Autor Thema: Zeitweise geistige Verwirrtheit  (Gelesen 7882 mal)

Meditester

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #30 am: 15. Mai 2018, 12:40:08 »

So wie Jeder eine andere DNA hat
ist auch die Krankheit individuell.
Und bei Vielen verändert sich oft das Auftreten.
Da können bestimmt Einige seitenlange Kommentare schreiben.

Ich hatte zu Beginn nur Auren.
Als GM dazu kamen suchten wir einen Arzt, später eine Klinik auf.
Wäre es nur bei den anfänglichen "leichten" Anfällen geblieben wäre ich froh.

So wie mein Alter änderte sich auch die Krankheit.
Leider nicht zum Positiven.
Kannst Du deine Frau nicht dazu bewegen sich auf eine Neueinstellung der Medizin einzulassen?
Vielleicht sind ja NW Ursache ihres Befindens?

Ich hatte auch keine Lust mehr ewig Neue zu testen.
Aber nach den ewigen starken Anfällen (mit Verletzung oft) sah ich die Notwendigkeit des Wechselns ein.
Und nun geht es besser.
Wäre mir vielleicht die Menge der negativen Erlebnisse erspart geblieben?
Philosophieren hilft mir da nicht.
Ich versuche das Beste aus dem Leben zu machen.

Meditester
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panda

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #31 am: 15. Mai 2018, 14:31:34 »
Hallo Reinhard,

mein Sohn hat seit frühster Kindheit Epilepsie. Bis heute ist er nicht anfallsfrei. Er hat alle Medikamente durch, meist auch mehrfach probiert in anderen Kombinationen, außerdem hat er einen VNS.
Die Epilepsie und die Anfälle haben sich immer wieder geändert, leider meist zum Negativen.
Er hat z.Zt. überwiegend Komplex-fokale Anfälle mit Generalisierung.
Seit 14 Jahren bekommt er nach den Anfällen, besonders nach Anfallsserien Psychosen. Diese äußern sich teilweise sehr heftig. Er ist komplett in einer anderen Welt, teilweise mit Suizidgedanken. Dann muss er Tavor bekommen. Er nimmt es, wenn man es ihm reicht genau wie die anderen Medikamente. Einmal hat er es verweigert, da musste ich es ihm verabreichen, ähnlich wie ein Notfallmedikament beim Anfall. Das war zum Glück nur einmal und auf Anraten des Arztes, denn ich fand es nicht gut.
Wegen der Suizidgefahr musste ich ihm einige Zeit die Tabletten zuteilen und alles andere unter Verschluss halten, dass war sehr belastend. Ich fand das sehr anstrengend und habe es auch nur in der Akutphase gemacht.

Gibst du deiner Frau immer die Medikamente im Müsli oder nur in der kurzen Zeit, wenn sie verwirrt ist?
War deine Frau in letzter Zeit in einem Epilepsiezentrum? Ist sie bei einem Neurologen, der auf Epilepsie spezialisiert ist?
Vielleicht sieht ein anderer Neurologe die ganze Sache anders. Vielleicht wäre ein Medikamentenwechsel gut. Wann ist das letzte Mal was an den Medikamenten geändert worden? Aus welchem Grund will deine Frau keine anderen Tabletten? Ist sie vielleicht depressiv?
Wie sieht sie das alles an klaren Tagen?
 
Mein Sohn bekommt inzwischen zu seinen 3 AEs noch 2 Neuroleptika, aber trotzdem hat er ständig Anfälle und auch immer mal eine Psychose. Da diese mit den Anfällen zusammenhängt, heißt es "Wir müssen versuchen, die heftigen Anfälle in den Griff bekommen"
Klar hatte mein Sohn schon viele Rückschläge auch durch Medikamentenumstellungen, aber er hat es wenigstens probiert.

