Autor Thema: Warnhinweis zu Ratschlägen in Bezug auf Behandlungsfragen!  (Gelesen 4825 mal)

Cornelia-etc.

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Aus gegebenem Anlass:

Wir können nicht gestatten, dass jemand Besuchern dieses Forums empfiehlt, gegen ärztlichen Rat beziehungsweise ohne ärztliche Begleitung,  auf eigene Faust ärztlich verschriebene Medikamente in ihrer Dosis zu verändern, sie zu reduzieren oder gar ganz abzusetzen. Solche Ratschläge sind gefährlich. Personen, die so handeln, werden wir entsprechend der Nutzungsbedingungen aus dem Forum ausschließen! Für Personen, die diesbezüglich bereits ermahnt wurden, gilt das ohne weitere Vorwarnung.

Das gilt auch für den Fall, dass ich oder Dendrit von jemandem darauf angesprochen werden sollten, dass er (oder sie) per PN oder E-Mail aufgrund seines Forenbeitrages oder seiner (bzw. ihrer) Anmeldung hier solche Ratschläge von einem Forenmitglied bekommt, das nicht approbierter Arzt ist. Denn es geht natürlich nicht, dass solche Aussagen einfach in den Hintergrund des Forums verlegt werden, aber dennoch das Forum als Plattform dafür dient.

Es wurde immer wieder ausführlich erklärt, dass damit die Kompetenzen von Laien bei weitem überschritten werden.
Damit sind Risiken verbunden, die nur unter ärztlicher Überwachung eingegangen werden dürfen! Forenuser kennen weder die Anamnese noch besondere individuelle Risiken der hier Rat Suchenden noch können sie in irgendeiner Form eingreifen oder gar Verantwortung tragen, wenn es zu Komplikationen kommen sollte!




An alle, die einen solchen Rat erhalten sollten:

Verändert bitte auf keinen Fall ohne vorherige Absprache mit einem Arzt Eures Vertrauens die ärztlich verordnete Dosierung Eurer Medikamente!
Setzt sie unter gar keinen Umständen eigenmächtig ab, ohne dass dies ärztlich begleitet wird!
Damit sind hohe Risiken verbunden!

Wenn man Pech hat, vermehren sich dadurch nicht nur die harmloseren Anfälle, sondern Entzugsanfälle können bis hin zu einem lebensbedrohlichen Status gehen!
Darüberhinaus besteht das große Risiko bei einer Reduktion von Anti-Epileptika mit daraufhin wieder oder vermehrt auftretenden Anfällen, dass bislang wirksame Medikamente nach einer erneuten Dosiserhöhung nicht mehr therapeutisch wirksam sind!



Wer unsicher ist, ob der Rat, den ihm der behandelnde Arzt erteilt hat, wirklich kompetent ist, der sollte eine zweite ärztliche Meinung einholen, im Zweifel in einem auf Epilepsie spezialisierten Krankenhaus.

Adressen solcher Epilepsiezentren findet Ihr hier:
http://www.epilepsie-netz.de/5/Adressen__Kliniken_.htm


Allgemeinen Rat zu Behandlungsfragen kann natürlich jeder auch aus seinen Erfahrungen heraus erteilen, solange dabei eindeutig klargestellt wird, dass jegliche Maßnahmen stets vor ihrer Umsetzung mit einem Arzt besprochen und von ihm begleitet werden sollten. Dabei sollte jedoch immer im Auge behalten werden, dass jede Epilepsie anders ist und auch jeder Mensch anders auf Medikamente und sonstige Therapien reagiert.

Liebe Grüße
Cornelia


P.S.: Ich möchte ergänzen, dass es in keinem Fall ausreicht, Diagnosen oder Behandlungen oder Behandlungsänderungen mit einem Arzt z. B. im Internet "aus der Ferne" zu besprechen. Ein seriöser Arzt wird Aussagen dazu stets nur unter Vorbehalt formulieren. Denn um sich ein korrektes und umfassendes Bild zu machen, ist es auch für einen Arzt notwendig, den Patienten zu untersuchen, eine ordentliche Anamnese (Krankenvorgeschichte) zu erstellen und mögliche ergänzende Risikofaktoren in Erfahrung zu bringen.
« Letzte Änderung: 30. November 2008, 14:46:37 von Cornelia-etc. »
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Ich bin identisch mit Cornelia-Admin.

