Autor Thema: medis nehmen oder nicht  (Gelesen 2265 mal)

bela

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medis nehmen oder nicht
« am: 10. März 2006, 13:41:58 »
Hallo, habe gerade meinen dritten großen Anfall seit 2004 gehabt. <Davor hatte ich eher kleine fokale Anfaelle, auf die ich auch eingestellt war. Da die aber so gering und so selten auftraten, habe ich langsam die Medikation bis auf Null reduiziert. Nun habe ich meinen zweiten Anfall seit letzten November, absonsten ist dazwischen nicht gewesen. Eigentlich möchte ich keine Medikamente nehmen, da die Anfälle so selten sind, und ich dann ja nicht wirklich sagen kann, ob die Medikamnete helfen oder nicht. Ausserdem habe ich mich über die Nebenwirkungen informiert, und mir ist da immer wieder der Gewichtsverlust aufgefallen. Das mag vielleicht blöd klingen, aber ich hatte damals(vor 13Jahren,jetzt so im nachhinein ist mir das bewusst) sicherlich wegen der Medis ziemlich stark zugenommen und muss das nicht nochmal haben.
Was ratet Ihr mir, bei sehr seltenem Auftreten wirklich mit Medis anfangen?
herzlichen Dank, Bela

lysch

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #1 am: 10. März 2006, 13:58:51 »
Hallo, ich habe letztens noch einen Bericht gelesen, dass man die Medikamente auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat absetzen sollte!!! Es ist ganz gefährlich. Kläre es mit Deinem Arzt ab.....Die Medikamente haben zwar Nebenwirkungen aber wenn Du dadurch Anfallsfrei bist ist es doch am besten oder?
Andererseits hat die Ärztin meines Sohnes gesagt, dass viele Menschen, die nur 1-2 Anfälle im Jahr bekommen auf Medikamente verzichten und das auch alleine verantworten. Nur Medis absetzen so ohne weiteres, dass solltest du meines Erachtens wirklich nicht

rapi

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #2 am: 10. März 2006, 18:36:34 »
Ich hatte bisher auch nur zwei anfälle (2005). dennoch nehme ich meine medis. denn verletzen möchte ich mich nicht unbedingt. (2x50mg). rapi

D.e.n.d.r.i.t

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #3 am: 11. März 2006, 00:32:44 »
Hallo Bela,

ich möchte zu den Nebenwirkungen sagen, dass da zwar jede Menge aufgeführt ist, aber nicht jeder zwangsläufig alle oder einen Teil davon bekommt. Ich habe nicht das Glück, so wenig Anfälle zu haben, habe aber medikamentös bedingte Zu- und Abnahme hinter mir, so dass ich Deine Bedenken durchaus nachvollziehen kann.

Gibt es bei Dir bekannte Auslöser, die Du evtl. sogar umgehen kannst? Berücksichtige bei Deiner Entscheidung, dass sich Deine Anfälle von fokalen auf generalisierte verschlimmert haben. Besprich Deine Bedenken über das Für und Wider mit Deinem Behandler.

Alles Gute, Dendrit
Juvenile Myoklonische Epilepsie

Levetiracetam UCB / Keppra 4x 1.000 mg
Lamictal (Lamotrigin) 200-100-200 mg
Frisium (Clobazam) 0-0-0-5 mg

Citalopram 20-10-0 mg
Valdoxan 0-0-0-12,5 mg

Bisherige: AZA, BBX, CBZ, ETH, LCM, LZP, MSM, PB, PHT, PRM, TPM, VPA

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Rhodos1983

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #4 am: 11. März 2006, 07:40:01 »
Hallo Rapi,
Du hast Recht, mein Sohn wurde auch nach einem einmaligen Anfall mit Medis eingestellt. In der Einstellungsphase hatte er noch 3 Anfälle innerhalb von 2 Monaten, die gottseidank in der Wohnung stattfanden, wobei er sich jedoch eine Beule am Kopf zuzog sowie auch Abschürfungen. Beim Hinfallen kann ja auch weitaus Schlimmeres passieren.

