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Das Forum rund um das Thema Epilepsie. => Führerschein und Epilepsie => Thema gestartet von: Basti070980 am 31. Januar 2015, 14:27:21

Titel: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Basti070980 am 31. Januar 2015, 14:27:21
Hallo an alle,

ich habe mich ja gestern hier in diesem Forum angemeldet und mich auch schon vorgestellt!

Nun habe ich noch eine Frage:
Bei mir besteht ja eine Fahruntüchtigkeit für 12 Monate, und ich sollte nicht aktiv am motorisierten Straßenverkehr teilnehmen (genau so steht es im Arztbrief).

ICH FAHRE AUCH NICHT, ich könnte nicht damit leben, wenn ich jemand anderes etwas antue!

Darf ich denn Fahrrad fahren? Ich bin ja dann nicht motorisiert, aber nehme am Straßenverkehr teil! Was ist, wenn ich einen Anfall auf dem Fahrrad bekomme, ich stürze, und ein Autofahrer, LKW Fahrer usw. kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen?

Wie ist es dann mit der Schuldfrage??

DANKE

Grüße
Basti 
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: buddleja am 31. Januar 2015, 16:28:49
Hallo Basti,

ich darbenfalls nicht fahren. Muss aber zumindest zeitweilig einigermaßen mobil sein und habe mir somit ein E-Bike gekauft (aber nur bis 25 km/h, die anderen sind ja einem Mofa gleichzusetzen).
Mein Spezialist aus dem Epi-Zentrum war soweit damit einverstanden, aber ich denke das ist auch eine Entscheidung von Fall zu Fall. Ich merke meine Anfälle vorher, unter Medikation sind sie milde, allerdings gibt es auch Tage an denen ich mich nicht auf`s Rad setzen würde, denn da weiß ich das was passieren würde und ich nicht reagieren könnte.

Aber um dich anzusichern solltest du evtl. nochmal mit deinem Arzt sprechen.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: BEpi am 31. Januar 2015, 22:11:07
Hi Basti,

also ein Verbot vom Fahrradfahren bei Epi kenn ich nicht. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass man mit einem Fahrradunfall nicht soviel Schaden erstellen kann. Doch man kann mit seinem Unfall sich gefährden und andere Menschen unglücklich machen:
z.B. Du wirst wg. einem Anfall von einem Autofahrer zusammen gefahren. Du wirst schwer verletzt oder noch mahr und der Autofahrer, der nicht schuld war, ist sein Leben lang unglücklich...

Aber wenn ich mir dieses Beispiel immer vor Augen halten würde, brauche ich nix mehr zu machen. Denn ein Anfall kann immer schlimme Folgen haben...
Ich selbst fahr auch Fahrrad. Hatte sogar einen Unfall wegen einem Anfall. Da ist mir zum Glück fast nix passiert. Doch einen viel schlimmeren Fahrradunfall hatte ich, als ein Autofahrer mich übersehen hatte. Und das ist ohne Anfall passiert......
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: ruth-etc. am 01. Februar 2015, 07:07:20
Hallo Basti

Zitat
Darf ich denn Fahrrad fahren?

"Rechtlich" betrachtet auch das "nicht"! :-(

Strafrechtliche Seite: Siehe § 315c StGB - Gefährdung des Straßenverkehrs

Zitat
(1) Wer im Straßenverkehr

1. ein Fahrzeug führt, obwohl er
a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder
b) infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, [...]

[...]

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1
1. die Gefahr fahrlässig verursacht oder
2. fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Im Straßenverkehr muß sich der Täter befinden. Dieser findet auf Verkehrsflächen statt, die vom Berechtigten für jedermann zur Benutzung freigegeben sind. Dazu gehören natürlich öffentliche Straßen, aber auch z.B. Parkplätze von Geschäften oder Gaststätten. Das Schild "Parken nur für Gäste" ändert an dem Vorliegen einer öffentlichen Verkehrsfläche nichts, wenn die Beschränkung des Benutzerkreises nicht auch durch Zäune, Tore oder vergleichbare Zugangshinderhisse verdeutlicht wird. § 315c StGB bezieht sich im Gegensatz zu § 316 StGB nicht auf den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr.

Der Tatbestand des § 315c StGB kann unterschiedlich verwirklicht werden. Der Täter muß entweder im Straßenverkehr ein Fahrzeug führen und nicht in der Lage sein, das Fahrzeug sicher zu führen, oder eine der sogenannten Todsünden im Straßenverkehr begehen:

Weiterhin muß der Täter durch die Tat Leib oder Leben eines anderen oder Sachen von bedeutendem Wert gefährden. Diese konkrete Gefährdung muß Folge der Tathandlung sein. Sie liegt nicht bereits darin, dass sich Menschen oder Sachen von bedeutendem Wert in der Gefahrenzone befinden. Der Eintritt eines Schadens ist allerdings nicht erforderlich. Eine konkrete Gefahr kann z.B. in einem zu geringen Sicherheitsabstand zwischen zwei Fahrzeugen liegen.

Der "bedeutende Wert" muß sich auf fremde Sachen beziehen, der Schaden an dem geführten Fahrzeug kommt also nicht in Betracht, auch wenn es sich um ein Leasingfahrzeug handelt. Die betragsmäßige Grenze des bedeutenden Wertes liegt, je nach der Spruchpraxis des erkennenden Gerichts, zwischen 500,-- und 1.000 Euro.

