Autor Thema: Angst vor dem Scheitern  (Gelesen 1065 mal)

Famala

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Angst vor dem Scheitern
« am: 15. Mai 2017, 00:22:24 »
Hallo, ich weiß nicht so richtig wie ich anfangen soll. In 2015 wurden bei Tics festgestellt... zuerst sagte man es sei Epilepsie dann wieder nicht. Das ging ein halbes Jahr so. Dann hatte ich endlich Medikamente die geholfen haben und keine starken Nebenwirkungen hatten. Ich muss anmerken das ich zusätzlich noch an RLS leide.
Nun hatte ich ende April einen Krampfanfall. Da der Medikamentenspiegel unterhalb des normalen Wertes lag, bekomme ich eine höhere Dosis. Leider geht es mir seit Dienstag recht schlecht. Ständige Übelkeit und erbrechen. Ich hoffe das legt sich schnell wieder.
Was mir am meisten Sorgen macht ist das ich zu einem schlechten Zeitpunkt einen Anfall bekomme. Z.B. wenn ich mit meinem 1 jährigen Sohn alleine bin. Man kann sich zwar auf vieles vorbereiten, aber halt nicht auf alles. Wie geht ihr damit um.
Gruß
Gruß Markus

Seb

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Re: Angst vor dem Scheitern
« Antwort #1 am: 16. Mai 2017, 02:50:42 »
Hallo Famala,

ich bin zwar seit längerem (letzter Anfall war 2010) anfallsfrei, wenn dann habe ich aber auch Grand Mal Anfälle und kenne die Sorge, irgendwann mal alleine umzukippen. Ich wohne seit geraumer Zeit alleine, ich weiß also um das Risiko, aber bisher hatte ich Glück und ich mache mir auch keine großen Gedanken darüber (sonst werde ich ja noch verrückt).

Bei dir ist es natürlich etwas anders mit der Verantwortung für deinen Sohn / Familie. Da der Anfall erst einen Monat zurück liegt wird man kaum sagen können, ob der Medikamentenspiegel jetzt passt. Zwischen meinen ersten beiden Anfällen zu Beginn meiner Epilepsie (da war ich 16) lagen 4 Monate ohne jegliche Medikation. Das kann also im Endeffekt nur die Zeit sagen. Von daher würde ich an deiner Stelle zumindest die nächsten Monate versuchen, das Risiko möglichst gering zu halten.

Wenn du also gesundheitlich angeschlagen bist (Fieber z.B. erhöht das Anfallsrisiko signifikant wie ich zu meinem Leidwesen selbst feststellen musste!) fahre deine Aktivitäten runter. Wenn du dich am Tag einfach irgendwie nicht gut fühlst (Schwindel, Kopfschmerzen usw.), versuche irgend wen zumindest zu informieren oder jemanden zu bitten einfach mal vorbei zu schauen um zu sehen, ob alles ok ist, wenn du sonst alleine bist. An allen anderen Tagen einfach das Glück nicht heraus fordern, aber versuch dich von den Gedanken / Sorgen nicht kaputt zu machen und so gut es geht gar nicht daran zu denken.

Ich kann dir sowieso nur raten, dein Umfeld generell aufzuklären und was Freunde/Familie/Kollegen um dich herum im Fall eines Anfalls tun und vor allem NICHT tun sollten. (Ich höre z.B. immer wieder von dem Unsinn, dass man etwas zwischen die Zähne klemmen soll, was aber bei einem Krampfanfall extrem gefährlich ist.) Es hilft meiner Meinung auch einem selbst, wenn man offen darüber redet. Ich verlange da nie Mitleid, ich will anderen nur einfach die Unsicherheit für den Fall des Falls nehmen und gleichzeitig selber das gute Gefühl haben, dass ich schnell die richtige Hilfe bekomme, wenn was passiert.

Wünsche dir alles Gute und dass es sich mit den Medikamenten wieder einrenkt. :)

JuliaGausA

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Re: Angst vor dem Scheitern
« Antwort #2 am: 15. August 2017, 13:35:23 »
Hallöchen,

also ich hatte extreme Probleme mit meinem Medikament, bin zu meinem Arzt, der hat mir andere Medikamente verschrieben.
Das mit dem schlechten Zeitpunkt kenne ich, ich arbeite im Kindergarten und habe ständig Angst einen erneuten Anfall zu bekommen, wenn ich mit den Kidis alleine bin, leider war dies auch der Fall.
Seitdem war ich dann nicht mehr alleine, teils kam meine Chefin zu mir in die Gruppe, wenn es nicht anders ging.
Privat habe ich meinen engsten Leuten bescheid gegeben.
Ich weiß ja nicht wie sich ein Anfall bei dir bemerkbar macht, bei mir ist es so das mir erst ein wenig schwindelig ist mit einem schlechten Geruch, dann (auch wenn es sich komisch anhört) mache ich extrem komische Dinge und habe verwirrte Gedanken, das dauert dann so circa 3-4 Minuten.Ich habe in meinem Handy mehrere Notfall kontakte eingegeben, mit der tastenkombination 3 Mal schnell hintereinander auf die An/Aus Taste wird dann eine SOS Nachricht versendet an diese Empfänger (GPS Daten, Sprachnachricht, und Bilder von der Vorder und Hinterkamera.
Habe ebenfalls immer ein Notfallmedikament bei mir.
ich kann mir gut vorstellen das es ein schreckliches Gefühl ist, ich wünsche dir alles gute =)