Autor Thema: Das 1 jahr nach dem anfall  (Gelesen 3194 mal)

Tomcat

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 7
Das 1 jahr nach dem anfall
« am: 23. November 2017, 19:09:37 »
Hallo zusammen
Hatte man einen erneuten Anfall wird einem ja das bekannte 1 jahr fahr untauglichkeit nahegelegt. Soweit kein Thema und jeder halbwegs vernünftige Mensch sollte sich auch an dieses 1 jahr halten. Meine Frage ist wie es danach weitergeht. Kann man dann einfach stillschweigend in den autofahreralltag übergehen wenn man Anfall frei geblieben ist? Oder muß man sich ein explizites OK vom Arzt holen bzw sich das Fahren wieder erlauben lassen?
Danke schon am für eure infos
Grüße tom

Muschelschubser

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.257
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #1 am: 24. November 2017, 22:46:09 »
Hallo Tomcat, ich habe das immer noch mal kurz mit dem Arzt angesprochen und die ersten Male jeweils eine Fahrstunde genommen, einfach so, dass mir jemand zur Seite steht, falls ich irgendwas nicht mehr beherrsche. Aber die Fahrlehrer haben hinterher jeweils gesagt, dass das mit dem Autofahren sozusagen nicht verlernt wird (wie Fahrradfahren) - wer es kann, der kann's. Wenn es jetzt wieder bei mir so weit ist (im nächsten Sommer), werde ich keine Fahrstunde nehmen, aber es mit meinem Doc ansprechen. Ich habe recht selten große Anfälle.

Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

aggi61

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.048
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #2 am: 25. November 2017, 07:48:38 »
Ich habe mir von meinem Neuro ne kurze schriftliche Bestätigung geben lassen, dass ich wieder fahren darf.
Anfänger haben die Arche gebaut - Profis die Titanic ;)

Schlaf - ist das nicht dieser halbherzige Coffeinersatz???

Tomcat

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #3 am: 25. November 2017, 10:33:28 »
Interessant. Aber theoretisch kann man doch nach einem anfallsfreien Jahr einfach so wieder fahren, ohne sich das ok vorher ein explizites OK zu holen. Zumindest hat man mir das so erklärt. Scheinbar kann man das in diesem Fall machen wie man sich selbst wohlfühlt...

Meditester

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 2.402
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #4 am: 27. November 2017, 19:42:52 »
Zur Absicherung würde ich mir an deiner Stelle
eine Bescheinigung vom Epileptologen geben lassen.
Bei einem Unfall wird sich sonst deine Versicherung
bestimmt rausreden dass du ohne ärztliches Einverständnis gefahren bist.
Und bleibst dann bei einem Unfall sicher ohne Schadensersatz auf Kosten sitzen.

Ich musste selbst bei meiner Lebensversicherung die Krankheit angeben.
(Kleingedruckte Zeilen)

Meditester

Fantasie ist ein Schatz, den dir Keiner nimmt
Auch an eiskalten Tagen trage Wärme im Herzen

Tomcat

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #5 am: 27. November 2017, 20:15:33 »
Sicher möglich. Mir geht es nur darum wenn auf dem Arztbrief  steht das man für ein Jahr nicht fahren soll/darf, dann wäre es ja nur logisch das man nach besagtem (anfallsfreien) Jahr eigentlich automatisch und ohne sich eine Erlaubnis zu holen wieder fahren darf.

blitzi3

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 2
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #6 am: 28. November 2017, 07:45:48 »
Hallo Tomcat,

bei mir ist es am 2. Februar soweit, dass das Jahr vorüber ist, dann werde ich auch wieder fahren, ohne
mir ein schriftliches OK zu holen.

MfG Blitz

aggi61

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.048
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #7 am: 28. November 2017, 07:48:14 »
Zitat
Bei einem Unfall wird sich sonst deine Versicherung
bestimmt rausreden dass du ohne ärztliches Einverständnis gefahren bist.
Und bleibst dann bei einem Unfall sicher ohne Schadensersatz auf Kosten sitzen.
... und genau deshalb hab ich mir das OK des Neuro schriftlich geben lassen  ;-)
Anfänger haben die Arche gebaut - Profis die Titanic ;)

Schlaf - ist das nicht dieser halbherzige Coffeinersatz???

