Autor Thema: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?  (Gelesen 2463 mal)

ango15

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Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« am: 23. Februar 2016, 17:44:11 »
Hallo ihr.

Ich bins mal wieder. Ich habe den Thread schon bei 'Vorstellungen' und 'Autoagression' geschrieben geschrieben, dann bemerkte ich aber, dass es die falsche 'Abteilung' ist, oder ich keine Antworten bekomme. Bin zu dumm um das dort zu löschen..  :o )

Seit ca. 4Jahren leide ich unter Suizidgedanken, mit Depressionen und Selbstverletzendem Verhalten.(STARKES *Ritzen*, Verbrennungen, stechen mit Nadeln)

Kann es sein, das die Suizidgedanken und das Selbstverletzende Verhalten auch von der Epilepsie kommt, oder eher von der Depression an sich? ??? Ich weiß, das ersetzt alles keinen ärztlichen Rat,aber die Frage brennt mir unter den Nägeln und wenn ich das Ärzte frage heisst es nur: 'Möglich ist alles'... :tröst:

Danke für eventuelle Antworten. :testwall:
Lg, ango15

Maggo

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #1 am: 23. Februar 2016, 18:21:00 »
Hallo,
es ist durchaus möglich dass durch manche Medikamente  so ein Verhalten (Denken) begünstigt wird.
Aber wenn das ja schon vor der Epilepsie -Diagnose so war, stellt sich doch die Frage eigentlich nicht, oder?
Ich kam, sah und vergas was ich vorhatte.😐

Robin

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #2 am: 23. Februar 2016, 23:08:42 »
Hallo ango, also ich hab auch autoaggression die diagnose war Borderline da ich mich ritze gegen die wand schlage was du sicher auch kennst oder mich mit der zigarette verbrenne das problem ist das diese diagnose wenn du sie erstmal hast dein leben verändert ich hoffe du hast es nicht suizidgedanken kommen bei depressionen vor oder bei vielen anderen psychischen krankheiten vor schizophrenie oder andere mfg robin

spike

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #3 am: 24. Februar 2016, 20:21:18 »
Hallo Ango!

Ich finde es toll, dass du dir hier Rat und Hilfe suchst!

Haben denn deine negativen Gedanken und das selbstverletzende Verhalten vor der Einnahme von den Antiepileptika (AE) begonnen?
Manche AE können durchaus genau deine Beschwerden auslösen, besonders das Keppra, das du zu Beginn genommen hast, hat oft diese Nebenwirkung (NW).
Hast du mit deinem Neurologen, deinem Hausarzt oder deinen Eltern denn über das Problem schon gesprochen?

Ich fände es sehr wichtig, deine psychischen Beschwerden mit dem Neurologen zu besprechen. Auch solche Probleme müssen bei der Wahl des AE mit berücksichtigt werden. Bei solchen Vorfällen muß gut geklärt werden, ob es vor oder nach den Medikamenten aufgetreten ist, also ob das ganze ein Effekt von deinen AE sein kann.

Natürlich hast du zur Zeit auch viele andere Faktoren, die dich belasten. Also kann es passieren, dass deine Seele "um Hilfe" ruft. Das ist nichts schlimmes und verwerfliches und man ist deswegen auch nicht "verrückt ". Man kann es genauso behandeln wie andere Erkrankungen.

Deine depressive Stimmung und das selbstverletzende Verhalten kann sowohl durch die Medikamente bedingt sein oder auch "einfach so" auftreten.
Dein Neurologe sollte dies unterscheiden und erkennen können.

Wichtig ist, sich nicht zu scheuen und Hilfe zu holen, am besten zuerst Zu dem du den Besten Draht hast.

LG, Spike

 

sterntaler

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #4 am: 25. Februar 2016, 17:48:12 »
Hi Ango,

ich schließe mich spike an, wollte Dir aber nur kurz erzählen, daß ich früher, als ich noch regelmäßig und oft komplex-fokale Anfälle hatte (also bevor ich medikamentös einigermaßen eingestellt war) nach den Anfällen regelmäßig akut suizidal wurde.
Das Verrückte war, daß es mir morgens vollkommen normal gut ging, mittags kam der Anfall und 2 Stunden später mußte ich mich zwingen um nicht was sehr Schlimmes zu tun. War fast ein Zwang mich umzubringen (oder auch mit dem Messer zu verletzen). Habe ich nie getan, und der furchtbare Spuk hörte oft am gleichen Abend wieder total auf. Je nach Anfallshäufigkeit und -intensität war nach einem halben Tag Ruhe ... oder es dauerte mehrere Tage lang. Das Aushalten und Gegenankämpfen war sehr schlimm. Wenn du aber weißt, daß es wieder besser wird, hilft das durchzuhalten.

