Autor Thema: Vererbung  (Gelesen 10129 mal)

candy

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Vererbung
« am: 05. Dezember 2007, 16:41:23 »
Mein freund und ich wollen bald eine familie gründen. Er hat ein herzproblem kann das kind behindert zur welt kommen waren schon am überlegen ob wir vorher nicht eigentest machen

Chame

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Re:Vererbung
« Antwort #1 am: 05. Dezember 2007, 20:28:08 »
Hallo candy,

entschuldige wenn ich so neugierig bin... Was meinst Du mit Herzproblem...

Welche Diagnosen stehen denn im Raum, eine Herzerkrankung oder auch Epilepsie oder beides....

Zu Herzrkrankungen kann ich Dir etwas sagen, wenn ich etwas genauer wüsste worum es geht, vor allem um welche Form der Herzerkrankung... vielleicht kannst Du das etwas genauer sagen...

LG
Chame  :)
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Zora

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Re:Vererbung
« Antwort #2 am: 05. Dezember 2007, 22:26:10 »
Hallo Candy,

ich an deiner Stelle würde erst mal mit meiner Gynäkologin darüber sprechen, wie ihr vorgehen könnt, und was sinnvoll wäre!

Kann mich der Fragestellung von Chame nur anschließen, was für ein Herzproblem hat dein Freund, und besteht auch bei euch  Epilepsie?

Ich selber auch ein Herzproblem (Vorhofseptun defekt, ASD II), das erst vor kurzem operiert wurde. Habe selber auch Epilepsie.

Bin sogar zweifache Mama und beide Kinder sind gesund zur Welt gekommen, außer das meine Tochter eine Hüftdysplasie (die li. Hüftschale fehlte ganz, mußte nachwachsen) hatte.

Liebe Grüße

Zora ;)

candy

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Re:Vererbung
« Antwort #3 am: 06. Dezember 2007, 19:21:39 »
Mein Freund hat Herzrhytmusstörungen

Chame

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Re:Vererbung
« Antwort #4 am: 06. Dezember 2007, 19:39:56 »
Liebe Candy,

geht es eventuell auch etwas genauer, Du darfst mir auch gerne eine Persönliche Nachricht schreiben, wenn DU Dich noch scheust hier etwas so ins Forum zu schreiben aber auf ein bis zwei sehr dürftige Aussagen, kann man keine Fragen beantworten oder Dir einen Rat geben...  ;)

Also wenn Du magst, würde ich Dir gerne ein paar Fragen beantworten.... Ich weiß ja auch nicht, was Du genau wissen willst, das hier ist ja ein Epilepsieforum, aber da ich auch ein schwer herzkrankes Kind habe, weiß ich hierüber auch ein bisschen was....

Um Dir was zu raten, müsstest Du aber schon etwas mehr schreiben.... Weil es viele Menschen gibt, die Herzrhythmusstörungen haben (mein Sohn auch, der hat nen Schrittmacher) aber das ist in der Regel nicht vererbar.... Es gibt auch verschiedene Formen von Rhythmusstörungen....

Also falls Du interesse hast schick mir eine PN oder scheibe wenigstens, soviel, damit es klarer wird...

Ganz liebe Grüße
Chame
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candy

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Re:Vererbung
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2007, 11:46:28 »
Also es ist so mein Freund hat das seit seiner Kindheit  und darf sich nicht aufregen sonst hat er Herzrasen. Ich habe seit mein zweiten Lebensjahr Epilepsie. Habe zwei Anfälle im Monat aber nur kleine aus den Schlaf heraus.

Mein Freund meinte am besten wäre ein Gentest

Liebe Grüsse

Steffi

Chame

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Re:Vererbung
« Antwort #6 am: 07. Dezember 2007, 13:56:56 »
Hallo Steffi,  :)

also wenn Dein Freund einen Gentest machen möchte, würde ich das auch machen lassen, allerdings wird es auch hier keine 100 % ige Garantie geben, dass nichts passieren kann....