LG panda



Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #32 am: 15. Mai 2018, 20:23:20 »
Hallo Panda,

Danke für deinen Bericht. Angelika hat schon verschiedene Medikamente durch. Leider spürt sie während der normal denkenden Phase ganz besonders die Nebenwirkungen der Medikamente.
Zur Zeit nimmt sie Topiramat und Pregabalin. Und es ist nun einmal bei ihr so, sie leidet mehr unter den Nebenwirkungen als unter den Anfällen, die sie ja gar nicht bewusst miterlebt. Darum sträubt sie sich ja noch mehr Tabletten zu nehmen. Der Neurologe hat uns versichert, dass die Topiramat auch mit Milch aufgelöst eingenommen werden dürfen. Dies kommt ihrer Abneigung Tabletten zu schlucken sehr entgegen. Die Kapsel Pregabalin muss sie allerdings schlucken. Hinweise wie man die Kapsel besser runter bekommt lehnt sie ab.
Das Wissen, dass Angelika schon soviele Anfälle im Leben hatte, und dem entsprechend Medikamente zu nehmen hatte, mit den verschiedensten Nebenerscheinungen, hilft mir zu verstehen, warum Angelika jetzt so denkt, handelt und redet. Das bereitet mich aber auch darauf vor, dass ich noch mit anderen Auswirkungen bei ihr mit der Zeit zu rechnen habe.
Wenn es auf die Anfälle zugeht, meist so nach 4-5 Wochen nach den letzten Anfällen, sind meine Nerven wie Drahtseile gespannt. Und ich bin jedesmal erleichtert, wenn die Anfälle wieder da sind, denn dann ist sie auch bereit ihren Schutzhelm wieder aufzusetzen. Nur mit dieser zeitweisen geistigen Verwirrtheit komme ich nicht immer klar.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

panda

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #33 am: 15. Mai 2018, 22:36:15 »
Hallo Reinhard,

Ich sehe in der Einnahme mit Milch kein Problem, denn im Epilepsiezentrum bekommen manche Patienten ihre Medikamen im Joghurt. Nimmt deine Frau außerhalb ihrer Verwirrtheit selbst im Müsli oder verabreichst du sie ihr immer?

Mein Sohn belasten die  Nebenwirkungen der Medikamenten auch mehr als de Anfälle. Deshalb sollte schon versucht werden, das Optimale zu finden. Da er mehrmals in der Woche Anfälle hat, soll er nicht noch unter vielen Nebenwirkungen leiden. Er hat als Kind Liskatin bekommen, dies hat ihn total verändert. Damals hat uns über viele Woche kein Arzt ernst genommen und geglaubt, dass es am Medikament liegt. Es war damals der reinste Horror.
Dies will er niemals wieder durchmachen.

Deshalb sollte deine Frau versuchen, ein gutes Medikament zu finden. Könnte diese Verwirrtheit evtl.eine Nebenwirkung sein?

LG panda

Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #34 am: 17. Mai 2018, 16:11:48 »
Kann die zeitweise Verwirrtheit von Topiramat bzw. Pregabalin kommen?
Das glaube ich nicht. Denn dann müsste die Verwirrtheit doch anhaltend sein.
Sie nimmt doch schliesslich diese Medikamente täglich.
Heute war Angelika wieder in der Lage, sich die Tabletten selbst aus dem Schrank und aus dem Tablettenbehältnis zu holen. Auch hat sie sich selbst wieder das Müsli zurechtgemacht, die Trinkbehälter zurückgestellt und auch hinterher alles wieder abgeräumt.
So eben haben Angelika und ich uns alles hier durchgelesen bzw. vorgelesen.
Angelika möchte keine Stellungnahme zu ihren Anfällen und der Medikamenteneinnahme geben und überlässt es mir zu schreiben.
Ich rechne damit, dass Angelika morgen wieder ihre Hausarbeit aufnimmt, heute ist sie noch zu müde. Während ich das schreibe sitzt Angelika neben mir und liest mit was ich schreibe.
Die Diagnose der Uniklinik für Epileptologie Bonn:
Epilepsie mit einfach-fokalen Anfällen, komplex-fokalen Anfällen und sekundär generalisierten Grand-mal-Anfällen bei kernspintomographisch nachgewiesener Hippokampussklerose und -atrophie links sowie Differenzierungsstörung des Temporallappens links.
Multifokaler Anfallsursprung (ICD 10:G40.2+6)
Zustand nach prächirurgischer Diagnostik 1999.
Davor und danach waren wir viele Male in der Uniklinik Bonn, teilweise mehrmals im Jahr, meistens um immer wieder ein anderes Präparat verschrieben zu bekommen. Zuletzt 2003, da wurde uns eine 28-29 wöchige Doppelblindstudie angeboten. Aber 14-mal von Burscheid (bei Leverkusen) nach Bonn fahren, das war für uns nicht machbar.
Die letzte Dosiserhöhung von Topiramat fand vor 2 Jahren stationär in Remscheid statt.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

