Autor Thema: Wir sammeln wieder (100?) Fragen für eine Fortsetzung unseres Epilepsiebuches  (Gelesen 55279 mal)

Cornelia-Admin

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Hallo zusammen,

da die Fragensammlung für das Buch inzwischen abgeschlossen ist, werde ich den Thread nach meiner Antwort schließen, damit das deutlicher wird.

@ manchmal weiß ich was,
Die normalen von der STIKO (= Ständige Impfkommission) empfohlenen Impfungen sollten auch bei Epilepsie durchgeführt werden, wenn keine besonderen Ausnahmegründe dagegen sprechen. Siehe hier:
http://www.epikurier.de/Impfen-bei-Epilepsie.299.0.html

Zitat
[...]
Welche Einschränkungen müssen beim Impfen von Menschen mit Epilepsierisiko beachtet werden?
Es gibt einige generelle Einschränkungen, die vom impfenden Arzt beachtet werden müssen:   

1. Während einer Therapie mit ACTH oder Kortikosteroiden darf wegen der dadurch hervorgerufenen Schwächung der Körperabwehr niemals mit Lebendimpfstoffen geimpft werden! ACTH und Kortikosteroide wie etwa Dexamethason sind Hypophysen- bzw. Nebennierenrinden-Hormone, die u.a. beim West-Syndrom, einer im Säuglings- und Kleinkindesalter beginnenden Epilepsieform, eingesetzt werden

2. Anfallsfreiheit ist keine unbedingte Voraussetzung für die Durchführung einer Impfung. In Phasen besonders starker Anfallsbereitschaft sollte jedoch nicht geimpft werden. Die anstehende Impfung sollte dann - wenn möglich - zurückgestellt und auf einen späteren Zeitpunkt mit geringerer Anfallstätigkeit verschoben werden. Gleiches gilt für eine gerade stattfindende Therapieumstellung. Sie sollte erst abgewartet werden, bevor man die Impfung durchführt. Dagegen ist der alleinige Nachweis epileptischer Signale im Hirnstrombild (EEG), ohne dass dabei subjektiv oder objektiv erfassbare Anfallssymptome auftreten, kein Grund den Impftermin zu verschieben

3. Achtung: Fieber kann anfallsauslösend wirken! Bei Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten, HIB, Hepatitis-B, Diphtherie und Tetanus, die mit einer vorübergehenden Temperaturerhöhung einhergehen können, sollte daher vorbeugend ein fiebersenkendes Mittel (z.B. Paracetamol) gegeben werden.

Dr. med. Lotte Habermann-Horstmeier, Saarbrücken

Dieser Artikel ist mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission für die wichtigsten Infektionskrankheiten als Broschüre erschienen und kann bei den Landesverbänden Bayern und Nordrhein-Westfalen angefordert werden.

Bezüglich der Impfungen bei Reisen in tropische Gebiete würde ich z.B. beim Tropeninstitut nachfragen. Tropeninstitute gibt es an vielen Krankenhäusern.
Bei diesen Impfungen kann es zum Teil Probleme geben. Siehe z.B.:
http://www.neuro24.de/epilepsie_einschraenkungen.htm
Zitat
Bei Impfungen ist eine erhöhte Komplikationsrate bekannt bei Typhus (gilt nicht für die orale Impfung) , Paratyphus,Cholera, Gelbfieber, Keuchhusten. Ohne Bedenken sind nach dem Vademecum Epilepsie 1999/2000 die Grippeimpfung, FSME, Polio, Tetanus, Influenza, Hepatitis B, Masern Mumps und Röten.

Vitamin-B6-abhängige Epilepsien sind selten und beginnen im Kindesalter. Siehe z.B. hier:
http://www.epilepsiegenetik.uni-kiel.de/Hintergrund/Klinik.html#E7
Zitat
Vitamin B6-abhängige Epilepsien
Häufigkeit sehr selten (1:300000)
Krankheitsbeginn 1.-2. Lebenswoche
(meist in den ersten Lebensstunden bis -tagen, selten bis 14. Lebensmonat)
[...]
und ausführlicher hier:
http://www.epilepsiegenetik.uni-kiel.de/Downloads/vonSpiczak_Uebersicht_Genetik_EE.pdf
Zitat
Vitamin-B6-abhängige
Epilepsien: ALDH7A1 und PNPO [...]

Allerdings können Antiepileptika zum Teil den Abbau von Vitaminen, auch von B6, im Körper beschleunigen.
In einem solchen Fall wäre dann natürlich eine etwas erhöhte Zufuhr sinnvoll. Das sollte man aber nicht auf eigene Faust machen, sondern nur, wenn tatsächlich ein Mangel nachgewiesen ist und dann unter ärztlicher Begleitung.
Zu hohe Vitamindosen können schädlich sein.


@ Küstenkind,
die Studienlage zu Schilddrüsen-Werten bei VPA ist widersprüchlich. Siehe dazu z.B. auch:
http://www.epi.ch/_files/Artikel_Epileptologie/Ruegg_1_11.pdf
Zitat
Im Zusammenhang von Schilddrüse und Epilepsie ist auch zu berücksichtigen, dass vor
allem die enzyminduzierenden Antiepileptika und solche mit hoher Proteinbindung Änderungen der Schilddrüsenhormonspiegel hervorrufen können, diese aber oft subklinisch bleiben.

Subklinisch bedeutet, dass falls Veränderungen im Hormonspiegel vorliegen, diese oft zwar messbar sind, aber so geringfügig sind, dass sie keine Symptome verursachen.

Ich würde daher dem behandelnden Arzt vertrauen und es so handhaben, wie er es empfiehlt

LG Cornelia

Ich bin identisch mit Cornelia-etc. :)

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