Herzrhythmusstörungen gibt es ja viele, also wie Du schreibst hat er Tachykardien (Herzrasen) bekommt er dagegen Betablocker?

Und bekommst Du Epilepsiemedikamente?

Ich würde Euch raten, mit Eurem Arzt darüber zu sprechen... Niemand wird Dir aber 100 % sagen können, ob Du ein behindertes Kind bekommen kannst...

Was Du an Genanlagen vererben kannst ist die eine Seite, ob Du deshalb aber gleich ein behindertes Kind bekommst ist aber so gar nicht zu sagen... Bei einem Gentest, kann man nur genetische Erkrankungen oder genetische Erbanlagen für Krankheiten feststellen (soweit mir bekannt ist) Es gibt aber sehr viele Behinderungen, die überhaupt nicht vererbt sind.... ( Sauerstoffmangel bei der Geburt, Erkrankung in der Schwangerschaft... etc..) Und manchmal sind auch Kinder gesund obwohl sie Erbanlagen für Erkrankungen in sich tragen...

Um da dann sicherer zu sein kann man in der Schwangerschaft eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen (die aber auch nicht ohne Risiko ist) aber auch hierbei kann man nur schwerere  Behinderungen erkennen und nicht alles ausschließen.... Da wird sich niemand festlegen lassen... Es spielen viele Faktoren eine Rolle um ein krankes oder behindertes Kind auf die Welt zu bringen....

Zum einen, ich habe Zwillinge bekommen, der eine ist gesund und der andere hat einen schwersten angeborenen Herzfehler, der nicht genetisch bedingt ist, sondern als Laune der Natur bezeichnet wurde.... (sonst wäre der andere ja auch krank) Es gibt aber auch Herzfehler die vererbt werden können, hierbei handelt es sich aber meist um Mehrfachbehinderungen, die auch als Syndrome auftreten....

Das Ganze ist ein schwieriges Thema, und ich würde mich hier beraten lassen, was Ihr am besten machen könnt....

Das Ihr beide Krank seid, heißt aber noch lange nicht, dass Eure Kinder dies auch sein müssen!!!!

Ich bin ja kein Arzt und sprechen nur aus meinen Erfahrungen.... Habe vier Kinder, eine vererbte Stoffwechselstörung haben drei davon, die Epilepsie und den Herzfehler hat aber nur einer.... Unsere Genetische Beratung sagt soviel aus, dass wir nur diese Stoffwechselstörung vererbt haben und das ist Zufall, da Vater und Mutter an der gleichen Stelle den selben Gendefekt haben müssen, um diese Krankheit weiterzuvererben (Chance 1:20000).... Hier heißt es auch noch autosomal rezesiv vererbt, dass heißt soviel die Krankheit kann muss aber nicht  bei jedem Kind ausbrechen ( und ein Elternteil kann auch symptome der Krankheit haben, muss aber auch nicht unbedingt sein)....

Das ist aber jetzt vielleicht alles ein bisschen viel, der eine Sohn hat noch eine dominant vererbte Störung im Stoffwechsel, hier ist mein Mann der Erbträger und er hat auch die selben Symptome aber nur schwächer ausgeprägt....

Ich will Dich auch nicht durcheinander machen, was ich Dir damit aber sagen möchte ist, dass das ein schwieriges Thema ist, es gibt keine Garantie für gesunde Kinder.... aber genau so wenig,    ist ausgeschlossen, dass Euer Kind gesund wird....

Lasst Euch medizinisch Beraten, ich bin ja auch kein Arzt, habe halt auf unserem Gebiet einige Erfahrungen machen müssen. Aber jeder Mensch ist anders, nur Grundsätzlich heißt es nicht, nur weil ihr krank seid, werden es Eure Kids automatisch auch...

