Autor Thema: Epilepsie und Intelligenz  (Gelesen 27299 mal)

Joy

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #15 am: 18. Februar 2012, 21:07:26 »
Hey, wenn wir Glück haben, sind wir irgendwann so dumm, dass wir nicht mehr checken, dass wir dumm sind!

Ne, so schnell verblödet man nicht. Ich hatte früher beinahe jeden Tag einen Status und Gms, dann wäre ja die Folge, dass ich jetzt nichts mehr hinkriegen würde, dabei habe ich die Ausbildung mit 1,8 abgeschlossen.

Von daher müssen wir uns keine großen Sorgen um unsere Intelligenz machen!

Nur diese verdammte Konzentrationsstörung und Wortfindungsstörung nerven mich!

Manchmal denke ich ich kann nicht laut vorlesen (im Kurs) weil dann nur Müll rauskommt! Kennt ihr das?

Sunnie

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #16 am: 18. Februar 2012, 21:14:42 »
Oh ja, das kenne ich. Ich bin Lehrerin u manchmal kann ich nicht vorlesen, finde die Worte nicht u kann sie nicht richtig aussprechen. Peinlich lg sunnie

lebengenießen

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #17 am: 03. März 2012, 18:54:10 »
Hallo Sunnie,

Ich kenne das leider gut. Manchmal hab ich ein Kribbeln in der Hand. Dann kann ich für 1-2 Minuten nicht mehr am PC tippen oder nicht mit dem Füller schreiben oder auch nicht richtig lesen.
Manchmal 2 mal am Tag und manchmal nur 1 mal im Monat.  
Merkwürdig.

LG
« Letzte Änderung: 03. März 2012, 18:57:05 von lebengenießen »
Gülu Seven Dikene Katlanır - Wer Die Rose Liebt Wird Auch Die Dornen Hinnehmen

Mima44

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #18 am: 05. März 2012, 10:35:54 »
Hallo,

auch mir ist es peinlich, wenn mir mal wieder ein Wort nicht einfällt. :-[
Aber dann denke ich dran, dass das Gehirn so ein Wort oder eine Fähigkeit ja nicht nur einmal abgespeichert hat, sondern um im Computerbild zu bleiben, mehrere Sicherheitskopien in meinem Gehirn vorhanden sind, die ich dann aktivieren muss. Mit ein bisschen Training klappt das ganz gut, ohne dass es jemand merkt. ;)
Sucht euch z.b. ein ähnliches Wort aus dem gleichen Wortfeld, dann kommt manchmal das richtige Wort von ganz allein.
Bei Fachbegriffen gibt es häufig ein ähnliches englisches, französisches oder lateinisches Wort, von dem man dann auf das Fachwort kommt.
Wenn die Finger oder bestimmte Bewegungen nicht mehr klappen wollen, bewußt andere Bewegungen machen.
Das klappt jedenfalls bei mir ganz gut. (Habe auch einen Beruf, in dem ich viel reden und erklären muss und ständig mein Wissen anwenden und parat haben muss)

Mima
« Letzte Änderung: 05. März 2012, 10:40:02 von Mima44 »
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Ronnie

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #19 am: 05. März 2012, 16:51:14 »
Ich glaube auch, dass es nichts mit schwindender Intelligenz zu tun hat, wenn mir einfach der Name von jemandem nicht einfallen will (bzw. erst nach ca. 20 Minuten), den ich schon über 25 Jahre kenne, und das im Büro, wenn ich ihn einem Kunden am Tel. nennen soll.

Von ähnlichen Gedächtnisproblemen gibt es noch mehr, das geht ja vielen hier so. Aber dass wir deshalb weniger intelligent sind / werden, das denke ich nicht.

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Joy

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #20 am: 05. März 2012, 18:52:40 »
ach was, ich kenne normalos, die auch so ein katastrophales Namensgedächtnis haben!

serina

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #21 am: 06. April 2012, 20:13:53 »
Denke schon auch, dass es solches bei gesunden und nicht gesunden gibt, trotzdem merke ich gerade was Namen betrifft oder eben auch Wortfindungsstörungen, dass ich damit seit der Op vermehrt Probleme habe. So spreche ich meine besten Freunde manchmal mit dem Nachnamen an, weil mir der Vorname plötzlich nicht mehr einfällt  ;D

Oft ersetze ich mein "fehlendes" Wort dann durch etwas vergleichbares was meine Freunde manchmal zum Lachen bringt.

Ansonsten bin ich eh veranlagt (auch schon vor der Op) dauernd die Buchstaben zu verwechseln. Also, was solls..... 8)

Sunnie, was unterrichtest Du denn, wenn ich fragen darf?

Lg Serina
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ManuelaWo

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #22 am: 04. Oktober 2012, 16:56:40 »
Dazu kann ich auch etwas schreiben.

Mein Mann ist eigentlich solange ich ihn kenne etwas vergesslich. Nach dem Status ist es aber merklich schlechter geworden. Selbst Freunden fällt das schon auf und wundern sich wie man manche Dinge vergessen kann. Ich denke aber, dass die Tabletten teilweise auch ihre Wirkung dazu beitragen.

