Autor Thema: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam  (Gelesen 1758 mal)

JuliaGausA

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Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« am: 21. Juni 2017, 15:25:14 »
Guten Tag zusammen,

Brauche mal eure Erfahrungen
Ich nehme jetzt nun seid gut 6 Monaten das Medikament levetiracetam (in der Kindheit habe ich Ergenyl bekommen)
Bin aktuell bei einer Dosis von 2500 mg am Tag leider mit Aussicht dass ich diese Dosis nach erhöhen wird (habe am Anfang nur 1000 mg am tag genommen
Am Anfang habe ich nicht wirklich viel von den Nebenwirkungen bemerkt noch knapp sechs Wochen der Einnahme hat sich das erste Mal suizidgedanken mich jedoch nicht getraut das beim Artzt anzusprechen
Ich habe zusätzlich wie wahrscheinlich üblich eine erhöhte Reizbarkeit und starke Stimmungsschwankungen daher hat mein Arzt mir empfohlen ein Antidepressiva dazu zu nehmen
Mittlerweile habe ich so gut wie jeden Tag diese Gedanken weiß wenn ich ehrlich bin auch einfach nicht mehr weiter
Generell bin ich gegen Medikamente die nicht zwingend notwendig sind außerdem habe ich Angst wenn das Antidepressiva abgesetzt wird das die Gedanken wieder da sind
Hat jemand ähnliche Nebenwirkungen mit diesem Medikament gehabt und die seinem Arzt geäußert
Ich habe Angst dass er mich dann eventuell einweisen lässt, die Angst begründet sich dadurch dass der Arzt mich schon lange kennt und auch weiß dass das nicht das erste Mal ist ich hatte diese Gedanken schon früher wo ich das Medikament noch nicht genommen habe




susili

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #1 am: 21. Juni 2017, 15:29:26 »
hallo liebe julia,

herzlich willkommen hier im forum

dein arzt kann dir nur wirklich helfen, wenn du ehrlich zu ihm bist.

levetiracetam kann, wohlgemerkt kann, suizidgedanken auslösen.

evtl. brauchst du ein anderes medikament.

du solltest nicht bis zum suizdiversuch warten. geh zum arzt! sprich mit ihm!

herzliche grüße, susanne
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JuliaGausA

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #2 am: 21. Juni 2017, 15:32:48 »
Zum Glück sind s bis jetzt nur gedanken
Ich habe mich einfach nur selbst erschrocken als ich das erste Mal suizidgedanken hatte und wusste nicht damit umzugehen wann nächster Termin ist leider erst im September und dann mein Arbeitgeber sehr wenig Verständnis hat habe ich leider auch nicht unbedingt die Möglichkeit den Termin vorher wahrzunehmen

JuliaGausA

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #3 am: 21. Juni 2017, 15:35:03 »
Es ist ziemlich einfach ein *** Gefühl jedes Mal mit diesem Gedanken konfrontiert zu werden
Du stehst auf einer Brücke und denkst ja jetzt runter springen dann ist alles zu Ende und alles besser das ist halt nicht so toll
Dennoch würde ich das niemals in die Tat umsetzen da ich einen Freund habe der mich wirklich liebt und alles für mich tun würde Sieg dann die Vernunft

Cornelia-Admin

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #4 am: 21. Juni 2017, 18:00:46 »
Hallo Julia,

natürlich ist das ein ***-Gefühl.  :tröst:

Auch mein Rat ist, bespreche das vertrauensvoll mit Deinem Arzt. Auf jeden Fall, und möglichst bald, bevor es schlimmer wird.

Antidepressiva können, wenn sie antriebsteigernd sind, und diese Wirkung schneller einsetzt als die stimmungsaufhellende, unter Umständen die impulsive Umsetzung solcher Gedanken fördern.
Und da ja auch Levetiracetam in gewisser Weise antriebsteigernd ist, wenn wie bei Dir die Nebenwirkungen erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen usw. auftreten, ist Vorsicht sicherlich umso mehr geboten.

Das hat meines Erachtens nicht Zeit bis zum September!

Ruf am besten dort an, schildere kurz das Problem und bitte um einen vorzeitigen Termin. Oder, falls der Arzt das per Telefonkontakt macht, ist vielleicht auch so eine Änderung der Verordnung möglich.

Das ist wirklich wichtig. Arbeitgeber hin oder her und auch angst vor Einweisung hin oder her. Das ist alles verständlich.  :tröst:
Aber es ist zweitrangig. Dass Deine Stimmung stabilisiert wird, muss an erster Stelle stehen.

