Autor Thema: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin  (Gelesen 297 mal)

Ferox

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Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« am: 02. Januar 2018, 17:28:44 »
Hallo liebe Foris,

erstmal an alle ein frohes neues Jahr!

Ich habe eine Frage zu Lamotrigin. Ich bekomme es als Stimmungsstabilisierer und habe die oben genannten Probleme. Ich bin sehr aggressiv geworden (für meine Verhältnisse), mich regt fast alles gleich auf und ich bekomme wegen fast allem gleich Angst. Komme mir vor, als ob ich innerlich auf Alarmzustand bin. Mit Dosiserhöhung wird es schlimmer. Kennt das hier wer?

Meine Ärztin ist sehr irritiert. Neuroleptika sind auch nicht das Gelbe vom Ei.

Was mich wundert: Lamotrigin hemmt ja über Umwege die Glutamatausschüttung. Dadurch müsste ich ja ruhiger werden. Vielleicht kennt sich ja jemand mit Glutamat und Gaba (Gamma-Aminobuttersäure) aus. Überlege, ob eventuell Pregabalin oder Valproat eine Alternative wären, da die ja mehr auf GABA wirken. Es sei denn GABA macht auch reizbar.

Bin für jeden Tipp dankbar, kein Druck. Nur Ideensammlung.

LG,
Ferox

panda

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #1 am: 03. Januar 2018, 09:25:57 »
Hallo Ferox,

genau wie du es beschreibst, ging es auch meinem Sohn mit Lamotrigin.
Er konnte sich über "alles und nichts" aufregen. War teilweise grundlos von 0 auf 100.
Wenn er irgendetwas falsch gemacht hat, war das für ihn ganz schlimm.
Jeder noch so kleiner Patzer machte ihm Angst, u.a. was andere denken.

Wir wussten nicht, dass es vom Lamotrigin kommt. Er nahm es viele Jahre.
Erst nach dem Absetzen wurde das deutlich.
Die Ärzte hätten es auch nicht gedacht, aber es war eindeutig. Ist aber wohl nicht typisch.

Alles Gute
panda


shadowline

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #2 am: 03. Januar 2018, 13:18:41 »
hallo Ihr Beiden,
es ist "gut"  zu lesen das es anderen ähnlich geht wie mir unter Lamotrigin. Danke für diesen Hinweis. Habt Ihr ebenfalls festgestellt das bei einer Herstellerumstellung mehr Krämpfe vorkommen ?
Werde demnächst meine Neurologin darauf ansprechen.
Genieße Dein Leben so wie es ist.

panda

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #3 am: 03. Januar 2018, 16:18:45 »
Hallo shadowline

das kann passieren wegen der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit. Hatten wir jetzt bei Quetiapin.
http://forum.epilepsie-netz.de/index.php?topic=21950.msg277904#msg277904

Ferox

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #4 am: 03. Januar 2018, 22:24:12 »
Hallo Panda,

dein Sohn bekommt jetzt Quetiapin gegen Epilepsie?

Ich bin momentan etwas ratlos was ich machen soll. Unter Quetiapin war ich fast nur schläfrig. Ist auch der Sinn in gewisser Weise, aber ich möchte schon noch was vom Leben haben.

Gut, dass es deinem Sohn jetzt besser geht

panda

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #5 am: 03. Januar 2018, 22:54:15 »
Hallo Ferox,

Mein Sohn bekommt das Quetiapin retard gegen seine Psychosen, die immer wieder nach Anfällen auftreten.
Gegen Epilepsie nimmt er Zebinix 800-0-1200, Zonegran  300-0-300 und Fycompa 0-0-12.

Die Schläfrigkeit hatte er beim Quetiapin retard von Hexal. Jetzt beim dem von Ratiopharm ist sie weg. Beim Original Medikament Seroquel war auch alles okay.

LG
panda

Karasch

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Re: Verstärkte Angst und Aggression unter Lamotrigin
« Antwort #6 am: 18. Januar 2018, 14:59:40 »
Hallo Ferox,
ich kenne das auch. Vor zwölf Jahren wurde ich wegen Epilepsie auf Lamotrigin eingestellt und war plötzlich (grundlos) reizbar und aggressiv. Eigentlich bin ich bzw. war ich zuvor recht ruhig und ausgeglichen. Bei mir war es während der Eindosierung und der Erhöhung der Dosis immer besonders schlimm. Nach ein bis zwei Wochen wurde es immer besser. Allerdings ist eine gewisse "Grundaggressivität oder Reizbarkeit" geblieben. Mein Arzt meinte am Anfang, dass käme nicht von Lamotrigin, wahrscheinlich sei es eher meine Reaktion auf die Krankheit.
Mittlerweile bin ich bei einem anderen Arzt in Behandlung. Dieser sagte mir, dass dies durchaus vom Lamotrigin kommen kann und auch häufig vorkommt. Interessant ist auch, dass diese Nebenwirkung anfangs (also vor zwölf) Jahren im Beipackzettel als "selten" aufgeführt wurde. Mittlerweile steht es unter "häufige Nebenwirkungen".
LG Karasch
Ich werde so lange über meinen Schatten springen, bis einer von uns aufgibt!