Nr. 1: Der Täter führt im Straßenverkehr ein Fahrzeug und ist nicht in der Lage, das Fahrzeug sicher zu führen: Fahrzeug im Sinne der Vorschrift sind Fahrzeuge jeder Art, also auch Fahrräder oder Rollstühle.

Ein Fahrzeug führen bedeutet, das Fahrzeug in Bewegung zu setzen oder es unter Handhabung seiner technischen Vorrichtungen während der Fahrtbewegung lenken. Dazu müssen die Räder des Fahrzeuges sich drehen. Soweit es lediglich beim Anlassen des Motors oder Einschalten des Lichts bleibt, liegt ein Versuch vor, der allerdings im Gegensatz zu § 316 StGB strafbar ist (§ 315c Abs. 2 StGB). Ob sich das Fahrzeug aus eigener Motorkraft bewegt oder durch andere Einflüsse ist unerheblich. Läßt der Täter das Fahrzeug z.B. einen Abhang herrunterrollen, liegt ein Führen vor.

Der Fahrzeugführer ist nicht in der Lage, das Fahrzeug sicher zu führen, und zwar aus einem der beiden nachgenannten Gründe:

Infolge des Genusses alkoholischer Getränker oder anderer berauschender Mittel. Die Fahruntüchtigkeit hängt sowohl vom Ausmaß der alkohol- oder drogenbedingten Änderung der Leistungsfähigkeit und der Beeinträchtigung der Gesamtpersönlichkeit des Fahrzeugführers ab als auch von der von ihm ausgehenden Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.

Bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille oder mehr wird die Fahruntüchtigkeit von Kraftfahrern unwiderleglich vermutet. Ein Gegenbeweis ist nicht möglich. Es ist unerheblich ob, die zu dieser Blutalkoholkonzentration führende Alkoholmenge zur Tatzeit schon vom Blut aufgenommen wurde. Die Einlassung, man habe unmittelbar vor der Tat einen eine größere Alkoholmenge in einem "Sturztrunk" zu sich genommen, die zur Tatzeit noch nicht ins Blut übergegangen sei, ist somit rechtlich bedeutungslos.

Für Fahrer von Fahrrädern setzt die Rechtsprechung die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,7 Promille an.

Die sogenannte relative Fahruntüchtigkeit kommt in der Regel ab einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille in Betracht. Bei einer solchen Blutalkoholkonzentration kann das Gericht eine Fahruntüchtigkeit im Sinne der Vorschrift feststellen, wenn bestimmte Ausfallerscheinungen (z.B. unsichere Fahrweise, Schlangenlinien) diesen Schluß zulassen.

Infolge geistiger oder körperlicher Mängel: Es ist unerheblich, ob es sich um vorübergehende oder dauernde Mängel handelt. Übermüdung und insbesondere der sogenannte "Sekundenschlaf" ist ein körperlicher Mangel im Sinne der Vorschrift. Der Ausfall von Gliedmaßen, z.B. ein eingegipstes Bein, kann ebenfalls einen körperlichen Mangel darstellen.

Ein geistiger Mangel ist z.B. die Herabsetzung der Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit aufgrund von Krankheit oder der Einnahme von Medikamenten. Auch bei geisten oder körperlichen Mängeln kann eine relative (d.h. aufgrund von Ausfallerscheinungen erkennbare) wie auch eine absolute Fahruntüchtigkeit vorliegen. Bei einer absoluten Fahruntüchtigkeit kann bereits aufgrund des vorliegenden Mangels (z.B. schwere Epilepsie) auf eine Fahruntüchtigkeit geschlossen werden, ohne daß noch Feststellungen zu Ausfallerscheinungen während der Fahrt getroffen werden müssen.

Quelle: http://www.kanzlei-heskamp.de/staftatbestaende/s-315c-stgb

Weiteres Beispiel, mögliches Szenario, allerdings ohne Radfahrer:
http://www.juraforum.de/forum/t/epilepsie-und-unfall.466086/

Zeitungsbericht:
http://www.112-magazin.de/kb-retter/item/11942-edersee-helikopter-fliegt-verletzten-radfahrer-in-klinik-/-kurzvideo

Bin auch immer gefahren. Ich hatte mit meinem Mountainbike ein Erlebnis im Wald, wo ich vermutlich (?) den Baum nur streifte, das Pedal aber wohl andockte und ich einige Meter weiter zu mir kam. War recht abgelegen, so bekam es niemand mit. Schob das Rad dann nach Hause und lies es eine lange Zeit stehen. Dann fuhr ich hin und wieder, aber nur wenig befahrene Wege, bis ich einmal dachte püh, vergiss es und schon vor der Garage zackig aufsteigen wollte (wohne in einer Kleinstadt). Plums - schon knallte ich samt Rad auf die Seite zu Boden. Bei dieser Bewegung war mein Gleichgewichtssinn wohl doch etwas anders als im stehen... Rad in die Garage und seither steht es da und ich gehe zu Fuß.