Ich hoffe Du kannst was mit der Erklärung anfangen...

LG Chame  :)
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Zora

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Re:Vererbung
« Antwort #7 am: 08. Dezember 2007, 23:11:56 »
Hallo Steffi,

stimme deinem Freund zu das ein Gentest nie das verkehrteste ist.

Aber es muß nicht wirklich sein, nur weil du Epilepsie hast (ist ja an sich keine Genkrankheit), und dein Freund Herzrhytmusstörungen hat, das dies ein Kind auch haben muß.

Warum denn auch????

Habe ja selber trotz Epilepsie zwei Kinder, was bei uns beiden war, und wars mein Ex-Mann und ich nicht wußten, das wir beide Blutgerinnungsstörungen haben.

Dies hat sich auf beide Kinder ausgewirkt, doch wie Charme schon schrieb, ist das eine sehr seltene Kombination.

Lasst euch nicht verrückt machen, und vor allem von einem Genetiker und Gynäkologen gut beraten. ;)

Ganz liebe Grüße

Zora ;)

hafada

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Re:Vererbung
« Antwort #8 am: 25. Januar 2008, 10:01:54 »
Also ich widerspreche ausdrücklich Zoras Aussage, dass "ein Gentest nie das verkehrteste ist".
Man untersucht NICHT die Eltern, sondern die Kinder! Ich habe gerade eine halbe Stunde an einer ausführlichen Begründung gearbeitet, die beim Absenden im Nirvana verschwunden ist. Nun habe ich nur noch zeit für ein paar Stichpunkte:
Ein Gentest der Eltern ist Geldverschwendung, wenn sie keine bekannte monogen vererbte Erkrankung haben. Sie beschriebenen Erkrankungen sind nicht so schwerwiegend, dass man eine zytogenetisch sichtbare Chromosomenstörung erwarten kann.

Geht zur genetischen Beratung und bringt alle Untersuchungsergebnisse mit und informiert Euch über Erkrankungen Eurer Familienmitglieder. Ihr werdet dann ueber das statistiche Risoko beraten, dass Euer Kind Erkrankungen von Euch erbt. Ausserdem werdet Ihr darüber aufgeklärt, dass jede Schwangerschaft mit einem Grundrisiko behaftet ist. Es gibt keine Garantie auf ein gesundes Kind, selbst wenn beide Eltern kerngesund sind.
Gruß
Carsten

Zora

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Re:Vererbung
« Antwort #9 am: 25. Januar 2008, 19:03:31 »
Hallo Carsten,

Zitat
stimme deinem Freund zu das ein Gentest nie das verkehrteste ist.

Aber es muß nicht wirklich sein, nur weil du Epilepsie hast (ist ja an sich keine Genkrankheit), und dein Freund Herzrhytmusstörungen hat, das dies ein Kind auch haben muß.

Warum denn auch????

Ich habe aber auch geschrieben das dies nicht wirklich sein muß. Man ist auch gut beraten, wenn man ein solches Thema mit der Gynäkologin/Gynäkologe bespricht.

Dies sollte auf jeden Fall der erste SChritt sein den man in diese Richtung tut.

Gruß

Zora

hafada

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Re:Vererbung
« Antwort #10 am: 28. Januar 2008, 22:26:14 »
Das schlimme ist, dass viele Gynäkologen keinerlei Kenntnisse über Vererbungslehre (Genetik) besitzen.
So wurde Freunden von mir ernsthaft eine Chromosomenanalyse empfohlen, weil sie Cousins zweiten Grades sind. Wohlgemerkt, die Eltern wurden untersucht. Wie bei kerngesunden Menschen zu erwarten, wurde nichts auffälliges gefunden.
Wir erleben es jeden Tag: Die Gynäkologen sind noch nicht eimal in der Lage, das altersabhängige Fehlbildungsrisiko zu beraten und schicken einfach JEDE Frau über 35 zur genetischen Beratung.
Also am besten direkt zur genetischen Beratung und wenn Ihr eine Überweisung vom Gyn braucht, einfach nicht hinhören, was er zum Thema Vererbung sagt ;-)
Gruß
Carsten

Zora

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Re:Vererbung
« Antwort #11 am: 28. Januar 2008, 23:46:52 »
Hallo Carsten,

da kann ich froh sein das meine Gyn fit war, was dies anbelangte. *juhu*

Finde es auch völlig unsinnig, jede Frau über 35 Jahre zu einer genetischen Beratung zu schicken, warum denn auch?

