Autor Thema: Epilepsie und Intelligenz  (Gelesen 26774 mal)

lebengenießen

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Epilepsie und Intelligenz
« am: 13. Februar 2012, 00:09:42 »
Hallo,

ich habe schon auf einigen InternetSeiten gelesen, dass viele Anfälle hintereinander oder generell viele die Intelligenz beeinflussen können. Ich habe bisher von keinen stichhaltigen Beweise gelesen.
Wie denkt ihr darüber? Glaubt ihr, dass man durch Anfälle vielleicht z.B. eher vergesslich wird?

LG
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Elsbeth

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #1 am: 13. Februar 2012, 00:42:33 »
Und schon Antworte ich zuerst  ;D

Also, von Epi wird man nicht Dumm.
Das Vergesslich werden ist eher eine NW von den Medis.

Soweit ich mich erinnern kann ist schon mal wiederlegt worden das die Gehirnzellen davon absterben. Das ist eher die Meinung von "Ausenstehenden"

LG Elli
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Cornelia-Admin

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #2 am: 13. Februar 2012, 01:36:59 »
Hallo zusammen,

leider kann ich Ellis Aussage nur bedingt bestätigen.
Im Normalfall trifft sie zu, das ist richtig. Bei den meisten Menschen bleiben epileptische Anfälle ohne Auswirkungen auf ihre Intelligenz. Besonders, wenn sie nicht oft und dann nur kurz auftreten, ist diesbezüglich nichts zu befürchten..

Aber es gibt auch Ausnahmen.
Besonders bei Kindern besteht bei einigen Epilepsieformen mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit das Risiko von Entwicklungsverzögerungen. Hinzu kommen bestimmte, - zum Glück relativ seltene - kindliche Epilepsie-Syndrome, die sehr häufig oder sogar fast immer mit einem massiven Verlust der kognitiven Fähigkeiten einhergehen, der manchmal auch sehr rasch eintreten kann, oder die allgemein in erheblichem Maße die Entwicklung und/oder die Sprachentwicklung beeinträchtigen können.
Dazu gehören unter anderem das West-Syndrom, das Lennox-Gastaut-Syndrom, das ESES, das Landau-Kleffner-Syndrom.
Doch auch bei Erwachsenen können Anfallsstaten oder in manchen Fällen auch über sehr lange Zeit hinweg sehr häufige, ständig in Serien auftretende Anfälle zu einer Intelligenzminderung führen.
http://www.aerzteblatt.de/archiv/64183
http://www.dgfe.info/home/showdoc,id,442,aid,2148.html

Liebe Grüße
Cornelia
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Reni2

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #3 am: 14. Februar 2012, 13:51:57 »
ich seh das bei meinem Neffen sehr deutlich. In manchen Dingen, z.B. das wissen unterscheinden zu können zwischen Rechts und Links konnte er sehr früh. Deutlich vor anderen Kindern.

Mitlerweile merkt er sich die WEge und es klappt nciht imemr mit rechts und Links unterscheiden.

Er konnte auch besser mit Messer und GAbel essen oder war allgemein in Sache sich selber anziehen Schuhe zu binden selbstständiger.
Was ihn sehr beeinflusst hat war, als er in NArkose operiert wurde am Auge. Danach war einiges was er auch durch seine Entwicklungsverzögerung bedingt schon aufgeholt/ erlernt hatte weg oder abgemindert.

In der Schule sagen die lehrerinnen aber das er schon viel mehr wisse und vieles besser könne als die anderen. Er begreifft auch zimlich schnell. Er is manchesmal nur zu abwesend in seiner eigeenen Welt um reagieren udn aggeiren zu können. ich denke für aussenstehende würde das dann so aussehen, als ob er unintelligent oder gar dumm währe?!

Grüße Reni2
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Joy

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #4 am: 14. Februar 2012, 17:03:26 »
Hallo ihr alle,

kann auch nur sagen was in meinen Arztbriefen steht:

Sehr viel abgestorbenes Gewebe und sehr viel tote Hirnzellen!

Sind die Anfälle also etwas heftiger?!

