Autor Thema: Baurons Epilepsie  (Gelesen 1731 mal)

Bauron

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Baurons Epilepsie
« am: 09. Juni 2015, 18:08:34 »
Hallo Forengemeinde,

mein Name ist Marcel und ich habe Epilepsie.   :huh?:



Im Alter von 3 Jahren oder so hatte ich einen Anfall. Man war sich erst nicht sicher ob es nicht vielleicht doch ein Fieberkrampf war.
Dann habe ich bis zum 12. Lebensjahr Media bekommen. Diese wurden bis dahin unter Kontroll-EEGs abgesetzt.
Jetzt hatte ich vor etwas mehr als 2 Jahren einen Anfall. Allerdings hatte ich diesen nach einer ganzen Woche mit "Schlafentzug", sprich mit 3 - 4 Stunden Schlaf pro Nacht.
Seit dem bekomme ich Lamotrigin 2 x 100 mg.

Bin jetzt seit einem halben Jahr Arbeitssuchend und spiele mit dem Gedanken zur Bundeswehr zu gehen. Mit meiner Ausbildung zum Betriebswirt könnte ich da gleich als Oberfeldwebel einsteigen.
Gerüchteweise soll das wohl gehen. Evtl. darf ich dann nicht auf Auslandseinsätze und kann keinen Lkw-Führerschein machen, aber das liegt auch nicht in meinem Interesse.
Ein Platz in einem Depot als Lagerleiter oder so wäre ja schon ganz prima. Vor allem als Zeitsoldat einen Vertrag auf mindestens 12 Jahre. Wo gibt es so etwas in der freien Wirtschaft noch?
Hat da evtl. jemand Erfahrung zum Thema Epilepsie und Bundeswehr?


Grüße

Marcel

susili

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #1 am: 09. Juni 2015, 18:44:46 »
hi marcel...

ich weiß nicht.... hmm.. wird man nicht mit epilepsie als untauglich gemustert?

mußt du mal fragen...

liebe grüße, susili

p.s. herzlich willkommen hier im forum :)
« Letzte Änderung: 09. Juni 2015, 18:47:00 von susili »
Mein Buch - Autobiografie - 40 Jahre Epilepsie - - - Psychose vom Keppra - Epilepsie-Chat - Das Schlimme an Zensur ist █████

Bauron

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #2 am: 09. Juni 2015, 19:16:09 »
Vielen Dank.

Ursprünglich war ich auch quasi ausgemustert. Doch irgendwann mitte der 90er wurden die Gesetze geändert und man hat mich zum Grundwehrdienst zugelassen. Tauglichkeitsgrad 2.
Ist jetzt nur die Frage wie das mit dem "aktuellen" Fall aussieht.
Was wohl feststeht ist das mit der Auslandsverwendung.

Aber ich sehe das als normalen Arbeitgeber mit dem viel beschworenen Fachkräftemangel. Wenn die einen Logistiker suchen, dann ist das ivlleicht miene Chance. Denn in der freien Wirtschaft gibt es scheinbar keinen Mangel in meiner Branche. Oder er ist zumindest noch nicht bei mir angekommen. Und das Arbeitsamt hilft auch nicht weiter. Die meinen, in der Logistik gibt es genug arbeit. Ist soweit auch richtig, nur sind das zu 80 % Kommissionierer und Staplerfahrer. Und das bin ich leider nicht, bzw. will ich nicht machen.

Ich habe morgen einen Termin bei meinen Neurologen, da hör ich mal was der sagt und lass mir eine Bescheinigung über die anfallsfreie Zeit ausstellen. Vielleicht klappt es ja dann nächste Woche beim Karriereberater der Bundeswehr.

Eigentlich lautet die Frage ja, ist das eine akute Epilepsie?! Wie wahrscheinlich ist der nächste Anfall? Ich hatte jetzt 35 Jahre ruhe, dann einen Anfall aufgrund des körperlichen Anstrengung und dann kam noch der Stress der Kündigung dazu (mein Betrieb wurde geschlossen).
« Letzte Änderung: 09. Juni 2015, 19:22:59 von Bauron »

Niemand

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #3 am: 09. Juni 2015, 19:54:55 »
Hallo Bauron,

ich glaube auch das man dich nicht wegen deiner Krankheit nicht haben will sondern wegen der Medikamente die du dagegen schlucken musst.