Die heutige Medizin ist doch so fit. Habe auch eine Freundin die ihr Kind erst mit 41 Jahren bekommen hat. Gut war sehr spät, aber Kind und Mama waren beide fit und Gesund.

Habe mal eine Frage an dich, Arbeitest du im medizinischen Bereich?

Lieber Gruß

Zora ;)

hafada

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Re:Vererbung
« Antwort #12 am: 29. Januar 2008, 08:51:24 »
Ja, ich bin Molekulargenetiker und arbeite in der Medizinischen Genetik an der Kinderklinik in Rostock.
Ab 35 Jahren ist das statistische Risiko für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) etwa gleich groß wie das Risiko, das bei der Punktion (Fruchtwasserentnahme) besteht. Diesen höchst komplizierten Sachverhalt lassen manche Gynäkologen gerne von einem Humangenetiker erklären.
Gruß
Carsten

Zora

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Re:Vererbung
« Antwort #13 am: 01. Februar 2008, 22:05:38 »
Hallo Carsten,

dachte mir dies schon fast, das du im medizinischen Bereich Arbeiten tust. ;)

Dies konnte ich sofort erkennen, anhand an deiner medizinischen Nomenklatursprache. :D

Gut da natürlich eine Schwangerschaft über 35 Jahre nicht so ohne ist, das ist wohl jedem von uns klar. Genauso ist es nicht ungefährlich wenn man schon sehr früh ein Kind auf die Welt bringt, wo der Körper noch nicht voll ausgereift ist.

Denke beide Situationen an sich haben immense Risiken. War selber erst 18 Jahre alt (geht ja noch, manche sind sogar 14 Jahre) als ich mein erstes Kind zur Welt kam. Dazu noch gepaart mit etlichen chronischen Erkrankungen, nicht nur die Epilepsie, dies waren nicht die besten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft.

Mir wurde mehrfach zu einem Abort geraten, war wohl zu Dickköpfig.

Leider wußte ich dato noch nicht, das mein Ex-Mann (damals noch Ehemann) und ich beide eine Blutgerinnungstörung (Faktor X Mutation) hatten, die sich leider auf beide Kinder ausgewirkt hat. Zwar mit unterschiedlichen Schweregraden, mein Sohn bekam dies bei einer OP zu spüren, mußte zwei Jahre deswegen verschoben werden.

Sei mal ehrlich da du aus diesem Berufszweig kommst, bringt es den Frauen über 35 Jahren überhaupt was, wenn sie von ihrem Gyn zum Humangenetiker geschickt werden?

Ganz liebe Grüße

Zora ;)


Ang196

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Re: Vererbung
« Antwort #14 am: 07. April 2008, 18:14:34 »
Hallo Zora,

ich war beim Humangenetiker, nachdem ich vor 12 Jahren eine seltene Autoimmunkrankheit bekommen habe. Wenn ich die vererben hätte können, hätte ich mich sterilisieren lassen. Der Genetiker verneinte, ich habe dann trotzdem bei beiden Schwangerschaften die Fruchtwasseruntersuchung machen lassen (gott sei Dank gutgegangen). Meine Kinder sind beide gesund.

Ich würde jedem, der wegen seiner Krankheit am Zweifeln ist, raten, zum Humangenetiker zu gehen.

Liebe Grüße, Andrea