Autor Thema: Briviact  (Gelesen 2384 mal)

Jassy01

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Briviact
« am: 19. November 2017, 03:40:08 »
Hallo ihr Lieben.

Ich wollte euch mal um eure Einschätzung fragen.

Ich habe am Freitag ein Rezept für Briviact bekommen.

Als ich mich über das Medikament informiert  habe,
Habe ich erfahren, dass Briviact
eine Ableitung von Keppra  ist.

Auf Keppra hatte ich sehr starke psychische Nebenwirkungen!
Es sind sehr traumatische Erinnerungen.

Ich habe sehr starke Bedenken, auch wenn der
Wirkstoff abgewandelt ist.

Am Dienstag werde ich nochmal
meine Neurologin kontaktieren,
Würde aber trotzdem gerne mal eure Meinung dazu hören.

Sind meine Bedenken gerechtfertigt?
Und soll ich das Medikament Ausprobieren oder
ist es bei der Keppra Unverträglichkeit ein No-Go? 😐

Hat jemand vielleicht Erfahrungen in dieser Hinsicht?

Ich bin für jede Antwort dankbar

Lora

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Re: Briviact
« Antwort #1 am: 19. November 2017, 09:19:05 »
Hallo Jassy,

das Keppra hatte ich auch überhaupt nicht vertragen, da die NW bei mir sehr stark waren. Und vor dem neuen Briviact hatte ich ebenso Angst und habe nach der ersten Einnahme auf die NW gewartet. Doch es kam nichts. Auch bei der Erhöhung.
Und meine Anfälle hat es noch dazu sehr minimiert.

Viel Glück und hoffentlich hilft es dir so gut wie mir.

LG, Lora

amicus

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Re: Briviact
« Antwort #2 am: 19. November 2017, 19:01:53 »
Hallo Jassy,

Briviact ist eine Weiterentwicklung von Keppra, ist aber für manche Patienten, was Nebenwirkungen angeht, besser verträglich.

Ich habe von beiden Medikamenten (vor einigen Jahren Keppra, bis vor einem ca. 5 Monaten Briviact) in einer bestimmten Dosis persönlichkeitsverändernde und psychische Nebenwirkungen bekommen.

Keppra hat mich aggressiv, launisch, reizbar gemacht. Es gab eine Zeit, wo ich nach dem Einschleichen von Keppra beinahe jeden Abend grundlos geweint habe. Als wir die Dosis gesenkt haben, ging es besser, meine Stimmung war aber trotzdem nicht optimal.

Unter Briviact (das ich zusammen mit Frisium, Apydan extent und Fycompa nahm) war ich weder aggressiv noch reizbar. Stattdessen allgemeine Antriebslosigkeit, Gedämpftheit, Gedächtnis- und Motivationsprobleme und Depressivität mit wiederkehrenden depressiven Episoden. Eine Grund war auch, dass ich trotz der vielen Medikamente und Nebenwirkungen keine bessere Anfallssituation hatte als zuvor.
Dennoch hatten sowohl Briviact als auch Frisium einen großen Anteil an diesen psychischen und kognitiven Nebenwirkungen; denn nachdem sie im Sommer ausgeschlichen worden sind, ging es mir stimmungsmäßig besser und ich war wieder ich selbst, wie meine Eltern sagten. Im Nachhinein lässt sich leider nicht genau sagen, was den größeren Anteil hatte, Frisium oder Keppra, da beides beinahe gleichzeitig ausgeschlichen wurde und parallel Topamax eingeschlichen.

Wie du Briviact vertragen wirst, lässt sich aber leider wohl nicht sagen, auch nicht anhand von Erfahrungsberichten.

Ich wünsch dir eine gute Entscheidung!

LG
amicus
« Letzte Änderung: 19. November 2017, 19:04:13 von amicus »

Jassy01

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Re: Briviact
« Antwort #3 am: 19. November 2017, 22:41:52 »
Danke schonmal für eure Antworten.

Ich habe auch noch in einem anderem Forum gefragt und mittlerweile des Öfteren
ähnliche Antworten wie bei Lora bekommen.
Deshalb habe ich jetzt doch den Mut, Briviact zu versuchen.

Ich hoffe so sehr, dass es mir hilft, da ich schon viele Medikamente versucht habe.