Auch wenn du sofort als Oberfeldwebel einsteigen kannst, wirst du es nicht dürfen. Denn ich vermute das dieser Dienstgrad auch eine Art Führungsposition sein wird. Als eine Führungskraft hast du eine Aufsichtspflicht der du im Falle eines Anfalls nicht nach kommen kannst. 

Das wird sich die Bundeswehr nicht leisten können vom Ruf her.

Du dürftest ja auch keinen Waffenschein machen welcher Art auch immer. Soldaten sollten diesen haben auch wenn Sie in der Verwaltung arbeiten.                                             

Stell dir doch einmal vor BILD-Zeitung Seite 1:

"Selbst-Fremdgefährdung bei der Bundeswehr durch bekannte Epilepsie"
Das können und dürfen die sich nicht leisten.

Reine Verwaltung bestimmt schon aber nichts anderes und das wird schwierig. Die Hoffnung möchte ich dir auch nicht nehmen aber es sieht schlecht aus.

Als ich gemustert wurde hat die das mit der Epilepsie weniger interessiert. Es gab ne kurze Sichtung der Akten und dann die Ausmusterung. Was denk ich von Arzt zu Arzt anders sein kann.

Anfall nach 35 Jahren wegen körperlicher Anstrengung ??? Ich glaube nicht das die Bundeswehr ein Kindergarten ist  :jojo:
Da könnte die Bundeswehr verkehrt sein, oder nicht?
« Letzte Änderung: 09. Juni 2015, 20:13:54 von TablettenJunky »

Bauron

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #4 am: 10. Juni 2015, 08:03:59 »
Durchaus Möglich das ich ausgemustert werde. Da ziehe ich in meine Kalkulation mit ein, daher laufen auch viele Bewerbungen im zivilen Bereich. Bw ist halt einer von vielen Möglichkeiten.

Zum Thema Waffen habe ich mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Während meinen Wehrdienst hatte ich den Tauglichkeitsgrad 2 und habe die volle Ausbildung mitgenommen. Samt Schießen, Leistungsmärsche, nächtliche Alarmposten etc. pp.

Zu der Einschränkung könnte es bei der neuen Verwendung kommen. Natürlich hast du da mit der Aufsichtspflicht recht. Es war halt ein Eintrag in einem Forum. In wie weit das Tatsächlich so gehandhabt wird werde ich dann sehen. Wäre ja quasi so als wenn ich meine Pillen absetzen würde. Hier im Forum hat schon einmal jemand erfolgreich sein Lamo abgesetzt, trotzdem würde ich das nie ohne ärztliche Empfehlung nachmachen.

Ich habe heute nach meinem Termin beim Doc noch ein Bewerbungsgespräch als Lagerleiter in Köln, wenn es das wird, dann ist das eben so.  Einen Nachmusterung kann ich auch als Reservist machen und dann sehe ich ob ich ausgemustert werde. Dann bleibe ich Zivilist und brauche mir auch keine Gedanken mehr machen über das was-wäre-wenn.

Amazönchen

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #5 am: 10. Juni 2015, 18:53:49 »
Hallo Marcel

Herzlich willkommen in diesem Forum. Ähm, wie alt bist Du jetzt konkret?

Ich drücke Dir die Daumen, dass es klappt. Ob in der privaten Wirtschaft oder in der Bundeswehr ist egal, Hauptsache es gefällt Dir und finanziell stimmt es auch ;)
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Winona

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #6 am: 10. Juni 2015, 20:02:14 »
Hi Marcel,

Lagerleiterpositionen gibt es.Leider heute zu hauf bei dubiosen Zeitarbeitsfirmen.Doch wenn du clever bist,kannste die aushebeln.Denn meist steht der Arbeitsort.Und dann kannste dich so bewerben.Hat mein Mann gemacht,ist aber schon einige Jahre her,so 5 Jahre glaub.Doch glaube mal nicht,das dies ein einfacher Job ist.Gerade wegen der Epi,sorry,ich weiß nicht,wie sich deine äussert,doch ich weiss,das sich Stress negativ auswirkt und du Anfälle bekommen kannst.(war bei mir so)
Schreibe immer wieder Initiativbewerbungen und erzähl nix von deiner Epi,sorry ich tat dies mein ganzes Leben lang.Es sei denn du hast Anfälle,also viele.
Und mit deiner Ausbildung findest du bestimmt einen Job.