LG Manuela

Ninama

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #23 am: 04. Oktober 2012, 17:16:00 »
Hallo,

dazu kann ich auch etwas sagen. Die Vergesslichkeit wird sicher nach den Tabletten schlechter, kann ich aber so nicht beurteilen. Ich habe unerkannte Anfälle seit meiner Jugendzeit und habe ein schlechtes Gedächtnis seit ich mich erinnern kann. Die Anfälle häuften sich Anfang diesen Jahres so extrem, dass ich mich an die zwei Monate kaum noch erinnere. Ich hatte da aber nie Medikamente. Bei mir scheint der Epiherd irgendwo da zu sitzen wo auch das Gedächtnis sitzt.

Und Vergesslichkeit hat ja nichts mit Dummheit zu tun. Ich habe schon zwei Intelligenztests machen müssen und habe bei beiden überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Erst vor vier Wochen oder so war ich bei einem Einstellungstest im öffentlichen Dienst wo die einiges an Allgemeinwissen abgefragt haben. Da war ich grottig! Kann ich mir einfach nicht merken. Aber bei dem Logikteil (welche Zahl komplettiert die Reihe und so), Mathe (auch Sachaufgaben) und Sprachrätseln oder so was war ich wohl so gut, dass ich das andere locker ausgleichen konnte.

snegge

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #24 am: 14. März 2013, 19:28:26 »
Viele Hochbegabte haben Epilepsien der dergleichen.

Ich finde das sehr logisch, denn bei mehr Aktion an den Synapsen kommt es eben mal zu einem "Gewitter".
Die Anfallsbereitschaft und -wahrscheinlichkeit ist somit höher als bei nicht-Betroffenen.

Deele

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #25 am: 17. April 2013, 21:48:37 »
Ich bin eigentlich als sehr schlaues Kind geboren und das wäre ich heute mit Sicherheit auch noch wen ich nicht Epilepsie bekommen hätte.
Mit jedem Anfall reisen ja Gehirnzellen
Aber der Hauptgrund wieso ich so dämlich geworden bin ist Timonil  :'(
Wenn ich schon früher gewusst hätte das es das Gehirn verlangsamt hätte ich ( damals eher mein Vater)  niemals zugelassen das ich die einnehme ( wenn es das einzigste Medikament gewesen wäre das bei mir angeschlagen hättewwäre das natürlich was anderes)
Ich frag mich immer wieder wo ich jetzt wäre wenn ich nie Epilepsie bekommen hätte. Wahrscheinlich wäre ich dann die Ärztin und nicht die Patientin   :-\  :-\
Seit meinem siebten Lebensmonat Epilepsie

D.e.n.d.r.i.t

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #26 am: 17. April 2013, 21:57:44 »
Hallo Eranda,

von den Anfällen sterben keine Gehirnzellen ab, das ist alter Hut. Nur bei einer bestimmten Anfallsform, die hauptsächlich Kleinkinder haben, und beim Status epilepticus, wenn er nicht schnell genug abgebrochen wird. Also kurzer Sauerstoffmangel macht i.d.R. nichts.

Medikamente selbst machen einen nicht blöd. Sie können eher nur die Hirnfunktion verlangsamen. Nach Reduktion, Absetzen oder Medi-Wechsel kann sich das wieder geben. Muss natürlich leider nicht.

Bei mir selbst hab ich gemerkt, dass meine normale Reaktion mit der Einnahme von Levetiracetam wieder gekommen ist, wo ich mich auch schon als blöd abgetan hatte.

Und die "leidliche" Frage stellen sich viele:

Zitat
Ich frag mich immer wieder wo ich jetzt wäre wenn ich nie Epilepsie bekommen hätte.

:( Ich wäre gerne Bioneurologin oder - noch lieber - Anthropologin. :)

LG, Dendrit
Juvenile Myoklonische Epilepsie

Levetiracetam UCB / Keppra 4x 1.000 mg
Lamictal (Lamotrigin) 200-100-200 mg
Frisium (Clobazam) 0-0-0-5 mg

Citalopram 20-10-0 mg
Valdoxan 0-0-0-12,5 mg

Bisherige: AZA, BBX, CBZ, ETH, LCM, LZP, MSM, PB, PHT, PRM, TPM, VPA

https://epilepsie.jimdo.com/sudep

Ninama

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #27 am: 17. April 2013, 22:05:20 »
Die Frage wo ich wäre, wenn nicht das und das gewesen wäre, ist eine Frage die man sich möglichst nicht stellen sollte. Es gibt so vieles im Leben was man ggf hätte anders machen können. Verschuldet oder unverschuldet.

So eine Grüblerei macht einen nur unglücklich!

Joy

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #28 am: 17. April 2013, 22:06:54 »
Da hast du recht, habe die Suche nach der Antwort auch aufgegeben.

Deele

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Re: Epilepsie und Intelligenz
« Antwort #29 am: 17. April 2013, 22:15:30 »
Ja ich hab noch einige Infoblätter aus Bethel  :-)))  wo Ursachen von Epilepsie drauf stehen und eine davon ist Sauerstoffmangel während der Schwangerschaft
 ???
Seit meinem siebten Lebensmonat Epilepsie