Autor Thema: Vererbung  (Gelesen 5324 mal)

Elisabeth_

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Vererbung
« am: 26. Juli 2013, 20:39:10 »
Hallo,

hätte ma ne Frage, hab seit etlichen Jahren Epilepsie.
Könnte es sein, dass ich diese Erkrankung vererbt bekommen habe?? In meiner Familie hat niemand diese Krankheit, ist nichts bekannt. Die Vorfahren vl...

Was mich ziemlich beschäftigt, kann ich diese Krankheit meinen Kindern weitervererben? In einigen Jahren besteht sicher ein Kinderwunsch, hab irgendwie Angst davor, schon viel darüber gelesen, einige Kinder haben dann auch diese krankheit, andere wiederum nicht.

Wenn das Kind einer Epilepsie kranken Mutter auf die Welt kommt, hat es dann einen sogenannten Entzug der Medikamente??

Elsbeth

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Re: Vererbung
« Antwort #1 am: 26. Juli 2013, 20:47:48 »
Hi

Grundsätzlich würde ich sagen Nein, epi ist nicht vererbbar. Aber die Veranlagung zur niedrigen krampfschwelle ist vererbbar.

Aber wenn niemand aus deiner Familie je epi hatte ist es eher unwarscheinlich das du sie geerbt hast. Natürlich weiß man selber wies in 4 Generationen vorher aussah.
Dementsprechend ist die Chance das deine Kinder (irgendwann) auch epi kriegen. Unmöglich ist es nicht aber die genaue warscheinlichkeit (Prozentsatz) hab ich grad nich im Kopf

Ein gewisses Entzug wird nach der Geburt beim Kind schon da sein. Aber mein Sohn hatte keine Probleme.
Kommt natürlich drauf an welches medi in welcher Menge man genommen hat. Oder ob man stillen kann und das Kind weiterhin ein bisschen medis abkriegt. Aber über die Plazenta filtert ja auch schon einiges raus sodass das baby nicht die Hammerdosis abkriegt
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BEpi

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Re: Vererbung
« Antwort #2 am: 26. Juli 2013, 20:56:12 »
ein Jurist würde vielleicht schreiben:
....die meisten Formen der Epilepsie sind grundsätzlich nicht vererbbar....
nur grundsätzlich heist, es gibt Ausnahmen (und Ausnahmen bestätigen die Regel, bla bla)
Es gibt Untersuchungenm die keine Vererbbarkeit aussagen, dann gibt es Untersuchungen, die eine Erhöhte Anfallswahrscheinlichkeit attestieren.
Bei meiner Familie ist die Vererbbarkeit 50%. Einer meiner Söhne hat (wie ich) Epilepsie. Einer (noch) nicht. Nur das war für mich kein Hindernis um eine Familie zu gründen. Wenn ein Elternteil schon Epi hat kann es vielleicht sogar besser mit Epi bei den Kindern umgehen, als Eltern, die so etwas noch nicht gesehen haben. Also mach Dir wegen vererbbarkeit nicht zu viel Gedanken.

VG
BEpi

Elisabeth_

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Re: Vererbung
« Antwort #3 am: 26. Juli 2013, 21:04:44 »
Ja, ich mach mir mal so meine Gedanken..
Ich würd voll weinen und mir Vorwürfe machen, wenn mein Baby vor mir krampfen würde..

konijn

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Re: Vererbung
« Antwort #4 am: 27. Juli 2013, 11:29:35 »
Hallo Elisabeth,

Wenn dich das Thema Vererbung belastet, würde ich es mal bei deinem Neurologen ansprechen. Es hängt meines Wissens auch davon ab, was die Ursache für die Epilepsie ist. Ich habe z.B. meine Epilepsie erworben - ich hatte als Kleinkind Hirnhautentzündung und habe davon eine Narbe im Gehirn zurückbehalten, die die Epi auslöst. Ich trage also Epilepsie nicht in meinen Genen und kann sie daher auch nicht vererben. Ist bei dir eine eindeutige Ursache festgestellt worden?