Grüße, Ruth
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: sterntaler am 01. Februar 2015, 10:22:51
Guten Morgen,
es gibt da sehr unterschiedliche Meinungen, auch seitens der Ärzte.
Ein Vertretungs-Neuro, bei dem ich wegen extremer Migräneanfälle war, sagt nur lapidar: naja, daß Sie kein Auto und kein Fahrrad fahren ist ja sowieso klar !! Nö, habe ich geantwortet, m e i n  Neuro läßt mich beides fahren. Hat dann etwas Streß gegeben ...
Für mich hängt es primär mit der Art der Anfälle zusammen. Wenn ich solche wie Du, Basti, hätte, würde ich totsicher - zumindest bis zu Phasen der Anfallsfreiheit - kein Rad mehr besteigen, einfach weil die Selbst-und Fremdgefährdung zu groß ist.
Ich habe einfach und komplex-fokale Anfälle, bei denen ich aber offenbar stereotypische Bewegungen/Handlungen ausführe, ohne bei Bewußtsein zu sein. Meine Umwelt kriegt das fast nie mit, einfach weil ich nach außen hin "normal" wirke, vielleicht gerade verlangsamt. Ich merke es nur an Filmriß plus Fehlleistungen, daß ich einen komplex-fokalen Anfall hatte. Die Anfälle dauern offenbar nur Sekunden, und dann denke ich: wieviel Leute sind auf dem Rad oder im Auto abgelenkt durch Handy, Radio, schreiende Kinder, Gespräche, Tagträumerei, seelische Erkrankungen ?! Kriegen die alle ein Fahrverbot ? Es ist bei mir noch nie was passiert - aber wenn, dann würde ich mich schwersten Herzens von dem Radfahren verabschieden.
Und BEpi hat Recht, die größte Gefährdung geht normalerweise von den Anderen aus ...  :-)))
Schönen Sonntag.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: smileypieps am 01. Februar 2015, 10:42:01
Naja ich seh mich weder geistig noch  körperlich eingeschränkt.
Und wie viele menschen nehmen medis unabhängig von epi. Schildrüse blutdruck etc. Da könnnen auch nw enstehen. Sind die geistig oder körperlich eingeschränkt.

Ich denke da muss wenn überhaupt dieses problem im raum steht, eine klare untersuchung amtsarzt neurologe epileptologe da sein. und sicher auch jemand der letztlich sein okay gibt oder  nicht.

Ist so ein e-bike oder mofa nicht auch ein fahrzeug!? Fährst du damit nur auf radwegen? Das ist doch häufig gar nicht  möglich. Dann musst du  doch auch auf die straße ausweichen.
Dein arzt hat das okay gegeben bzw gesagt das nix dagegen sprräche. Und hier steht wieder im raum, die frage was sagt die zuständige behörde dazu?

Lg
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Muschelschubser am 01. Februar 2015, 14:45:32
Hallo Ihr Lieben,

ich fahre Fahrrad -  klarer Fall. Ich habe mir nach dem ersten GM-Anfall einen Fahrradhelm gekauft und bin abends/nachts mit einer Warnweste. Mein Licht funktioniert (wichtig) und ich fahre defensiv. Meinen Epi-Ausweis habe ich dabei.
Damit ist aus meiner Sicht das Wichtigste abgehakt. Meine Ärzte haben mir auch nie abgeraten, Fahrrad zu fahren. Wie soll ich denn sonst von A nach B kommen? Schlimm war es daher, als ich wegen meiner ausgekugelten Schulter nach dem GM-Anfall im November 2013 auch kein Rad mehr fahren konnte. Ich bin fast eingegangen.

Grüße von der Muschelschubserin 
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: BEpi am 01. Februar 2015, 15:34:37
"Rechtlich" betrachtet auch das "nicht"! :-(


ich würde das nicht unerschreiben. In den Gesetzesauszügen ist kein direkter Verbot aufgeführt. Bei Epilepsie steht "kann" o.ä. was im rechtlichen Sinne soviel bedeutet wie "mal so, mal so...."
Beim Autofahren ist es auch eine Straftat, weil man ohne Führerschein fährt. Und den Führerschein braucht man nicht zum Fahrradfahren.

und das

....und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
....
gegeben ist, ist beim Fahrradfahren nicht zwingend der Fall, da ich mit einem Fahrradunfall schwer jemanden umbringen kann. Sonst dürfte ein Epi nicht mal mit einem Rollstuhl herumfahren:
....
Fahrzeug im Sinne der Vorschrift sind Fahrzeuge jeder Art, also auch Fahrräder oder Rollstühle.
....

ich würde die Gesetzestext so interpretieren, dass es bei Unfällen immer eine Einzelfallentscheidung gibt. (bin aber kein Rechtsanwalt)

Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Basti070980 am 01. Februar 2015, 15:40:03
Hallo,

wo bekomme ich einen Epi-Ausweis her?

Danke und Grüße
Bastian
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Larsi am 01. Februar 2015, 19:50:40
Kein Fahrrad fahren, meins steht auch nur zur Dekoration vor meiner Tuer!  Die Sturzgefahr ist zu gross und mit nem Fahrrad hinfallen, das schmerzt richtig. Auto fahre ich seit laengeren nicht mehr.  Ich fahre Bus!
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: smileypieps am 01. Februar 2015, 20:28:06
ich schmeiße mal in den raum, wenn du als epi einen anfall auf dem fahrrad kriegst und damit ind den fließenden verkehr "eingreifst" sprich vor eiin auto oder so. dann ist der Autofahrer mit schuld. denn er hat auf fahrradfahrer, fußgänger, inliner etc. zu achten.
ich kann auch mit dem fahrrad stürzen, ohne ersichtlichen grund, da bin ich nicht schuld, sondern der autofahrer , der mich !"mitnimmt".

mit alkohol auf dem fahrrad, mh , das sehe ich schon so wie es ist ganz okay.
aber ich finde, die sollten da die sache mit der promillegrenze entsprechend ansetzen.