Viel Glück und Erfolg wünsche ich Dir
Winona

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Bauron

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #7 am: 10. Juni 2015, 23:22:44 »
Ich bin 39 Jahre alt. War folglich 36 Jahre ohne Medikation Anfallsfrei. Mein Doc meinte heute, da die EEGs nach dem Anfall alle ohne Befund waren, dass das Rezidivrisiko als gering anzusehen ist.

Bisher habe ich mich auch bei Arbeitgebern bedeckt gehalten. Jetzt Kam nur das Thema Schwerbehindertenschein auf. Habe aber gehört das man den Status bei einer Bewerbung angeben muss, und da rät man mir von ab bevor ich nicht bei einem neuen Arbeitgeber fest im Sattel sitze. Ist aber auch nicht mein Ziel. Die Steuervorteile sind zwar nett, insbesondere  auch die Frühverrentung, aber wenn ich deshalb schwerer in den Beruf zurück finde lasse ich das lieber bleiben.

Initiativbewerbungen haben mir bisher nichts gebracht. Habe in den letzten 8 Monaten 112 Bewerbungen geschrieben. Davon 30 Initiativ, ohne ein Bewerbungsgespräch. Aktuell habe ich zwei Angebote als Lagerleiter über Zeitarbeitsfirmen (aber in der Personalvermittlung), jeweils mit Vorarbeitern bzw.Meistern für das Tagesgeschäft. Das hört sich soweit ganz gut an. Und wenn ich meinen alten Lagermeister gesehen hab, der hat sich  nicht wirklich kaputt gemacht (der hatte ja auch seinen Meister...). In meiner letzten Anstellung bin ich auch die letzten drei Monate auch als Projektmanager in der Kontraktlogistik einer 50 Stundenwoche nachgegangen. Aber nur Projektarbeit, keinen operativen Stress mit Ladezeiten, Druck, etc. pp. Die Arbeit lief neben dem Tagesgeschäft und danach. War eigentlich recht relaxt und angenehm.

martine

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #8 am: 11. Juni 2015, 20:36:29 »
Hallo Marcel,

wie kam das Thema Schwerstbehindertenschein auf ? Ich denke Du warst 36 Jahre Anfallsfrei und bist es jetzt auch (seit dem Anfall vor 2 Jahren).

Ansonsten wünsch ich Dir Glück bei der Arbeitsfindung

Gruss
Martine
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Bauron

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #9 am: 12. Juni 2015, 10:23:32 »
Das Thema kam durch die Sozialberatung meines damaligen Arbeitgebers auf. Dort meinte man das ich diesen Beantragen könne. Dann hätte ich einen erweiterten Kündigungsschutz.
Letztendlich haben Sie dann den ganzen Betrieb geschlossen, so das mir das auch nichts geholfen hätte, da man in dem Fall keinen Sozialplan ausarbeiten braucht.

Winona

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #10 am: 12. Juni 2015, 14:55:38 »
Ich bin 39 Jahre alt. War folglich 36 Jahre ohne Medikation Anfallsfrei. Mein Doc meinte heute, da die EEGs nach dem Anfall alle ohne Befund waren, dass das Rezidivrisiko als gering anzusehen ist.

Das klingt doch schon mal gut;-)

Bisher habe ich mich auch bei Arbeitgebern bedeckt gehalten. Jetzt Kam nur das Thema Schwerbehindertenschein auf. Habe aber gehört das man den Status bei einer Bewerbung angeben muss, und da rät man mir von ab bevor ich nicht bei einem neuen Arbeitgeber fest im Sattel sitze. Ist aber auch nicht mein Ziel. Die Steuervorteile sind zwar nett, insbesondere  auch die Frühverrentung, aber wenn ich deshalb schwerer in den Beruf zurück finde lasse ich das lieber bleiben.