panda

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #35 am: 17. Mai 2018, 22:10:36 »
Hallo Reinhard,

Schön das es deiner Frau wieder besser geht. Wie lange dauert die Verwirrtheit bei deiner Frau an?
Es muss ja keine direkte Nebenwirkung der Medikamente sein, sondern es kann ja sein,  dass es die Anfälle und eventuelle Nebenwirkungen sein.
Wir haben genaue Aufzeichnungen über alle bisherigen Medikamente , mit genauer Dosis, Nebenwirkungen usw. dazu der Anfallskalender. Da kann man vieles nach Jahren noch nachvollziehen.
Da entdeckt man manchmal Zusammenhänge, an die keiner gedacht hat.

Viele Grüße und alles Gute für deine Frau
panda

Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #36 am: 18. Mai 2018, 09:25:16 »
Zu früh gefreut!
Gestern musste ich feststellen, dass Angelika zwar die Tabletten ins Müsli getan hat, aber als ich in die Küche ging stand die Schüssel dort unberührt. Angelika hatte die Schüssel aus dem Wohnzimmer in die Küche gebracht und wusste hinterher nicht dass sie dies getan hatte. Ausserdem hat sie von vier Tassen "Tee" nur eine Tasse leer getrunken und gesagt, die sind für morgen.
Heute Morgen hat sie die Tabletten selbst ins Müsli getan und auch alles aufgegessen.
Aber die Kapsel unberührt liegen lassen. In diesem Augenblick werde ich sie fragen ob sie die Kapsel nicht auch noch schlucken will und ich bin gespannt auf die Antwort. Ihre Antwort war:"Warum?" Darauf ich: "Wann willst Du sie schlucken?" Sie: "Ja, langsam"? Ich: "soll ich Dir die Kapsel in die Hand legen?"
Sie: "Ich kann sie mir selber nehmen"?
Jetzt ist 9:13 Uhr
Ich werde Angelika nicht mehr auf die Kapsel, (die vor ihr liegt, und von der Angelika vorhin behauptete sie schon geschluckt zu haben) hinweisen.
Ausserdem bin ich gespannt ob sie heute wieder zu normaler Tätigkeit in der Lage ist, wie ich gestern glaubte. Ich weiss nicht ob ich Angelika unbeobachtet lassen darf, denn gestern fehlte ein Tablette Topiramat aus dem Vorrat. Es könnte also sein, das sie zusätzlich noch eine Tablette genommen hat. Das Vorratsdöschen für vier Tage lag auf dem Tisch, welches sonst immer im Schrank aufbewahrt wird, um daraus die Tageseinteilung für ein anderes Behältnis zu entnehmen.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #37 am: 18. Mai 2018, 10:42:23 »
Eine halbe Stunde später hat sie ihre Kapsel genommen, allerdings ohne viel dabei zu trinken. Zwei von den Tassen stehen noch unberührt da.
Auch das ist für mich ein Merkmal für ihre zeitweise geistige Verwirrtheit. Zu normalen Zeiten will sie mehr als 2 Liter (2x 4 Tassen) täglich trinken. Und jetzt nur 1 Liter (2x 2 Tassen).
Was sich noch mit der Zeit geändert hat:
Nach den Anfällen hat Angelika nicht so lange Schlafphasen gehabt und hat bald nach einem Anfall Puzzle zusammengesetzt. Jetzt nach langen Schlafphasen nimmt sie Nadel und Faden und näht auch die kleinsten Löcher an Kleidungsstücken zu. Dabei nimmt sie keine Rücksicht auf die vorhandene Farbe des Kleidungsstückes.
So dass ich oftmals, wenn es um meine Oberbekleidung geht, Korrekturen vornehmen muss.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #38 am: 18. Mai 2018, 19:40:59 »
Ein großes Problem bei neuen Medikamenten sind die Begleiterscheinungen.
Es kann ja sein, dass diese mit der Zeit nachlassen. Aber soviel Zeit lässt Angelika den neuen Medikamenten nicht. Darum hat sie schon viele Male das "Einschleichen" von neuen Medikamenten abgebrochen.