LG
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Muschelschubser am 03. Februar 2015, 21:58:53
Hallo Basti, den Internationalen Epilepsie-Ausweis bekommst Du bei verschiedenen Organisationen, ich habe meinen bei meinem Neurologen bekommen, Du kannst ihn aber auch anfordern bei der IBE (International Bureau for Epilepsie oder so ähnlich, sorry, bin mir  wegen der -Auflösung der Abkürzung nicht sicher). Nachfragen kannst Du diesbezüglich auch bei der DGfE oder bei der Deutschen Epilepsievereinigung, beide sitzen in Berlin. Und Deine Krankenkasse kann Dir sicher auch weiterhelfen.

Viele Grüße von der Muschelschubserin
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: CrazyGrisu am 04. Februar 2015, 11:26:12
Im günstigsten Fall mit dem richtigen grossen Fahrzeug so fünf Achsen o-oo---oo aufwärts sparst Du in Zukunft viele Krankhaus-, Arzt-, und Medizinkosten.

Lediglich Deine "letzte" +++Party+++ finanziert dann wer anders und Du hast ein ***Leben*** lang  :jojo: Ruhe vor allem irdischen!

Deine 12 Monate empfohlenes  :luftguck: Fahrverbot verlängert sich dann die selige +++Ewigkeit+++.  :dance:

Darf ich denn Fahrrad fahren? Ich bin ja dann nicht motorisiert, aber nehme am Straßenverkehr teil! Was ist, wenn ich einen Anfall auf dem Fahrrad bekomme, ich stürze, und ein Autofahrer, LKW Fahrer usw. kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen?

 :insel:

Beste Grüsse auf Lebenszeit

Michael
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Basti070980 am 04. Februar 2015, 18:37:34
Hallo an alle,

danke für die Tipps. Ich frage den Neurologen nach dem Ausweis und dem Fahrradfahren!

Grüße
Basti
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Schäfchen am 05. Februar 2015, 15:49:45
Hi,
ich denke, dies hängt von der Anfallshäufigkeit ab. Wenn ich am Tag mehrere Anfälle hätte, würde ich nicht Rad fahren, da es einfach zu riskant für mich und andere währe. Als ich die Anfälle alle drei Monate bekam, habe ic hmich dazu entschieden, das Fahrrad fahren nur dort zu genießen, wo einfach weniger Verkehr war....ich habe mein Rad 5 Minuten bin zum Feld geschoben und bin dort gefahren, wo der Verkehr geringer war oder ich ganz alleine war.
Wenn ic hdort einen Anfall bekommen hätte, dann hätte nur mir etwas passieren können...aber eins sollte man auf alle Fälle machen...EINEN HELM AUFZIEHEN....
Jetzt bin ich über drei Jahre ohne Anfall und fahre auch in der Innenstadt Fahrrad....
LG Schäfchen
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: CrazyGrisu am 05. Februar 2015, 16:22:32
Moinsen! Was hat das eigentlich mit diesem Epilepsiepass auf sich ???

Ich habe mir mal selbst so ein sehr auffaelliges Kaertchen erstellt.

Vorne steht drauf:

Vorname Nachname
Die Krankenkasse mit Versicherungsnummer

Auf der Rückseite: EPILEPSIE

Morgens: UCB 750mg Keppra + GSK 125 Lamictal + 1000 IE Vigantoletten
Mittags: GSK 125mg Lamictal
Abends: UCB 750mg Keppra

(https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/t31.0-8/s2048x2048/10952291_1028272650519602_6575774341666900243_o.jpg)

Ja so sieht das Ding bei mir aus.  8)

 :insel:

Schoene Gruesse

Michael



Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Muschelschubser am 08. Februar 2015, 16:56:22
Hallo Michael, das ist ein gelber Ausweis zum Aufblättern. Da steht dann auch noch drin, wer Dein Neurologe ist und Dein Hausarzt und wer benachrichtigt werden soll, wenn man Dich hilflos findet. Naja. Grüße von der Muschelschubserin
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Basti070980 am 05. April 2015, 15:20:57
Hey,

habe jetzt in Bethel ja Zeit zu schreiben. ;) Also, laut Neurologe, Fahrrad fahren nur auf eigene Gefahr! Also, entweder laufen, oder von der Familie und Freunden fahren lassen, oder halt mit Bus oder Bahn! 

Grüße
Basti
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Murmeltier am 05. April 2015, 18:02:50
Ich werde nur immer darauf hingewiesen, dass ich nicht Auto fahren darf. Vom Fahrrad war nie die Rede. Einmal bin ich mit einem Fahrradhelm in der Hand bei meiner Neurologin aufgekreuzt und sie hat mich sichtlich besorgt gefragt, ob ich denn mit einem Motorrad hergekommen sei. Ich verneinte und sagte, ich sei mit dem Fahrrad gefahren. Dazu hat sie nichts gesagt. Ich fasse es also so auf, dass ich kein Fahrradverbot ausgesprochen bekommen habe.  :jojo:

Sicherer ist es mir trotzdem, wo es geht, über Parks und auf dem Fußweg befindliche Fahrradwege zu fahren. Und natürlich trage ich immer einen Helm. Falls ich mich nicht so gut fühlen würde und gerade auf der Straße langfahren müsste, würde ich trotz Verärgerung einiger Fußgänger den Fußgängerweg zum Fahrradfahren benutzen (mache ich manchmal auch so, wenn ich mich an einer bestimmten Stelle auf der Straße aus anderen Gründen nicht sicher fühle) oder absteigen und schieben.

