Autor Thema: Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?  (Gelesen 814 mal)

Aoife

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Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?
« am: 11. Dezember 2017, 15:37:41 »
Hallo zusammen,

ich wollte einmal fragen, ob es hier Nutzer gibt, die ausschliesslich einfach-fokale Anfälle haben? Manchmal komme ich mir ja vor, als würde ich mir alles nur einbilden - zumal EEG, MRT usw. immer normal waren.
Dann wieder fühle ich mich von den gehäuften Anfällen schon stark eingeschränkt und benötige mehrere Tage, bis ich mich wieder normal fühle. Ist das normal? Oder könnte es vielelicht auch so etwas wie Migräne sein? Die Diagnose steht bei mir nur aufgrund von Beschreibungen/Ausschluss anderer Dinge, also ist sich keiner so recht sicher...

LG,
Aoife

Rotkehlchen

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Re: Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?
« Antwort #1 am: 11. Dezember 2017, 18:59:22 »
Hallo Aoife,

ich habe zwar nicht nur einfach fokale Anfälle, aber mich würde mal interessieren, wie du deine „Anfälle“ beschreibst.
Bei Migräne hättest du ja anschließend sehr sehr starke Kopfschmerzen. Also, wenn ich einfach fokale Anfälle habe, habe ich anschließend keine Kopfschmerzen (Bei Grand Mal schon).
Also, vielleicht magst du mal deine Anfälle beschreiben?  :-)

Viele Grüße
Rotkehlchen

Aoife

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Re: Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?
« Antwort #2 am: 12. Dezember 2017, 11:05:30 »
Hallo Rotkehlchen,

meine Anfälle sind (laute Neurologem) schon sehr typisch - metallischer Geruch, epigastrische Aura usw.
Kopfschmerzen habe ich danach nie, aber es gibt ja auch atypische Migräne ohne Kopfschmerzen? Und psychogene Anfälle, die ähnlich aussehen? Ich bin einfach immer wieder verunsichert, da ich kaum jemanden kenne, der nicht zumindest auch komplex-fokale Anfälle hat. And alle Untersuchungen waren bei mir auch ergebnislos.

LG,
Aoife

Elka

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Re: Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?
« Antwort #3 am: 15. Dezember 2017, 23:20:27 »
Hallo Aoife,

willkommen.

Bei mir ist es ähnlich wie bei Dir:
Ich habe hauptsächlich Auren, fokale Anfälle, auch teils sehr gehäuft.
Früher hatte ich Zeiten, wo "angeblich" auch komplex-fokale Anfälle dazukamen, auch jetzt ist das Bewusstsein teils eingeschränkt, allerdings soll ich angeblich Auren mit psychischen Veränderungen haben bzw. besteht Verdacht auf Aurenstatus.

Das "angeblich" steht, da ich selbst verunsichert bin, insbesondere da es immer wieder ein Hin und Her gab - epileptisch, psychogen.
In den Untersuchungen gab es auch keine Auffälligkeiten, außer in einer Zeit, in der ich mal große Anfälle hatte, danach waren EEGs krankhaft verändert, aber das waren nur 3 von geschätzt 30.

Deine Verunsicherung kann ich verstehen. Auch komme ich mir seltsam vor, nur die Auren, fokalen Anfälle zu haben, wobei die teils schon heftig sind und "reinhauen", so wie Du es beschreibst. Es rädert.
Wie oft hast Du denn Anfälle?
Bist Du bei einem erfahrenem Arzt in Behandlung?

Also, Aoife, Du bist mit der Erfahrung nicht allein.
Und Du hast recht: Es gibt ja die "Migräne sans Migräne", also ohne Kopfschmerzen, die auch Aurensymptome verursacht - auch bei mir gab es mal diesen Verdacht, aber da bin ich dann ausgestiegen aus dem Ärztedschungel ..

Mach's gut,
Elka

Aoife

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Re: Ausschliesslich einfach-fokale Anfälle?
« Antwort #4 am: 16. Dezember 2017, 12:43:51 »
Hallo Elka udn danke fuer die Antwort!