Woran ich erkenne, dass sich der Zustand wieder "normalisiert":
Sie macht wieder ihre Tätigkeiten im Haushalt, wie vor den Anfällen.
Sie fährt mit zum Gottesdienst und schläft nicht während der Predigt dort ein, wie letzten Sonntag.
Sie ist aktiv im Bibel-Gesprächskreis und offenen Treff dabei, wie schon zwei Wochen nicht mehr.
Sie singt die Texte, der von ihr bekannten Liedern mit, die wir nach dem Mittagessen auf Bibel-TV in der Sendung "Sing mit" hören (die Texte werden zum Mitsingen immer eingeblendet).
Sie ist in der Lage vernünftige Gespräche nach dem Gottesdienst zu führen.
Sie hat den Drang wieder kurze Spaziergänge vor der Haustüre zu machen.
Sie reagiert nicht mehr agressiv auf "Handreichungen von mir oder anderen"
Das geht dann drei bis vier Wochen gut. Und dann beginnt das "Spiel" wieder von vorn.
Nun bin ich gespannt ob sie die Tabletten wieder mit Tee schluckt oder auf Müsli besteht, um sie darin aufzulösen.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #39 am: 18. Mai 2018, 20:13:25 »
So richtig ist Angelika noch nicht wieder hergestellt.
Denn nachdem sie sich ein Brötchen genommen, halbiert und belegt hat, hat sie nun die zweite Hälfte zerbröselt auf dem Brett liegen gelassen. Ich kann ja verstehen, dass sie vielleicht keinen Hunger mehr hat, aber noch nie vorher hat sie Brötchen zerbröselt. Nun sitzt sie vor dem Trinken und den Tabletten und ich bin gespannt, wann sie damit fertig sein wird, oder ob sie wieder nur die Hälfte trinken wird.

Angelika ist nicht dazu zu bewegen zum Neurologen zu gehen, es sei denn, etwaige Nebenwirkungen der Medikamente, belasten sie schwer.
Wenn Angelika mal zum Neurologen gegangen war, dann hat sie regelmäßig eine Dosiserhöhung abgelehnt. Und hat im Gegenteil sogar gefragt, ob sie nicht weniger Tabletten nehmen kann.
Warum fürchtet Angelika sich nicht vor den Auswirkungen der Anfälle?
Hinweise wie gefährlich eine Nichteinnahme von Medikamenten ist will sie nicht wahrhaben. Ich kann nur froh sein, dass wir beide schon in Rente sind.
Die Meinung, sie immer selbstständig tun und machen zu lassen was sie will, kann ich nicht teilen.
Während der Anfälle und der zeitweisen Verwirrtheit ist sie so hilflos, fast wie ein Säugling.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

aggi61

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #40 am: 19. Mai 2018, 07:33:32 »
Moin Reinhard

So wie du deine Frau beschreibst erlebte ich ähnlich meine Patientin vor Jahren. Ich hatte es ja auf Seite 1 schon mal beschrieben. Ich erkenne da viel wieder.