Gaby

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #5 am: 17. März 2006, 13:12:32 »
Hallo Ihr alle!
Mein Sohn (18) hatte im August 1999 einen Epi und jetzt am 14.2.06 wieder einen. In der Zwischenzeit ist nix passiert. Der Neurologe möchte ihn mit Ergenyl chrono behandeln, lässt die Entscheidung aber bei ihm. Mein Sohn schreibt im Mai nun sein Abitur und hat natürlich eine Heidenangst, dass wenn er jetzt mit Medis anfängt, seine Leistungen rapide abfallen. Außerdem wurde es uns schon ganz schwindlig von den vielen Nebenwirkungen. Somit denkt er bis zum Abschluss der Abiturprüfungen nix zu nehmen und dann evtl mit Lamictal anzufangen. Was ist Eure Meinung?

gruß Gaby

Piet

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #6 am: 17. März 2006, 13:56:41 »
Hi Gaby,

also ich habe ziemlich lange Ergenyl chrono genommen, in 500mg-0-500mg. Es macht etwas träge und ich konnte eine gewisse Lustlosigkeit verspüren. Soll heißen, dass ich selbst auf Dinge, die mir immer großen Spaß machten, keinen Bock mehr hatte.
Ich denke mal, dass es vielleicht ganz günstig wäre, bis nach dem Abi zu warten. Aber das solltet Ihr mit dem Arzt absprechen.

LG
Peter

Horst

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #7 am: 17. März 2006, 15:49:00 »
Hallo Gabi,
ich habe hier im Forum schon öfter geschrieben über die Wirkung von Magnesium.  Früher nahm ich gegen meine Schlaf-Grand-Mals jahrelang Tegretal 200 , in der Dosierung 4/0/4, also 1600mg.
Um von den schlimmen Nebenwirkungen der AEs wegzukommen, die mich auch in meinem Beruf als Physiker schwer behindert haben, machte ich diverse Eigenversuche und fand für mich vor ca. 5 Jahren das Magnesium als geeignetes Mittel.
Mg wirkt als Calziumantagonist, es hemmt die Calziumströme und die Transmitter in den Nervenzellen, hat also im Prinzip eine ähnliche Wirkung wie die Antiepi-Medikamente, nur ohne Nebenwirkung . Eine gute Zusammenstellung über Mg findest du:
http://www.magnesiumhilfe.de/faq.php?q_lang=de#WhyMg

Ich will jedem, der an Mg interessiert ist, gerne mit meiner Erfahrung weiterhelfen, sendet einfach eine e-mail an mich.
BG Horst


Josef H

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #8 am: 17. März 2006, 19:58:18 »
Hallo Bela,
Selbst habe ich auch fokal-komplexe Anfälle und sekundär generalisierte. Jeder Anfall und jede Aura (=kleiner Anfall) zeigt nur hier stimmt noch was nicht.
Als erstes glaube ich muss der eigene Lebensrhythmus ruhig und richtig sein (regelmässig genügend Schlaf).
Dann erst können Tabletten wirken.
Aber ich weiss für mich nur: Ich muss sie auch nehmen und schauen was passiert.
Vertrag ich sie ,komme ich mit den Nebenwirkungen klar und helfen sie - oder nicht?!
Josef

Gummibär

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Re:medis nehmen oder nicht
« Antwort #9 am: 06. April 2006, 02:04:26 »
Hallo Gabi,

naja, die Medikamente nehmen oder nicht ist so eine Sache. Ich habe nach meiner Op im Jahr 2000 bis Herbst 2004 Timonil genommen. In einer Dosierung von 1200 mg am Tag, Durch meine Op konnte ich meinen Job den ich gelernt hatte nicht mehr machen und hab auch mein Abi nach gemacht. Das ging unter Timonil aber eher schlecht. Ich war den ganzen Tag über müde und meine Merkfähigkeit und mein bildergedächtnis waren damals nur noch zu einem Bruchteil gegenüber vor der Medikation vorhanden.

Danach habe ich mich selbst runterdosiert (ich weiß, dass das ohne ärtzliche Kontrolle nicht empfehlenswert ist), wie ich mein Studium begonnen habe, weil ich gemerkt hatte, dass ich mit der Medikation und der daraus resultierenden Leistungsfähigkeit mein Studium nicht bewältigen kann. Mittlerweile komme ich ohne Medikamente aus, was meiner Neurologin zwar nicht sehr gefällt, aber mir geht es prima und mein Studium läuft jetzt so, wie ich es mir vorgestellt hab. Sicherlich ist der Weg, den ich da eingeschlagen habe sehr risikorreich, dessen bin ich mir bewusst, und doch finde ich meine Entscheidung für mich tragbar.

Tobias