Bin auch Cornelias Meinung. Habe auch gehört, dass bei kleineren Anfällen nichts passiert, aber bei großen Anfällen Schaden für das Gehirn endsteht.

lg Joy

cerebrie

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #5 am: 14. Februar 2012, 17:17:15 »
Hallo

Muss mich auch zu Wort melden.
Habe auch Gehört das Goße Anfälle über Jahre das gewebe im
Gehirn soweit Schädigen können das man "Dumm" wird.
Es gibt Epileptiker die Ständig Krampfen und nur mit Helm
und aplikatoren rumlaufen können.

LG Diana
Mein Herz lege ich in deine Hände, wahre es gut,denn so bleib ich immer bei dir.
Für mein Stern Yannick-Peter

Yaelliah

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #6 am: 15. Februar 2012, 00:34:33 »
Hallo ihr alle,

kann auch nur sagen was in meinen Arztbriefen steht:

Sehr viel abgestorbenes Gewebe und sehr viel tote Hirnzellen!

Sind die Anfälle also etwas heftiger?!

Bin auch Cornelias Meinung. Habe auch gehört, dass bei kleineren Anfällen nichts passiert, aber bei großen Anfällen Schaden für das Gehirn endsteht.

lg Joy

Ich bezweifele zwar, dass man das derart explizit ausmachen kann, aber natürlich ist die Gefahr im Zuge eines Grand Mal eine Sauerstoffunterversorgung zu erleiden größer, als bei kleinen, einfach fokalen Anfällen. Und da Gewebe in unserem Körper Sauerstoff braucht, um sein Fortbestehen zu gewährleisten, kommt es in letzter Konsequenz auch zur o2-Minderversorgung mit daraus resultierendem Gewebstod. Mit zunehmendem Alter sind die Zellen weniger regenerationsfähig, was die ganze Kiste noch etwas schwieriger macht...

In diesem Sinne: alles Gute Euch!

Joy

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #7 am: 15. Februar 2012, 10:37:28 »
@ Yaelliah,

das stand aber wirklich da drin! Aber deswegen muss man ja noch nicht dumm sein oder doch?

oups

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #8 am: 15. Februar 2012, 15:42:50 »
Hallo Joy,

neee, natürlich heißt das nicht, dass Patient XY dumm ist und auch, wenn das so im Arztbrief steht, bedeutet das noch lange nicht, dass du dumm bist oder es bald wirst.

Dass einige Anfallsarten, die Schwere der Anfälle sowie die Dauereinnahme von Medikamenten allerdings irgendwas im menchlichen Körper bewirkt, also auch negative Dinge, das kann ich mir schon vorstellen. Aber doch nicht pauschal auf alle usw. gesehen....

Viele Grüße
Oups
Meine Tochter (*04/1999) hat seit 09/2010 die Diagnose:
"Kryptogene fokale Epilepsie mit sekundär generalisieren Krampfanfällen - Fokus rechts temporal"
Lamotrigin 0 - 0 - 50, Orfiril long 300 - 0 - 300  und  Concerta (ADS) 36mg   1 - 0 - 0

RJH

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #9 am: 15. Februar 2012, 16:22:53 »
Ich sehe das auch so, daß man das keinesfalls pauschalisieren kann. Meine Mutter wird heuer 74 und hat ca. seit ihrem 16. Lebensjahr Epilepsie mit vielen Anfällen. Erst seit knapp zwei Jahren kann man jetzt wohl erstmals von Anfallsfreiheit sprechen. Im Rahmen einer geriatrischen Reha wurden kürzlich div. Tests gemacht und im Brief der Klinik wurde bescheinigt "Altersgerecht bei vermutlich hoher Intelligenz".