Diese Art Epilepsie scheint sehr schwierig - sowohl für den Patienten als auch für die Angehörigen.

Auf Dauer scheint sich am Ende keine Lösung finden zu lassen ...
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Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #41 am: 19. Mai 2018, 08:59:38 »
Irgendwie beruhigt mich das, dass es wohl noch mehr Epilepsiekranke gibt, denen es ähnlich ergeht wie meiner Frau.

Soeben habe ich mir noch mal die lange Liste möglicher Nebenwirkungen von Topiramat durchgelesen. Und tatsächlich Verwirrtheit, Wortfindungsstörungen, Unkonzentriertheit und Müdigkeit, also alle beschriebenen Kennzeichen für die Verwirrtheit bei meiner Frau finden sich darin wieder. Das Einzige was ich dabei nicht verstehe ist, warum kommen sie nur zeitweise und jeweils ca. eine Woche nach den 4-8 Anfällen? Das könnte wohl nur ein Neurologe beantworten.
Aber da befinde ich mich in einem Dilemma. Einerseits soll ich nicht mit dem Neurologen über meine Frau sprechen, und andererseits will meine Frau zur Zeit nicht zum Neurologen. Ausserdem ist es mit Terminen sowieso schwierig. Ich kann ja nicht vorhersagen, wann, das heisst in welcher Woche die Anfälle wieder kommen und die Verwirrtheit beginnt. So musste ich schon verschiedene Termine absagen. Ausserdem wohnt der Neurologe nicht in unserer Stadt.

Wenn ich vorher schrieb, dass der Neurologe mit seinem Latein am Ende ist, dann meinte ich damit, dass Angelika sämtliche gängige Wirkstoffe ausprobiert hat. Und ich ahne was mit anderen neuartigen Wirkstoffen passieren wird, wenn Angelika diese bekommen sollte.
Sobald die Nebenwirkungen ins Bewusstsein drängen werden, wie Doppelsehen, Herzrasen, Juckreiz, usw., wird Angelika damit aufhören und zurück zu den Wirkstoffen gehen, an deren Nebenwirkungen sie sich gewöhnt, oder sie nicht im Bewusstsein erlebt hat.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

miramanee

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #42 am: 19. Mai 2018, 09:34:51 »
Guten Morgen Reinhard!
Wurden eigentlich subklinische Anfälle ausgeschlossen?


Gute Besserung deiner Frau und auch dir alles Gute!

Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #43 am: 19. Mai 2018, 11:18:11 »
Meines Wissens nach wurden keine Schlaf-EEG bei meiner Frau gemacht. Demnach konnten auch keine subklinischen Anfälle nachgewiesen werden.

In eigener Sache:
Ich möchte mich bei allen die sich Gedanken gemacht haben über meine epilepsiekranke Frau und mich, herzlich bedanken. Sollte es irgendeine Änderung bei meiner Frau geben, gebe ich Euch gerne Bescheid.
Übrigens heute hat sie auch wieder mit dem Bügeln angefangen.
mit freundlichen Segensgrüßen
Reinhard Neumann

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Re: Zeitweise geistige Verwirrtheit
« Antwort #44 am: 20. Mai 2018, 07:56:59 »
Zitat
Verwirrtheit, Wortfindungsstörungen, Unkonzentriertheit und Müdigkeit,
Wenn das so da steht: Ja, dann hab ich das tatsächlich auch alles - mit meinen 300 mg Topiramat / Tag    *lach*

Ich bin manchmal verwirrt, habe tatsächlich Wortfindungsstörungen, meine Konzentration ist total im Eimer und müde bin ich ohne Ende.

Aber: Das bin ich dauernd - nicht phasenweise!
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