Ich muss aber auch sagen, dass ich im Vergleich zu vielen hier selten Anfälle (GMs) habe und sie außerdem normalerweise abends oder morgens auftreten. Anders ist es nur, wenn ich nachmittags einen Anfall habe, weil ich morgens die Medieinnahme verpeile. Das passiert aber sehr selten, und ich würde erfahrungsgemäß mit großer Wahrscheinlichkeit 1-2 Stunden vor dem GM schon einen fokalen Anfall bekommen, dann würde ich vorbeugend eine Frisium einnehmen und mich erst in mind. einer halben Stunde aufs Rad schwingen. Wäre ich schon auf dem Rad, könnte ich während eines fokalen Anfalls noch absteigen, danach wäre halt schieben angesagt. Ich kann die Gefahr also recht gut einschätzen, auch wenn natürlich immer noch eine Risikokomponente bleibt.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: kkd am 06. April 2015, 21:17:03
Hallo zusammen,

ich seh dieses Thema wie Schäfchen. Wenn ich täglich Anfälle hätte, würde ich wahrscheinlich auch nicht Rad fahren. Wenn ich aber 2-3 Anfälle im Jahr hätte würde ich Rad fahren. Da ich persönlich mehr oder weniger anfallsfrei bin (ca. 1mal im Jahr einen GM, teilweise auch länger nicht) tu ich mountainbiken. Damit bin ich kaum auf öffentlichen Straßen unterwegs und wenn ich selbst Schutzkleidung trage, sollte hier auch nicht allzu schweres passieren. Hier muss man natürlich auch auf seinen Körper hören. Wenn man sich schon nicht so gut fühlt, macht es wenig Sinn sich dann der Gefahr eines Unfalls auszusetzen.

Verletzen kann man sich bei eine GM immer. Man kann auf dem Sofa liegen und bei einem GM sich das Gesicht an der Tischkante vom Wohnzimmertisch anschlagen. Ich hab mir auch schon ein blaues Auge im Büro geholt, als ich im vom Stuhl gefallen bin und mein Auge an einem Kunststoffbauteil hängen geblieben ist.
Aber so ist das eben. *** happens  :\
Solange man niemand anderes gefährdet (Thema Auto), muss jeder selbst wissen, wie weit er geht. Definitiv verbotenes natürlich ausgeschlossen.

Grüße
Florian
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Onchen am 08. April 2015, 13:15:41
Ich würde es in dem Fall abhängig davon machen, wo du Fahrrad fährst. An stark befahrenen Strassen kann es durchaus sein, dass ein Autofahrer ausweichen muss und dann in den Gegenverkehr kracht, ich glaube das ist nicht so im Sinne des Erfinders. In ländlichen Gegenden ist da höchstens die Gefahr, dass du dich ohne Fremdbeteiligung verletzt und es ewig dauert, bis es jemand bemerkt.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: CrazyGrisu am 18. April 2015, 16:57:17
Hey Leute *wink*

Meinen derbsten Anfall auf dem Fahrrad hatte ich vor 25 Jahren im Sommer.

Ich raste von einem Klassentreffen zum Karatetraining. Auf noch nicht mal halber Strecke überraschte mich die zweite Anfallsform. Anfälle durch körperliche Anstrengung. Damals fuhr ich was das 15-Gang-Rad her gab.

Ich bemerkte noch ein Zucken im rechten Arm dessen Hand ich am Lenker verkrampfte.
Als ich wieder an mehreren Stellen durch Schürfungen und Hautplatzern zu mir kam, war ich (so urig wie das klingt) zwischen Teilen des Rahmens und den Gurten meines Rucksacks verhedert.

Mit Hilfe meines Taschenmessers konnte ich mich einigermassen befreien und unter dem Rad weg krabbeln.
Das Taschenmesser sah ich seit diesem Tag nie wieder. Zwei Omi´s haben von so einer Notfallheber-Telefonzelle Hilfe gerufen.

Durch meine SOS-Kette fand sogar das zerditsche Fahrrad den Weg nach Hause.
Meine verständigten Eltern holten mich damals im Krankenhaus ab; wo ich wegen der Anfälle häufig hin kam.

Da gab es sogar noch Ordenskrankenschwestern. :) Mit Häubchen. :)

Als ich ihm Krankenhaus zu mir kam konnte mich kaum bewegen.
Man hatte mir die aufgeschürften Stellen an der Haut mit irgend so einer deckenden roten Paste eingeschmiert. :(

Das Zeugs machte wohl dass es Blutstillend war und zeitgleich die Haut zusammen zieht.