Tiffy

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Re: Briviact
« Antwort #4 am: 31. Januar 2018, 10:30:08 »
Ich nehme nun seit Anfang November letzten Jahres Briviact
morgens 100 mg und abends 100 mg
die ersten  8 Wochen seit Beginn der Einnahme war ich anfallsfrei  :dance:
Doch vor 3 Wochen ging es wieder los
Ca. 2 einfach-fokal und 2 komplex-fokale Anfälle
wobei ich den Eindruck habe, dass die komplex-fokalen Anfälle stärker geworden sind. Die Orientierungsphase danach dauert zwar nicht länger als sonst ist aber ausgeprägter. Ich kann lange  nicht sprechen bzw. auf Fragen nicht antworten auch wenn ich sie verstehe.
Nun habe ich diese Woche nach meinem Arzttermin am Montag einen weiteren Termin.
Ich habe ein wenig Sorge und habe Angst vor einer Umdosierung.
Das Medikament vertrage ich eigentlich gut. Ich schlafe endlich wieder durch, allerdings kommt es jetzt öfter vor, dass wenn ich es mir z.B. mittags einfach nur kurz gemütlich machen möchte einfach einschlafe. Wenn ich abends die Medis genommen habe fühle ich mich für ca. 1 - 1 1/2 Stunden ziemlich "wach".  Dann allerdings schlaf ich von jetzt auf gleich ein. Eigentlich möchte ich das Briviact nicht rausdosieren. Schon allein wegen des guten Schlafs nachts. Das ist so herrlich, das habe ich Jahre lang nicht mehr gekannt.
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Meditester

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Re: Briviact
« Antwort #5 am: 31. Januar 2018, 11:39:45 »

Hallo Jassy01!

Es ist nicht vorhersagbar wie das Medi bei dir wirkt.
Aber ohne Versuch kein Ergebnis.
Ich hatte nach vielen erfolglosen Versuchen keine Lust mehr.
Doch als es zu schlimm wurde mit den Anfällen und Verletzungen wechselte ich.
Sammle deine Erfahrungen und teile sie uns mit!

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Re: Briviact
« Antwort #6 am: 31. Januar 2018, 12:39:14 »
Hallo,

ich hatte in üblicher Dosis auch keine Probleme mit Nebenwirkungen bei Briviact.
Es wurde bei mir wieder abgesetzt, da es nicht gewirkt hat, aber bei mir wirken die Medikamente eh so gut wie nicht. Ursache scheinen die Hirnschäden durch die Epilepsie-Op zu sein.
Ich nehme zur Zeit nur Lamictal.

Liebe Grüße

Charlygirl

Jassy01

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Re: Briviact
« Antwort #7 am: 14. Februar 2018, 01:35:34 »
Hallo.
Ich nehme Briviact jetzt niedrig ( 25 mg am Tag ) zusammen mit anderen Medikamenten

Ich würde es sehr gerne durch Fycompa austauschen, aber meine Neurologin will dieses
Medikament grundsätzlich nicht verschreiben
Deshalb nehme ich Briviact weiter
Auch wenn ich mit dieser Entscheidung überhaupt nicht einverstanden bin

Aufdosieren will ich Briviact nicht

Ich hatte es mal auf 50mg am Tag aber bin wieder runter gegangen

Ich bin mir auch nicht so ganz sicher ob das Briviact höher dosiert nicht Anfälle bei mir auslöst


Glücklich bin ich mit der aktuellen Situation überhaupt nicht


Tiffy

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Re: Briviact
« Antwort #8 am: 14. Februar 2018, 08:51:18 »
@ Meditester

Hallo
Nimmst Du Briviact jetzt ein?
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Meditester

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Re: Briviact
« Antwort #9 am: 15. Februar 2018, 10:54:06 »
Hallo Tiffy!
Ich nehme seit Beginn der Diagnose Liskantin (Uralt-Medi).
Und weil plötzlich das allein nicht mehr half begann eine endlose Suche nach einem zweiten Medi.

Nach vielen Jahren und Verletzungen habe ich nun das Beste für mich gefunden.
Es sind zwar noch einige Anfälle, aber wesentlich gezügelter ist die Epi.
Das Beste ist, dass die Photosensibilität endlich weg ist.
Dieses war sehr oft ein Anfallsauslöser.

Aufgrund anderer Leiden muss ich auch dauerhaft Stesolid,eigentlich ein Notfall-Medi, nehmen.
Ohne wäre ich oftmals im Rettungswagen.