Schluffi

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Hallo Cornelia
Dies ist in den letzten Tagen ein "Interessantes Thema"

Wie können Medikamente Anfälle auslösen?
Die einzige Möglichkeit die besteht,ist das je nach Dosierung die Form der Anfälle sich verändert.
Natürlich auch  Häufigkeit- Zeit  u.s.w.
Ich Persönlich gehe davon aus,das die Betreffenden Personden wissen,was solche Meinungen an Bedeutung haben!

Cornelia-etc.

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Hallo Schluffi,

dass dies ein interessantes Thema ist, mag sein.
Es ist auch völlig okay, eigene Erfahrungen im Forum zu diskutieren, unter anderem dazu ist es ja da.

Aber es ist unverantwortlich, aus persönlichen Erfahrungen oder eigenen Überlegungen heraus allgemeingültige oder auch konkrete Behandlungs-Ratschläge für andere ableiten zu wollen, insbesondere dann, wenn nicht unmissverständlich klargestellt wird, dass grundsätzlich jede Maßnahme, und wenn sie noch so harmlos erscheinen mag, mit einem Arzt abgesprochen werden muss.
Es handelt sich hier nicht um Hausmittelchen-Tipps bei einem gewöhnlichen Schnupfen.

Nicht ohne Grund ist zur Diagnose und Behandlung von Epilepsien und anderen ernsthaften Erkrankungen sowie zur Verschreibung und Dosierung von Arzneimitteln eine ärztliche Approbation erforderlich.
Nicht ohne Grund gibt es ausgebildete Epileptologen zur Diagnose und Behandlung von Epilepsien.
Die Beurteilung und Behandlung des Krankheitsverlaufes erfordert spezifische ärztliche Fachkenntnisse und kann, wenn sie fehlerhaft sein sollte, gesundheitliche Schädigungen bis hin zum Tod hervorrufen. Durch Über- Unter- oder Fehldosierungen von Medikamenten, durch Entzugsanfälle bis hin zum Status epilepticus, durch Neben- und Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen, die in ihrem Risiko nicht ausreichend eingeschätzt werden können und nicht zuletzt auch dadurch, dass womöglich eine andere zugrundeliegende ernste Krankheit nicht rechtzeitig erkannt wird.


Da niemand wissen kann, welche Vorerfahrungen und Vorkenntnisse einzelne Forenbesucher haben, können wir auch nicht einfach voraussetzen, dass andere Forenbesucher oder Gast-Leser solche Ratschläge und die damit verbundenen Risiken schon richtig werden einordnen können.

Aus diesen Gründen können wir es nicht dulden, dass Laien das Forum zur Betätigung als "virtuelle Heilpraktiker" oder gar als "Pseudo-Ärzte" nutzen, ganz gleich ob dies entgeltlich oder unentgeltlich stattfindet.

Ebensowenig ist es okay, wenn das Forum als Plattform genutzt wird, um persönliche Überzeugungen zu missionieren oder dazu aufzurufen, Ärzten grundsätzlich zu misstrauen. Dass niemand perfekt ist und auch Ärzte mal Fehler machen können, wissen wir alle. Darum sollte man im Zweifel so lange suchen, bis man den Arzt seines Vertrauens gefunden hat. Grundsätzlich ist jedoch der Rat eines Arztes zur Beurteilung und Behandlung von epileptischen Anfällen unerlässlich und es sollten keine Experimente gleich welcher Art, ausdrücklich auch keine "alternativen" Methoden, ohne ärztliche Begleitung durchgeführt werden!

LG
Cornelia
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