Im Kampfsport hatten wir sowas ähnliches: Sepso Tinktur. Juckte wie irre hoerte aber auch fix auf zu bluten. :D

Tja ... so war das ... der einzigste Anfall zu Rad. :)

Schoenen warmen Tag

Euer Draechli
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: ruth-etc. am 22. April 2015, 22:13:18
Mein derbster "Fahrradunfall" passierte ohne Anfall. Ein Autofahrer benutze unerlaubt einen Wirtschaftweg und als ich eine Unterführung zur anderen Seite nahm war da plötzlich ein Auto. Ich hatte vorher ne Senke und hielt das Tempo um dann die Steigung zu nehmen, das Auto wollte wohl gerade in die Unterführung. Laut meiner Kumpels war es noch etwas davor... Ich weiß das nicht mehr weil ich frontal rein donnerte, in hohem Bogen drüber flog, an die Betonwand klatschte, auf den Boden, nach einer kurzen Weile kurz aufstand, ein paar mal mit den Armen ruderte und wieder einen Abgang machte. Nachdem sie mir 2 Flaschen Wasser übergekippt hatten war ich dann wohl wieder soweit einsatzbereit und wir sind ins Schwimmbad. Fahrrad war am Arsch. Dafür haben wir dem Autofahrer (der die Hosen voll hatte) 100 Mark abgeknöpft. War mir egal, war meiner Schwester.

So, könnt ihr unter meinen Jugendsünden verbuchen. Ist nach 30 Jahren eh verjährt.  *lach*
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: CrazyGrisu am 01. Mai 2015, 09:37:27
Mädel ... Mädel ... das liest sich ja ... Filmreif *sorry*nach Tieffliegern ausschau halte*

Ja! Abgedrängt wurde ich in meiner Jugendzeit auch mal von reichen Leuten, hübscher Mercedes und eine eingebaute Vorfahrt (wo nun wirklich gar keine war).  :weirdo:

Ich fuhr mit meinem damals hoch modernen (Tacho mit Meilen statt km-Anzeige, ganz analog ohne Elektronik)  schweren massiven grünen Rixe-Fahrrad zum Sport. Ich war noch nicht mal zwei km weit gekommen, da kam ein rechts blinkender Goldfarbener Mercedes angerauscht, ich sah den zwar daneben auf dem Radweg fahrend aber die nächsten Sekunden gingen mir das Tageslicht ausgehen!  :O

Der Mercedes (Opi mit Hut und Omi mit grauem Walla Walla Haar) traf mich am linken Pedal und drängte mich jüngst in seine Einfahrt an den sehr massiven Steinbetonpfeiler.  :luftguck:

Mein so sportliches Fahrrad hatte dann eine neue Zierde. Eine deftige 8  :jojo: im Vorderrad.
Und wie immer lag das Fahrrad aus reiner Verbundenheit auf mir  :testwall: drauf.

Opi war sofort da und half mir hoch - Omi schaute ob es wer gesehen hatte, danach fuhren sie ihren total unbeschädigten Mercedes auf den Hof und luden mich zu Kakao und Schokolade zu sich ein.

Sie überredeten den kleinen Michael für 20 Deutsche Mark wieder seines Weges zu schieben.
Ich kam abends nicht mehr zum Sport. Als Papa morgens das Fahrrad sah musste ich ihm sagen was passiert ist!

Er fuhr dann zu diesen alten Säcken und sprach da wohl etwas mehr Klartext. Nach 150 D-Mark für´s kaputte Fahrrad sah er empfindlichst davon ab die beiden wegen Fahrerflucht und groben Unfugs anzuzeigen!

Traumatisch beeinträchtigt erinnere ich mich heute immer noch an das Haus wo Rudolf ein ganzes Jahr auf dem Vordach steht so bald ich an dieser leidigen pompösen Einfahrt vorbei komme. :(

Alles Gute Allerseits

 :insel:
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: ruth-etc. am 02. Mai 2015, 07:19:57
 :luftguck:  "Traumatisch"  ???  Sowas? *augenroll* 

Du meine Güte... Das war der derbste bei mir, nicht der einzigste. :x
Ich hatte da noch gut 60 Sachen drauf weil ich zuvor von einem getunten Mofa gezogen wurde.

Hmm... *augenroll*  Ich habe mich dann bei meinem Kumpel vorne ins Mofa gehockt und wir sind ins Schwimmbad.
Da haben wir noch den restlichen Tag genossen und uns einen kleinen hinter die Binsen gekippt.
Ich war nicht wirklich sonderlich schmerzempfindlich... (alles eine Sache der Gewohnheit).

Warst wohl mal ein kleiner neidischer Jammerer, wa?  :-)))

Puh... und ich dachte es hätte mit deinem Tumor oder so zu tun. Ne, ne, solche Leute sind mir echt zu anstrengend. :jojo:
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: halbvoll am 07. Juli 2015, 13:04:34
Hallo Basti

Die Wahl zwischen Für und wider kann der Gesetzgeber Dir nicht abnehmen.Deine Selbsteinschätzung über eigene Möglichkeiten-
trotz Epilepsie. Ebenso wenig darfst Du eventuelle Wahrscheinlichkeiten außer Acht lassen.

Eine ganz wichtige Komponente ist das moralische Bewusstsein---Wie stehe ich zum Leben.----Frage auch den Arzt--nicht was Du tun kannst, sondern ob die Entscheidung, welche Du treffen möchtest---einen Großteil der Evantualitäten berücksichtigt.

Du siehst-durch die Verknüpfung mit dem Individuum hat die Epilepsie viele Facetten, sie deren Bedeutung nur Betroffene
wirklich kennen--während andere das Stadium der Spekulationen nie verlassen werden.

