Autor Thema: Nebenwirkungen bei Ospolot  (Gelesen 1582 mal)

Sultiam05

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Nebenwirkungen bei Ospolot
« am: 17. Juli 2011, 23:40:38 »
Hallo, hat jemand Hautreaktionen durch Ospolot? Weiß jemand was von Hautreaktionen nach der Einnahme von Ospolot?

Kann es sein, dass durch den Wirkstoff (oder irgendwas anderes in diesen Ospolot) eine Veränderung im Körper stattfindet, die Hautveränderungen/Hautreaktionen hervorruft? Es kann sich nicht um eine Unverträglichkeit in dem Sinne handeln, da die Veränderung auch jetzt schon nach 3 Jahren ohne Ospolot anhalten.

Mein Sohn (9 Jahre) hat 3 Jahre lang Ospolot bekommen und schon mit der 14ten Tablette zeigte er die ersten komischen Hautreaktionen. Seit dem hat er sechs verschiedene Hautdiagnosen gestellt bekommen, wobei zu jeder diagnostizierten Hauterkrankung nur die Hälfte der Symptome paßt und dazu noch die Diagnosen alle nur per Augenschein festgestellt wurden, ohne ordentliche Diagnostik (außer Blut). Und das die dazugehörigen Therapien sich überhaupt nicht miteinander vertragen. Für das eine gut - für das andere schlecht.

Seit sechs Jahren quälen wir uns    a c h t   Monate im Jahr mit der Versorgung der Haut herum5.

Die Belastung ist so groß und fast nicht mehr tragbar. Ich möchte doch nur, das mein Sohn mal ohne Handschuhe, ohne Creme/Salben, ohne Angst und ohne 5-9 malige tägliche/nächtliche Versorgung draußen spielen kann.

Bin froh über jede Antwort und evtl. auch hilfreiche Idee, was ich noch machen kann.

LG Sultiam05

Cornelia-Admin

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #1 am: 18. Juli 2011, 00:24:18 »
Hallo Sultiam,

herzlich willkommen im Forum.

Das liest sich ja gar nicht gut.  :tröst:

Hm, bei Ospolot sind wie bei allen Medikamenten natürlich allergische Hautreaktionen möglich. Treten diese auf, soll das Medikament sofort abgesetzt werden.
Außerdem treten bei Ospolot, allerdings nur in seltenen Fällen, Examtheme auf. Es kann natürlich sein, dass dies bei deinem Sohn der Fall ist.
In Einzelfällen gab es auch den Verdacht, dass ein Stevens-Johnson-Syndrom oder ein Lyell-Syndrom in Zusammenhang mit Ospolot stehen könnte. Ich gehe aber davon aus, dass diese beiden schweren Hauterkrankungen von den Ärzten erkannt worden wären.

Nun ist Exanthem ein Ausdruck, der sehr viele verschiedene Hauterscheinungen umfasst. Arzneimittelreaktionen der Haut bilden sich zwar in den meisten Fällen einige Zeit nach dem Absetzen des Medikamentes wieder zurück, aber leider nicht immer.
Allerdings sind Hauterkrankungen auch ein weites Feld und oft schwer zu dagnostizieren.
Es wäre aber natürlich auch denkbar, dass die Erkrankung nur zufällig mit der Ospolot-Gabe auftrat und eigentlich nichts damit zu tun hat. Eine Neurodermitis z.B. verläuft oft schubweise, wie Du es andeutest und ist nur schwer beeinflussbar.

Wo wart ihr denn mit dem Jungen? Beim Kinderarzt und bei Hautärzten, nehme ich an?
Es gibt ja auch spezielle Kliniken für Dermatologie und Allergologie, ist er in einer solchen mal gründlich durchgecheckt worden?

Das würde ich Euch raten.

Liebe Grüße
Cornelia
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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #2 am: 18. Juli 2011, 00:27:50 »
Ach so, die Hilfsstoffe in Ospolot sind:
Gelatine, Hypromellose, Lactose, Macrogol, Magnesiumstearat, Maisstärke, Siliciumdioxid, Talkum, Titandioxid (E 171).

Natürlich ist es möglich, dass er auf einen dieser Stoffe allergisch oder überempfindlich reagiert, aber normalerweise hätte sich das nach dieser langen Zeit wieder gegeben haben müssen.


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cerebrie

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #3 am: 18. Juli 2011, 08:39:27 »
Herzlich Willkommen bei uns
Hier findest du viele infos und Antworten auf deine fragen
Mein Herz lege ich in deine Hände, wahre es gut,denn so bleib ich immer bei dir.
Für mein Stern Yannick-Peter

Hermann

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #4 am: 18. Juli 2011, 18:19:04 »
Hallo,

schön, dass Du nochmal gefragt hast. Cornelia hat bereits die vielen Nebenstoffe in dem Medikament erwähnt. Es kann lange dauern, bis es geklärt ist.

