Autor Thema: Vormundschaft entmündigen bzw. entziehen  (Gelesen 1679 mal)

CrazyGrisu

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Vormundschaft entmündigen bzw. entziehen
« am: 21. Juli 2016, 16:48:27 »
Weisst Jemand von Euch wie man eine Vormundschaft entmündigt oder überträgt auch wenn der "Halter" nicht kooperativ wäre, wenn es der Bevormundeten dadurch besonders gesundheitlich besser geht?

Meine Freundin hat heute schon ganz extreme Suizidgedanken, weil es nur nach der Mutter geht hat die erwirkt dass ihre Medikamente erhöht werden, weil der behandelnde Arzt fernmündlich so entschieden hat. :(
Meine aktuellen Epi-Medis seit 21.01.2013
Morgens: 750mg UCB Levetiracetam + 125mg GSK Lamictal
Mittags: 125mg GSK Lamictal
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Amazönchen

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Re: Vormundschaft entmündigen bzw. entziehen
« Antwort #1 am: 22. Juli 2016, 19:09:39 »
Michal
Benutze die Wörter: Betreuer, Vormund, Bevormundeter und die Vormundschaft entziehen.
Und was Du unter "fernmündlich" verstehst.... .
Vielleicht kommt man dann draus, was Du meinst.

Weiss der Arzt von den "extremen Suizidgedanken"?
« Letzte Änderung: 22. Juli 2016, 19:14:50 von Amazönchen »
Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen lediglich der Belustigung der Foren-Teilnehmer

yossarian

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Re: Vormundschaft entmündigen bzw. entziehen
« Antwort #2 am: 23. Juli 2016, 19:03:46 »
Hallo,

aus dem Vormundschaftsrecht ist 1992  das Betreuungsrecht geworden. Der Inhalt ist heutiger Zeit angepasst worden. Demnach gibt es nicht mehr den Vormund, sondern den Betreuer. Den Betreuungsgerichten ist daran gelegen, für diese Aufgabe Familienangehörige zu finden.

Gleich nach dem Inkrafttreten des neuen Betreuungsgesetzes vor gut 20 Jahren habe ich rein Interessen halber einige Seminare zu diesem Thema besucht. So erinnere ich mich, dass der Betreuer nicht mehr alleine das Sagen hat, sondern kooperativ dem Betreuten zur Seite stehen muss. Auch die frühere „Entmündigung“ gibt es nicht mehr.

Zu unterscheiden ist die „rechtliche Betreuung“ von sogenannten Berufsbetreuern und die „ehrenamtliche Betreuung“ durch Familienangehörige. Welche Unterschiede es definitiv gibt, kann ich nicht genau sagen. Pflicht des Betreuers ist es immer, die Meinung und das letzte Wort des Betreuten in Entscheidungen einzubinden. Entscheidungen haben ausschließlich zum Vorteil und im Sinne des Betreuten zu sein.

Die Frage, wie und aus welchem Grund eine Betreuung enden kann, muss dir das Betreuungsgericht beantworten. Wenn Deine Freundin von Selbstmord spricht, sind die Ärzte kraft Gesetzes verpflichtet, sie in ein Landeskrankenhaus einzuweisen. Das wäre ein schlechtes Argument, um ihre Rechte hinsichtlich der Betreuung durchzusetzen. Wenn der Betreuer die gesundheitlichen Interessen Deiner Freundin nicht berücksichtigt, ist es Grund, das Betreuungsgericht aufzusuchen. Ich wünsche viel Erfolg.

Gute Grüße
yossarian


Vormundschaft (Betreuung nach dem Betreuungsgesetz)
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Dein-Vormund-vertritt-Dich-Brosch_C3_BCre,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Weiteres zur Betreuung
http://www.rechtlichebetreuung.de/betreuungsrecht.html