Ich wünsche Dir bei Deinem Umgang mit Dir---viel Glück.

lg
Halbvoll
Titel: Re: Über den Tellerrand hinaus blicken!
Beitrag von: halbvoll am 28. Februar 2016, 13:28:54
Hallo

Wohl  jedem Betroffenen dürfte klar sein, dass die Epilepsie eine unberechenbare Krankheit ist.Doch so mancher glaubt dieses Faktum
durch Methoden, die dem Berechenbarkeit Denken entstammen (z.B. Statistiken), aushebeln zu können.

Es ist nicht immer einfach zu ertragen, dass man in vielfältiger weise an Grenzen stößt. Grenzen der Belastbarkeit- des zwischen-
menschlichen miteinander oder einfach nur der Rücksichtnahme auf andere.

In Bezug auf die Fahrerlaubnis habe ich hier gelesen-"Ich könnte es nicht ertragen mir einmal Vorwürfe machen zu müssen."
Ein Satz, den ich hier viel zu selten gelesen habe -- eher den Bezug auf Rechte mit äußerst fragwürdigen Parametern, die der
Überprüfung einer ganzheitlichen Sichtweise, nicht stand halten würden.
Natürlich bin auch ich des öfteren eines besseren belehrt worden.--Heute 55 Jahre danach:--Man muß nicht jede Erfahrung selbst machen um dann erst einzusehen, dass es dass richtige Ergebnis ist.

Lieber mal eigene Belange zum Wohle der Allgemeinheit zurückstellen, als die Wiederherstellung der Gesundheit eines anderen
der durch meinen Eigensinn verunfallte, bis an mein Lebensende mir zu wünschen.

halbvoll

Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Sambesi am 11. Dezember 2016, 04:13:39
Also bei mir im Arztbrief steht drin, ich darf nicht aktiv im Straßenverkehr teilnehmen und das spricht sowohl für Auto, Fahrrad und Rollstuhl!
Ich habe zwar einen Autoführerschein, den habe ich gemacht, als ich die Epilepsie zwar schon hatte, aber da war sie noch nicht diagnostiziert, es gibt sehr wohl auch einen Fahrradübungsschein, den macht man in der Regel in der 3. oder 4. Klasse. Das mit dem Rollstuhl ist echt blöd, weil der ja nicht von alleine bremst, also entweder immer Begleitperson mitnehmen, oder man kann halt nicht raus.
Ich ´habe auch bei der Polizei nachgefragt, Epileptikern ist es untersagt Fahrrad zufahren, weil das ist auch aktiv am Straßenverkehrteilnehmen, genau wie Roller fahren und Rollschuh fahren, Skateboard fahren gehört auch dazu.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Joy am 11. Dezember 2016, 21:08:36
Ist ja echt krass, dass der Rohlstuhl nicht erlaubt ist, was machen dann Querschnittsgelähmte, sind die auf ewig an die Wohnung gefesselt?

Fahrrad fahren usw. kann ich eh nicht wegen Gleichgewichtsproblemen, zum Glück wohne ich in der Großstadt, da kommt man mit dem MVV überall hin!

Lg Joy

Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Sambesi am 11. Dezember 2016, 21:22:30
Wohnst Du in München Joy? Also ich wohne in ner knapp unter 250.000 Einwohner Stadt, die Busse fahren echt blöd manchmal und nicht alle Straßenbahnen sind Niederflurbahnen, da kannst manchmal 45 Minuten auf die nächste Bahn warten. Ja, da hast echt nen Problem, da brauchst Du ständig ne Begleitperson oder ne Assistenz, die Dich überallhin begleitet.
Oder Du machst es einfach und wenn was passiert, zahlt es die KK womöglich nicht und die Unfallversicherung auch nicht. War ja dann grob fahrlässig, es sei denn man attestiert Dir, Du hast das nicht verstanden, wenn Du Pech hast, kriegst dann aber nen Betreuer.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Joy am 11. Dezember 2016, 21:30:37
Ja, bin ein Münchnerkindl :-)))

Aber mit Betreuer kann man dann wenigstens noch raus gehen.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Sambesi am 11. Dezember 2016, 21:46:13
Hab ich doch gleich am MVV gemerkt, meine alte Heimat! War letztens noch da und habe bei einem sehr bekannten Laden eingekauft um den Ärzen hier im Nordosten mal ne kleine Freude zumachen, die freuen sich immer wenn Weihnachten naht und entweder ein Päckchen aus München kommt oder ich eine Tüte mitbringe.
Ein Betreuer ist aber auch nicht immer da, den siehst Du wenn Du Glück hast einmal im Monat und dann willst Du nur einmal im Monat rausgehen?
Ich war letztes Jahr in der Thalkirchener 48, da haben se paar Testungen gemacht, da hatte ich dann 2 Anfälle, einmal früh morgens da haben se den AVD geholt, der hatte natürlich überhaupt keine Ahnung, da hatte ich mich voll über meine Mitpatientin aufgeregt ( so ne uneinsichtige alte Oma ), ca. ne Woche später erneuter Anfall da konnte ich dann nach 24h immer noch nicht sprechen und dann haben se mich nach Bogenhausen verlegt, weil ich denen auf nen Zettel geschrieben habe, bloß nicht GH!, Dann war ich über Weihnachten in Bogenhausen, da war ja nur ne Notbesetzung und die hatten kein Keppra und haben das dann aus dem Stand abgesetzt, habe also 5 Tage, die ich da war gar keine Tabletten genommen, mir gings total ***e, konnte aber ja nix sagen, nach 4 Tagen kam die Sprache wieder, wurde am 28.12. dann entlassen, die haben nur nen EEG, das war wohl unauffällig, sonst nix und im Arztbrief steht ich war in Kehl Kork, dabei hab ich denen auf nen Zettel geschrieben, dass ich in Bethel Bielefeld war, total die Deppen! Den Brief haben sie bis heute nicht korregiert, meinen Neuro aus München habe ich bis heute behalten, bei dem war ich jetzt auch kürzlich, der ist total klasse und man bekommt schnell Termine, also er sagt, in München wäre das mit Rollstuhl fahren nicht so das Problem, die sind da lockerer die im Norden sind da spießiger.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Joy am 12. Dezember 2016, 15:08:55
Boahr, höre mir bloß auf mit den alten Omas. Das sind so bösartige Menschen. Da habe ich so viel erlebt vom vordrängeln über vom Sitzplatz wegscheuchen, sogar einmal schlagen bis zum wüsten Beschimpfen, obwohl ich denen echt nichts getan habe  (in den 3 Situationen). Meine Lehre daraus, die alten haben 0 Respekt oder auch nur ein bisschen was von Anstand vor der Jugend!