Wenn Du der Hautausschläge wegen zum Hausarzt gehst, kann der Neurologe nicht wissen, wo der Schuh drückt.  Vielleicht lässt sich organisieren, dass sich Hausarzt und Neurologe kurzschließen. Sie könnten Informationen über die Nebenwirkungen auszutauschen.  Dann besteht die Chance,  schneller auf den Grund des Ausschlags zu kommen.

Wenn die Medikamente (Ospolot) es auslösen sollten, würde man eventuell ein anderes Mittel versuchen. Um dem Neurologen zu zeigen, wie das Ospolot wirkt, würde ich den Anfallskalender mit in die Praxis bringen.

Der Besitzer unseres Forums, Herr Professor Dr. Hufnagel,  hat jede Menge Informationen über Epilepsie verfasst. U. a. auch zu den Nebenwirkungen der einzelnen Medikamente. Die Links unter diesem Beitrag führen dich dorthin.

Viele Grüße
Hermann


Epilepsie-Ratgeber von Prof. Dr. Hufnagel

http://www.epilepsie-netz.de/10/Epilepsie-Ratgeber.htm

Dieser Link führt zu Ospolot (Sultiam)

http://www.epilepsie-netz.de/183/Epilepsie-Ratgeber/Antiepileptika/Sultiam.htm

Sultiam05

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #5 am: 21. Juli 2011, 22:21:44 »
Hallo zusammen und herzlichen Dank für Eure Informationen.

wir sind seit 6 Jahren von Klinik zu Klinik von Arzt zu Arzt wegen der Haut unterwegs. Die Hautärzte machen nichts, kein Allergietest o. ä., der Kinderarzt versuchte alles Mögliche (da er u.a. alternativ behandelt, ist der Kontakt zu Schulmedizinern nicht besonders). Der Neurologe hatte schon Kliniken empfohlen, die wir auch aufgesucht haben, da er persönliche Kontakte hatte, doch die machen nichts. D. h. eine kleine Lichttreppe ist gemacht worden und dann mußte ich die Ärzte auffordern endlich irgendetwas zu tun, damit es weiter geht. Wir wollten da ja nicht abhängen und eine Provokation wollten die Ärzte nicht machen. Also sind wir mit Sonnenschutzmittelchen nach Hause. Hab aufgrund eurer Hinweise Mitte August einen Termin bei Allergologin (auch Kinderärztin) um ihn allergologisch mit einem Basistest mal abklären zu lassen (dass heißt noch nicht, das der auch gemacht wird - bin gespannt).

Ich selbst habe zwei Vermutungen:
=== das mein Sohn durch die damalige Einnahme von Ospolot irgedwie empfindlicher in Bezug auf Hautreaktionen wurde. Durch einen Wiesefall hatte er sich eine Verbrennung 2ten Grades zugezogen (Für mich sah es eher aus wie eine Verätzung). Und seit dem kommen die hauptsächlichen Beschwerden immer an diese damals verletzten Stellen und auch an drei weiteren Stellen, an denen er sich Verletzungen zugezogen hatte (z.B. an der Stirn durch scheuern vom Fahrradhelm). Aber folgedessen kann es nicht nur mit der Verbrennung an den Händen zutun haben.
=== Oder das Ospolot hat im Körper etwas verändert, so das tiefere verletzte Haut mit allen Belastungen nicht mehr klar kommt? Ospolot bewirkt doch was im Körper. Ich meine bei den vielen Recherchen gelesen zu haben, das irgendetwas im Körper blockiert oder gehemmt wird, was wiederum aber für andere Abläufe (Tätigkeiten von Enzyme o.ä.) wichtig sind. Was ist wenn sein Körper dadurch eine bleibende Fehlinformation hat. Dann muß ja keine sogenannte Unverträglichkeit auf Ospolot vorliegen. Es würde vielleicht auch erklären, warum er trotzdem Probleme mit der Hautregeneration hat, obwohl er seit 3 Jahren kein Antiepileptikum mehr nimmt.

Wenn ich mit der IKK-med-Hotline telefoniere fragen die auch schon mal ....ist das oder das denn mal gemacht worden. Doch ich kann nur sagen...nein. Dann die Frage ....warum nicht. Doch ich kann nur sagen....weiß ich nicht. Vielleicht, weil die Ärzte sich selber nicht ganz sicher sind was sie machen sollen. Eine Tiefenbiopsie würde evtl. weiterhelfen, doch keiner will eine machen. Ein einziger Arzt kam mal selbst auf diese Idee, da die verschiedenen Symptome nicht zusammen passen. Doch er würde keine Biopsie am Handrücken oder im Gesicht machen.

Meine Gedanken sind unendlich. Und immer wieder komme ich mit allem auf diese Zeit 14 Tage nach der ersten Ospolot-Einnahme zurück.

Ich versorge täglich für 8 Monate im Jahr meinen Sohn mit allem Möglichen, obwohl genau das seine Haut irgendwie belastet und es ehrer zu schlimmeren Reaktionen durch die Salben usw. kommt. Für mich ist und bleibt das nur eine Versorgung einer "Folgeerscheinung" und ich hoffe irgendwann die Ursache gefunden zu haben.