Meditester
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Tiffy

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Re: Briviact
« Antwort #10 am: 20. Juni 2018, 09:48:10 »
Hallo!
Seit November letzten Jahres nehme ich nun Briviact 100 - 100.
Bei dem letztem Klinikaufenthalt hat man mich hochdosieren wollen auf 100 morgens und 150 abends.
Das habe ich einige Tage gemacht und dann aber wieder gelassen wegen starker Müdigkeit, Störungen im räumlichen Sehen, Schwindel.
Nun habe ich mich nach dem letzten "anfallsreichen" Wochenende und natürlich nach Rücksprache mit dem Arzt doch zur Dosiserhöhung entschlossen.
Mir wurde gesagt, es könne sein, dass der Körper ein wenig Zeit braucht sich auf die neue Dosis einzustellen.
Hat hier jemand eine Ahnung/Erfahrung damit wie lange das dauern könnte?
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Tiffy

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Re: Briviact
« Antwort #11 am: 21. Juni 2018, 07:08:15 »
Gestern Abend habe ich nun die Dosis erhöht.
Heute morgen geht's  mir echt beschissen.
Ich habe zwar geschlafen wie ein Murmeltier, aber jetzt könnte ich im Stehen einpennen, im Schlafen heulen.
Heulen, heulen, heulen.
Was soll ich nur tun? Ein paar Tage durchhalten und abwarten, ob es besser wird.
Ich möchte doch einfach "nur" keine Anfälle mehr haben.
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

Tiffy

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Re: Briviact
« Antwort #12 am: 22. Juni 2018, 08:56:37 »
Moinmoin  :)

Nach diesem Tag gestern, geht es mir heute schon etwas besser.
Ich habe gestern nochmal mit dem Neurologen gesprochen.
Er sagte mir, ich kann auch die Dosis alle 2 Tage erhöhen.  :eatfish:
Also habe ich gestern Abend nur 100 mg eingenommen.
Heute morgen wurde ich von einem leichten Anfall geweckt und mir war ziemlich übel. Das ist vergangen.
Heute Abend müsste ich also wieder 150 mg einnehmen.
Ich traue mich nicht. :escape:
Der Neurolge sagte, es könne einige Zeit dauern, bis man sich an die Dosis gewöhnt.
Er sagte, es kann 4 - 6 Wochen dauern.
Ich glaube ich schaffe das nicht.  :-\
Der Tag gestern, war echt bescheiden.
In zwei Wochen geht's in den Urlaub. Ich möchte uns den Urlaub nicht verderben und überlege nun, ob ich danach erst mit der Eindosierung beginne. Andererseits sind die Nebenwirkungen so stark, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich das überhaupt noch probieren möchte.
Medikation:
Lamotrigin biomo: morgens 250 mg und abends 250 mg
Briviact : morgens 100 mg und abends 100 mg

sim-sim

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Re: Briviact
« Antwort #13 am: 12. Juli 2018, 14:43:00 »
Bei mir soll jetzt Briviact beginnend mit 0-0-25, nach 7 Tagen 25-0-25. Danach ein weiteren Termin beim Neiro wegen weiterer Aufdosierung.

Kombi mit Lamictal 150-0-150, Luminal 0-0-0-150

Ablösen soll es das Ofiril long.

Indigo

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Re: Briviact
« Antwort #14 am: 14. Juli 2018, 11:21:17 »
Hallo,
als hoffentlich positive Erfahrung: Bei mir hat Briviact komplett anders gewirkt als Levetiracetam. Von diesem hatte ich schwere Depressionen, die nach einer Umstellung (dank der Ableitung des Wirkstoffes war es sofort austauschbar) sofort weg waren. Leider blieb auch die Wirkung aus.

Bei einem zweiten Versuch der verzweifelnden Ärzte, bei dem ich wortwörtlich von 0 auf 100mg i.V. gesetzt wurde, gab es eine sofortige Besserung. Da Briviact durch die intravenöse Gabe unabhängig von den sonstigen gegeben wurde, kann ich diese eindeutig zurückführen.
Leider gab es ebenso starke Nebenwirkungen. Diese hielten sich für ca. 2 Monate und sind nun aber restlos verschwunden. Ich bin froh, dass ich die Zeit auf Anraten meines Neurologen durchgehalten habe und kann jedem empfehlen, einem Medikament seine Zeit zu geben.
Viel Erfolg!