Bei welchem Laden warst du denn?

Meine Sprache kommt auch erst etwas später wieder, geht aber zum Glück nach 2 Stunden oder so.

Will auch nicht wissen, was ohne Medis passiert. Als sie mir im Monitoring das Topiramat abgesetzt haben, war noch nichts, am nächsten Tag Lamo weg und der Anfall da.  Da kommt man schon mal auf den Gedanken, ob der Körper denn gar nichts aushält?

Bei mir sind auch viele Arztberichte falsch, sogar das Datum der Op. Die Halbgötter in weiß sind halt doch nur unkonzentrierte Menschen.

Sitzt du denn im Rohlstuhl oder irgendwas?

LG Joy
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Sambesi am 13. Dezember 2016, 03:59:14
Na, bei Dallmayr.   :)
Boah, ja alte Leute gehen auf keine Kuhhaut, nee Respekt haben die keinen und Epi sieht man ja meist nicht, es sei denn Du hast nen Helm auf, also dauerhaft sitze ich nicht im Rollstuhl, obwohl die eine Klinik hier gesagt hat ich muss das, damit ich mich nicjt verletzte, aber ich bin auch schon mal samt Rollstuhl in ner Buchhandlung ins Bücherregal geflogen und dann ist das Holzbücherregal umgefallen und auf mich drauf gefallen - ich sag nur Domino Day, grins. Ich muss schon sagen die Mitarbeiter haben vorbildlich reagiert, ich hatte ne Platzwunde unterm Auge, jetzt ahbe ich einen Gurt am Rollstuhl, damit bijn ich aber auch schon umgekippt, dann fliegst halt nicht mehr raus, aber kippst mit dem ganzen Teil um und wirst von ihm begraben.
Zur Zeit hab ich gelähmte Beine und Spastiken von dem Schrott Topiramat, hoffe das geht wieder weg, wenn das draußen ist.
Aus mir haben sie auch ein anderes Geschlecht gamacht oder mich mit einem Mitpatient verwechselt, in meinem Arztbrief steht sein Name und bei ihm meiner, leider steht auch seine Ausbildung und Krankengeschichte bei mir drin und meine bei ihm, wurde bis heute nicht geändert, dabei ist der Brief von 2012. Geburtsdatum wird auch oft falsch angegeben, naja,das ist nicht so schlimm, am schlimmsten finde ich, wenn die Medikamenten angaben nicht richtig angegeben werden oder medikante die ich noch neie genommen habe tauchen dann da plötzlich auf, sehr zum wunder meiner ärzte.
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: Joy am 13. Dezember 2016, 09:01:48
Ah ja, Dallmayr, gibt es ja auch bei Tchibo. E

En schmerzhafter Domio Day :O

Dann bringt der Rohlstuhl ja auch nicht viel oder?

Also das mit der Krankenakte darf nun wirklich nicht passieren. Bei meinem Hausarzt stand in der Akte 56 Jahre, da meinte der Arzt, dass kann nicht sein. Bin schließlich noch keine 30! Ist auch irgendwas falsch gelaufen. Bei dem ganzen ist es gut, wenn man sich selbst noch alles merken kann an Datum und Tabletten usw.

Von Topiramat Lähmung? Ist ja krass. Das Zeug hat mir geholfen 30 Kilo abzunehmen, das einzig gute dran. Aber alles andere Haarausfall, magen darm, geistige Verfassung, nicht so toll, wurde dann in Vogtareuth rausgenommen. Hab ich von einen auf den anderen Tag nicht mehr genommen. Mir war sowas von schwindlig. Aber gebracht von den Anfällen her hat es auch nichts.

Lg Joy
Titel: Re: Bei Epilepsie Fahrrad fahren
Beitrag von: smileypieps am 14. Dezember 2016, 19:49:35
Hi
Steht das im Gesetz irgendwo geschrieben, das du kein Fahrrad fahren darfst.?
Wie sieht es denn aus wenn ich nicht AKTIV am  Straßenverkehr teilnehmen.? Passiv... Wie sähe das denn aus.  :)

 :) - Pieps