Vielleicht fälle ja noch einem von Euch was ein, dann würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Liebe Grüße
Sultiam05

Hermann

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #6 am: 21. Juli 2011, 22:58:54 »


http://www.desitin.de/fileadmin/web_files/Produkte/PDF/Ospolot_50mg_GI.pdf

http://www.pharmazie.com/graphic/A/03/1-23703.pdf


Hallo,

ich habe näher bei Ospolot nachgesehen. Zu allergischen Hautreaktionen kommt es häufig. Die beiden oberen Links führen zu weiteren Informationen.

Eine regelmäßige Kontrolle des Urins ist unerlässlich. Engmaschige Blutkontrollen müssen sein. Die Symptome Deines Sohnes rechtfertigen das sofortige Aufsuchen eines Arztes.

Mir ist das Medikament nicht bekannt, so kann ich nichts weiter dazu sagen. Die Ärzte müssten wissen, dass Hautreaktionen ein Problem von Ospolot ist. Hoffentlich findet ihr bald eine Lösung.

Viele Grüße, dem Sohn gute Besserung
Hermann

PS.: Es gibt allergische Hautreaktionen, die lebensbedrohlich sein können. Ich denke an das Lyell-Syndrom. Wenn ihr bei Beschwerden in die Klinik geht oder Ärzte aufsucht, geht es um mehr als um einen Schönheitsfehler auf der Haut.

Cornelia-Admin

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Re: Nebenwirkungen bei Ospolot
« Antwort #7 am: 21. Juli 2011, 23:35:03 »
Hallo Sultiam,

solche Erscheinungen sind mir von Ospolot nicht bekannt, mir wäre neu, dass es derartige dauerhafte Veränderungen in der Haut verursachen kann, schon gar nicht, ohne dass es vorher zu einem Stevens-Johnson- bzw. Lyell-Syndrom gekommen ist (und das wäre sicher jedem Arzt aufgefallen). Dass es unmöglich ist, möchte ich natürlich nicht behaupten, es kann sich theoretisch ja auch um eine sehr seltene individuelle Unverträglichkeit handeln, aber das halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Nein, ich habe einen viel naheliegenderen Verdacht.
Habe ich das richtig verstanden, dass der Junge zu der Zeit, als die Probleme begannen, mit dem Fahrrad in eine Wiese gestürzt ist?
Es wäre dann möglich, dass die Verbrennungen, die Verätzungen ähnelten, von einer Pflanze namens Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, stammen.
Diese verursacht bei Berührung mit irgendeinem ihrer Teile schwere Hautschädigungen, die noch jahrelang Probleme bereiten können und dies in besonderem Maße unter Lichteinwirkung. Es hätte dafür genügt, dass Reste der Pflanze dort im Gras lagen, wo Dein Sohn hinfiel, vielleicht nachdem ein Bestand davon zuvor dort entfernt wurde.

Siehe dazu bitte einmal hier:
http://www.chemie-im-alltag.de/articles/0124/
und hier:
http://www.giant-alien.dk/pdf/German%20manual_web.pdf
Dort Abschnitt 7 ab Seite 22, da sind auch Fotos von Hautschädigungen durch die Pflanze zu sehen.

Ein Basistest beim niedergelassenen Allergologen umfasst nur die ganz normalen Standardallergene, die am häufigsten allergieauslösend sind, also eine bestimmte Auswahl von Pollen, Nahrungsmitteln, Tierhaaren und Hausstaub. Ich fürchte, das bringt Euch nicht wirklich weiter.

Ich empfehle Dir darum, mit dem Jungen eine Fachklinik für Dermatologie aufzusuchen, wie zum Beispiel diese hier:
http://www.psorisol.de/index.php?id=3, und darauf zu bestehen, dass er eine Überweisung dorthin bekommt. Weigert der Arzt sich, eine auszustellen, so wechsele den Arzt und schalte notfalls die Krankenkasse ein.

Ich weiß nicht, was für Salben es sind, mit denen Du den Jungen versorgst. Es ist gut möglich, dass diese die ohnehin schon gereizte Haut zusätzlich belasten, auch dann, wenn sie zur Versorgung von Exzemen gedacht sind. Darum würde ich raten, bis ein Experte sich die Haut angesehen hat, zu versuchen, erst einmal alle Salben wegzulassen, aber den Jungen so gut wie möglich vor dem Sonnenlicht zu schützen. Hierbei geht es um das UV-Licht, das auch schon bei bedecktem Himmel problematisch sein kann. Hilfreich wären ein Aufenthalt im Schatten, ein dunkler breitkrempiger Hut, dunkle Kleidung, die die Hautstellen bedeckt.
Und wie gesagt, ihn in einer Fachklinik für Hauterkrankungen (Dermatologie) vorzustellen. Die oben verlinkte ist in Nürnberg, aber es gibt solche Kliniken natürlich auch anderswo in Deutschland.

Liebe Grüße
Cornelia
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