Das stimmt,doch Du bist,denke ich mal zu jung um jetzt schon EM Rente zu erhalten.Da kannste nicht von leben,denke ich mal.
Ich würde es auch lassen.

Initiativbewerbungen haben mir bisher nichts gebracht. Habe in den letzten 8 Monaten 112 Bewerbungen geschrieben. Davon 30 Initiativ, ohne ein Bewerbungsgespräch. Aktuell habe ich zwei Angebote als Lagerleiter über Zeitarbeitsfirmen (aber in der Personalvermittlung), jeweils mit Vorarbeitern bzw.Meistern für das Tagesgeschäft. Das hört sich soweit ganz gut an. Und wenn ich meinen alten Lagermeister gesehen hab, der hat sich  nicht wirklich kaputt gemacht (der hatte ja auch seinen Meister...).

Eben,der hat seine Meister! Weißt Du,ich habe einen mir sehr nahestehenden Freund,der Lagerleiter ist,und glaube mir,der ackert wat dat Zeug hält,nicht nur Papierkram.( Ist vielleicht heute anders) Heute muss auch der Lagerverwalter,leiter..etc..mit anpacken.Zeiten ändern sich.Und das Berufsleben auf alle Fälle.Und diese Zeitarbeitsbuden machen eh alles kaputt.Früher nannte man dies Sklavenhändler (zu DMarkzeiten) Heute werden die so hochgebauscht,weil sie wenig zahlen.Obwohl um uns alles teurer wird.Egal..sonst reg ich mich nur auf.


In meiner letzten Anstellung bin ich auch die letzten drei Monate auch als Projektmanager in der Kontraktlogistik einer 50 Stundenwoche nachgegangen. Aber nur Projektarbeit, keinen operativen Stress mit Ladezeiten, Druck, etc. pp. Die Arbeit lief neben dem Tagesgeschäft und danach. War eigentlich recht relaxt und angenehm.

Okay..50 Stundenwoche ist auch nicht soo prickelnd.
Doch vielleicht kannst Du daran wieder anknüpfen. Du bist Betriebstwirt und da müsste doch da was zu machen sein.(kommt natürlich auch auf die Stadt an)

Grüßle
Winona
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Bauron

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #11 am: 13. Juni 2015, 06:28:17 »
Ich habe aktuellen Stellen sollen laut AG zu 80% Bürotätigkeiten haben, ich lass mich mal überraschen. Hatte gestern ein Telefonat mit dem einen AG, hier handelt es sich mehr um eine Stelle mit Steuernder Tätigkeit. Du stehst im Kontakt mit mehreren Abetilungen und sagst den wieviel Platz du hast, die sagen dir wieviel sie brauchen und dann darfst du dir was ausmalen. Das Lager selber wir durch einen Dienstleister geführt. Mal sehen was sich die nächsten Tage ergibt.
DU hast natürlich Recht, wenn ich jetzt die Rente durchbekommen würde, läge diese bei 365 Euronen. Bei dem Antrag auf Schwerbehinderung ging es mir nicht wirklich um die sofortige verrentung, als vielmehr darum evtl. die 2 Jahre früher in Anspruch zu nehmen. Würde für mich bedeuten das ich nicht bis 67, sonder "nur" noch bis 65 Arbeiten muss. Das wären immer noch  26 Jahre...

Joy

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Re: Baurons Epilepsie
« Antwort #12 am: 13. Juni 2015, 09:56:50 »
Hallo Marcel,

Es gibt eine 90 5 Untersuchung, da musst du die Epilepsie auf jeden Fall angeben. Es sieht daher eher schlecht aus. Aber versuchen kann man es, da die Bundeswehr derzeit  allen Gebieten Leute sucht und daher deine Chancen vielleicht doch nicht so schlecht stehen.

Und Kosovo ist gar nicht soooo schlimm. Aussage meines Vaters. Er ist da schon oft gewesen, aber nur im Lager nie außerhalb.  Er ist leitender Angestellter und ach ja- sein Chef hat einen Schwerbehindertenausweis mit 100 %.

Also versuch dein Glück, ich Wünsch dir viel Erfolg bei der Jobsuche!

LG Joy