Autor Thema: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung  (Gelesen 3043 mal)

Maria Vargas

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reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« am: 25. September 2010, 20:07:05 »
Hallo an alle Mädels, die Lamictal bzw. Lamotrigin nehmen:

aktueller Anlass meiner Frage ist, dass ich heute morgen während dem Duschen einen GM hatte  :'( :'( :'( und wer von euch hat Erfahrungen mit vermehrter Anfallshäufigkeit (auch Abcencen) und Hormonschwankungen innerhalb des Zyklus.
Ich habe rund um meinen Eisprung bzw. innerhalb meiner fruchtbaren Tage immer wieder Abcencen. Im Januar diesen Jahres hatte ich auch einen GM und der war auch rund um den Eisprung.  (nehme 200mg lamotrigin)

jetzt heute hatte ich völlig aus dem "Nichts" wieder einen GM und gestern war der Eisprung... ???

Kurz zu meiner Epilepsiegeschichte: ich hatte 2002 den ersten GM (war Mitte 20) mit wie sich dann rausstellte auffälligem EEG. war dann mit Valproinsäure (Orfiril) 5 Jahre anfallsfrei (Abcencen nicht ausgeschlossen, habe damals die Krankeit verdrängt und nicht darauf geachtet)
Habe dann nach 5 Jahren mit Neurologen beschlossen Medi auszuschleichen udn 9 Monate später in einer emotionalen schwierigen Zeit mit Schlafmangel wieder einen GM.
Wegen Kinderwunsch auf lamotrigin eingestellt (200mg) und jetzt im Januar mit wenig Risikofaktoren (ein bisschen spät ins Bett, neuer Job seit August 2009- aber das war echt alles) wieder einen GM. und rund um den Eisprung

Und heute, zugeben nach anstrengender Arbeitswoche, aber sonst alles normal, nicht allzu spät ins Bett und richtig ausgeschlafen, habe unter der Dusche wieder einen GM produziert und....gestern war der Eisprung`!!!!

Hat jemand von euch da Erfahrungen??


liebe Grüsse aus der Schweiz

Maria Vargas

Kleines2303

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Re: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« Antwort #1 am: 28. September 2010, 18:51:15 »
Hallöle,
ich habe zwar selber keine erfahrung aber einfach  mal im netz geschaut...
es soll wohl daran leigen das der eisprung von einem erhöhten Östrogen ausschuß
ausgelöst wird.
Östrogene können anfalls auslösend sein.
Allerdings gibt es keine genauen angaben,
es wird daran noch geforscht.

lg
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sterntaler

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Re: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« Antwort #2 am: 28. September 2010, 19:38:27 »
Hallo Maria Vargas,
ich habe schon paarmal hier darüber geschrieben: ich habe auch eine deutliche Anfallshäufung um den Eisprung herum (besonders schlimm sind Tag 1-2 danach) und ab Tag 8 vor den Tagen. Fühle mich oft einfach wie ein Zombie, kann mich kaum konzentrieren, Sprach-und Sehstörungen, totale Erschöpfung, und eben die Anfälle. Habe/ vielmehr hatte mindestens eine Aura nach der anderen, sowohl unter Topamax als auch jetzt unter Lamotrigin, fast die Hälfte des Monats gings mir hormongesteuert schon sehr schlecht. Dazu ab und zu komplex-fokale Anfälle. Sind natürlich unter Lamo deutlich besser und weniger geworden, aber eben nicht verschwunden.
Nachdem ich einen sehr langen Zeitraum Tagebuch darüber geführt habe, habe ich nach einer Odyssee endlich eine Frauenärztin gefunden, die einen Hormonspiegel gemacht hat. Progesteron ist zu niedrig. Sie hat mir probeweise sogenanntes "natürliches Progesteron" verschrieben, in Salbenform, muß leider selbst bezahlt werden. Es ist seitdem mein Wundermittel gegen die Epilepsie !!  :dance:- denn wenn ich ausreichend nehme, dann bin ich an den entsprechenden Tagen fast oder total anfallsfrei und fühle mich nur wenig beeinträchtigt. Stimmung, Konzentration, Power - alles verändert sich positiv. Progesteron erhöht die Krampfschwelle im Gehirn, Östrogen senkt diese ab - das ist der springende Punkt. Nach Eisprung und am Ende der 2. Zyklushälfte kommt es zu einem Progesteronabfall - und Östrogen dominiert - daher dann die Anfallshäufung, die ungefähr ein Drittel aller Frauen mit Temporallappenepi haben sollen. Mit zunehmenden Alter findet kein Eisprung mehr statt, dann ist der Progesteronspiegel noch viel niedriger. Das erklärt, wieso es mir z. B. manchmal relativ gut geht - und ich im nächsten Zyklus wieder auf dem Boden krabbele. Ich habe mir mühsam viele Informationen im Netz zusammengesucht, auch in den USA gefahndet : dort gibt sogar richtige Progesteron-Foren für Epileptikerinnen !! Hier ist das noch sehr unbekannt. Ich bin total skeptisch was Medikamente betrifft, aber dieses Medi kann ich nur empfehlen.
Liebe Grüße, Sterntaler

