Autor Thema: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind  (Gelesen 652 mal)

Caraline

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Hallo,

ich sehe zu dem Thema Lamotrigin/Schwangerschaft ist hier im Forum schon viel gepostet worden.

Ich wollte trotzdem noch mal einen neuen Thread eröffnen, um das Thema zu konkretisieren.

Wir haben zwei Kinder, eine Tochter (4 J.) und einen Sohn (2 J.). Wir hätten gerne noch ein drittes Kind, haben inzwischen allerdings ernsthafte Sorgen wegen des Lamotrigins.

Ich habe in der Schwangerschaft mit meiner Tochter 300mg Lamotrigin genommen (Monotherapie/ aufdosiert von 200 mg/ anfallsfrei während Schwangerschaft/ 150-0-150) bei meinem Sohn zunächst 300mg (Monotherapie/ Dosis beibehalten aus Zeit vor Schwangerschaft/ mehrere Grand Mal Anfälle in der Schwangerschaft/ aufdosiert auf 400mg/ 200-0-200 + Lorazepam nach den GM-Anfällen).

Die Forschungsergebnisse zum Lamotrigin sind nicht eindeutig und deuten auf Entwicklungsverzögerungen und/oder Autismus hin:

http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/schwangerschaft-antiepileptika-beeintraechtigen-entwicklung-des-kindes-a-911989.html

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/epi.12226

Lamotrigin kommt da nicht gerade gut weg.

Nun sind meine beiden (!) Kinder entwicklungsverzögert.
Genetisch ist allerdings bei Beiden alles in Ordnung.

Meine Tochter hat eine Sprachentwicklungsverzögerung sowie eine Entwicklungsverzögerung im Bereich der Feinmotorik. Eventuell auch im sozial/emotionalen Bereich. Sie benötigt den kompletten Tag noch Windeln, schreit viel und ausdauernd.

Meine Sohn hat eine Sprachentwicklungsverzögerung, Verzögerung der sozialen/ emotionalen Entwicklung, Verdacht auf Autismusspektrumsstörung. Ebenfalls verzögerte Entwicklung der Fein- und Grobmotorik.

Ich habe inzwischen ernsthafte Bedenken, dass das Lamotrigin da seinen Anteil hat.

Sowas wie Fehlbildungen /LKG-Spalten o.ä. haben die beiden nicht. Sie sehen völlig normal aus. Beide sind allerdings muskelschwach, während wir Eltern sportlich sind.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Lamotrigin in der Schwangerschaft?
Sind Eure Kinder ebenfalls entwicklungsverzögert?
Sind später gekrabbelt/ gelaufen, haben später gesprochen...? Autistische Züge?

Die Kleine einer Bekannten die während der Schwangerschaft Lamotrigin und Carbamazepin genommen hat ist ebenfalls entwicklungsverzögert.

Danke für Euer Feedback!

Caraline

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Re: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind
« Antwort #1 am: 11. Juli 2018, 13:42:20 »
... Folsäureprophylaxe natürlich hochdosiert gemacht, ausserdem die üblichen Schwangerschaftsvitamine.

Caraline

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Re: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind
« Antwort #2 am: 11. Juli 2018, 13:50:31 »
... wenn ich hier im Forum lese habe ich den Eindruck, dass nach Schwangerschaften mit Carbamazepin die Kinder normal entwickelt sind. Aber zu Lamotrigin schreibt hier kaum jemand seine Erfahrungen bezogen auf Entwicklungsverzögerungen.

Wenn ich die Forschungsergebnisse im Internet zum Lamotrigin lese wird zwar deutlich, dass es kaum große Fehlbildungen (offener Rücken o.ä.) gibt, aber in Punkto Entwicklungsverzögerungen (Sprache, Motorik) gibt es da extrem wenig Forschung. Vielleicht hat die Pharaindustrie aber auch wenige Interesse dran, das "Supermedikament für alle epileptischen Lebenslagen" zu verunglimpfen.

susili

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Re: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind
« Antwort #3 am: 11. Juli 2018, 15:08:15 »
liebe caraline,

ich mache es gaaaaanz kurz: fundierte infos bekommst du grundsätzlich bei frau prof. dr. bettina schmitz

http://www.dgfe.org/home/index,id,567.html

dort wird dir auf jeden fall geholfen. klicke auf kontakt, eurap.

liebe grüße, susili
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Cathi8

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Re: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind
« Antwort #4 am: 12. September 2018, 10:48:53 »
Liebe Caraline,

ich habe während meiner Schwangerschaft auch Lamotrigin genommen und mein Sohn (2) ist auch entwicklungsverzögert.

Liebe Grüße
Cathi

Murmeltier

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Re: Lamotrigin in der Schwangerschaft Entwicklungsverzögerung Kind
« Antwort #5 am: 16. November 2018, 18:07:10 »
Laut der verlinkten Studie ist unter Lamotrigin nur die Wahrscheinlichkeit von "autistischen Zügen" (was auch immer das sein soll) signifikant erhöht, alle anderen (Entwicklungs-)Tests lagen in der Norm. Die Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen liegt bei 1,16% (https://autismus-kultur.de/autismus/autipedia/praevalenz-haeufigkeit.html), also bei rund 1 von 100. Selbst wenn unter Lamotrigin die Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch wäre, wären 44 Kinder viel zu wenig, um ernst zu nehmende statistische Aussagen hierüber treffen zu können.

Und diese Studie ist die einzige, die ich finden konnte, die unter Lamotrigin angeblich signifikant erhöhte Anzeichen für Entwicklungsstörungen gefunden hat. Wie relevant diese gestesteten "autistischen Züge" für die tatsächliche weitere Kindesentwicklung sind (wir reden hier von 18 Monate alten Kleinkindern!), ist auch noch eine Frage für sich.

Daher würde ich mich von dieser Studie nicht verunsichern lassen.