes-  oder  Bewusstseinsstörungen,  auch
soweit diese auf Trunkenheit oder Drogenkonsum beruhen,
sowie durch Schlaganfälle, epileptische Anfälle oder andere
Krampfanfälle,  die  den  ganzen  Körper  der  versicherten
Person ergreifen; Versicherungsschutz besteht jedoch, wenn
diese Störungen oder Anfälle durch ein unter diesen Vertrag
fallendes Unfallereignis verursacht sind."

Allerdings hatte ich schon sehr lange keinen Anfall mehr, sodass ich diese Einschränkung in Kauf nehme, auch wenn ich es nicht so fair finde, dass man mit Epilepsie oder Schlaganfällen auf eine Stufe mit Trunkenheit/Drogenkonsum gestellt wird, aber es sind Versicherungen, die ihre eigenen Bedingungen stellen können.

Ich bin auch total guter Dinge, erst war jetzt kurz vor meinem Start ins Auslandssemester mein Generikum von Levetiractem nicht lieferbar, aber ich habe dann doch noch eine Apotheke gefunden, die N3 vorrätig hatte.

aninh

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #8 am: 23. Januar 2018, 20:16:50 »
puh, das klingt wie ein schlechter Scherz...Musste jetzt direkt mal nachschauen, ob ich was übersehen hab, aber bei mir steht das nicht im Kleingedruckten. Ich glaube, da werden Unterschiede gemacht, je nachdem wegen was man ins Ausland geht. So wie ich das gelesen hab, hast du die "Haftpflicht- und Unfallversicherung - Young Travel"? Ich hab nämlich die Reisekrankenversicherung.
Mach mir da jetzt aber auch keinen Kopf, da mir bisher auch noch nie etwas wirklich passiert ist bei den Anfällen und die bei mir auch nur morgens auftreten, also nicht grad dann wenn ich am Wandern bin oder so.
Ich drück dir auch beide Daumen, dass nichts passiert und natürlich ganz viel Spaß! :) Geht es bei dir auch bald los?

Lena2911

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #9 am: 09. Februar 2018, 12:36:33 »
Genau, da ich im europäischen Ausland mein Semester verbringe, reicht die europäische Krankenversicherung. Wobei bei der Haftpflicht- und Unfallversicherung ja auch einige gesundheitliche Leistungen miteinbegriffen sind, sodass ich es weiterhin ungerecht finde, aber da ist wohl mein Gerechtigkeitssinn zu stark :-)
Ich bin jetzt seit 1,5 Wochen im Ausland und in Lettland ist es sehr kalt, aber super schön!
Bei mir traten seit dem 1.01.2017 nur noch 3 Anfälle in der Nacht auf und seit Juli überhaupt keiner mehr, von daher gehe ich auch nicht aus, dass etwas passiert, ich bin da nicht der ängstliche Typ.
Dir auch ganz viel Spaß!

Meditester

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Re: Backpacking mit Medis?
« Antwort #10 am: 12. Februar 2018, 10:32:42 »
Hallo aninh!
Vielleicht wäre noch ein Tipp,
dass Du ein Schreiben deines Epi-Docs mitnimmst,
welches in englischer Sprache deine gesundheitlichen Probleme erklärt.

Ich kann mir vorstellen, dass nicht in allen Ländern,
die du besuchst, so ein gutes medizinisches Wissen im Bereich der Epilepsie vorhanden ist.

Meditester
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