Autor Thema: Depression nach Operation  (Gelesen 4208 mal)

Joy

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #15 am: 22. März 2014, 11:22:37 »
Natürlich :)

CrazyGrisu

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #16 am: 25. Juni 2018, 12:12:14 »
Moin Steve

Wie lange ist man
Depressiv?

Nach (20 Tage) meiner ersten Gehirnoperation (18.12.2009) war ich auch oft deprimiert.
Besonders wenn ich "alleine" war.

In der Rehaklinik (Neurologisches Zentrum Bad Segeberg) schaute ich in den tristen grauen Wintertag auf den Park.

Plötzlich war ich traurig ohne Ende. Warum ???

Nach einigen Tagen hielt ich diese Plötzlich-Unglücklich-Traurig-Phasen nicht mehr aus und schrieb meinem Operateur nach Eppendorf eine E-Mail.

Er erklärte das so dass der Tumor in einer Region liegt wo Emotionen, Hunger/Satt/Durst, Kälte- und Wärme, Hellwach und Totmüde ausgelagert ist und dieser Zustand  :jojo: vielleicht einige Jahre anhält.

Er hatte recht! Die plötzliche Trauer ist wesentlich weniger geworden.  :dance:

Lange Zeit war ich damit beschäftigt plötzlich stumpfsinnig lange am Fenster zu stehen und hinaus zu schauen.

Oder ich sass auf der Couch und guckte  :testwall: (meist nach unten) .
Irgend wann wurde ich "wach" und versuchte mich mit Hausarbeit abzulenken.  :dance:

Schoene Gruesse

Michael

 :insel:
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Steve90

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #17 am: 25. Juni 2018, 16:09:26 »
Hey Hallo
Ich hoffe es geht Dir wieder besser...
Mir geht es im Moment leider nicht besser
Aber das mit dem aus dem Fenster schauen kenne ich auch
Wünsch Dir eine gute Woche

CrazyGrisu

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #18 am: 25. Juni 2018, 20:17:44 »
Herzlichen Dank Steve, ich wünsche Dir und Euch Allen auch eine heitere Woche  :dance:

Ja es hat sich gelegt mit dem Depri sein.  :laugh:
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Steve90

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #19 am: 26. Juni 2018, 17:39:19 »
Was hast du gemacht, dass es besser würde?

CrazyGrisu

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #20 am: 31. Juli 2018, 02:17:20 »
Moin Steve,

eigentlich nichts besonderes. Ausruhen. Wirklich Ruhe geniessen, kein Fernsehen an, selten Radio, für meine Katze da sein.

Manchmal schaue ich aus dem Fenster, lasse neugierig meine Augen wandern (macht die Katze auch) , gehe mit ihr auf den Balkon, nimm sie auf den Arm und wir schauen beide über das Grün der Stadt.

Tagsüber werde ich dann schon mal ganz doll müde, leg ich mich hin schlafe ich fix ein.

Nur nachts bin ich (wie jetzt) hellwach.  :dance:

Jeder Tag beginnt Lautstark durch die Wohnung (Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer) verteilt mit dem 08:00 Uhr Tablettenalarm.  Digitale Armbanduhren, Küchenradiowecker und Handyalarme.

Selten schlaf ich nach den Medis wieder ein. Ich versorge dann die Katze und gehe eine Weile auf den Balkon und passe noch intensiver auf sie auf; denn die 29+2 Meter (Zelt) möchte ich nicht dass sie unvorbereitet runter fällt.

Wenn ich merke ich komme aus dem Trübsall nicht raus, dann gehe ich wandern - vor der Stadt ist ein schönes Waldgebiet, ein Naturpark.

Der Weg ist lang und beschwerlich für mich zu gehen.
Aber der Lohn ist die Aussicht über´s Land Schleswig-Holstein.

 :insel:

Oder ich gehe online, surfe umher, bin hier, schaue bei Facebook dies und das an, kommentiere und drücke auf verschiedene Kriterien zu "gefaellt mir" , spiele mein Lieblingsonlinespiel (seit 2002),
mache Digitalfotos (der Weg zum perfekten Bild entspannt mich sehr) , schaue wer online ist und chatte hin und wieder im FB-Messenger oder auf Whatsapp.

Das ist alles Ablenkung. 

Heute (tagsüber) war aber wieder so ein "leerer" Tag - er ging viel zu schnell vorbei, aber ich hatte den Eindruck nichts geschafft zu haben.

Ich will schon lange Video gucken, aber ich habe keine Lust dazu.  :weirdo:

Und dann grübel ich wieder, ob ich mir mein Skateboard schnappen soll und es noch mal zu versuchen (Street) wie damals (1991-2002).

Aber schafft das Bein die Belastung ???
Zahle ich hinter her einen hohen Preis
für den Spass und die Erinnerungen an die schoene alte Zeit ???

Ich muss immer noch eine fertige Trauerkarte zustellen, die Empfänger habe ich schon länger nicht mehr erreicht - ich muss nur den Mumm nehmen und einfach alleine hin fahren!!

Die, die mit kommen wollten reden sich andauernd raus

"keine Zeit" "bin depri, da fahre ich nirgends wo hin"

Angemeldet waren wir im April für Juni zu zweit.

Erst heute habe ich es wieder angesprochen aber mehr als mit der "depri"-Ausrede kam dabei nicht rum - statt dessen werde ich immer von Samstag zu Samstag vertröstet!!

Ich habe keine Lust mehr zu warten! Anrufen werde ich da auch nicht mehr!

Ich klingel an der Tür, wenn keiner aufmacht lege ich die Karte in den Briefkasten.

Bleibe noch eine Weile vor Ort oder suche den Friedhof, schnappe mir meine Kamera und knippse da ein bisschen rum und vielleicht will es Gott ja und so führt mich zu dem Grab meines Freundes;
denn den Gang wollten seine Eltern mit mir machen - so versprachen sie es zu Ostern 2018.

Und auch wenn das von dort nach Bergen-Belsen ein riesen Umweg nach Hause ist tät ich die Tour noch machen. Schlafen kann man auch im Auto.

Das KZ Bergen-Belsen ist auch Entspannung für mich.
Einfach da sein, spazieren gehen, die Stimmung dort in mich aufnehmen, beten.

Und wenn die richtige Zeit gekommen ist gemütlich (ohne Autobahn) zurück fahren.

Schöne Gruesse Allerseits

 :insel:
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Steve90

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Re: Depression nach Operation
« Antwort #21 am: 09. August 2018, 07:31:26 »
Hallo Danke für deine sehr nette Antwort:))
Wie lange ging es bis es besser würde?
Bei mir sind es schon vier Jahre. Vielleicht ist es
Ein bisschen besser.
Ich wünsche Dir ein super Tag und Wochenende
Und Danke nochmals für deine Antwort
LG Steve