Autor Thema: Psychogener Schwindel nach epileptischem Anfall möglich?  (Gelesen 3750 mal)

T0b3

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Psychogener Schwindel nach epileptischem Anfall möglich?
« am: 01. Dezember 2012, 19:42:20 »
Hallo,

ich hatte also vor knapp einem Monat nach 13 Jahren gesundem Lebens (Hatte als Kind Abssencen-Epilepsie, welche mit 13 Jahren "geheilt" war und ich keine Medikamente mehr nehmen musste) den 1. großen Anfall meines Lebens. Seitdem leide ich unter schwerem Schwindel, der organisch nicht erklärbar ist. Daher ist es denkbar, dass es sich dabei um psychogenen Schwindel handelt, da auch der Schwindel als Nebenwirkung meines Medikaments (Valproat) undenkbar ist.

Wie kann man das therapieren? Sind vielleicht auch 600mg Valproat pro Tag zu wenig? Sollte ich auf Keppra umsteigen?

Vielen Dank im Voraus!

Hermann

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Re: Psychogener Schwindel nach epileptischem Anfall möglich?
« Antwort #1 am: 01. Dezember 2012, 20:41:10 »
Hallo,

ich begrüße dich recht herzlich in diesem Forum. Schön, dass Du zu uns gefunden hast. Tut mir leid, dass nach so langer Zeit der Anfallsfreiheit wieder ein Vorfall aufgetreten ist. Eine Epilepsie kann nicht ausheilen, sie kann Ruhe geben, das Ausbleiben von Anfällen oder Auren. So wie ein Alkoholkranker ein Alkoholkranker bleibt, und trocken sein kann, behalten wir unsere Erkrankung, selbst bei Anfallsfreiheit.

Ich habe über 10 Jahre Valproinsäure genommen. Die geschilderten Symptome passen zum Medikament. Eine Änderung der Medikation kannst Du nur zusammen mit dem Arzt vornehmen.

Dabei handelt es sich um einen Vertrag, der auf Treu und Glauben baut. Du packst beim Arzt alles auf den Tisch, erzählst ihm, was geschehen ist, als es wieder zu Anfällen kam. Du nimmst die Tabletten regelmäßig ein, berichtest von unerwünschten Nebenwirkungen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass dir ein Mittel absolut nicht gut tut, nimmst Du es einige Wochen und wenn dann das negative Empfinden weiterhin anhält, klärst Du den Arzt auf und bittest ihn, dir etwas anderes zu verschreiben.

Wenn Du schreibst, dass Du Keppra einnehmen sollst, klingt das so fürchterlich passiv. Werde bitte aktiver und sehe dich mit dem Arzt als Team. Nur so kann das Vorhaben gelingen.

Habe ein älteres Schreiben auf Kurzform zusammengefasst und füge den Inhalt unter diesen Beitrag. Warum? Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Epilepsie-Therapie sind u. a. die u. g. Punkte.

Liebe Grüße
Hermann

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Wie kann ich die Zahl der Anfälle reduzieren und dabei dem Arzt und mir selbst helfen?

a)
Die regelmäßige Medikamenteneinnahme ist das A und O einer erfolgreichen Therapie.

b)
Die Tabletteneinnahme nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt ändern oder einstellen.

c)
Generika und Re-Importe sind für die Behandlung nicht geeignet. Was bedeutet, nicht von einem Original oder Generikum zum anderen wechseln.

d)
Ein Anfallskalender sollte sorgfältig geführt werden, damit der Arzt anhand der Ereignisse die Therapie festlegen kann.

e)
Wenn Angehörige oder Dritte den Anfallsablauf genauesten aufschreiben,  kann es für den Arzt eine große Hilfe sein. Anhand dieser Aufzeichnungen (u. U. auch Videoaufnahmen) sieht er, welcher Anfallstyp es ist und kann die Krankheit dementsprechend besser therapieren.

f)
Auf Alkohol sollte möglichst ganz verzichtet werden, ebenso auf Flackerlicht in der Diskothek.

g)
Es darf nicht zum Schlafentzug kommen. Der Schlaf-/Wachrhythmus muss eingehalten werden. 

h)
Ein Besuch alle Vierteljahr beim Neurologen ist sinnvoll (Blutserumkontrolle und EEG-Messung).

i)
Die Richtlinien „Epilepsie und Führerschein“ sollten beachtet werden.

j)
Die Behandlung sollte nur durch einen Facharzt für Epilepsie erfolgen.

T0b3

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Re: Psychogener Schwindel nach epileptischem Anfall möglich?
« Antwort #2 am: 01. Dezember 2012, 20:47:47 »
Hallo und danke für die Antwort.

Die Krankheit macht mich fertig. Mein gesamtes soziales Leben ist inzwischen enorm beeinträchtigt, da ich mich durch den Schwindel und der damit verbundenen Angst vor einem Anfall kaum noch auf die Straße traue.

Mir wurde damals nach dem 1wöchigen Krankenhausaufenthalt Valproat mitgegeben. Jedoch spüre ich die extremen Nebenwirkungen - nebst Schwindel noch Gewichtszunahme, Aufmerksamkeitsbeeinträchtigungen (Menschen nerven mich schnell), gesteigertes Aggressionspotential, etc.

Meine Epilepsie ist nachweislich nicht durch Flackerlicht (Egal ob Disko oder Videospiele) oder Alkohol beeinflussbar. Allerdings ist Schlafentzug fatal.

Ich hatte von Fällen gelesen, wo Menschen mehrfach das Medikament wechseln mussten, bevor die Theraphie wirklich ohne große Nebenwirkungen anschlug. Ist dies realistisch? Da ich oft von Keppra gelesen habe, würde ich erst dieses probieren.

Meine Ärzte wissen alle komplett bescheid und haben jedes kleinste Detail erfahren. Zuerst wurde ich auf 900mg eingestellt. Aufgrund der hohen Nebenwirkungen wurde auf 600mg pro Tag abdosiert, jedoch ohne Veränderung.

So langsam beschleicht micht halt das Gefühl, als wenn ich die Medikation nichtmal bräuchte und dadurch die Medikamente falsch wirken und ausschliesslich Nebenwirkungen erzeugen. Bald habe ich einen erneuten EEG-Termin. Ich hoffe, dass dieser etwas Klarheit hineinbringen kann.


Yasmin

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Re: Psychogener Schwindel nach epileptischem Anfall möglich?
« Antwort #4 am: 31. Dezember 2012, 20:06:28 »
 :escape: frag mal deinen HA. nach einem Schwindeltest.
oder nach einem Schellon test. Fals es noch nicht dazu kam weil ich es auch kenne. Wir können uns gerne im P.M. austauschen