Bedenke, wenn Du die Medikation so wie jetzt weiter nimmst, könnte sich die Nebenwirkung ja unter Umständen weiter verschlimmern, und dann denkst Du in einem Impuls vielleicht kurzzeitig nicht mehr so vernünftig wie jetzt über das nach, was Du deinem Freund antätest.

Was nützt es Dir oder ihm dann, dass der Arbeitgeber nichts mitbekam oder Du nicht eingewiesen wurdest?  :tröst:

Vor der Psychiatrie, falls tatsächlich eine vorübergehende Einweisung zu Deinem Schutz erfolgen sollte, brauchst Du keine Angst zu haben. Dort ist man inzwischen viel weiter als vor zehn oder zwanzig Jahren.
Aber, wenn Du Dich selbst frühzeitig bei dem Arzt meldest und er die Medikation ändert, wird das vermutlich gar nicht nötig sein, und wenn, ist es ja auf freiwilliger Basis.
Anders wäre es, wenn die Lage sich verschlimmert und es zu einem Versuch käme. Dann könnte es auch gegen Deinen Willen dazu kommen. So weit solltest Du es aber nicht kommen lassen.

Detaillierter ausführen sollten wir solche Gedanken hier aber nicht, da solche Gespräche bei anderen ebenfalls solche Gedanken triggern können.



Also: Bitte, melde Dich bei Deinem Arzt und erzähle ihm offen und ehrlich, wie es Dir geht. So schnell wie möglich.

Alles Gute!  :tröst:
Cornelia

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Muschelschubser

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #5 am: 21. Juni 2017, 22:38:35 »
Hallo Julia, Du bist nicht allein und sich das Leben zu nehmen ist keine Lösung. Ich stand auch mal kurz davor und bin so froh, das nicht gemacht zu haben! Es gibt immer eine bessere Lösung. Und wenn es ein besseres Medikament ist (wobei ich auch LEV nehme und sehr zufrieden bin) - versuch es! Und es gibt gute pflanzliche Mittel etc (Vorsicht bei Johanneskraut, aber das weiß Dein Arzt). Was mir echt geholfen hat: Meditation/Gebete, Ruhe, Sport. Und meine Freunde, die zu mir stehen. Sch... auf den Arbeitgeber, der muss da durch, wenn Du früher einen Arzttermin bekommen kannst! Schreib mir gern auch eine Privatnachricht, was Du arbeitest und wo das Problem ist bei dem Arbeitgeber.

Ganz viele liebe Grüße von der Muschelschubserin
Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!

Maggy777

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #6 am: 19. Juli 2017, 20:42:46 »
Hallo,

das war bei mir bei Keppra und seinem Nachfolger Briviact genauso. Du bist nicht allein. :tröst:
Am schlimmsten war es unter Fycompa.  :-\

JuliaGausA

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #7 am: 12. August 2017, 18:03:58 »
Ich wurde umgestellt und kann sagen, dass ich meine aktuellen Medikamente wesentlich besser vertrage.
Mein Neurologe ist ein richtiger Schatz, er hat sich sofort Zeit genommen und fragt Regelmäßig nach wie es mir geht.
Er hat mich ermutigt meine  Tumor der für meine Epilepsie verantwortlich ist entfernen zu lassen, diese Operation ist dann bald, so das ich ende des Jahres ( wenn alles gut geht) Medikamenten frei bin.
Ich wollte mich bei allen Antworten bedanken =) :-*

Cornelia-Admin

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #8 am: 12. August 2017, 18:11:22 »
Hallo Julia,

das ist doch mal eine gute Nachricht!  Super! :-)))

Ich drücke Dir die Daumen, dass die OP wie erwünscht verläuft.

Vielen herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Diese hilft sicherlich vielen anderen, die in einer ähnlichen Situation stecken und Bedenken haben, sich baldmöglichst ihrem Arzt anzuvertrauen, ihre Angst davor zu überwinden und diesen notwendigen Schritt zu wagen.