Bei einer Schwangerschaft wird normalerweise empfohlen, das Kind zu stillen, um zu vermeiden, dass es Entzugserscheinungen von den Medikamenten bekommt.

Frauen mit Epilepsie können genauso Kinder bekommen wie gesunde Frauen auch. Hier im Forum sind einige mit Kindern.

Elisabeth_

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Re: Vererbung
« Antwort #5 am: 27. Juli 2013, 19:50:51 »
Mit 11 Jahren machten wir einen Tagesausflug in einen Zoo, es war ziemlich heiß an diesem Tag, den ganzen Tag unterwegs und am Abend waren wir alle müde.
Ich schlief dann im Hotel ein, stand auf, ging auf die Toilette und fiel. Was dann passierte, weiß ich nicht. Bin wieder aufgestanden und hab mich wieder auf die Couch gelegt, war müde, hatte furchtbare Kopfschmerzen. Das ist meine Erinnerung von damals. Kopfwehtablette genommen, dann gings wieder besser.
Meine Mutter sagte, dass sie mich fallen gehört hätte.

Meine Eltern brachten mich in ein Krankenhaus, es folgten Untersuchungen und EEG.
Die Ärzte meinten, dass es Epilepsie sein könnte.
In meiner Familie hat niemand Epilepsie, nichts bekannt, vielleicht die Vorfahren, doch meine älteren Verwandten wissen auch nichts.

Überweisung ins Krankenhaus im Heimatland, Neurologie, wieder Untersuchungen, hatte seitdem Zuckungen am ganzen Körper, vorwiegend nach dem Aufstehen in der Früh. Diagnose: Juvenile myoklonische Epilepsie, wurde jahrelang auf "Depakine" eingestellt, ging gut.
Dann "Keppra", "Lamictal", viele Nebenwirkungen, auch Anfälle die ich so schnell nicht vergessen werde, und jetzt Beginn mit der Einnahme von "Vampat".

lg




itzenplitz76

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Re: Vererbung
« Antwort #6 am: 06. August 2013, 13:39:49 »
Hallo Elisabeth,

eigentlich finde ich es sehr schön, dass du dir jetzt schon Gedanken übers Kinder kriegen machst.
In deinem Fall würde ich mal deinem Neurologen darüber sprechen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit liegt, dass deine Kinder irgendwann an Epilepsie erkranken könnten. Der kann es bestimmt am besten einschätzen.
Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht. Ich hatte als Baby Krampfanfälle, aber nur die ersten Lebenstage. Danach nie wieder! Ich habe 2 Kinder. Meine "Große" ist kerngesund. Aber meine " Kleine" hat von Geburt an Epilepsie. Wir haben vor 2 Jahren einen Gen-Test machen lassen, der bestätigt, dass ich meiner Kleinen das "kaputte" Gen vererbt habe. Ich habe mir davor nie Gedanken darüber gemacht, weil ich gar nicht wusste, dass man sowas vererben kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines meiner Kinder an Epilepsie erkrankt, liegt bei 50%.
Für uns kommt definitiv kein drittes Kind in Frage!
Das soll dich jetzt aber auf keinen Fall entmutigen!  ;-)

LG Angie
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biggiecu

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Re: Vererbung
« Antwort #7 am: 16. August 2013, 23:27:18 »
Hallo!
Also zum Thema Vererbung kann ich nur sagen,dass meine Epilepsie erblich bedingt ist. Der Vater meines Vaters hatte Epilepsie. Mein Onkel hatte zwar auch Epilepsie aber das wurde durch einen Autounfall ausgelöst,er ist aber mittlerweile schon lang anfallsfrei & sein Kind hat auch keine Epilepsie,sie ist jetzt 7 & meine Schwester hat auch Epilepsie & einen 5-jährigen Sohn und er hat auch nichts. Natürlich KANN das noch passieren.
Aber auch wenn dein zukünftiges Kind Epilepsie kriegen SOLLTE,gibt es wahrlich schlimmere Krankheiten ;)

Liebe Grüße!
Be happy,be crazy,be you!
Live life to the fullest! :)

bellballer

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Re: Vererbung
« Antwort #8 am: 18. August 2013, 11:52:04 »
Hallo zusammen,

mir hat der Arzt gesagt, dass grundsätzlich jedes Baby eine 1%-ige Wahrscheinlichkeit hat, an Epilepsie zu erkranken. Wenn du selber Epilepsie hast, erhöht sich das Risiko auf 3%.
Schön ist es nicht, aber ich find es ist doch beruhigend.

Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Sonntag euch allen!

Elisabeth_

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Re: Vererbung
« Antwort #9 am: 22. August 2013, 20:20:32 »
Hallo,

kenn mich auf diesem Gebiet noch nicht aus. Wie denn auch.
Kann man den Gen-Test beim Baby auch schon während der Schwangerschaft machen? Oder erst wenn es geboren ist?

lg

itzenplitz76

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Re: Vererbung
« Antwort #10 am: 10. September 2013, 10:59:32 »
Hallo,

also bei uns wurde der Gen Test erst nach der Geburt gemacht.
Ob man den schon machen kann, wenn man schwanger ist, weiß ich nicht!
Aber selbst wenn, dann würdest du doch wohl etwa nicht abtreiben wollen oder???  ???

LG Angelina
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Nicole5983

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Re: Vererbung
« Antwort #11 am: 10. September 2013, 15:21:38 »
Epilepsie ist NICHT erblich!!! Das ist genetisch bedingt. Bei mir in der Familie liegt auch Epilepsie und bisher haben es nur meine Großmutter und ich Epilepsie.

LG
Ich habe seit Mai 2002 juvenile myoklonische Epilepsie.

itzenplitz76

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Re: Vererbung
« Antwort #12 am: 12. September 2013, 10:12:11 »
Dem stimme ich nicht so zu Nicole!

Ich habe definitiv meiner Tochter das defekte Gen vererbt. Ich habe einen Gen-Test gemacht und es wurde so bestätigt- Richtig ist, dass man die Krankheit an sich nicht vererben kann, aber wohl das Gen, dass Epi auslösen kann. Und wie gesagt, auch nicht in jedem Fall.

LG
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Nicole5983

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Re: Vererbung
« Antwort #13 am: 12. September 2013, 20:27:38 »
Ich habe vor 11 Wochen einen Sohn bekommen und er hat nicht Epilepsie.

Epilepsie ist keine Erbkrankheit. Es liegt an den Genen. Epilepsie kann ausbrechen muss aber nicht. Bei einer Erbkrankheit bricht definitiv die Krankheit aus. So hat es mir ein Epileptologe erklärt.
Ich habe seit Mai 2002 juvenile myoklonische Epilepsie.

Mima44

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Re: Vererbung
« Antwort #14 am: 10. Oktober 2013, 08:56:07 »
Hallo,

ich habe auch juvenile myoklonische Epilepsie und 4 Kinder von denen Keines Epilepsie hat.
Für mich hat sich die Frage nie gestellt, deswegen auf Kinder zu verzichten, da ich mit meinem Leben im "Reinen" bin und Epilepsie zwar als Teil von mir, aber mich nicht beherrschend, betrachte. Insofern wäre ein Kind mit Epilepsie- genetische Disposition vererbt oder nicht- überhaupt kein Problem gewesen. Es gibt andere mögliche Erkrankungen, die auch bei einem genetischen Test in der Schwangerschaft nicht zu sehen wären und später zu einem Kind mit Epilepsie führen können.
Eins meiner Kinder hat übrigens einen angeborenen Herzdefekt, ist mittlerweile 18 Jahre und hat angefangen zu studieren. Man kann das Leben und auch ein Kind nicht planen. Wie sagt doch immer Forest Gump:" Das Leben ist eine Pralinenschachtel- man weiß nie was drin ist...."
Habe Mut und Zuversicht, besprich alle Zweifel und Fragen mit Deinem Neurologen und dem Frauenarzt, aber höre auch auf Dein "Bauchgefühl".

Mima
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