Trotzdem war ich sehr erleichtert, als ich später mehrmals gelesen habe, daß gerade Temporallappenepi sowas auslösen kann, also schwere Depression bzw. Suizidalität direkt als Anfallsfolge. Und zwar nicht als Folge im Sinne von "ich halte die Krankheit nicht mehr aus" sondern durch Stoffwechselveränderungen im Gehirn.
Aber ich war und bin auch wütend auf alle Ärzte, die einen hängen lassen und nicht aufklären. Ich erntete auch immer nur Schulterzucken ohne Hilfestellung. 
Das was Du beschreibst kenne ich allerdings von vielen traumatisierten Menschen (bin Betreuerin). Überschrift Borderline, aber das ist sehr plakativ und sagt letztlich wenig über den Einzelnen mit seiner Persönlichkeit aus.  Also wie spike sagt: ... mit dem Arzt Deines Vertrauens besprechen.
Heutzutage gibt es viele gute Behandlungsmöglichkeiten.
LG, Sterntaler

ango15

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #5 am: 26. Februar 2016, 05:22:52 »
Danke erstmal für eure Antworten.

Ja, über die Diagnose Borderline habe ich mich auch schon informiert, aber die Ärzte haben das NIE angesprochen. Es hieß das ich 'nur' Depressionen habe, das allerdings sehr stark. Mir kommt es schon lange so vor, als wäre es Borderline, aber da ich bei den Ärzten nur auf Schulterzucken treffe, und ich sowieso ahfpassen muss, was ich sage, da mich in der jetzigen Situation jedes falsche Wort ins Aus schießen könnte. Das 'Aus' ist die Psychiatrie.

sterntaler

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #6 am: 26. Februar 2016, 09:45:10 »
Bezüglich "Aus" = Psychiatrie kann ich Dich beruhigen. So schnell kommt zum Glück keiner bei uns gegen seinen Willen in stationäre Behandlung. (es sei denn er/sie lebt in Bayern, da sind sie offenbar schnell dabei  :O)
Ich kenne so krasse Fälle von Borderlinern (wie gesagt, daß ist immer nur ein Schlagwort, eine Diagnose/Überschrift die auch oft mißbraucht wird da sie viel zu wenig auf den Einzelnen eingeht) und jeder hat das Recht sein Leben so zu leben wie er will, solange Du andere nicht massiv gefährdest und was Dich selbst betrifft noch Herr Deiner Sinne bist.
Allerdings schadet Psychiatrie nicht. Das ist eine alte Angst, die unbegründet ist. Es gibt mittlerweile sehr gute Behandlungsmöglichkeiten in sehr "menschlicher" Umgebung. Psychiatrische Behandlung kann auch eine Chance sein ...
Alles Gute ! 

Robin

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #7 am: 03. März 2016, 01:13:01 »
Und das aus ist das auch nich ich war 5 mal in der psychiatrie und ich lebe immer noch :testwall: :weirdo:

Meditester

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Re: Von Epilepsie oder doch von Depressionen?
« Antwort #8 am: 03. März 2016, 13:08:52 »
Als meine Tochter nicht 5, sondern 2 vor Zwölf drauf war, kam sofort Hilfe.
Auch sie hatte Deine beschriebenen Probleme.
Als ihre Betreuung die Verbrennungen auf meinen Armen sah
dachte sie, dass ich auch so "gepeilt" bin.

Bei mir war es aber aufgrund von NW: Reaktionsverzögerung durch mein Medi.
Und ich fand mich damit ab, dass beim Ofen heizen oder Backröhe bedienen
mal wieder ein neuer Fleck dazu kam.
So werde ich stets die Erinnerung an das alte Medi haben.
Und so manch Geschirr fiel zu Boden, zerbrach.
Ja, auch Aggression meldete sich des öfteren,wenn alles Angestaute auf einmal raus wollte.
Ohje, denke ich heute.
Mit dem Wechsel zum neuen Medi ist die Reaktionsverzögerung verschwunden.

Meditester
« Letzte Änderung: 03. März 2016, 13:11:07 von Meditester »
Fantasie ist ein Schatz, den dir Keiner nimmt
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