Alles Gute
Cornelia
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JuliaGausA

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #9 am: 12. August 2017, 18:15:35 »
Liebe Cornelia

ich bedanke mich von Herzen
ja das war nicht die leichteste Entscheidung, aber sie war notwendig und ich hoffe das es andere lesen werden.
weil nur der Gang zum Arzt oder anderen Vertrauenspersonen hilft, wenn es einmal raus ist geht alles seinen Gang und das ist gut so =)

micam

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #10 am: 13. Juni 2018, 08:57:05 »
Hallo,

Ich nehme leviteracetam seit erst 8 Monaten. Mittlerweile liegt meine Tagesdosis bei 3000mg.
Anfangs hab ich außer der schrecklichen Müdigkeit und Schlappheit keine großen Nebenwirkungen gespürt. Mit der Zeit kam eine wahnsinnige Appetit Möglichkeit, ob ich esse oder nicht, Übelkeit und das Erbrechen kam trotzdem immer wieder.

Seit erst etwa 2 Monaten hab ich das Gefühl immer unzufrieden U sein. Reizbarer als in den ersten Wochen der Einnahme bin ich auf jeden Fall geworden. Sensibel, aggressiv, traurig, emotionskalt vor allem.
Oft fange ich grundlos an zu weinen, denke mir dass ich absolut nichts alleine kann aber auch gleichzeitig keine Hilfe von jemanden annehmen möchte, da ich auf keine Hilfe angewiesen sein möchte. Und besonders wenn ich auf meinen daher Zustand der Traurigkeit, der mir selbst nicht mehr dauernd auffällt, reagiere ich besonders sensibel und auch aggressiv darauf.
Ich bin zu dem äußerst gefühlskalt geworden, auch wenn ich mich sehr freue, kann ich es nicht zeigen. Es fällt mir mehr als schwer nur etwas Freude und liebe meinem Partner besonders gegenüber zu zeigen, auch wenn ich große Freude empfinde, diesen bloden Blick der Traurigkeit bleibt immer.

Seit Januar also knapp 6 Monaten, nehm ich zu dem als neues Medikament Lamotrigin mittlerweile zu einer tagesdosis von 600mg. Diese sollten als stimmungs aufhellend wirken, doch davon Spur ich selbst nichts trotz der hohen Dosis mittlerweile. Meine Traurigkeit steigt im Gegenteil immer und immer mehr mit der Zeit. Für 2 Wochen hatte ich jegliche Medikamente abgelehnt weil ich es nicht mehr ausgehalten hab und die Anfälle in Kauf genommen habe.
Da das keine Lösung ist, ging ich wieder an sie zu nehmen, doch glücklich bin ich damit nicht.

Gibt es eine klare Alternative mit gleich guter Wirksamkeit wie die von leviteracetam?

Lg,
Mica

JuliaGausA

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #11 am: 13. Juni 2018, 12:35:59 »
Hallo mica,

Das was du schreibst kenne ich mir zu gut, das ist ein *** Gefühl

Ich empfehle dir (habe es selbst genommen ) Vimpat.
Hatte so gut wie keine Nebenwirkung außer Schwindel ( aber das macht bei mir eh nicht mehr aus  😂)
Bin jetzt aufgrund von Kinderwunsch auf Lamotrigin umgestiegen, habe keine Mebenworlung aber es verringert meine Anfälle nur sehr gering

Hofffe ich konnte dir ein wenig helfen

Kannst mir sonst gerne eine Nachricht schreiben

Alles liebe Julia

fleur

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #12 am: 13. Juni 2018, 13:44:02 »
Hallo Mica,

du schreibst, mit Levetiracetam ist eine große Müdigkeit und ein Schwächegefühl eingetreten.
Diese Symptome haben sich bei mir mit Levetiracetam ebenfalls eingeschlichen.

Bei der Einnahme von Levetiracetam seit 8 Monaten und Lamotrigin seit 6 Monaten, ist mir unklar, welches der Auslöser der weiteren Symptome seit 2 Monaten ist.
Was sagt dein Neurologe / Epileptologe, woran es liegt?

Ich wünsche  dir eine angenehme Verdauung und fröhliche Gedanken.


LG
fleur

panda

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Re: Suizidgedanken seit Einnahme von Levetiracetam
« Antwort #13 am: 13. Juni 2018, 22:22:28 »
Hallo micam,

Aus Erfahrung bei meinem Sohn kann ich dir sagen, jeder reagiert anders. Lamotrigin soll stimmungsaufhellend wirken, aber bei meinem Sohn war es das Gegenteil. Er war sehr depressiv.
Bist du bei einem Epitelogen oder Epilepsiezentrum in Behandlung?
Du solltest mit deinem Arzt über deine Probleme reden und versuchen ein geeignetes Medikament für dich zu finden.

Alles Gute
panda