Tomcat

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #8 am: 29. Dezember 2017, 15:40:07 »
Hallo zusammen. Also was mich noch so beschäftigt : das ich erst nach 1jahr erst wieder Autofahren darf ist ja nicht so wild. Was mir aber die Frage überhaupt nach der Häufigkeit der Besuche beim neurologen stellt. Ich habe keine epilepsie im Sinne von täglich, monatlich oder so. Vielleicht wenn ich Pech habe überhaupt liegen viele Jahre zwischen einzelnen Anfällen. Und bisher auch keine Ursache. Nehme ich meine Medikamente bin ich eher safe. Also wie oft geht ihr zum neurologen wenn alles ok ist? Einmal im Jahr, alle paar Jahre usw? Blutwerte bestimmen macht der Hausarzt und bei dem bin ich eh öfter. Ich meine viel mehr macht der neurologe ja au h nicht und wenn das eeg noch nie irgendwelche Werte ergeben hat frage ich mich wie andere das machen?  Denn bisher muss ich sagen waren meine neurologen Besuche eher ernüchternd und ohne grosse Erkenntnisse sodas der Hausarzt eine doch irgendwie weiter betreuen kann. Also. Wie macht ihr das so?

Muschelschubser

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.257
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #9 am: 29. Dezember 2017, 18:52:06 »
Hallo Tomcat, meine Neurologin will mich alle Vierteljahre spätestens sehen. Da wackele ich dann hin, habe meistens auch ein paar Fragen, wir besprechen auch die Allgemeinsituation und ich bekomme mein Rezept. Da bin ich quasi häufiger als bei meinem Hausarzt ... wer verschreibt Dir denn die Medis?

Grüße von der Muschelschubserin 
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

Tomcat

  • ... ist hier noch neu oder schreibt eher selten.
  • *
  • Beiträge: 7
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #10 am: 29. Dezember 2017, 19:04:20 »
Na ja. Bei mir ist es so das der Hausarzt die meiste verschreibt und das auch kontrollieren kann wobei mir schon klar ist das jeder epi-fall anders ist und anders bzw individuell bearbeitet werden muss. Trotzdem interessiert es mich...
« Letzte Änderung: 29. Dezember 2017, 19:13:49 von Tomcat »

aggi61

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.048
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #11 am: 30. Dezember 2017, 07:46:51 »
Ich bin alle 3 Monate beim Neuro zum Blut abnehmen, EEG, wegen des Rezepts der Medis und Besprechung der "Lage".

Meine Hausärztin hat in der Regel auch nicht so ein hohes Budget, dass sie mir die teuren Medis so ohne weiteres verschreiben kann - da tut sich der Neuro sicher leichter.

Außerdem brauch ich die regelmäßigen Besuche beim Neuro, damit ich nachweisen kann, dass ich bei der Krankenkasse als "chronisch krank" eingestuft werde und damit nur 1% meiner Medikamente (und sonstigen Kosten) zuzahlen muss, bevor ich und mein Mann eine Befreiung bekomme - was bei uns bei ca. 50 Euro erreicht ist.
Anfänger haben die Arche gebaut - Profis die Titanic ;)

Schlaf - ist das nicht dieser halbherzige Coffeinersatz???

Famala

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 52
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #12 am: 24. Januar 2018, 12:45:18 »
Hallo, beim ersten mal bin ich auch wieder einfach so gefahren.
Ich hätte jetzt eigentlich wieder im April fahren dürfen, auf Grund eines Ereignisses in der Reha wurde es wieder bis 12.2018 verlängert. Ich gehe auch jedes Viertel Jahr zum Neurologen und werde jetzt dabei den Blutspiegel messen lassen sowie ein eeg machen lassen. Das werde ich auch so beibehalten wenn ich wieder fahren darf, der Grund dafür ist das man nach einem Unfall vor Gericht bestätigen kann das medizinisch alles ok war. So wurde uns das bei einer Schulung in der Reha erläutert.
Gruß Markus

Tiffy

  • ... schreibt sich die Finger wund im Epi-Netz.
  • *****
  • Beiträge: 1.691
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #13 am: 25. Januar 2018, 07:53:39 »
Also, rein theoretisch kann man ja die Ärzte auch verarschen  8) indem man sich einfach nur die Rezepte holt.
Wenn bei einem EEG nix zu sehen ist, dann muss man einem Arzt ja auch nicht erzählen wenn man einen Anfall gehabt hätte.

Ich selbst muss alle 3 Monate zum EEG.
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Famala

  • ... hat sich hier gut eingelebt.
  • **
  • Beiträge: 52
Re: Das 1 jahr nach dem anfall
« Antwort #14 am: 26. Januar 2018, 12:04:22 »
Natürlich könnte man so tun als wäre alles gut, leider kenne ich auch welche die trotz Anfälle noch selber fahren.
Ich zu meinem Teil muss dazu sagen das ich das unverantwortlich finde. Mir fällt es auch nicht leicht das ich nicht fahren darf, habe jeden Tag insgesamt 80 km zur Arbeit hin und zurück. Auf dem Land mit öffentlichen Verkehrsmitteln macht das kein Spaß. Ein Kollege sagte fahr doch einfach, wird schon nix passieren... er würde das so machen, habe ihm dann gesagt das er dann hoffentlich nur sich Tod fahren würde und nicht die Freunde seiner Kinder z.B. Daraufhin konnte er nix mehr sagen.
Gruß Markus