Klar können durch die ständige notwendige Einnahme von Antiepileptika Medikamente auch immer Begleiterscheinungen (Verlangsamung, Wesensveränderungen, Desorientiertheit, u.ä.) vorkommen, aber pauschal kann man nicht sagen, daß jemand "dumm" wird oder schneller Alzheimer bekommt oder sonst was derartiges.

sanni

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #10 am: 15. Februar 2012, 20:30:54 »
Hallo ,

also ich kann das leider von meiner Tochter auch behaupten das sich Ihre Intelligenz verändert hat . Sie war zwar von Anfang an in eine Schule mit Integration aber hatte dort eigentlich sehr gute Noten so zwischen 2 und 3 . Dadurch das sich Ihre Epi so alle 2 Jahre veränderte veränderte sich auch ihr Wissen .
Am schlimmsten wurde es wie sie die Absencen Epi bekam , da konnte sie nicht mal mehr im Zehnerberreich rechenen , die Lehrer konnten sie nicht mal mehr benoten fast alles erlernte war weg .
Sie musste dann die Schule wechseln , sie kam dann auf eine Schule für Körperbehinderte was Anfangs für sie sehr schwer war zu akzeptieren . Aber es war die beste Entscheidung .
Also denke ich schon das die Epi auch die Intelligenz verändern kann und auch die Entwicklung sie wird dieses Jahr 18 ist aber entwicklungsmäßig so 13-14 Jahre , so alt wird sie auch immer geschätzt .
LG
Sanni

swon38

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #11 am: 17. Februar 2012, 08:08:56 »
nachgewiesen ist nur,das nach häufigen grand-mal anfällen eine sogenannte gehirnathrophie eintritt,also ja,die gehirnzellen sterben ab,aber das man deswegen dumm wird,nein,man kann das mit gehirntraining wieder ausgleichen.ich habe selbst seit jahren mehrer formen der epilepsie und die schlimmsten sind die grand-mal.war vorgestern erst wieder im kh wegen eines sehr schweren anfalls.bin jetzt 34 jahre alt und kein bisschen dümmer geworden.

KerstinG

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #12 am: 17. Februar 2012, 08:11:44 »
Hallo,

ich glaube es geht nicht nur um abgestorbenes Gewebe durch Anfälle. Ich zb war jetzt in der Neuropsychologischen Testung in Teilbereichen schlecht, einfach weil in der dafür zuständigen Hirnregion meine Hirnaktivität verändert ist.

sanni

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #13 am: 17. Februar 2012, 12:23:09 »
Hallo ,

@ swon38
dümmer wird man sicher nicht aber das erlernte kann verloren gehen und das kann man nicht wieder so einfach mit Gehirntraining ausgleichen .
Ich würde auch nie behaupten das meine Tochter dumm ist , das ist eh so ein blödes Wort , keiner ist Dumm . Aber doch hat sie vieles verlernt was sie einfach nicht mehr schafft nachzuholen . Auch Entwicklungsmäßig kann man nicht einfach mal so 3-4 Jahre aufholen .
Ich denke das man das eh nicht verallgemeinern kann bei manchen verändert sich gar nichts bei anderen wiederrum einiges.
Sie hat z.B. ein sehr künstlerrisches Talent entwickelt sie kann stundenlang im Zimmer sitzen und nur zeichnen und das nicht mal schlecht , auch ist sie sehr musikalisch sie lernt sie Noten schon fast im Schlaf einmal gezeigt und schon kann sie es .
Dafür ist einiges andere halt nicht mehr so da . Vielleicht hat sich Ihr Gehirn einfach umgestellt keinen Ahnung ich finde das eigentlich nur phänomenal und irgendwie auch unheimlich , das sie manche Fähigkeiten verloren hat aber dafür neue entwickelt hat . Ich denke aber das man denn Grund dafür wahrscheinlich auch nie herrausfinden wird .

@ Kerstin
Wäre natürlich eine Erklärung , das sich die Hirnaktivität so verändert wie die Fähigkeiten . Ist schon Interessant . Muss mal bei der nächsten Untersuchung nachfragen .

Liebe Grüße
Sanni

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #14 am: 18. Februar 2012, 20:07:05 »
Hallo,

echt schwierig in Worte zu fassen. Der Gedanke, dass ich als Student irgendwann nicht mehr in der Lage sein könnte zu studieren, weil ich paar große Anfälle zu viel hatte, beunruhigt mich allmählich.

Noch ein Grund mehr die Tabletten nicht zu vergessen.

LG
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