Ich habe hauptsächlich Auren, fokale Anfälle, auch teils sehr gehäuft.
Früher hatte ich Zeiten, wo "angeblich" auch komplex-fokale Anfälle dazukamen, auch jetzt ist das Bewusstsein teils eingeschränkt, allerdings soll ich angeblich Auren mit psychischen Veränderungen haben bzw. besteht Verdacht auf Aurenstatus.
Interessant - in meiner Diagnose stehen auch komplex-fokale Anfälle, aber nur aufgrund von einigen vagen Aussagen Aussenstehender. Und inzwischen bin ich mir ziemlich sicher, dass ich zumindest momentan keine komplex-fokalen Anfälle habe. Insgesamt hat es sich bei mir auch so entwickelt, dass die ursprünglichen Anfälle kürzer und dafür intensiver waren. Vllt. also etwas mehr eingeschränkt. Jetzt ist es die Häufung der Auren, die mich dann in Summe unkonzentriert macht, bzw. meine Wahrnehmung beeinflusst. Ich bin dann einfach den ganzen Tag "neblig" im Kopf und es kann bis zu einer Woche dauern, bis ich mich wieder ganz normal fühle.

Zitat
Das "angeblich" steht, da ich selbst verunsichert bin, insbesondere da es immer wieder ein Hin und Her gab - epileptisch, psychogen.
In den Untersuchungen gab es auch keine Auffälligkeiten, außer in einer Zeit, in der ich mal große Anfälle hatte, danach waren EEGs krankhaft verändert, aber das waren nur 3 von geschätzt 30.
Das kann ich gut verstehen. Psychogen stand bei mir bisher von Seiten der Ärzte nie direkt im Raum, aber es hiess gelegentlich: "Dann wissen wir auch nicht, was es sein kann." Und ich habe eben überlegt, was es sonst ist. Und wie ein Neurologe letzthin zu mir sagte: In der Neurologie gibt es nicht viele Sachen, wo die Symptome auftauchen und dann wieder weggehen: Epilepsie, Migräne, Schlaganfall.
Die EEGs waren bei mir noch nie auffällig und das MRT ist borderline. Manchmal komme ich mir einfach vor, als würde ich mir alles ausdenken oder vllt. kleine Symptome mental aufbauschen. Anders kann ich es mir langsam nicht mehr erklären.

Zitat
Deine Verunsicherung kann ich verstehen. Auch komme ich mir seltsam vor, nur die Auren, fokalen Anfälle zu haben, wobei die teils schon heftig sind und "reinhauen", so wie Du es beschreibst. Es rädert.
Wie oft hast Du denn Anfälle?
Bist Du bei einem erfahrenem Arzt in Behandlung?
Ja, das ist dann die andere Seite. Diese Aurenhäufungen hauen in der Tat manchmal rein. Und machen mich auch tagelang arbeitsunfähig.
Momentan würde ich sagen ich habe so eine Häufung alle 2-3 Monate, jeweils ca. 5 Tage lang.
Ich war bisher einmal bei einem Epileptologen als die Diagnose gestellt wurde. Aber dann landet man ja immer wieder beim Hausarzt oder in der allgemeinen Neurologie. Also leider keine Beständigkeit.

Zitat
Also, Aoife, Du bist mit der Erfahrung nicht allein.
Nicht, dass ich es irgendwem wünschen würde, aber es tut seltsam gut das zu wissen. Ich komme mir schon etwas exotisch vor und keiner scheint so recht zu wissen, was vor sich geht.

Zitat
Und Du hast recht: Es gibt ja die "Migräne sans Migräne", also ohne Kopfschmerzen, die auch Aurensymptome verursacht - auch bei mir gab es mal diesen Verdacht, aber da bin ich dann ausgestiegen aus dem Ärztedschungel ..
Ärztedschungel... du sagst es. Wenn ich damals gewusst hätte, wie lange sich das alles recht ergebnislos hinzieht... Wahrscheinlich wäre ich nie zum Arzt gegangen.  ;D

LG,
Aoife