Maria Vargas

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Re: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« Antwort #3 am: 29. September 2010, 12:58:16 »
Hallo zurück,

vielen dank für die Antworten.
 @ Sterntaler: endlich mal jemand, der da mein Gefühl bestätigt!! mein Neurologe hat mir dazu nichts weiter gesagt, obwohl ich da ganz genau Buch führe und man ein deutliche Häufung sieht (ich habe teilw kurze Auren, aber eben Abcenen und die in reihe können können bei mir eben einen GM auslösen!!) das mit dem Progesteron (das ist das Hormon, dass in einer Schwangerschaft erhöht produziert ist??) tönt gut, ich werde das mal bei meiner Gynekologin ansprechen bzw. überlege sowieso mich noch in einer Epiambulanz vorzustellen. Ich wohne seit einem Jahr in Zürich und hier gibt es Epi-Zetrum. mein jetztiger Arzt hier hat mir am Montag Blut abgenommen, um Medispiegel zu bestimmen um dann zu entscheiden, ob und wie viel erhöht wird. Ich muss ehrlich sagen, ich fühle mich mit der aktuellen Dosis nicht ausreichend geschützt.. ich hatte jetzt 2 Gm in einem dreiviertel Jahr und davor 2 in 5 Jahren (und das sogar beide ohne medis... ) also werde ich mir eine weitere Meinung einholen!!
Dann kann ich das auch gleich mit dem Progesteron ansprechen!! In der Schweiz wird auch nicht alles bezahlt, aber wenn ich dafür keine GM und Abcencen mehr habe, gebe ich das gerne aus!!!!
Nimmst du das den ganzen Zyklus lang oder nur in der "heissen" Phase?


Vielen Dank für den wertvollen Tip

Gruss aus der Schweiz
Maria Vargas

sterntaler

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Re: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« Antwort #4 am: 30. September 2010, 22:39:53 »
Hallo Maria Vargas,

ja, genau was Du beschreibst kenne ich auch, nur eben ohne GM, dafür mehr mit dem Gefühl eines Dauer-Anfalls - mit diversen Störungen - über mindestens 1-2 Tage. Es hat wirklich JEDER Arzt, egal ob niedergelassener Neurologe, ob Epi-Ambulanz oder sogar das Epilepsiezentrum Bethel - meine Hinweise auf hormonbedingte Anfallshäufung und meine "Zombie-Zustände" ignoriert, allenfalls bekam ich ein Achselzucken. Mein Neurologe meinte nur immer, tja, da brauchen Sie eben Hormone ... Was für Hormone, weshalb, zu wem ich gehen soll ? Keine Hilfestellung. Zwei Frauenärztinnen fanden einen Hormonstatus überflüssig. Wie schon geschrieben, erst die jetzige war vollkommen unkompliziert. Da sie auch eine fundierte = seriöse homöopathische Zusatzqualifikation hat, vertraue ich ihr auch, was mögliche Nebenwirkungen etc betrifft. Am Anfang hatte ich z. B. starke Brustschmerzen, war plötzlich aufgeschwemmt, vorübergehend innere Unruhe, hatte vorübergehend Zwischenblutungen ... aber das hätte ich alles in kauf genommen für das deutliche sofortige "Bessergehen" ab Beginn. Die Nebenwirkungen sind alle nach 2-3 Monaten verschwunden, ich probiere auch immer wieder neu aus, wieviel ich gerade brauche - denn der Progesteronspiegel schwankt ja auch. Eigentlich sollte ich nur vom 12.-26. Zyklustag "cremen", aber es geht mir spätestens ab Tag 10 schon so schlecht, daß ich mit Okay der Ärztin früher anfange. Sie meint, mindestens 1 Woche Pause wäre gut. Ich habe die Salbendose tagsüber dabei, falls es mir doch mal schlechter geht. Hilft innerhalb ca 45 min. . Habe witzigerweise dann auch später gelesen, daß bereits am Tag 10 der Progesteronspiegel absinkt, meine eigenen Beobachtungen stimmten also. Falls Du weitere Fragen hast: jederzeit !! (vielleicht auch über PN)
Herzliche Grüße, Sterntaler

Tiffy

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Re: reduzierte lamictalwirkung rund um den eisprung
« Antwort #5 am: 19. Juni 2017, 14:20:10 »
Hallo Zusammen.
Ich beobachte auch schon seit langem, dass diese Auren überwiegend vor/um den Eisprung und während der Periode auftreten.
Auch ich sollte von Anfang an einen Anfallskalender führen und habe in diesen sowohl die Anfälle und auch den Zyklus eingetragen.
Auf mein Fragen, ob dies zusammen hängen kann, hat sich auch keiner interessiert.
Ausser ein Arzt in Bethel, der auf mein Fragen, ob ich mir die Hormonspirale entfernen lassen soll, der sagte, dass ohne die HORMONspirale
die Auren häufiger werden könnten. Dies hat er aber mit solch einem Selbstzweifel ausgesprochen, das es eher den Eindruck machte, er wäre selbst nicht davon überzeugt. Weitere Ärzte haben dies ausgeschlossen, mit den Achseln gezuckt, oder sich gar nicht interessiert.
Nach einiger Zeit war die Hormonspirale dann "abgelaufen", musste entfernt werden und ich habe mich für eine Kupferspirale entschieden.
Seitdem habe ich die Periode regelmäßig und auch die Anfälle. Ca. alle 2 Wochen (Eisprung/Periode) Östrogenaufbau/-abbau; Progesteronaufbau/-abbau; Östrogenaufbau/- usw....Östrogen - anfallsfördernd; Progesteronaufbau - anfallshemmend.
Nun überlege ich, ob ich die Pille einnehme, eine die den Östrogenaufbau/den Eisprung verhindert.
Da ist dann wieder das Lamotrigin das die Pille "stört".
Eine Pille muss wohl eine gewisse Dosierung haben um zuverlässig zu wirken in Kombination mit Lamotrigin.

Kennt jemand was davon?

Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 300 mg und abends 300 mg
Tavor !!! Leider wieder